Frage von ab12359, 9

Wieviel Frontalunterricht hat man in der Berufsschule?

Lehrervortag

Antwort
von safur, 7

Fast ausschließlich.

Kommt sicher auch auf das Fach der Ausbildung an.

Kommentar von ab12359 ,

mehr als am Gymnaisum heutzutage? Elektrotechnik bzw andere ähnliche technische Fächer wie z.B. Mechatronik

Kommentar von safur ,

Wir hatten diese Frage erst vor einer Woche. Irgendwie sind der Fragesteller und ich nicht auf einen grünen Zweig gekommen. Was möchtest du denn genau wissen bzw. wo liegt deine Befürchtung?

Man hat in der Berufsschule halt sehr unterschiedliche Schüler (Niveau)
Auch die Lehrer sind ganz unterschiedlich, manche sind Gymnasiallehrer, andere kommen direkt aus der Wirtschaft. Die Didaktik ist somit sehr unterschiedlich.

In der ersten Klasse hast du unheimlich viel Frontalgeschichten, wo der Lehrer etwas erzählt und du nur mitschreibst. z. B. Deutsch! Sozialkunde! sowas wie Wirtschaft bzw. Betriebsführung. Man lernt verschiedene Kostenrechnungsgeschichten. Hier erzählt der Lehrer nur vor sich hin.
Englisch - OK da musste man mal ein Geschäftstelefonat simulieren.

Klar gibt es auch Übungsstunden wie z. B. Programmieren, da probierst du allerdings selbst herum. Am Ende gab es meist die Auflösung, manchmal wurde es besprochen.

In der zweiten gab es mal ein Referat zu halten.
In der dritten hast du ab und zu Projekte bzw. Teamarbeiten. z. B. einen Linux Server installieren und konfigurieren.
Oft sind das recht lange Einheiten 4 h am Stück oder so.

Ich finde die Berufsschule ist schon deutlich frontal-lastiger als eine weiterführende Schulung wo du selbst mal Lösungen erarbeiten musst, etwas präsentieren, ggf. im Team etwas erarbeitest, usw.

Kommentar von ab12359 ,

lol da ist es ja genau umgekehrt die Fächer , in der ich viel Gruppenarbeit etc habe sind werden da mit Frontalunterricht vermittelt und die wo fast nur Frontalunterricht war mit Gruppenarbeit xD

Aber sollte eine Berufsschule nicht zum selbstständigen Arbeiten und Denken anregen und nicht zum surren befolgen.. wieso ist es dann genau anders rum?

Kommentar von safur ,

Ich glaube das kann man recht einfach beantworten. Viele nehmen die BS nicht wirklich ernst. Man wird dort manchmal auch wie ein Kind behandelt. Überleg mal, früher waren da viele Schüler vielleicht erst 14, 15. Ich weiß nicht genau wie alt man in der 9ten Klasse Quali (Hauptschule) ist.

Dementsprechend haben wohl auch die Lehrer so eine Methodik gelehrt bekommen, wie man desinteressierten Menschen in der Pubertät umgeht. Weiterhin hast du bestimmt auch echt Welten.

Du unterrichtest Deutsch in einer Klasse mit Maurerlehrlingen, danach bei den Friseuren und dann bei IT'lern. Allein hier hast du schon ganz unterschiedliche Vorbildung. Bei den Hautschülern musst du vielleicht langsamer machen und viel genauer, einen Realschüler langweilst du schon wieder. Der Gymnasiast nimmt das schon nicht mehr ernst.

Das Niveau von Deutsch und Englisch war wirklich, na ja so ein 8t Klassniveau. Logischerweise nimmst du diese Fächer dann nicht wirklich ernst. Viele machen sich auch über die Lehrer lustig.

Es soll nicht zu klischeehaft werden.

Jetzt geht es noch weiter. Du hast dann den 15 jährigen Waldorf-Schüler, dazu einen bereits studierten der noch eine Ausbildung macht, einen Mitte 30 jährigen der eine Umschulung macht, Abiturienten die so 19 sind. Wir hatten tatsächlich 3 Studienabbrecher dabei, die sich für eine Ausbildung entschieden haben.

Jetzt bekomm in so einen Haufen mal noch Struktur rein? :-)

Ich denke die BS soll "nur" sicherstellen, dass alle grundsätzlich / theoretisch das gleiche Fachwissen haben. Das praktische Arbeiten erfolgt in deiner Ausbildungsstätte. Das ist auch extrem unterschiedlich gelebt. Wir hatten welche bei großen Firmen die durften die ersten 3 Jahre bzw. 2.5 Jahre beinahe überhaupt nichts machen. In meiner Firma war das ganz anders, ich ging schon auf Geschäftsreise, zum Kunden, habe Serverlösungen installiert und meine eigene Software vertrieben. --> Es ist wirklich sehr unterschiedlich, welches Vertrauen in dich gesteckt wird.

Ich sehe das ähnlich wie du man sollte mehr praktische Einheiten haben. Vielleicht fehlt die Zeit oder man möchte sich mit 25 Schülern nicht überfordern.

Viele fanden die BS nicht so besonders, mir pers. hat sie allerdings schon viel im Leben gebracht. Sie war vielleicht nicht die schwerste Schule, es gab aber unheimlich interessante Ansätze. Es hat mir auch das Studium deutlich erleichtert, das kam bestimmt auch durch die Ausbildung selbst.

Selbst da ist es halt wieder die Frage: Hast du Bock oder nicht? Man kann Chancen nutzen oder man lässt es halt.

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