Frage von Kaesemamsell, 159

Wieviel Heizkosten im Jahr fallen für eine 78 qm Wohnung an?

Hallo, Ich hab da mal eine Frage. Meine Mutter lebt in einer Wohnung mit 78 qm. Der Vermieter hat im 1. Stock die gleiche Wohnung, also 2 Wohneinheiten im Haus. Der Heizölverbrauch war im letzten Jahr 1620 l, ich weiß, das ist nicht viel. Aber.... Der Vermieter heizt nur von 7-9 Uhr und von 18-20 Uhr, also 4 Stunden am Tag. Von April bis Oktober gar nicht. Meine Mutter ist 84 Jahre und braucht halt auch mehr Wärme. Sie kann zwar im Wohnzimmer den Kachelofen Einheiten, das Holz muss sie aber selbst kaufen. Es wird also nur 4 Stunden am Tag geheizt, aber da erscheinen mir die anteiligen 810 l doch hoch, zumal die Heizkörper nicht besonders heiß werden. Was meint ihr dazu? Danke im Voraus für eure Antworten. Kaesemamsell

Antwort
von anitari, 92

Heizkosten in Mietwohnungen sind mehr als nur die Kosten für Heizenergie, hier Öl.

Dazu kommen noch die Kosten für die Wartung der Heizungsanlage, Überprüfung durch den Schornsteinfeger und Betriebsstrom, um nur die wichtigsten Heiznebenkosten zu nennen.

Durchschnittliche Heizkosten ohne Warmwasseraufbereitung ca. 1 - 1,25 € pro m², mit Warmwasseraufbereitung 1,25 - 1,50 €.

Wären bei Deiner also 78 -  117 € monatlich.

Nun kommt es darauf an wie die Heizkosten abgerechnet werden.

Wenn nicht nach der Heizkostenverordnung, was zulässig ist wenn Mieter und Vermieter im selben Haus mit nur 2 Wohnungen wohnen, wird i. d. R. nach der Wohnfläche abgerechnet.

Es wird also nur 4 Stunden am Tag geheizt,

Mieter haben Anspruch auf eine Raumtemperatur von 20 - 22 Grad tagsüber. Das Heißt von 6 - 23 Uhr.

Auf Warmwasser jedoch 24 Stunden am Tag an 365 bzw. 366 Tagen im Jahr.



Kommentar von Kaesemamsell ,

So sieht die Nebenkostenabrechnung  vom 01.07.2014 bis 30.06.2015 aus

Für 12 Monate bezahlt: 90,00€x12=1080,00€

Guthaben aus dem Jahr 2014.               17,16€

Gesamtguthaben.                                1097,16 €

Ausgaben Vermieter

Grundsteuer und Müll.                               428,36€

Heizungskundendienst.                             110,00

Haushaftpflicht Versicherung.                 69,36€

Brandversicherung.                                    50,08€

Kaminkehrer.                                                93,07€

Abwasser 2x im Jahr Uberprüfung.          154,70€

Strom fuer Abwasseranlage pauschal.     115,00€

Strom für Heizung und Pumpe ca.                75,00€

Grubenleerung, ca alle 3-4 Jahre 300€=      100,00€

Für Vermieter wird wird 1/3 berechnet.

Gutachter, alle 4 Jahre ca. 113,00=                28,00€

Wasserkosten.                                                    110,14€

Ausgaben insgesamt.                                       1333,71€:2= 666,85€

Ausgaben Heizöl:

Heizung und Warmwasser: 1620 l

Alter Ölbestand.  700 l zu je 0,65€

Neuer Ölbestand 920 l zu je 0,80€=        1191,00€:2=   595,50€

Abzüglich Grubengutschrift.                                                  16,67€

Gesamtausgaben.                                                                   1245,68€

Nachzahlung für 12 Monate beträgt.                                    148,52€

So sieht die Abrechnung aus, hab sie exakt abgeschrieben.

Vereinbart war aber die letzten Jahre nur 1/3 Ölkosten, weil sie noch mit Holz heizt und natürlich selbst bezahlt.

Die vorherigen Jahre wurde das Öl auch mit einem 1/3 berechnet.

Aber 4 Std. Am Tag, kann das mit 810 l hinkommen.

Was sagt ihr zu dieser Abrechnung?

Danke, wurde mich nochmal über Antworten freuen.    

