Frage von Dhalwim, 145

Wieviel Lötzinn ist gefährlich (Bitte nur Leute antworten die Ahnung davon haben)?

Wenn Ich löte zum Beispiel 8 Stunden an einem Tag (nicht am Stück, aber ihr wisst was Ich meine). Dann besteht dir Problematik, dass Lötzinn ja zu 40% aus Zinn und 60% aus Blei besteht, und wenn der nun verdampft, will Ich nicht den Rauch einatmen müssen, aber Ich kann auch net ständig die Luft anhalten.

Meine Frage, welche Folgen könnte sowas haben, und vorallem gibt es bessere Wege den Rauch zu "umgehen" (löte noch nicht SO oft, aber wenn's mal öfters sein wird).

Wirklich bitte nur Leute antworten, die sich auskennen. Danke!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von germi031982, 75

Es gibt entsprechende Absaugungen mit Filtern extra fürs Löten. Der Arbeitgeber hat sowas zur Verfügung zu stellen wenn du betrieblich löten musst.

Und bleihaltiges Lötzinn darf im gewerblichen Bereich nur unter bestimmten Bedingungen noch benutzt werden. Zum Beispiel für sicherheitsrelevante Meßtechnik oder bei der Reparatur von alten Geräten. Ansonsten muss mit bleifreiem Lot gearbeitet werden. Im Privaten kannst du in der Hinsicht machen was du willst.

Übrigens ist nicht nur das Lot selbst problematisch, sondern auch das bei Elektroniklot enthaltene Kolophonium (als Flussmittel), bzw. dessen Dämpfe.

Kommentar von Dhalwim ,

Aber da stand eindeutig Blei 60% drauf (und Lötzinn 40%),

Kommentar von germi031982 ,

Also entweder hält sich dann bei euch die Firma nicht an die Vorschriften, oder er hat eine entsprechende Ausnahmegenehmigung. Wir haben zum Beispiel so eine bei uns in der Firma für ein Produkt das man wirklich nur bleihaltig löten kann, entsprechende Versuche zur Umstellung auf bleifreies Lötzinn sind alle komplett fehlgeschlagen. Zudem ist das bei uns sicherheitsrelevante Messtechnik. Da man noch keine Erfahrungen mit der Langzeitstabilität des bleifreien Lötzinns hat ist in solchen Bereichen weiterhin bleihaltiges Lötzinn erlaubt.

Siehe hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/RoHS-Richtlinien


Wie gesagt, was du zuhause in deinen vier Wänden machst interessiert nicht! Bleihaltiges Lötzinn ist auch weiterhin erhältlich!

Antwort
von kuku27, 36

Solange du Lötzinn nicht isst hast nur toxische Berührungen wenn du das Lötzinn direkt angreifst und nicht an der Plastikspule hältst. Um zB Blei zu verdampfen brauchst ca 1700°, und das 3-4m,al so höher als die Löttemperatur. So gesehen ist es völlig ungefährlich. Was du einatmest das sind die Dämpfe vom Flußmittel, das ist dann aber eine andere Frage. Dass kommt auf das Flußmittel an.

Blei kann über die Haut kaum aufgenommen werden und ist giftig durch essen, trinken atmen.

Trinken da früher Blei Rohre für die Wasserleitung verwendet wurde. Damit waren Getränke und Speisen mit Blei angereichert. Blei würde auch als Zusatz beim Wein verwendet.

BLei im Benzin erreicht natürlich im Motor über 1744C und kam so in die Luft und in die Atemwege.

Noch etwas für die Kontrolle: Wird der Lötkolben rot glühend dann hat er zumindest 525°C Vollweiß glühend hat er ca 1500°C NMun noch um 250°C erhöhen dann kommt dein Blei in die Luft.

Also vergiss deine Frage und stelle eine über Flußmittel die verdampfen.

Kommentar von Dhalwim ,

Ok, Ich dachte es wäre Blei.

Danke, aber Ich wasche mit jedesmal danach die Hände.

