Frage von zenzi1972,

Wieviel Aufwandsentschädigung für Ehrenamt im Verein?

Ich bin in einem Gartenverein und der Vorstand möchte in der nächsten Versammlung seine Aufwandsentschädigungen erhöhen. Bislang erhält der Vorsitzende 500 EUR im Jahr, Vertreter, Schriftführer und Kassierer die Hälfte. Nun sollen die Bezüge verdoppelt werden - zzgl. extra Entschädigungen für Sitzungen und Fahrtkostenerstattung. Der Verein hat 250 Pächter, ist also nicht so besonders groß. Aus meiner Sicht waren die bisherigen Entschädigungen nachvollziehbar, aber 1.000 pro Jahr für ein "Ehrenamt" finde ich persönlich sehr viel. Kann mir jemand sagen, wie hoch die Vergütungen für Vereinsvorstände i.d.R. sind? Ist das eher viel oder nicht?

Antwort von JotEs,

Das, was immer gern als "Aufwandsentschädigung" bezeichnet wird, ist oft nichts anderes als eine Zahlung für Zeit- und Arbeitsaufwand. Zeit- und Arbeitsaufwand jedoch können bei einer ehrenamtlichen Tätigkeit nicht durch eine echte Aufwandsentschädigung ersetzt werden. Echte Aufwandsentschädigungen sind ein Ersatz für tatsächlich und in nachgewiesener Höhe angefallene Aufwendungen. Auf den Ersatz solcher Kosten hat derjenige, dem sie entstanden sind und der sie für erforderlich halten durfte, einen Rechtsanspruch (§ 670 BGB). Echte Aufwandsentschädigungen sind in voller Höhe steuerfrei.

"Aufwandsentschädigungen" für Zeit- und Arbeitsaufwand hingegen sind im steuerlichen Sinne tatsächlich Vergütungen. Solche Vergütungen sind bis zu einer Höhe von 500 Euro im Jahr steuerfrei ("Ehrenamtspauschale"), sofern die Satzung vorschreibt, dass eine solche Vergütung zu zahlen ist.

Wird eine höhere Vergütung gezahlt, so ist der über 500 Euro hinausgehende Teil voll steuerpflichtig.

Vergütungen dürfen aber nicht unangemessen hoch sein (§ 55 Abs. 3 Abgabenordnung). Ihre Höhe muss sich daran orientieren, was in der "freien Wirtschaft" für eine vergleichbare Tätigkeit gezahlt wird. Das gilt auch für Vergütungen innerhalb der Grenzen der Ehrenamtspauschale! Wer also z.B. nur einmal im Jahr die Kasse eines Vereins mit 10 Mitgliedern prüft, für den ist eine Vergütung von 500 Euro sicher unangemessen hoch!

Antwort von romar1581,

Wenn ehrenamtlich, dann bekommt er nichts!

Nur wenn die Satzung ausdrücklich eine Bezahlung zulässt, kann er eine Aufwandsentschädigung haben. Die ist bis 500€ steuerfrei. Sie Satzung muss das aber erlauben.

Schau mal hier nach

http://www.rechtslupe.de/zivilrecht/vereinsrecht/zahlungen-an-den-ehrenamtlichen...

..und dann nimm dir mal die Satzung und lies nach!

P.S. Der Vorstand erhöht nix, der stellt den Antrag und die Mitgliederversammlung beschließt.....

Kommentar von romar1581,

Sehr interessant und zu bedenken ist auch dieser Link

http://www.vereinsbesteuerung.info/leitfaden_lst.htm#II.

Damit werden Arbeitsverhältnisse begründet, Löhne gezahlt usw. usw. mit allen Folgen für die Gemeinnützigkeit (oder dagegen) und auch die Berufsgenossenschaft, die für vereine zuständig ist, berechnet auf einmal einen Beitrag, der nämlich von der Lohnsumme abhängig ist.

Das heißt Finger weg von Pauschalen Aufwandsentschädigungen... Aufwandsentschädigung gegen nachweis, ist der elegantere Weg.

Kommentar von romar1581,

Man kann ihnen auch einen Etat zur Verfügung stellen, über dessen Verwendung sie nachweispflichtig sind, d.h. nicht verwendete Mittel müssen der Vereinskasse zurückerstattet werden. So machen wir das, wobei Fahrtkosten prinzipiell nicht abgerechnet werden.

Antwort von Seeteufel,

500,-- € im Jahr finde ich viel zu hoch. Es sei denn der kann die Kosten nachweisen. Einfach als Pauschalbetrag ist er unakteptabel.

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