Frage von chazen, 287

Wieviel kostet die Herstellung eines Döners?

Hallo,

Ich würde mich sehr gern darüber informieren, wie teuer ein Döner so in der Herstellung ist. Natürlich ist das pauschal immer ein bisschen schwer zu beantworten, da man für die Zutaten oder auch das Fleisch, in Massen bezahlt aber gehen wir jetzt mal von einem gut gefüllten Döner aus, den ich dem Kunden übergebe. Brot kostet soweit ich weiß 30-50 Cent. Was kostet der Rest? Kann man mit 1 € einen Döner mit Fleisch, Sauce, Salat und Käse produzieren oder muss man da schon mehr einrechen?

Grüße :)

Antwort
von Brunnenwasser, 189

Als Fachmann für Rohstoffpreise kann ich Dir bestätigen daß der Materialwert weit unter 1 Euro liegt. Das sollte Dich aber nicht weiter schockieren, denn alle Lebensmittel sind extrem günstig in unserem Land.

Die betrieblichen Ausgaben und Handelsspannen des Händlers und des Erzeugers sind bei weitem der höchste Kostenblock, daher dürfte die Herstellung im Sinne Deiner Frage tatsächliche Kosten von über einem Euro generieren. Egal wie billig und schlecht das Endergebnis ist.

Kommentar von TomRichter ,

> der Materialwert weit unter 1 Euro liegt

Solche Döner gibt es - und genau so schmecken die dann auch.

Eine ordentliche Portion (150 g scheint sich als Döner-Maß eingebürgert zu haben)  ordentlichen Fleisches (nicht Schlachtabfälle, nicht Hackfleisch, nicht Geflügel)  kostet schon mal den ganzen Euro im Einkauf.

Nach oben ist durchaus noch Luft, wenn man betuchte Kundschaft hat. Nach unten ist weniger Luft, wenn das Produkt als "Döner" ohne Zusatz verkauft werden soll. Geflügel darf dann nicht drin sein, und auch nur maximal 60% Hackfleisch.

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 147

Da kann man nur genau kalkulieren. Was kostet ein Dönerspieß im Einkauf?

Der hat ein bestimmtes Gewicht. Dieses Gewicht wird er vermutlich um 10% reduzieren. Wasser verdunstet nun einmal. Das passiert auch bei Obst und Gemüse.

Dann muss man wissen wie viel Gramm so auf den Döner kommen. Da hilft die Waage. Ich tippe so auf 180 bis 220 Gramm.

Anteile an Tomaten usw. Dabei entsteht natürlich auch Abfall. Der muss in die Kalkulation mit rein. Tomate früh aufschneiden und am Ende des Tages ist sie nicht mehr zu verkaufen.

Salate setzen sogenannten Rost an.

Menge gemäß der Einkaufspreise (Supermarktpreise unterscheiden sich kaum von denen der Großhandelsketten) im Preis schätzen.

Brot hast Du ja schon.

Saucen natürlich auch, die Bestandteile sind richtig teuer. Gewürze Mayonnaise, Joghurt  haben da schon ihren Preis. Auch auf die Portion runter brechen.

Dann hast du Deinen Wareneinsatz.

Beim Verkaufspreis darfst Du nicht vergessen, dass einige aus formalen Gründen es nicht schaffen, den für 7% Umsatzsteuer zu verkaufen. Sie führen dann die 19% ab.

Aber die 7% sind beim Außer-Haus-Verkauf korrekt. Also den Verkaufspreis durch 1,07 teilen. Damit hast Du dann den Netto-VK. Ziehst Du von dem den Wareneinsatz ab, dann kommst Du auf den Rohgewinn (römisch 1).

Den Rohgewinn II zu ermitteln macht hier keinen Sinn, da beispielsweise die Kraft hinter dem Tresen nicht nur während der Herstellung bezahlt werden muss.

Bei der Kalkulation nicht vergessen: Geflügel, Lamm, Kalb und was sonst noch angeboten wird, variiert stark im Kilo-Preis.

Und die Verkaufspreise in Deutschland sind trotz vergleichbarem Wareneinsatz sehr unterschiedlich. Die dürften derzeitig zwischen 3 und 5 Euro liegen.

Kommentar von TomRichter ,

> Was kostet ein Dönerspieß im Einkauf

Auch fertige Spieße gibt es in (sehr!) unterschiedlicher Qualität zu unterschiedlichen Preisen. Deshalb muss vor jeder Kalkulation die Entscheidung stehen, ob ich einen leckeren oder einen billigen Döner produzieren will.

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

So stellt man sich die Frage aber nicht. Und es wäre auch kaufmännischer Unfug.

Was bieten die Mitbewerber? Was erwartet meine Zielgruppe? Wie steht meine Zielgruppe zu einem anders gelagerten Angebot?

Welche Vor- und Nachteile habe ich? Das ist meine Frage. Da ist dann auch die Frage der Haltbarkeit bei niederer Qualität oder auch der natürliche Schwund durch Verdunstung usw.

Außerdem habe ich schon die Angewohnheit sehr ausführlich zu schreiben, aber wenn ich ein Prinzip von Kalkulation beschreibe, dann auch noch beschreiben, dass es Gewürze gibt, die zwar den dreifachen Preis kosten, aber durch den Wegfall von Streckungsmitteln 4x wirksamer sind. Da muss man sich schon eigene Gedanken und Informationen machen.

Irgendwo ist dann auch eine Frage, wie genau kann man in einem Forum arbeiten.

Und selbst Du hast jetzt was wichtiges vergessen. Es gibt sie auch in unterschiedlichen Größen. Also werden wir wohl immer noch den Punkt mehr finden um über das Haar in der Suppe diskutieren zu können.

Antwort
von TomRichter, 157

Alte Redensart: Nichts ist so billig, dass es nicht ein anderer noch ein bisschen schlechter und noch ein bisschen billiger machen könnte.

Bei Döner kannst Du leckeres Fleisch in dünne Scheiben schneiden und damit einen Spieß machen. Oder Du kaufst einen fertigen Spieß, zu dessen Herstellung Fleischabfälle durch den Wolf gedreht wurden. Nur mit letzterem wäre der 1-Euro-Döner zu schaffen.

Antwort
von derhandkuss, 172

In die Kalkulation musst Du schon ein wenig mehr einkalkulieren! Zu den Kosten eines Döners zählen nicht nur die (reinen) Materialkosten, also die Zutaten (Lebensmittel). Du musst auch noch die Stromkosten einkalkulieren, die Arbeits-zeit bei der Herstellung (niemand arbeitet umsonst !), die Miete des Ladenlokals, die Umsatzsteuer ("Mehrwertsteuer") und noch weitere Positionen!

Kommentar von chazen ,

Ja das ist natürlich selbstverständlich. Ich meinte jetzt allerdings nur die Herstellungskosten für den Döner. Meinst du, 1,50 € sind realistisch?

Antwort
von brido, 169

Bei Gammelfleisch weniger als bei Lammfleisch, ca  ein Drittel vom Verkaufspreis. 

Antwort
von dresanne, 135

Mach Dir doch selber welche zu Hause, dann weißt Du es ganz genau. Dönerfleisch gibt es zu kaufen und alle anderen Zutaten auch.

Antwort
von ilayn, 98

In galileo wurde glaube ich gesagt ungefähr 1.23€

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