Kommentar von kuku27 ,

sehr gut

Antwort
von Halswirbelstrom, 52

Das, was beim Weichlöten verdampft, ist in erster Linie das Flussmittel (Lötfett, Kolophonium). Diese Dämpfe sind ätzend und schädigen insbesondere die Atmungsorgane. Atemschutz und Abzugsvorrichtungen für dieses Dämpfe sind deshalb bei länger andauernden Lötarbeiten unerlässlich.

LG 

Kommentar von Dhalwim ,

Ok, Ich danke dir.

Antwort
von martin7812, 24

und 60% aus Blei besteht, und wenn der nun verdampft

Das würde bei etwa 1700°C passieren. Bei einem Lötkolben, der maximal 500°C heiß ist, verdampft Blei nicht.

Giftig ist Blei hauptsächlich, wenn man es mit dem Mund aufnimmt. Daher sollte man nach dem Löten mit bleihaltigem Lötzinn immer die Hände waschen, bevor man etwas isst oder trinkt.

Der Rauch beim Löten kommt vom Flussmittel. Und das Flussmittel in bleifreiem Lötzinn ist in der Regel wesentlich giftiger als das in bleihaltigem.

Kommentar von Dhalwim ,

Ok, dann bin Ich beruhigt. Wusste den Siedepunkt von Blei nicht (dachte er verdampft in etwa bei dieser Temperatur von 350°), Hände wasche Ich mir danach sogar 3mal (gründlich mit Seife)!

Aber egal, jedenfalls nehme Ich aber auch an, dass das Flussmitel auch nicht gerade gesund ist oder?

Ich habe beschlossen, extra deswegen nicht zu atmen und die Luft anzuhalten. Kann aber deswegen nicht 24h lang die Luft anhalten, deshalb Dunstabzug.

Danke fü deine Antwort.

Antwort
von enthalten, 69

Sicher entsteht beim löten Bleidampf und der ist auch nicht gesund. Wenn du hin und wieder mal lötest, vielleicht alle Paar Tage ein paar Lötstellen, ist das kein Problem. Da brauchst du auch nicht die Luft anzuhalten.
Wenn du aber 8 Stunden, oder auch etwas weniger pro Tag lötest, nimmst du doch eine gehörige  Menge Blei auf. Falls du es beruflich machen solltest, kannst du verlangen, daß nur unter einem Abzug gelötet wird. Zuhause, falls es nicht so oft ist, würde ein kleiner Ventilator, der die Dämpfe zu Seite bläst, sicher ausreichen. Natürlich muß das Zimmer gelüftet werden. Das wird im Winter schwierig. Grunsätzlich sind heute alle Menschen mit Blei chronisch vergiftet. Nur muß man nicht noch zusätzlich Blei aufnehmen.
Überall in der Umwelt kommt Blei vor. Nicht natürlicherweise, aber durch die Industrialisierung. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen in Deutschland sind mit 6 Gramm Blei pro Quadratmeter belastet. Vor 2000 Jahren wurde Blei als Abführmittel genutzt. Das funktioniert heute nicht mehr. Bei der großen Menge, die jeder in sich hat, bewirkt eine zusätzliche Bleiaufnahme eine Verstopfung durch Darmlähmung.

Kommentar von Dhalwim ,

Ist zwar entsetzlich, und so genau wollte Ich es garnicht wissen trotzdem danke.

Ich habe nur keine Lust krank zu werden und / oder eine Vergiftung davonzutragen.

Es waren schon einige Lötstellen am heutigen Tag. Zwar mache Ich das nicht täglich, und vorallem wusste Ich nicht mal, dass pro Quadratmeter 6 Gramm Blei vorkommt, aber dann leben wir mehr oder weniger in einer (wenn auch etwas) verseuchten Welt.

Antwort
von Loremarus, 58

Ja, lötzinn ist nicht ganz gesund. Allerdings kommts nicht drauf an ob blei drin ist, oder nicht. Das Blei wird nur flüssig und verdampft bei den "niedern" temperaturen nicht. Im Lötzinn enthalten ist zusätzlich ein Flussmittel. Das Flussmittel besteht i.d.r. aus Kolophonium (einem Baumharz mit einem kleinen Anteil Terpentilöl). Das kann verdampfen.

