Frage von Sterntaler6401, 42

Wieviel Einfluss soll man als Begleiter eines Führerscheinanfängers nehmen?

Hallo, Ihr Lieben, meine Tochter hat letzte Woche ihren Führerschein geschafft. Sie ist nicht gerade ein "Naturtalent", hat doch ein paar mehr als die Mindestanzahl an Fahrstunden gebraucht und die praktische Prüfung erst im zweiten Anlauf geschafft. Da sie erst in drei Monaten 18 wird, muss ich momentan noch als Begleiter mitfahren. Meine Frage nun an alle, die dies schon mitgemacht haben: Wieviel Einfluss soll man in dieser Situation noch nehmen? Klar sollen die Anfänger lernen, alleine zu fahren, aber andererseits soll das Fahren in Begleitung ja auch einen Sinn machen (wenn ich mich GAR nicht einmische, könnte sie ja auch alleine fahren, wenn sie es denn schon dürfte). Für meine Begriffe fährt sie noch sehr unsicher, schaltet viel zu spät hoch, und ein paar andere Kleinigkeiten. Ich fühle mich dabei jetzt selber sehr unsicher, inwieweit ich da "eingreifen" soll und ständig reinreden (Hochschalten...fahr weiter rechts, ein bisschen schneller geht es hier schon, brems schonmal ab,....). Allerdings weiß ich auch, dass ich nach über 30 Jahren Fahrpraxis nicht erwarten kann, dass sie nach ein/zwei Wochen schon genauso locker und routiniert fahren kann (ich glaube, mich zu erinnern, dass ich mich als Anfänger damals auch sehr unsicher gefühlt habe :) ) Aber wie macht man es richtig? Ich kann so schwer abschätzen, wieviel Unsicherheit noch "normal" ist, in welchen Situationen man noch "Tipps" geben, oder sie lieber einfach machen lassen soll und darauf hoffen, dass es schon von alleine kommt!? Dazu kommt, dass wir nicht die Möglichkeit haben, ihr ein eigenes Auto zu kaufen, d.h., sie wird momentan immer nur abends oder mal am WE mit unserem Wagen fahren können, also sicher nicht täglich längere "Übungsfahrten" machen kann. Wie oft müsste sie Euren Erfahrungen nach mindestens fahren, um wirklich eine gewisse Routine zu erlangen?

Würde mich über ein paar Tipps bzw. Erfahrungsberichte sehr freuen, da ich im Moment noch echte Bauchschmerzen bekomme bei dem Gedanken, dass sie bald ganz alleine fahren darf!

Antwort
von butz1510, 30

Ich bin seit ein paar Monaten auch Begleiter und saß die erste Zeit praktisch auf den Händen, damit ich nicht ins Lenkrad greife. Ich finde, die "Kinder" können praktisch gar nichts, wenn die aus der Fahrschule kommen und ich und andere Eltern in derselben Situation glauben inzwischen, dass wohl die Eltern "den Rest" schon erledigen und dem Kind das Autofahren beibringen sollen. Ich schreie schon mal "BREMS!!!" oder "Pass da vorne auf!", wenn ich Panik bekomme (Runterschalten wird übrigens nicht mehr beigebracht) und ich mische mich ein, wenn der Fahranfänger beim Abbiegen die Spuren schneidet oder nicht so ganz gründlich schaut, ob da ein Auto kommt oder vor allem damit beschäftigt ist, dass der richtige Radiosender eingestellt ist. Dazu kommt, dass Fahrschul-Autos immer die neueste Technik haben müssen. Wer hat das schon daheim? Bei unseren beiden Autos piept beim Rückwärtsfahren nichts, die Spiegel verstellen sich nicht automatisch und eine Anfahrhilfe für den Berg gibt's auch nicht... Das lässt so manchen Fahranfänger ratlos zurück. Dennoch: Das Fahren mit Begleiter lohnt sich und bringt wirklich was. 

