Frage von Schnatty, 72

Wieviel Urlaub steht mir tatsächlich zu ?

Im Arbeitsvertrag stehen 24 Werktage seit letztem Jahr ist es nun so das die urlaubstage auf 20 gekürzt wurden ohne einen Änderungsvertrag vor zunehmen . Ich muss jedes 4. Wochenende ( samstags und sonntags ) arbeiten ohne einen Ersatz freien Tag zu bekommen das heisst 12 Tage am Stück ohne zusätzliche Vergütung und ohne freizeitausgleich . 1. Woche von Mo. - Fr. 2. Woche von mo - Fr. 3. Woche von Mo- Fr.
4. Woche von Mo- Fr. + sa. + so 5. Woche mo- Fr. = 4. + 5. Woche = 12 Tage arbeiten .

Ist das so rechtens und wieviel Urlaub steht mir eigentlich wirklich zu ?denn 20 Tage wären doch eigentlich nur bei einer 5 tage woche ok oder denk ich falsch ? LG schnattylein

Antwort
von AnglerAut, 43

4 Wochen Urlaub stehen dir zu, d.h. wenn du eine 6 Tage Woche hast, dann 24 Tage, wenn du eine 5 Tage Woche hast, dann 20 Tage.

Zu den Arbeitszeiten kommt es jetzt darauf an, wie viel Stunden du arbeitest und vor allem was denn in deinem Arbeitsvertrag steht. Wenn du 12 Tage am Stück nur Vormittags arbeiten würdest, dann geht das durchaus.

Kommentar von Schnatty ,

Ich arbeite 6 Std.  Pro Tag im Wechsel mit früh und spät Schichten am Wochenende ist es immer Vormittags 5 Std.  

Antwort
von DerHans, 37

Es zählen alle die Tage als Urlaubstage, an denen du sonst hättest arbeiten müssen.

Antwort
von Halbammi, 31

Vier wochen sind der gesetzliche Mindesturlaub für Arbeitnehmer ab 18 Jahren. bei einer 6 Tage Woche sind das also 24Tage, bei 5 Tagen nur 20. Wochenendarbeit ohne Vergütung zu leisten ist nicht in Ordnung und muss in Freizeit oder Zahlung abgegolten werden. Es gilt soviel Urlaub, wie in deinem Vertrag steht. Für eine Änderung ist eine Änderungskündigung nötig. Wenn es die nicht gegeben hat solltest du darauf hinweisen. Du erfüllst deinen Teil des Vertrages, der AG tue dies bitte auch.

Antwort
von Asturias, 43

das geht so nicht. Einseitige Änderungen sind nicht wirksam. Gespräch mit Chef führen, Forderungen schriftlich geltend machen, mit Fristsetzung. Und auf das Bundesurlaubsgesetz, sowie das Arbeitszeitgesetz verweisen.

Wenn das nicht hilft: Gewerkschaft, oder Anwalt.

Kommentar von Schnatty ,

Gespräch mit Chef wurde schon geführt da kommt dann nur eine schriftliche Änderung ist nicht nötig das geht auch so trotz des Hinweises aufs bundesurlaubsgesetz  Handwerkskammer sagt man sollte es lieber so akzeptieren da es sich um einen Kleinbetriebe handelt der jederzeit die Kündigung aussprechen kann

Kommentar von Asturias ,

Die HWK hat leider einen unprofessionellen Rat erteilt

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist absolut kein "unprofessioneller Rat" der HWK, sondern in diesem Fall (Kleinbetrieb ohne Anwendung des Kündigungsschutzgesetzes) die brutale Realität des Unterschieds von "Recht haben" und "Recht bekommen"!

Antwort
von Asturias, 31

Wenn Du wegen der Forderung der Vertragserfüllung die Kündigung erhältst, dann reichst Du Kündigungsschutzklage ein. Das ist ein Witz!

Kommentar von Schnatty ,

Ich werde mich mal mit meiner Kollegin zusammen setzen und dann führen wir halt ein dreier Gespräch mit dem Chef kann uns ja nicht beide kündigen dann würde er ja alleine da stehen 

Kommentar von Familiengerd ,

dann reichst Du Kündigungsschutzklage ein

Eine Kündigungsschutzklage ist aussichtslos, weil es sich um einen Kleinbetrieb handelt, auf den das Kündigungsschutzgesetz nicht anzuwenden ist!

