Frage von Anelie1, 38

Wie viel Urlaub steht mir nach meiner Kündigung noch zu?

Hallo zusammen,

am 23.09.2016 habe ich fristgerecht zum 31.10.2016 gekündigt. Laut meiner Lohnabrechnung habe ich noch 16 Urlaubstage übrig, der gesamte Jahresanspruch sind 28 Tage. (20 sind ja Pflicht und 8 freiwillig)

Nun meine Frage: Wieviel Urlaub steht mir denn noch zu? Im Internet liest man unterschiedliches. Wenn ich beim AG nachfrage, heißt es das Lohnbüro rechnet das durch. Genaue zahlen bekomme ich nicht. Möchte allerdings doch wissen was mir jetzt noch zusteht, bzw. was ich ausbezahlt bekomme da ich den Urlaub nicht mehr voll nehmen kann. Nur noch (mit ach und krach) 3 Tage, ende des Monats.

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Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht & Kündigung, 21

Wenn es in Deinem Arbeitsvertrag oder einem angewandten Tarifvertrag keine "Zwölftelvereinbarung" über den Urlaub gibt, steht Dir der komplette Urlaub von 28 Tagen zu.

Bei einer Zwölftelvereinbarung bekommst Du 10/12 der 28 Urlaubstage. Das sind dann 23,33 Tage.

Expertenantwort
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 13

Wenn

> erstens Dein Arbeitsverhältnis bei Beendigung am 31.10. länger als 6 Monate bestanden hat,

> zweitens es keine Vereinbarung zu einer anteiligen Berechnung (Zwölftelung) des Urlaubsanspruchs bei unterjährigem Ausscheiden gibt und

> drittens es im Vertrag keine Unterscheidung zwischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaubsanspruch gibt (z.B. durch eine Formulierung wie " Neben dem gesetzlichen Anspruch von 20 Arbeitstagen Urlaub wird ein weiterer Urlaub von 8 Tagen gewährt."),

dann hast Du Anspruch auf den gesamten vereinbarten Urlaub für dieses Kalenderjahr.

Dir steht dann allerdings kein Urlaubsanspruch bei einem neuen Arbeitgeber mehr zu - es sei denn, der Anspruch bei ihm wäre noch höher als beim jetzigen.

Das ergibt sich aus dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 "Wartezeit" in Verbindung mit entsprechender Anwendung des § 5 "Teilurlaub" Abs. 1, ist einheitliche Rechtsauffassung und durchgängige Rechtsprechung!

Trifft die erste Voraussetzung (Beschäftigungsverhältnis hat länger als 6 Monate bestanden) nicht zu, dann hast Du nur Anspruch auf 1/12 des vereinbarten Jahresurlaubs pro vollem Beschäftigungsmonat (der nicht mit dem Kalendermonat übereinstimmen muss).

Gibt es eine Vereinbarung zu einer anteiligen Berechnung (oder gibt es eine Unterscheidung zwischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaub), dann hast Du zwar auch nur einen anteiligen Urlaubsanspruch, der darf aber nicht geringer ausfallen als der gesetzliche Mindesturlaub (20 Arbeitstage bei einer 5-Tage-Woche, 24 Arbeits-/Werktage bei einer 6-Tage-Woche).

Urlaub, den Du in der Kündigungsfrist nicht mehr nehmen kannst (aus dringenden - !!! - betrieblichen Gründen) muss Dir nach BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 4 ausgezahlt werden (in Höhe des üblichen Verdienstes pro Urlaubstag).

Antwort
von Ifm001, 14

Was den gesetzlichen Anteil angeht, so hats Du ab dem siebten Beschäftigungsmonat im Kalenderjahr ein Anrecht auf den vollen Jahresurlaub.

Bei dem übersteigenden Anteil kommt es auf die vertragliche Regelung (samt Betriebsvereinbarung und Traifvertrag (soweit anwendbar)). Ist da nichts zu finden, so gelten auch da gleichen Regelungen wie für den gesetzlichen Anteil.

Kommentar von Familiengerd ,

ab dem siebten Beschäftigungsmonat im Kalenderjahr

Streng genommen reichen 6 Monate und 1 Tag.

Antwort
von Dave0000, 21

Dafür müsste man wissen weit wann du da arbeitest
Wieviel Urlaub du schon hattest
Oder zumindest wie der Stand bei Jahreswechsel war
Aber eig kannste das ganz gut selbst rechnen
28 Tage / 12monate
Dann weißte wieviele Urlaub pro Monat dir zusteht

Kommentar von Familiengerd ,

Aber eig kannste das ganz gut selbst rechnen
28 Tage / 12monate

Das trifft nur dann zu, wenn das Arbeitsverhältnis weniger als 6 Monate bestanden hat oder - wenn es länger bestanden hat - es eine Vereinbarung zu einer anteiligen Berechnung gibt (siehe meine eigene Antwort).

Antwort
von kabatee, 10

Wenn du über das erste Halbjahr gearbeitet hast dann der volle Jahresurlaub! Wurde mir erst diese Woche von der Gewerkschaft bestättigt!

Kommentar von Familiengerd ,

Das setzt bei einem Urlaubsanspruch, der über dem gesetzlichen liegt, aber voraus, dass es keine Vereinbarung zu einer anteiligen Berechnung oder keine Unterscheidung zwischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaub inn der Formulierung des Urlaubsanspruchs gibt.

In dem Fall darf dann anteilig berechnet werden; es besteht dann aber Anspruch auf mindestens den vollen gesetzlichen Urlaub.

Antwort
von KarimHaffar1990, 16

Rein rechnerisch stehen dir noch 11.4 Tage Urlaub zu. 28 hast du im ganzen Jahr. 12 hast du ja schon in Anspruch genommen. Bleiben 16 über. Abzüglich November und Dezember bleiben 11.4 über

Kommentar von Familiengerd ,

Das ist nicht richtig, wenn das Arbeitsverhältnis bei Beendigung länger als 6 Monate bestanden hat und es keine Vereinbarung zu einer anteiligen Berechnung gibt!

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