Frage von Lumina86, 155

Wieviel darf Ehefrau verdienen während der Ehemann in der Privatinsolvenz ist?

Hallo es geht um folgendes Rechenbeispiel

Ehemann verdient 2400€ Netto - Nach Pfändung 2250€ Ehefrau verdient 850€ Netto Wir haben zwei Kinder. Das Kindergeld zählt aber in der Berechnung nicht mit rein.

Darf die Ehefrau nun ganz oder zur hälfte als Unterhaltsberechtigt gerechnet werden? Wer muss das entscheiden? Insolvenzverwalter hat es nicht offiziel gemacht und ich soll Pauschal 50€ überweisen. Muss dazu ein Antrag gestellt werden? Kann man gegen diesen wideruf einlegen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ichweisnix, 87

Wieviel darf Ehefrau verdienen während der Ehemann in der Privatinsolvenz ist?


Beliebig viel. Allerdings kann dadurch der Freibetrag des Mannes sinken, da sich ja die Unterhaltspflicht gegenüber der Ehefrau reduziert.

Von 2400€ sind nach Tabelle bei 2 Unterhaltsberechtigen 278,72€ und bei 3 Unterhaltsberechtigten 141,49€ pfändbar.

"Muss dazu ein Antrag gestellt werden?"

Ihr Mann ist verpflichtet den Treuhänder die Situation mitzuteilen. Der Treuhänder kann darauf hin einen Antrag beim Gericht stellen. Welches dann entscheidet.

"Wer muss das entscheiden?"

Zunächstmal der Treuhänder, diese hat
bei der Verwaltung einen gewissen Ermessenspielraum. Wenn sich Ihr 
Mann und Sie nicht mit den Treuhänder einigt, das Gericht.

"Insolvenzverwalter hat es nicht offiziel gemacht und ich soll Pauschal 50€ überweisen"

Klingt nach einen sinnvollen Angebot. Wenn Sie oder Ihr Mann das Geld überweisen, muß der Treuhänder keinen Änderungsantrag beim Gericht einreichen. Wenn Sie bzw Ihr Mann nicht freiwillig überweisen, muß der Treuhänder reagieren, und dann stehen bis zu 135€ im Raum.










Kommentar von ichweisnix ,

Noch ein Punkt, ich nehme mal an, das sie in Steuerklasse 3 und 5 sind, dann haben sie das Problem das Ihr Mann u.U. zu wenig Lohnsteuer zahlt und diese dann nachgezahlt werden muß.

Kommentar von Lumina86 ,

Genau sind wir und bei der Lohnsterklasse 3 haben wir auch noch einen steuerfrei Betrag beantragt. sodass wir weniger Lohnsteuer zahlen müssen. vielen dank für die Antwort!!!

Kommentar von Lumina86 ,

Noch eine Ergänzung. Spielt es eine ne Rolle das Ehefrau auch in der Insolvenz ist? Des weiterem durch den Job hohe Fahrtkosten und höhere Kindergarten Gebühren entstehen? Da Kinder Länger betreut werden müssen.

Antwort
von Ronox, 93

Bei einem Nettoeinkommen von 850 Euro wird die vollständige Nichtberücksichtigung die Regel sein. Bei Streitigkeiten hierüber kann die Entscheidung des Insolvenzgerichts herbeigeführt werden.

Kommentar von Lumina86 ,

Wer entscheidet es denn der Insolvenz verwalter? Dann hätte ich das Recht beim Gericht Widerspruch oder sowas einzulegen?

Kommentar von Ronox ,

Darüber entscheidet erstmal niemand, sondern der Insolvenzverwalter kann es nur fordern. Wenn es Streit darüber gibt, dann kann, wie bereits gesagt, Antrag beim Insolvenzgericht auf Entscheidung gestellt werden. Das steht im § 36 IV InsO.

Kommentar von Lumina86 ,

Okay danke gut zu wissen!

Kommentar von DieMoneypenny ,

Hallo Ronox, frage dazu: Hab jetzt gelesen, es gibt ein Urteil vom BGH, dass der nicht-insolvente Partner grundsätzlich erst mal als unterhaltsberechtigt angegeben werden kann. Arbeitend oder nicht. Der Verwalter müsste dann einen Antrag zur nichtberücksichtigung stellen. Wird dem stattgegeben, gilt die neue Pfändungsgrenze erst ab Urteil und es kann keine rückwirkende Forderung gestellt werden. Kannst Du dazu was sagen?

Kommentar von Ronox ,

Dafür müsste ich wissen, um welche Entscheidung es konkret geht. Aus dem Stegreif sagt mir das nichts.

Antwort
von Havenari, 83

Die Frau darf so viel verdienen, wie sie will und kann - das hat nichts mit der Privatinsolvenz des Mannes zu tun.

Kommentar von Lumina86 ,

Doch leider schon. Ehemann hat 3 Unterhalts berechtigte Personen bei der Pfändung stehen. Wenn Ehefrau was verdient kann es sein das es dann nur noch die 2 Kinder sind und Frau raus fällt. Nur die Frage ab welchem Einkommen...

Kommentar von Havenari ,

Mag ja sein, dass die Frau einen eventuellen Unterhaltsanspruch verliert, wenn sie einen Betrag X verdient - dennoch darf sie das selbstverständlich tun.

Kommentar von Lumina86 ,

Ging nicht um das dürfen sondern um das wieviel das sie den Unterhaltsanspruch nicht verliert...

Kommentar von Havenari ,

Dann war die Formulierung "Wieviel darf Ehefrau verdienen" eher unglücklich gewählt...

Kommentar von Lumina86 ,

Wieso in der Frage steht wieviel darf Ehefrau verdienen? - nicht darf Ehefrau was verdienen?

Kommentar von Havenari ,

Genau diese Frage habe ich völlig korrekt beantwortet.

Kommentar von Lumina86 ,

Ja aber Falsch beantwortet :)

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