Das wäre anders nur dann, wenn eine Kündigung beweisbar, willkürlich, gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstoßend oder sittenwidrig wäre - ein Beweis, der aber nur schwer zu führen ist.

Kommentar von Asturias ,

Stimmt, das mit dem Kleinbetrieb hatte ich übersehen.

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist leider ein deutlicher Beweis für den Spruch, dass es viel zu oft einen großen Unterschied gibt zwischen "Recht haben" und "Recht bekommen"!

Antwort
von wuerfli, 30

In Deinem Vertrag stehen 24 Urlaubstage, also hast Du auch Anspruch auf 24 Urlaubstage.

Eine Änderung muß schriftlich mit Deiner Zustimmung (Unterschrift) erfolgen.

Eine einseitige Änderung durch Deinen Arbeitgeber ist nicht möglich.

Kommentar von Familiengerd ,

Eine einseitige Änderung durch Deinen Arbeitgeber ist nicht möglich.

Sie ist - leider - selbstverständlich möglich, denn eine rechtliche Handhabe zur "Gegenwehr" hat ein Arbeitnehmer in diesem Fall nicht!

Kommentar von wuerfli ,

Moment, das stimmt doch nicht.

Natürlich gilt das, was im Vertrag geschrieben steht. Dafür gibt´s Verträge.

Eine Änderung ist natürlich möglich, aber sie muss eben zwischen beiden Parteien schriftlich fixiert und von beiden Seiten unterschrieben werden.

Wenn der Arbeitgeber auf seiner Meinung beharrt, kann sich der Arbeitnehmer Unterstützung holen, bspw. durch ein Arbeitsgericht.

Kommentar von Familiengerd ,

Wenn der Arbeitgeber auf seiner Meinung beharrt, kann sich der Arbeitnehmer Unterstützung holen, bspw. durch ein Arbeitsgericht.

Ich gebe Dir selbstverständlich grundsätzlich Recht, dass auch der Arbeitgeber sich an den Vertrag zu halten hat und den Vertrag nicht einseitig ändern darf - er kann es leider aber!

Wie soll denn die "Unterstützung" durch ein Arbeitsgericht konkret aussehen?

Der Arbeitnehmer kann den Arbeitgeber bei Nichteinhaltung der vertraglichen Vereinbarungen abmahnen, ändert sich nichts, kann er auch kündigen, ohne eine Sperre beim Bezug von Arbeitslosengeld befürchten zu müssen.

Wenn der Arbeitgeber vertragliche Vereinbarungen ändern will, darf er das (und das siehst Du richtig) nur einvernehmlich - oder auf dem Weg der Änderungskündigung. Die kann der Arbeitnehmer annehmen: dann gelten die neuen Bedingungen, er kann sie ablehnen: dann wird aus der Änderungskündigung eine "normale" Kündigung, oder er kann gegen sie klagen: dann prüft das Arbeitsgericht die Zulässigkeit (und Änderungskündigungen werden immer für unzulässig erklärt, wenn sie nicht so zwingend sind, dass eine Fortführung des Arbeitsverhältnisses nur unter den geänderten Vertragsbedingung überhaupt noch möglich ist).

Eine solche Klage gegen eine Änderungskündigung ist im Kleinbetrieb, auf den das Kündigungsschutzgesetz nicht anzuwenden ist, aber überhaupt nur dann aussichtsreich, wenn diese Kündigung sittenwidrig, willkürlich oder treulos (gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstoßend) ist - und das muss der Arbeitnehmer erst einmal belegen können, was ihm in der Regel leider sehr schwerfallen dürfte.

Kommentar von wuerfli ,

es ging um die Frage, ob der Urlaub durch den Arbeitgeber gemindert werden darf.

Die einfache Antwort lautet: Nein.

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist richtig: Nein, er darf es nicht.

Man sollte bei dieser Antwort aber nicht unterschlagen, dass es in einem Kleinbetrieb wie hier praktisch keine wirksame Handhabe gibt, sich dagegen zu wehren, wenn er es doch tut.

Von daher ist Dein lapidares "Sich-zurückziehen" auf die bloße Fragestellung ("es ging um die Frage, ob der Urlaub durch den Arbeitgeber gemindert werden darf.") rein formalistisch und wenig hilfreich.

Antwort
von kabatee, 14

##es gilt der Arbeitsvertrag!

Kommentar von Familiengerd ,

Selbstverständlich gilt der Arbeitsvertrag.

Und dann??

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