                                                                

Kommentar von anitari ,

Was sagt ihr zu dieser Abrechnung?

1. Das 90 € Vorauszahlungen bei 78 m² inkl. Heizkosten viel zu wenig sind.

2. Ist die Umlage/Verteilung der Gesamtkosten durch 2 Wohneinheiten vertraglich vereinbart?

3. Abwasserüberprüfung? Ich bezweifel das das umlagefähig ist.

4. Sieht die Abrechnung schon recht abenteuerlich aus.

Aber 4 Std. Am Tag, kann das mit 810 l hinkommen.

Die Kosten für Heizöl werden ja nicht nach Stunden abgerechnet, sondern zu je 50 %. Egal ob und wie lange die Wohnung beheizt war oder nicht.

In einem 2FH in dem Mieter und Vermieter gemeinsam wohnen ist das zulässig wenn vertraglich so vereinbart.

Wegen der unzureichenden Heizung sollte der Vermieter nachweisbar angeschrieben und aufgeforderte werden von 6 - 23 Uhr eine Raumtemperatur von 20 - 22 Grad zu gewährleisten. Kommt er dem nicht nach Mietminderung androhen und vornehmen.

Am besten lasst Ihr, Du und Mutti, Euch dabei von einem Fachanwalt für Mietrecht unterstützen. Der sollte auch gleich die Abrechnung prüfen.

Antwort
von Repwf, 88

Das sind grob gerechnet 33€ pro Monat für heizen... Finde ich recht normal!

Ob das mit den Std erlaubt ist solltet ihr euch mal informieren! Ich MEINE das das nicht mehr generell gestattet ist! Obwohl sie ja eher Alternative zum heizen hat?!? Das sie Holz selber zahlen muss finde ich nur logisch, denn Öl müsste sie ja sonst auch mehr zahlen!

Kommentar von Kaesemamsell ,

Das ging ja super schnell. Nun muss ich aber mehr erklären. Als sie vor 4 1/2 Jahren wurde vereinbart, dass sie nur 1/3 von den Heizkosten bezahlen muss, da sie ja mit Holz dazu heizen kann, wenn es ihr zu kalt ist. Hat bisher auch geklappt. Nun hat aber der Vermieter für 2015 genau die Hälfte der Heizkosten berechnet, obwohl er auch nur 4 Stunden heizt.Wenn der Kachelofen abends noch warm ist, weil das Feuer noch nicht ganz abgebrannt vom Nachmittag ist, dann werden logischerweise die Heizkörper auch nicht mehr richtig warm. Er spart also schon an Heizkosten.Mutter wohnt im EG, der Vermieter oben.Wenn tagsüber nun der Kachelofen an ist, profitiert er oben natürlich. Da der Vermieter Überfall sehr geizig ist, reicht natürlich ihm die Wärme. Außerdem ist er tagsüber meist nicht daheim.

Es wäre auch kein Problem mehr an Heizkosten zu zahlen, aber er sollte eben dann den ganzen Tag heizen.Da nur von Okt. bis April die Heizung an ist und nur 4 Stunden am Tag geheizt wird, kühlt das Bad, Gang sehr aus und das braucht bekannterweise dann ja mehr Energie.

Nun macht sie aber oft den Kachelofen nicht mehr an, weil es ihr nicht mehr so gut geht und es ihr schwer fällt.Der Vermieter will aber nicht mehr heizen, weil sie ja den Kachelofen hat.

In der vorherigen Wohnung hatte sie keine Zentralheizung, darum ist sie umgezogen, das wusste auch der Vermieter. Ich hab damals nur gesagt, in den Sommermonaten, wenn es mal kühl ist, ist es schön, dass sie den Kachelofen hat und zusätzlich heizen kann.

Jetzt behauptet er, er wäre ja sowieso schon großzügig, wenn er die Heizung an macht, weil ich gesagt hätte, sie würde sowieso keine Heizung brauchen, da sie mit Holz heizt.

daher kommen mir die 810 l für umgerechnet ca. 6 Monaten und 4 Std. schon viel vor.

Ich weiß nun nicht, was ich machen soll.

Vielen Dank

Antwort
von PeterP58, 81

Klingt so als ob Ihr auch auf dem Land leben würdet :-)

Heiz-Zeiten gibt es sonst nicht! Ich habe eine Heizung und drehe die auf, wenn mir kalt ist. Von mir aus 24h am Tag! Den Verbrauch muss ich natürlich zahlen.

