Frage von Leonards98, 80

Wieviel Milchüberschuss in Deutschland, Milchkrise in Deutschland, Aktueller Milch Preis?

Guten Tag, Ich schreibe momentan einen Aufsatz zur aktuellen Milchkrise in Deutschland. Nach Stundenlanger recherché bin ich jedoch nicht wirklich weiter gekommen. Der Grund hierfür soll ja die Reduktion der EU-Regulationen sein. Wann war dies ? Was genau beinhaltete dieser Regulations-Rückfuhr? Ich würde gerne außerdem wissen wie hoch den der aktuelle Milch-Überschuss liegt? Wie hoch ist der aktuelle Milchpreis? Gibt es sonst noch irgendwelche Informationen welche hier zu beachten wären?

Vielen Dank im Vorraus LG Leonard

P.S. wenn möglich mit Quellenangabe

Antwort
von soissesPDF, 32

Es gibt keine Milchkrise.
Die EU subventioniert die Bauern, falls die gerade Kühe haben.
Nette Idee haben sich die Bauern gedacht und noch mehr Kühe gekauft.

Das auslösende Problem war, dass die Neoliberalen glaubten, dass die Chinesen gern Milch trinken würden, es mithin mehr Milch brauchen würde.
Die Chinesen, wer hätte das je gedacht, haben gar selbst Kühe.
Ergo sollten die Russen mehr Milch trinken.
Die aber sanktioniert die EU, abgesehen davon, ohn Wunder auch die Russen haben ausreichend eigene Kühe.
Dann sollen eben die Deutschen mehr Milch trinken, so einfach geht Globalisierung.

Dumm gelaufen, jetzt hat es in Deutschland mehr Milch als gebraucht wird.
Die Molkereien zahlen den Bauen noch 0,20€/ Liter, im Handel kostet der Liter um 0,42€.

Nun will man die MwSt für Milch erhöhen, von 7% auf 19%.
Damit die armen Bauern noch mehr Kühe kaufen können, die der Staat den Bauern bezahlt.

Kommentar von frank394 ,

Schön, dass du das so einfach siehst.

Kommentar von Nogli ,

Im Grunde hast du Recht. Die Situation ist aber anders. Ich schreibe deinen Text etwas um.

Wir haben eine Milchkrise weltweit. Die deutschen Milchbauern haben Wertschöpfungsverluste an der Rohmilch von 7 Milliarden € in den letzten 2 Jahren zu verkraften. Dieses soll nach Ansinnen der Politik (Brüssel, Berlin ) mit Hilfspaketen in Höhe von einigen 100.000 mill. € gefühlt egalisiert werden. Dabei kommen jedoch keine 1000€ bei den Bauern an.

Die EU subventioniert den Bauern die Überproduktion. Das ist Kalkül der Obrigen, um mit Produkten aus dem Hochlohnland Deutschland zu Dumpingpreisen auf dem Weltmarkt sich Märkte zu sichern (neoliberal). Das Rußlandembargo ist nur eine Randnotiz wert, da der Rubel abgewirtschaftet und die Devisen aus Öl/Gas sich verhalten entwickelt haben, und somit die Russen als auch andere erdölexportierende Länder Milchprodukte eher verhalten nachfragen.

Frage an Dich: Warum sind hochwertige Nahrungsmittel im Hochlohnland Deutschland so billig?. Weil die Bauern sich dumm und dämlich verdienen?. Wohl kaum, wenn der Milchpreis für die Bauern von 1970 umgerechnet 35 cent betrug, so wäre dieser im Laufe der Zeit mit all den Teuernungs- und Inflationsraten heute bei 55- 60 cent. Dementsprechend wären die Milchprodukte mindestens doppelt so teuer. Stattdessen gewährt man den dummen Bauern Agrarsubventionen in Höhe von 3-4 cent/Kg, die auch noch mit Auflagen behaftet sind, die ein Bürokratiemonster auch noch akribisch kontrolliert und sanktioniert. Von 87 € Agrarsubventionen, die aus Brüssel entsandt werden, kommen 17 € als Direktzahlung bei den Bauern an ( der Rest für Verwaltung, Förderung des ländl Raumes, unser Dorf soll schöner werden, Wegebau etc.etc.). Von der Direktzahlung erhalten 6% der Bauern größenbedingt 60 % der Summe. Dennoch macht es für den Rest  (94%) im Schnitt schon die Hälfte des Einkommens aus. D.h. die Bauern sind abhängig und somit gefügig. Wer arbeitet denn heute noch 70-80 std die Woche für kaum Euros 364 Tage im Jahr. Keine Zeit als auch Geld für Urlaub. Fieberkrank seinen Verpflichtungen nachkommen. Und Warum? damit jemand wie du nur 10% des durchschnittlichen Einkommens für Nahrungsmittel aufwenden mußt, um jedoch 34 % für Urlaub/Unterhaltung investieren zu können. "Wir brauchen die Bauern nicht, wir haben doch Aldi!"

Kommentar von soissesPDF ,

50% des BIP erwirtschaftet Deutschland im Export, nicht im Inland.
Das ist das Ergebnis von Globalisierung und schlicht geringer Kaufkraft im Inland.
Warum, weil die neoliberale Politik für Niedriglöhne und Rentenkürzungen in Deutschland verantwortlich ist.
"Er habe den gößten Niedriglohnsektor Europas geschaffen." Altkanzler Schröder (SPD) auf dem Wirtschaftsforum in Davos.
Konsequenz ist, niedrige Löhne = geringe Nachrage, im Binnenmarkt.
Die OECD bescheinigt schon seit Jahren Deutschland, dass es mehr für seine Binnennachfrage tun müsste.