Kommentar von Sterntaler6401 ,

Danke, da bin ich ja schonmal froh, dass ich nicht die Einzige bin, der es so geht! :) Ich hatte wohl erwartet, dass die Fahranfänger schon ein bisschen "gefestigter" fahren, wenn sie die Prüfung doch geschafft haben! Es fällt mir halt auch schwer, einzuschätzen, ob ständiges "Reinreden" für den jungen Fahrer eine Hilfestellung ist, wie man es besser macht, oder ob man ihn damit nur noch mehr verunsichert.
Mir fehlt vor allem das Vorausschauende Fahren...schonmal den Gang rausnehmen, wenn man sieht, dass die Ampel auf Rot springt, etc., und das frühere Hochschalten zum Spit-Sparen. Frage mich halt, ob sowas "von alleine" mit der Zeit kommt, oder ob man immer wieder drauf hinweisen soll, damit der junge Fahrer sich daran gewöhnt...
Vielleicht mach ich mir aber auch einfach zu viele Gedanken...  :)

Kommentar von butz1510 ,

Mir fehlt vor allem das Vorausschauende Fahren...schonmal den Gang rausnehmen, wenn man sieht, dass die Ampel auf Rot springt, etc., und das frühere Hochschalten zum Spit-Sparen. Frage mich halt, ob sowas "von alleine" mit der Zeit kommt, oder ob man immer wieder drauf hinweisen soll, damit der junge Fahrer sich daran gewöhnt...

Ja, genau, das Vorausschauen fehlt. Ich nehme mir die Freiheit, immer wieder darauf hinzuweisen. Vielleicht sickert's dann irgendwann ein. 

Antwort
von daybreak, 34

Ich würde da eher möglichst wenig eingreifen, da sie dadurch dann höchstens noch unsicherer wird. Besonders so Kleinigkeiten wie Hochschalten, rechtzeitiges Bremsen, ausrollen usw. stellen sich mit der Zeit von alleine ein, spätestens wenn man selber tanken muss (eigene Erfahrung^^). Tipps und ähnliches würde ich einfach nebenbei einstreuen, am Besten wenn sie nicht (selber) fährt, da das dann eher Druck und Unsicherheiten erzeugt. Zum Thema Routine finde ich, dass einige  auch kurze Fahrten pro Woche ausreichend sind, da sich Routine meistens erst nach längerer Zeit einstellt. Was ganz nützlich sein könnte wäre ein Fahrsicherheitstraining vom ADAC, da sich dadurch sowohl Fahranfänger als auch Eltern sicherer fühlen und beruhigter sind. ;)

Antwort
von Tobimehh, 42

Also ich habe mit 18 mein Führerschein gemacht. Und bin mit ihr die ersten Wochen zusammen gefahren. Das war auch gut so sonst wär echt viel schlimmes passiert :D. Nach der Fahrschule gerade wenn man noch so Jung ist ( Aus eigender erfahrung ), weis ich das man dann mehr Freiheiten hat. Hat man auch, allerdings ist man sehr risikohaft. Ich kann nur aus erfahrung sagen , sag ihr jetzt nicht wann sie anhalten soll oder ob die Ampel jetzt grün oder Rot ist etc. Achte bei ihr am besten nur auf wenn sie am Abbiegen ist, das ist das schwierigste finde ich wenn man aus der Fahrschule kommt. Mann vergisst sehr schnell die Fahrradfahrer oder noch die Fußgänger. :)

Kommentar von Sterntaler6401 ,

Danke für die Einschätzung. Meine Tochter ist eher übervorsichtig als zu risikobereit. Das ist vielleicht die bessere Variante, aber manchmal auch gefährlich, weil andere Verkehrsteilnehmer leider oft genervt reagieren, hupen, oder zum Überholen ansetzen, was sie dann evtl. noch nervöser macht. Klar, ich ertappe mich beim Fahren auch manchmal dabei, über solche "Schlafmützen" zu schimpfen, erst jetzt denke ich eher darüber nach "Naja, nicht aufregen ist vielleicht ein Anfänger". Ich hatte halt irgendwie ertwartet, dass man schon eine gewisse Lockerheit und Sicherheit mitbringen müsste, wenn man die Prüfung schafft. Vielleicht hab ich das doch etwas überschätzt. :)

Antwort
von ginatilan, 29

Hallo

du darfst gar nicht eingreifen, auch bei Gefahr nicht

(wie das gehen soll entzieht sich aber meiner Kenntnis:-))

siehe:

(4) Die begleitende Person soll dem Fahrerlaubnisinhaber

ausschließlich als Ansprechpartner zur Verfügung stehen

weiteres im Link

http://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/__48a.html

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