Frage von Drama68, 58

Wieviel Urlaubstage muß der Arbeitgeber auszahlen?

Hallo, ich wurde ausgesteuert wegen Krankheit und musste ALG1 beantragen. Nun habe ich mit Ärztlichen Attest zum ende des Jahres gekündigt.

Laut meinen Abrechnungen habe ich 6 Tage Urlaub aus Dezember 2014 und 24 Tage vom 1.1.2015 bis 31.1.2015 macht somit 30 Tage Urlaub. Während des gesamten Zeitraumes genauer vom Oktober 2014 an bin ich krank geschrieben. Meine Wöchentliche Arbeitszeit beträgt 40h/ Woche falls das relevant ist.

Mein Arbeitgeber teilte mir mit das ich nur 24 Tage Urlaub ausgezahlt bekommen würde (so steht es auch auf dem Nachweis für das Arbeitsamt) Ich vermute das er mich um die 6 Tage besch... will. Nachweislich (Abrechnung, Zeitnachweis) sind dort 30 Tage vermerkt. Außerdem sind noch einige Überstunden zu zahlen.

Ich gehe mal davon aus das er mir 30 Tage zahlen muß oder sehe ich da was falsch?

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Antwort
von LiselotteHerz, 50

Was Du hier schreibst, kann unmöglich der Wahrheit entsprechen (ich drücke mich mal gewählt aus). Wenn Du erst jetzt zum Jahresende gekündigt hast, kannst Du noch gar keine Unterlagen bzw. Post vom Jobcenter haben. Offiziell bist Du dann nämlich noch gar nicht arbeitslos. Wer selbst kündigt wird erstmal gesperrt und bekommt gar nichts vom Staat. Mit dem Begriff ausgesteuert kann ich auch nichts anfangen, was soll das sein? Dichte mal nicht soviel zusammen, dann kannst Du auch mit einer hilfreichen Antwort rechnen.


Kommentar von Familiengerd ,

Mit dem Begriff ausgesteuert kann ich auch nichts anfangen, was soll das sein?

Mit "aussteuern" wird das Auslaufen des 78-wöchigen Krankengeldbezugs (einschließlich 6-wöchiger Entgeltfortzahlung) für dieselbe Krankheit innerhalb eines Zeitraum von 3 Jahren bezeichnet; bei weiterhin bestehender Erkrankung bleibt dann nur der Bezug von Arbeitslosengeld 1 oder 2/Sozialhilfe.

Wenn Du erst jetzt zum Jahresende gekündigt hast, kannst Du noch gar keine Unterlagen bzw. Post vom Jobcenter haben.

Die Unterlagen, die der Arbeitgeber auszufüllen hat, kann der Fragesteller sich ja durchaus schon besorgt haben; es geht übrigens nicht um das Jobcenter (ALG 2), sondern - wie in der Frage gesagt - um die Arbeitsagentur ALG 1).

Kommentar von Drama68 ,

Natürlich entspricht es der Wahrheit. Wenn man aufgrund langer Krankheit der Anspruch auf Krankengeld ausläuft muß man sich um weiterhin versichert zu werden Arbeitslos melden. Auch wenn das eigentliche Arbeitsverhältnis nicht beendet wurde.

Desweiteren kann man Kündigen sofern ein wichtiger Grund vorliegt und dies mittels einem Ärztlichen Attest bestätigt wurde. Hier wird man auch nicht gesperrt - man sollte sich aber vorab mit dem Amt in verbindung setzen und das klären.

Was das Thema" Aussteuerung" angeht empfehle ich mal Google zu fragen!

Antwort
von Familiengerd, 34

Zunächst solltest Du mitteilen, ob Du einen gesetzlichen Urlaubsanspruch hast oder einen darüber hinaus gehenden und auch - damit zusammenhängend -, wie viele Wochenarbeitstage du hast, zudem, ob es vertragliche Regelungen zum Urlaubsanspruch bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses vor dem Jahresende gibt.

24 Tage entsprächen bei einer 6-Tage-Woche dem gesetzlichen Anspruch, bei einer 5-Tage-Woche (anzunehmen bei 40 Wochenstunden) wäre es aber ein zusätzlich gewährter Urlaubsanspruch.

Bei einem gesetzlichen Urlaubsanspruch müssten Dir alle nicht genommenen Urlaubstage ausgezahlt werden. Ist der Anspruch jedoch höher, kommt es darauf an, ob etwas und was arbeits- oder tarifvertraglich geregelt ist:

- Gibt es keine Regelung zu einer anteiligen Urlaubsberechnung, bleibt es bei der Auszahlung des gesamten verbliebenen Urlaubsanspruch.