Warum ist die Inflationsrate europaweit so niedrig, warum hat es Niedrigzinsen?
Das ist das Ergebnis neoliberaler Politik, europaweit.

Niemand kann bei geringer Nachfrage hochpreisig verkaufen, das macht auch vor Bauern nicht halt.

Dankesgrüße sind zu richten an die SPD und Grünen, für deren Agenda 2010 und an die CDU für Merkels Spardiktate.

Wirtschaft und Wohlstand müssen zusammengedacht werden.
Das nennt sich soziale Marktwirtschaft.
Das Gegenteil von neoliberal ist asozial.

Kommentar von Nogli ,
Drohende Banken- und Staatspleiten, sinkende Realeinkommen und Massenarbeitslosigkeit dürfte es nicht geben, wenn nur die Gesetze der Logik und Vernunft sich gegen die Interessen der weitgehend anonymen Kapitallobby durchsetzen könnten. Der technologische Fortschritt sollte und müsste unsere Lebensqualität permanent verbessern - wegen politischer Fehlentscheidungen geschieht aber seit   ca. 1980 genau das Gegenteil.

 

In
Deutschland und den meisten großen Industrienationen ist der
Wohlstand im letzten Vierteljahrhundert gesunken, obwohl der stetige
Produktionsfortschritt mindestens eine etwa 70 %ige Steigerung in
diesem Zeitraum hätte erbringen müssen.

Manche
Staaten (vor allem in Asien) haben zwar in den letzten Jahrzehnten
deutlich aufgeholt, aber dies geschieht hauptsächlich auf Kosten der
Ausbeutung von Arbeitssklaven und der gleichzeitigen Verarmung von
weiten Teilen der Bevölkerung.
Auch hier gilt, dass der
produktive Fortschritt und die natürliche Erschließung der
Industrie sowieso einen Aufschwung hätte erbringen müssen.

Wenn
höchstens 10 % der Menschheit einen Nutzen aus der Globalisierung
ziehen, für 90 % aber die Verhältnisse sich dadurch nicht bessern
oder gar deutlich verschlechtern, so ist das für mich eine ganz
traurige Bilanz.

Westeuropäer
werden in einen ungleichen Wettbewerb mit den Billiglohnländern
gezwungen, der nie und nimmer zu gewinnen ist. Es sei dann, man passt
sich langfristig dem östlichen Niedriglohnniveau an (in diesem
Prozess befinden wir uns gerade).

Erhard
gilt als Gründer der sozialen Marktwirtschaft, und die ist genau das
Gegenteil des heutigen Neoliberalismus.

Ludwig
Erhard setzte damals auf angemessene Zölle als Schutz vor
ausländischen Dumpingattacken, er sorgte für eine unterbewertete
DM, die Exporte verbilligte und Importe verteuerte.
Besonderen
Wert legte er auf eine eigene stabile Währung, die eine abgestimmte
nationale Geldpolitik ermöglichte.
Eine Multikulti-Währung wie
den
Eurowäre
Erhard nie und nimmer in den Sinn gekommen.

Antwort
von Agronom, 40

Im April 2015 wurde die Milchquote abgeschafft, dazu kannst du dich hier einmal einlesen https://de.wikipedia.org/wiki/Milchquote.

Milchpreise findest du z.B. hier www.agrarheute.com/markt/kuhmilch

Antwort
von frank394, 45

Ich würde im Internet auf Fachspezifische Seiten topagrar oder agrar heute nachschauen.

Bei top agrar gibt es auch ein Milchpreis Barometer.

Kommentar von Nogli ,

Fachspezifisch sind eher BDM und Abl im Sinne der Bauern. Top-agrar, Wochenblatt, agrar-heute sind Medien des DBV und somit auch der Agrar-Lobby und Konzernen.. Hier besteht die Beeinflussung der Bauern durch Nichtinformation. Schließlich trägt der DBV mit seiner neoliberalen ausgerichteten Politik 100 % Mitschuld an der Misere der Bauern.

Antwort
von H96Bingo, 32


Nach stundenlanger Recherche

http://bfy.tw/7Vgt

Wer´s glaubt,...

Kommentar von Leonards98 ,

Da finde mir mal die exakte Menge an Tonnen, die in Deutschland 2013 und 2015 als Überschuss gewertet wurde :)

Kommentar von H96Bingo ,

Welche Quote meinst du? Die Quote für direkten Verkauf oder die Quote für den Verkauf an Käsereien?

95% machen Verkauf an Molkereien aus und ca.5%für den Direktverkauf.Variiert aber von Eu-Land zu Eu-Land ein wenig.


2014/2015
ec.europa.eu/agriculture/newsroom/232-annex-1_en.pdf

2013/2014

ec.europa.eu/agriculture/newsroom/232-annex-2_en.pdf


Bei Overrun siehst du den Überschuss und Levy ist die Strafe.


Hat zwar länger als 3 Minuten gedauert, aber nicht länger als 10.Hoffe ich konnte trotzdem helfen.^^

Kommentar von H96Bingo ,

Beim ife-ev findest akltuelle und vergangene Milchpreise.

http://www.ife-ev.de/attachments/article/27/2016-08%20ife%20Rohstoffwert%20Kiel....

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community