Gewerbliche lötplätze müssen gemäss Arbeitsschutz (zumindest bei uns in der Schweiz) mit Absaugsystemen ausgestattet sein.

Solche Absaugsysteme sind auch privat käuflich erhältlich, z.b. hier:

https://www.reichelt.de/Loetdampfabsaugung/FILTER-426-DLX/3/index.html?ACTION=3&...

Die Folgen können unterschiedlicher gar nicht sein.. So sagen kann man: gesund ists sicher nicht. Bei deinen 8Stunden macht das allerdings nichts /nicht viel.

Nach einmaligen 8 Stunden kann es sein, dass du etwas kopfschmerzen verspürst oder sich eine allergische reaktion auf den Dampf zeigt.

Ich persönlich löte ca. 1 mal die Woche ohne Abzugshaube zu hause. Einfach Hände waschen nicht vergessen. An den Händen können durchaus Blei-rückstände bleiben ;)

Gruss Lore

Kommentar von Dhalwim ,

Sehr schön, danke.

Antwort
von electrician, 25

Wie bereits geantwortet wurde, ist bleihaltiges Lötzinn weitestgehend verbannt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Ich habe über 20 Jahre täglich 8 Stunden ohne Absauganlage gelötet und lebe noch. Ob's nur Glück ist, weiß ich nicht.

Auf jeden Fall sollte man das heute nicht mehr tun und generell gilt: Kein Essen, keine Kippe, ohne sich vorher die Hände zu waschen.

Antwort
von diroda, 22

Wer verwendet denn noch bleihaltiges Lötzinn? Eine Absauganlage hilft den Rauch, vom Flussmittel, zu umgehen. Im privaten Bereich reicht gut lüften.

Antwort
von jorgang, 31

Lass das Risiko an deinem Arbeitsplatz vom Sicherheitsbeauftragten in Deiner Firma bewerten. Wenn das nicht geht, hilft Dir gern ein Mitarbeiter Deiner Berufsgenossenschaft.

Diese Leute wissen auch, welche Schutzmaßnahmen anzuwenden sind.

Antwort
von Modem1, 64

Die neueren Lötzinne haben kein Blei mehr.

Kommentar von Dhalwim ,

Das stimmt nicht. Sonst hätten die Lötstellen keinen Glanz mehr (es steht sogar drauf, Ich weiß wovon Ich spreche.)

Kommentar von germi031982 ,

Das ist nicht richtig, es gibt auch noch bleihaltiges Lötzinn zu kaufen. Ich persönlich bevorzuge das auch gegenüber dem Bleifreien. Das bleihaltige Lot fließt nämlich besser.

Kommentar von Modem1 ,

Bleifreier Markenlötzinn: mit Silber u. Kupferanteil : SN95 ,Ag Cu 0,7 mit F-SW 32. In der Industrie dürfen nur noch Lötzinne ohne Blei verwendet werden. Privat ist das jeden seine Sache aber auch sein persönliches Risiko.

Kommentar von germi031982 ,

Es gibt da aber auch Ausnahmen im gewerblichen bzw. industriellen Bereich. Zum Beispiel bei sicherheitsrelevanter Technik oder medizinischen Geräten darf weiterhin bleihaltig gelötet werden. Ebenso bei der Reparatur von alten Geräten die noch bleihaltig gelötet wurden bei der Herstellung. Bei letzterem geht es darum das nicht verschiedene Arten von Lötzinn gemischt werden dürfen, das kann zu Problemen führen (Korrosion, kalte Lötstelle etc.).

Antwort
von michele1450, 55

hol wenn du angst hast Bleifreies 

Kommentar von Dhalwim ,

Hab Ich nicht, es gibt nur dieses eine.

Kommentar von michele1450 ,

dan kauf es oder du trägst eine Maske gegen die dämpfe http://www.elv.de/elv-no-clean-loetdraht-bleifrei-sn99cu1-ml-1-0-mm-100-g.html?r...


Kommentar von Dhalwim ,

Das ist schon besser danke!

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