Eastside am 03.06.2007 um 17:44 Uhr
Eine Bekannte heulte sich heute bei mir aus, weil ihr Mann sie behandelt wie der letzte Dreck.
Ich fragte sie daraufhin, ob sie denn gar keinen Stolz besitzt? Sie antwortete: "Na es kann ja nicht jeder so stolz und hochnäsig durch's Leben gehen wie du!"
Das ganze reihe ich ein unter: "Angriff ist die beste Verteidigung".. aber, es brachte mich auch zum Nachdenken. Und ich bin zu dem Schluß gekommen, daß ich schon einige Male im Leben auf etwas verzichtet habe, oder um etwas nicht gebeten habe, weil ich einfach zu stolz war.
Wie ist das mit euch?
Ich weiß nicht mal, ob das Problem Deiner Freundin etwas mit "Stolz" zu tun hat. Ihr könnte es helfen, sich etwas mehr auf sich zu besinnen: Ihre Interessen, Hobbies, u.ä. Einfach mehr ihren Weg gehen. Manchmal hilft es auch, den Kreis seiner Freundinnen zu erweitern, um sich der negativen Macht eines Mannes zu entziehen. Wenn die Frau sich etwas unabhängiger von ihrem Mann macht, ist sie nicht mehr son angreifbar. Vielleicht steigt ihr Wert für den Mann dann auch wieder mehr und die Beziehung wird besser. Prinzipiell halte ich nichts davon, bei mir die Fehler zu suchen, wenn mich ein Mann ständig herunterputzt. Er zieht doch irgendwo seinen Nutzen aus seinem Verhalten. Er will sich evtl. aufwerten, weil er es nötig hat und hat sie sich deshalb als Partnerin ausgesucht... Alles Gute

Also ich denke das ich Stolz im Sinne von Hochnäsig nicht bin, aber Stolz um etwas nicht anzunehmen oder auf etwas zu verzichten weil ich mich schlecht behandelt oder übergangen fühle schon. Ich schneide mir damit auch meist ins eigene Fleisch und stehe mir auch immer selbst dabei im Wege, aber ich werde immer weiter so handeln. Schon als Kind bin ich keine faulen Kompromisse eingegangen, wenn ich mich mies behandelt fühlte habe ich mich nicht mit Süßem o.ä. ködern lassen.
Eastside am 3. Juni 2007 22:14 ich denke und empfinde genau so - danke!

Eigentlich kann ich mit dem Begriff "Stolz" nicht allzuviel anfangen.
Ich unterscheide zwischen verträglich und unverträglich. Zwischen: etwas ist ok für mich, damit kann ich leben, oder etwas tut mir so wenig gut, dass ich mich besser davon trenne.
Wenn ich mit einem Partner zusammen bin, gilt dasselbe: wenn ich mich wohlfühle, ist alles in Ordnung. Wenn nicht mehr alls in Ordnung ist, dann kommt es darauf an, was nicht mehr in Ordnung ist und ob sich eine Lösung finden läßt, die für beide akzeptabel ist und womit beide gut leben können.
Wenn ich anfange zu leiden, ist Schluss. Das hat bei mir nichts mit Stolz zu tun - denn was bringt denn Stolz? - sondern mit Selbstschutz und Eigenverantwortung.
Ich kann auch gut etwas annehmen, wenn mit einer Gabe, einem Geschenk, einer Wohltat keine Bedingungen verknüpft sind. Sobald ich spüre, da ist etwas im Busch, derjenige tut das nur, weil er etwas zurück haben möchte, kann er es behalten.
Ist es mir sehr wichtig, etwas zu bekommen, schaue ich, ob der Preis für mich akzeptabel ist.
Selbstbewusstsein und Stolz sollte man nicht miteinander verwechseln.
Das hört sich so an, als ob Du noch keine eigenen Kinder hast und noch keine Verantwortung trägst? Unter Umständen muss man "der Kinder wegen" einiges schlucken...
WildeFee am 3. Juni 2007 18:11 Ich habe ein Kind.
Da haben wir es wieder das berühmte VORURTEIL, wenn jemand keine Kinder und kein Partner hat ist mein gleich verantwortungslos und weiss gott noch!!!Hast Du mal darüber nachgedacht dass dies nicht auf alle so zutreffen muss!!!Sorry aber hier fühle ich mich angegriffen!
Wo genau ist Dein Problem? Ich versuch Dir zu antworten.
WildeFee am 5. Juni 2007 00:29 Ja, geht mir auch so. Und ich sehe eigentlich das Gegenteil: ich handle doch damit vollkommen eigenverantwortlich, was nicht jede/r von sich sagen kann. Und mein Kind hat auch nix davon, wenn ich mit dem Kindsvater zusammen wäre, obwohl's für mich eine Quälerei wäre.

Bist Du jetzt unter die Beichtmütter gegangen??? grins
Aber ich denke auch, irgendwo hat jeder etwas Stolz. Es gab bei mir eine Zeit, wo ich sehr tief unten war, aber auch in dieser Zeit habe ich mir immer noch ein wenig Stolz bewahrt. Ein gesundes Maß an Stolz sollte schon vorhanden sein. Aber leider gibt es ja auch Menschen, die können vor lauter Stolz nicht auf Ihre Füsse schauen, weil sie den Kopf immer so hoch tragen. Zu diesen Menschen gehörst Du aber nicht, da bin ich mir ganz sicher. LG
Eastside am 3. Juni 2007 22:17 ja es gibt eigenartigerweise immer noch Menschen, die sich bei mir einiges von der Seele reden ;-)
Ein gesundes Maß an Stolz - JA !!!
Danke
Also in mir steckt sehr sehr sehr viel Stolz... :-)
Stolz hilft schon, weil er Würde verleiht - und einem Menschen der Würde ausstrahlt, den kann man vielleicht ignorieren, aber nicht schlecht behandeln
Ich bin mir nicht sicher, ob ich stolz habe??? Ich habe gelernt, mich nicht schlecht behandeln zu lassen. Das gelingt mir auch. Dabei strahle ich aber nicht irgendetwas aus. Ich bin ganz ich und natürlich. Was ist Deiner Meinung nach Stolz? Was ist der Unterschied zu Arroganz?