- Gibt es eine Vereinbarung zu einer anteiligen Urlaubsberechnung, dann darf der anteilig verbliebene Urlaub den gesetzlichen Urlaubsanspruch nicht unterschreiten.

- Außerdem könnte geregelt sein, dass bei Auszahlung des Urlaubs, der bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses wegen Erkrankung nicht genommen werden kann, nur Anspruch auf Auszahlung des gesetzlichen Urlaubs besteht.

Aber gleichgültig, wie man rechnet: 24 Tage passen nicht, es sei denn, Dir wird der gesamt Urlaub für 2015 ausgezahlt und die verbliebenen Tage aus 2014 - auf die du vollen oder anteiligen Anspruch hast - wurden nicht berücksichtigt.


Kommentar von Familiengerd ,

Ergänzung:

Solltest Du nach dem Ende des Arbeitsverhältnisses weiterhin krank sein, besteht kein Anspruch auf Arbeitslosengeld, da Du dem Arbeitsmarkt wegen der Erkrankung nicht zur Verfügung stehst.

Kommentar von Drama68 ,

Deine Antworten waren sehr Hilfreich.

Ergänzung: Laut Arbeitsvertrag stehen mir 24 Tage Jahresurlaub zu bei einer Wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden. Wir arbeiten von Montags bis Freitags, nur in ausnahmefällen mal ein bis zwei Samstage im Jahr.

Allerdings ist die Ergänzung nicht ganz richtig:

Wenn ein Versicherter keinen Anspruch auf Krankengeld mehr hat, aber weiterhin arbeitsunfähig ist, kann er "Arbeitslosengeld bei Arbeitsunfähigkeit" (auch Nahtlosigkeits-Arbeitslosengeld) beantragen. Diese Zahlung ist eine Sonderform des Arbeitslosengelds und überbrückt die Zeit ohne Arbeitslosengeld (weil man nichtvermittelt werden kann), bis eine andere Leistung, z.B. Weiterbildungoder Rente, gezahlt wird.

(Quelle:http://www.betanet.de/betanet/soziales_recht/Arbeitslosengeld-bei-Arbeitsunfaehi...

Kommentar von Familiengerd ,

Okay, danke für den Hinweis!!

Das war auch mir jetzt neu und werde es in Zukunft berücksichtigen, obwohl dieser Fall - hier im Forum - in dieser konkreten Form noch nicht vorgekommen ist

Kommentar von Familiengerd ,

Laut Arbeitsvertrag stehen mir 24 Tage Jahresurlaub zu bei einer Wöchentlichen Arbeitszeit von 40 Stunden. Wir arbeiten von Montags bis Freitags, nur in ausnahmefällen mal ein bis zwei Samstage im Jahr.

Wenn es sich bei den 24 Urlaubstagen (bei einer 5-Tage-Woche) um 24 Arbeitstage und nicht um 24 Werktage (Montag bis Samstag) handelt, dann hast Du einen Urlaubsanspruch, der über den gesetzlichen Mindesturlaub hinaus geht.

In diesem Fall - wenn Dein Anspruch den gesetzlichen Anspruch übersteigt - kommt es darauf an, ob im Arbeitsvertrag (oder in einem anwendbaren Tarifvertrag) eine Regelung getroffen ist, die den Entgeltungsanspruch für nicht genommenen Urlaub auf den gesetzlichen Urlaub beschränkt.

Ist das nicht der Fall, hast Du Anspruch auf Entgeltung aller von Dir aufgeführten Tage!

Antwort
von berlina76, 58

Der Urlaub vom letzten Jahr hätte bis März 2015 verrechnet werden müssen. Spätestens aber bis September 2015. Vieleicht ist der schonmal ausgezahlt worden. Frag nochmal nach.

Kommentar von Maximilian112 ,

Urlaub wird im laufenden Arbeitsverhältnis nicht ausgezahlt, nur eben bei Kündigung.

Verfallen ist der Urlaub von 2014 noch nicht.

Kommentar von Drama68 ,

Nein, diese 6 Tage wurden nicht ausgezahlt und stehen immer noch auf meinen Abrechnungen, daher noch 30 Tage Urlaubsanspruch!

Antwort
von satebati, 44

Das siehst du wahrscheinlich richtig. Siehe http://www.ahs-kanzlei.de/2014/06/urlaubsabgeltung-der-urlaubsanspruch-bei-langz...

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