Frage von Hannesm, 122

Wieviel steht der Ehefrau nach Trennung zu?

Situation : Ehe aus nach über 30 Jahren. Er verdient viel. Sie wenig. Gemeinsames Haus. Sie steht nicht im Grundbuch. Lebenshaltungskosten wurden aus Ihrer Tasche bezahlt. Große Investitionen aus seiner. Haus u Grund werden verkauft.

Steht Ihr Unterhalt / Abfindung zu? In welcher Höhe? Was steht ihr vom Hausverkauf zu?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DFgen, 122

Da die Frau ein geringeres Einkommen erzielt als der Mann, hat sie während des Trennungsjahres (bis zur Scheidung) ggf. Anspruch auf Trennungsunterhalt an den Mann: es wird die Differenz aus ihren beiden (bereinigten) Einkommen gebildet, von dieser Differenz stünden ihr 3/7 zu, wobei dem Mann aber zumindest sein "Selbstbehalt" von 1200 Euro verbleiben muss...

Nachehelicher Unterhalt wird nur noch in Ausnahmefällen zugesprochen und wenn, dann zumeist auch nur befristet (hier könnte aufgrund langer Ehedauer ggf. eine Ausnahme bestehen).

Im Rahmen des Versorgungsausgleiches werden die Rentenanwartschaften ("Rentenpunkte"), die beide insgesamt während der Ehe erarbeitet haben, auf beide gleichmäßig aufgeteilt und ihren jeweiligen Rentenkonten zugeschrieben.

Der Zugewinn muss geteilt werden: Alles, was beide Ehepartner während der Ehe zusammen (egal, welchen Anteil jeder daran hatte...) angeschafft, erwirtschaftet haben, wird am Ende der Ehe durch zwei geteilt. Das, was jeder vor der Ehe bereits hatte, gehört ihm auch nach der Ehe wieder allein.

Wird hier das in der Ehe angeschaffte Haus verkauft, erhält jeder der beiden die Hälfte des Verkaufswertes. Dass der Mann allein im Grundbuch steht, spielt keine Rolle, es hätte ihm lediglich das Recht eingeräumt, im Haus zu verbleiben und die Frau entsprechend auszuzahlen. Nur, wenn ihm das Haus bereits vor der Ehe allein gehört hätte, würde nur die Wertsteigerung des Hauses während der Ehe in den Zugewinn einfließen, also nach dem Verkauf nur der "Mehrwert" des Hauses geteilt werden müssen...

Kommentar von Hannesm ,

Inwiefern besteht NACH dem Trennungsjahr Anspruch? Sie hatte keinen beruflichen Ehenachteil, hat nur relativ wenig verdient (in den letzten 10 Jahren ca. die Hälfte Netto).

Kann man den monatlichen Unterhalt auch im Voraus als "Jahresgeld" in einer Summe zahlen?

Welche schriftlichen Vereinbarungen sollte man zum Unterhalt treffen?

Antwort
von MaraMiez, 107

Das kann man pauschal nicht beantworten. Grundsätzlich steht wärend dem Trennungsjahr dem weniger verdnienenden Partner 3/7 vom Nettoeinkommen des besser verdienendem Partners zu (Selbstbehalt des Unterhaltspflichtigen sind 1200€...er muss also nicht so viel Zahlen, dass er da drunter kommen würde). Ist der geringere Verdienst darauf zurück zu führen, dass der Partner z.B. wegen Kindern eine gewisse Zeit zu Hause blieb usw, dann kann diese Zeit auch verlängert werden.

Das ist eben von Fall zu Fall unterschiedlich.

12 Monate sind es aber mindestens, um den Lebensstandard zu erhalten und dem weniger Verdienendem die Möglichkeit zu bieten, selbst für den Erhalt des Lebensstandards zu sorgen.

Gab es keinen Ehevertrag und man lebte in einer Zugewinngemeinschaft ist es auch völlig egal, wer welche Kosten übernommen hat, da es im Grunde vor dem Gesetz kein "mein Geld, dein Geld" gab. Beim Haus ist es das selbe: Wurde das Haus in der Ehe gekauft und es war eine Zugewinngemeinschaft, ist es egal, ob sie im Grundbuch steht oder nicht, ihr steht die Hälfte des Zeitwertes vom Haus zu. Wurde das Haus vor der Ehe gekauft, sie steht nicht im Grundbuch, steht ihr die Hälfte von dem zu, was seit Beginn der Ehe verändert wurde und zu einer Werterhöhung geführt hat (z.B. Hausanbau).

Letztlich ists aber auch völlig schnurz, was hier dazu gesagt wird, da das am Ende ohnehin vom Gericht entschieden wird. Um den Anwarlt und das Gericht kommt man bei einer Scheidung ja nicht drum rum.

Kommentar von DFgen ,
Grundsätzlich steht wärend dem Trennungsjahr dem weniger verdnienenden Partner 3/7 vom Nettoeinkommen des besser verdienendem Partners zu 

... nicht ganz so viel (es sei denn, einer hat gar kein Einkommen...), sondern 3/7 der Differenz aus den (bereinigten) Einkommen beider Ehepartner....

Antwort
von himako333, 81

Trennungsunterhalt, aufstockend da sie ja auch verdient , nach der Scheidung ebenfalls nur länger als ein Jahr, wenn sie einen ehebedingten Nachteil hat, der sie beruflich z. Bsp. hinderte ein Studium abzuschließen, die 2 die Nur-Hausfrauenehe wählten.. ..

 ansonsten jeder geht aus einer Ehe mit dem was er reingebracht hat , nur der eheliche  Mehrwert wird geteilt.. die Rentenpunkte ausgeglichen.. der Hausrat geteilt

Antwort
von thepro0410, 88

Ich glaube wenn die beiden keine kinder haben bekommt niemand unterhalt bzw. Man müsste die ganze kosten irgendwie machweisen vor gericht. Und nur dann vielleicht...

Antwort
von GedankenGruetze, 92

Glaube nicht, dass man das hier pauschal beantworten kann. Am besten gehst du zu einem Anwalt und hoffst, dass der wirklich gut ist!

Antwort
von Fliederblume, 83

Dir steht mindestens 12 Monate ein Ausgleichsunterhalt zu um den Lebensstandard zu halten. Ist es eine Zugewinn Gemeinschaft oder gibt es einen Ehevertrag?

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