Frage von Sombofob, 105

Wieviel Unterhalt in der Ausbildung?

Ich habe folgende Frage, ich (17 Jahre) bin momentan in der Ausbildung und verdiene 506€ netto, bisher durfte ich das Geld abzüglich Fahrkarte, Klamotten etc. selbst behalten. Jetzt verlangt meine Mutter jedoch Miete von mir, da mein Vater (selbstständig, gut verdienend, erneut verheiratet) den Unterhalt (600€) auf 100€ reduzieren möchte. Meine Frage ist jetzt, muss ich meiner Mutter Miete zahlen (ca. 150€) oder muss mein Vater doch noch mehr Unterhalt zahlen.

Bedanke mich schonmal für hilfreiche Antworten

-Sombofob ;)

Antwort
von DFgen, 52

Bis zu deinem 18. Geburtstag bleibt dein Vater zwar weiterhin barunterhaltspflichtig für dich an deine Mutter, aber dein eigenes Einkommen mindert deinen Anspruch an ihn.

Denn sobald jemand ein eigenes Einkommen erzielt, muss er dieses für seinen eigenen Lebensunterhalt (Verpflegung, Miete, Strom, Telefon, Kleidung...) einsetzen.

Er/ sie kann dafür vorher lediglich die Ausgaben für Fahrtkosten, Arbeitskleidung, Schulbücher... abziehen - bei Azubis wird dafür ein Pauschalbetrag von 90 Euro veranschlagt.

Von deinen 506 Euro musst du also 416 Euro für deinen Lebensunterhalt einsetzen.

Solange du noch minderjährig bist, musst du das  an deine Mutter weiterreichen...

Da deine Mutter dir bis zu deinem 18. Geburtstag noch "Naturalunterhalt" gewährt (Kochen, Wäschewaschen, Putzen...), steht ihr von den 416 Euro die Hälfte selbst zu, um die andere Hälfte reduziert sich der "Barunterhalt", den sie von deinem Vater für dich erhält.

Dein Vater muss also nun 208 Euro weniger Unterhalt an deine Mutter für dich zahlen als bisher.

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Ab deiner Volljährigkeit fällt der Naturalunterhalt deiner Mutter weg - dann ist auch sie dir ggf. barunterhaltspflichtig. Sie hat dann auch keinen Anspruch mehr auf Unterhalt für dich von deinem Vater.

Wenn du dann noch einen Unterhaltsanspruch an die Eltern hast, so musst du diesen dann erstmal selbst bei ihnen nachweisen und einfordern....

Da du dann aber kein "privilegiertes" Kind" mehr bist, müssen die Eltern dir dann ggf. garnichts mehr zahlen...

Kommentar von Sombofob ,

Vielen Dank für die ausführliche Antwort! :) 

Kommentar von hertajess ,

Wobei sich die Barunterhaltspflicht mit den anfallenden Kosten die durch zur Verfügung Stellung einer Unterkunft verrechnen lassen. 

Nur noch zur Ergänzung. Schreibst Du sonst ja auch dazu. 

Antwort
von DerHans, 70

Dein Vater muss Unterhalt entsprechend der Düsseldorfer Tabelle entrichten. Au den Satz, der für ihn zuständig ist, kann er dein eigenes Einkommen anrechnen. Mit einem Freibetrag für dich von 90 €.

Dass du dann nicht kostenlos bei deiner Mutter leben kannst, sollte dir eigentlich einleuchten.

Kommentar von Sombofob ,

Wieviel Unterhalt wäre das dann? Hat ein eigenes Büro, Das Einkommen sollte über 100.000€ im Jahr liegen

Kommentar von DerHans ,

"Düsseldorfer Tabelle" Google hilft weiter

Bei 100.000 p.a. dürfte der Höchstbetrag fällig sein.

Kommentar von Sombofob ,

Demnach wären das Ja über 720€, oder ist da mein Gehalt schon eingerechnet?

Kommentar von passaufdichauf ,
Demnach wären das Ja über 720€, oder ist da mein Gehalt schon eingerechnet?

Selbstverständlich wird, wie DerHans schon schrieb, dein Einkommen darauf angerechnet! 720 Euro ist dein max. Bedarf, den du mit deinem Ausbildungsgehalt plus Kindergeld bereits nahezu selber deckst. (506 Euro Gehalt plus 190 Euro Kindergeld abzäglich 90 Euro Freibetrag macht 606 Euro, die du schon selbst deckst. Die fehlenden 114 Euro kannst du von beiden Elternteilen zu gleichen Teilen fordern.

Deine Mutter kann selbstverständlich Miete oder eine andere Beteiligung an deinen Lebenskosten von dir fordern.

Kommentar von Sombofob ,

Alles klar! Dankeschön für die Aufklärung! :) 

Antwort
von rasperling1, 57

Von Deinem Einkommen bleiben 90,- Euro anrechnungsfrei, bleiben 416,- Euro. Dieser Betrag wird durch zwei geteilt (da Dir ja beide Eltern Unterhalt leisten - Dein Vater durch Geld und Deine Mutter durch Betreuung). Es bleiben 208,- Euro. Um diesen Betrag (nicht mehr) kann Dein Vater den Unterhalt kürzen. Unabhängig davon kann Deine Mutter verlangen, dass Du Dein Einkommen (abzüglich der Unkosten wie z.B. Monatskarte und abzüglich eines Taschengelds) bei ihr als "Kostgeld" abgibst. Denn da Du Einkommen hast, bist Du erst einmal selbst verpflichtet, so weit es geht für deinen Lebensunterhalt aufzukommen. Deine Eltern sind nur verpflichtet, soweit Dein Einkommen zur Deckung deines Unterhaltsbedarfs nicht ausreicht.

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