Effizient wäre es, den ganzen Tag zu heizen, natürlich nicht auf Full-Power! So dass eine Grundwäre vorhanden ist und bei Bedarf mehr oder weniger.

Die Uhrzeiten des Heizens ist eine eine Sache, die Kosten eine Andere!

Wie das bei Euch abgerechnet wird, ist so nicht nachvollziehbar! Außer, dass der Gesamtverbauch durch Zwei geteilt wird. Kann fair sein, muss aber nicht.

Alles Gute, Bro + Mum.

Kommentar von Kaesemamsell ,

Ja, wir wohnen auf dem Land. Wenn den ganzen Tag geheizt wird, dann reicht es auch, wenn das Wohnzimmer am wärmsten ist und die anderen Räume etwas zurückgedreht werden.

Sie kann aber nichts regulieren, da die Heizung tagsüber ganz aus ist, dazu geht er immer in den Keller. Ich vermute, dass er da den Heizkreislauf nur bei meiner Mutter ab dreht und er in seiner Wohnung den ganzen Tag mehr heizt.

Darum wollte ich wissen ob es bei den 4 Stunden nicht etwas viel ist.

Außerdem ist der Vermieter ein richtiger Geizhals, das schon krankhaft ist.

Aus werden hat er sich beschwert, dass sie  teilweise 4x die Woche wäscht. Die Waschmaschine ist zwar nie ganz voll, aber sie will die Wäsche halt nicht so lange liegen lassen und dann hat sie halt helle 30 Grad, dunkel 30 Grad, Handtücher und Unterwäsche und mal Bettwäsche. Ist nicht wirtschaftlich, das ist klar, aber es kann ihm ja wurscht sein. Außerdem meckert er schon, wenn sie 2x die Woche duscht.

Vielen Dank

Antwort
von heurekaforyou, 60

Wenn deine Mutter eine eigene Wohnung hat dann muss der Vermieter doch auch die Möglichkeit schaffen den tatsächlichen Verbrauch ermitteln zu können, den nur den darf er natürlich auch in Rechnung stellen. Was ist denn wenn deine Mutter mal für längere Zeit verreist wäre?

So richtig nachvollziehen kann ich auch nicht das du exakt die Zeiten kennst, an denen der Vermieter seine Wohnung heitzt. Das kann er mal gesagt haben. Aber ob er das dann auch wirklich jeden Tag genauso macht sei mal dahingestellt.

Merkwürdig finde ich auch, dass bei einem Verbrauch von 1620 l in beiden Wohnungen bis auf den Lieter genau der Verbrauch identisch sein soll.

Wie lange wohnt deine Mutter in der Wohnung? gibt es da keine Möglichkeiten ältere Nebenkostenabrechnungen mal miteinander zu vergleichen?

Also den Gesamtverbrauch einfach durch 2 zu teilen weil das die bequemste Lösungung ist funktioniert jedenfalls nicht.

Kommentar von Kaesemamsell ,

Ich weiß die Heizkosten so genau, weil es meine Mutter sagt und ich hab über die Jahre schon selbst erlebt. Ich wohne nur ein paar Häuser weiter und schau oft zu den Zeiten bei ihr vorbei. Um 17.45 Uhr sind die Heizkörper kalt, dann geht er um 18 Uhr in den Keller und die Heizkörper werden warm, um 20 Uhr geht er wieder in den Keller.

Ja, er teilt es einfach jetzt durch 2. Sie wohnt seit 8/2011 in dieser Wohnung. Der Heizölverbrauch ist jedes Jahr fast gleich. Die Kosten zwar nicht, weil er Heizölpreis ja nicht jedes Jahr gleich ist.

Er hat mir schon mal angeboten, Thermostate für den Verbrauch anzubringen, aber nur in der Wohnung meiner Mutter.

Der Heizungtechniker sagte mir aber, das wäre dann aber bei allen Wohnungen notwendig und wenn meine Mutter mit dem Kachelofen heizt, zählen die dann auch, obwohl kein Heizöl verbraucht wird.

VG Kaesemamsell

Antwort
von Mannometrix, 62

Heinzkosten können schon hoch sein. :D

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