Frage von NadimFalastin, 66

Wieviel Anbaufläche benötigt ein durschnittlicher Mensch, um autark zu leben?

Nehmen wir mal an, ich möchte nicht abhängig sein von der Industrie, von den Supermärkten oder sonst irgendjemanden. Nehmen wir an ich möchte meine Lebensmittel komplett selbst anbauen, verzichte auf Fleisch und ernähre mich nur vegetarisch.

Wieviel Anbaufläche benötige ich mindestens in so einem Fall?

Vielen Dank für eure Antworten! Jeder bekommt ein Danke für eine ernstgemeinte Antwort.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Saisha, 35
  • Für den reinen Gemüse- und Obstanbau werden als Faustzahl in etwa 15 bis 20m² pro Person berechnet.
  • Auch Vegetarier benötigen Tiere: Tierzucht für Privatproduktion von Wolle, Milch und Eiern kommt auf die Tierart an und die bezüglichen Landesgrundgesetze (Ziegen, Wollschafe, Hühner, Enten, ...). Quadratmeterzahl kannst du hier für die Tierhaltung zB über die Biorichtlinien einsehen. Hinzu kommt noch die evtl benötigte Futterfläche.
  • Hauswaldgröße und Pilzzucht für Nahrung, Holzwärme und Baumaterial ist vor allem für Wärme und Baumaterial abhängig von deinen Wohnbegebenheiten (grob 1/2 ha+ pro Person)
  • Fließendes Gewässer mit Quelle für Reinigung/Hygiene, Stromgewinnung, Nahrungsquelle abhängig von Lage und Wohnbegebenheiten
  • Zuzüglich Wohneinheit etwa 20m² pP, Verarbeitungsräume (mind. 4m² pro Arbeitsgebiet), Lagerräume (je nach Verbrauch und Anbaumöglichkeiten), Aufbereitungsanlagen für Wasser und Abfälle (auch sehr unterschiedlich)
  • zusätzl. Lager- bzw Verkaufsräume um Grundsteuern und sonstiges von Eigenerzeugnissen durch Ab-Hof-Verkauf bezahlen zu können

Vollständig autark ist kein Leben möglich, da jegliches Land bereits jemanden "gehört". Weniger als obiges könntest du in Wohngemeinschaften benötigen, die auf ein einigermaßen autarkes Leben ausgerichtet sind (zB du wirst in einem Stamm von Ureinwohnern aufgenommen und darfst bei ihnen dauerhaft leben + hast Glück und die jeweilige Landesregierung lässt sie auch weiterhin so leben).

Antwort
von agrabin, 19

Es geht nicht nur um die Fläche, sondern auch um die Zeit, die du hast um einen Garten zu versorgen. Ein Anfänger wird mit 100m2 Garten schon sehr viel zu tun haben. Dabei geht es nicht nur um den Gemüseanbau, auch um verschiedene Konservierungsmethoden , die kosten auch sehr viel Zeit.

Fang also erst mal mit ca. 100m2, besser weniger an.

Wieviel Fläche man wirklich braucht, hängt nicht nur vom Boden und seiner natürlichen Ertragsfähigkeit ab, sondern auch von deinen Bedürfnissen. Wenn du jeden zweiten Tag mit Möhrengemüse zufrieden bist, brauchst du weniger Fläche, weil Möhren einen recht hohen Ertrag pro m2 bringen. Für Salate braucht man eher mehr Platz, für Erbsen braucht man sehr viel Zeit, hast du schon mal Erbsen für mehrere Personen ausgepult?

Wenn du 200 g Kartoffeln am Tag essen möchtest, sind das ca. 75 kg im Jahr, dafür braucht man ca. 75 m2, wenn es mit dem Anbau gut klappt. Bei ca. 400 g Gemüse pro Tag sind das ca. 150 kg im Jahr. Das wären noch mal ca. 150 m2, wenn du eine gute Fruchtfolge, bzw. eine Permakultur hast.

Für den Obstanbau ist noch mehr Fläche einzuplanen.

Hier habe ich noch einen link zu einer (sehr alten) Bedarfsberechnung:

http://www.derkleinegarten.de/nutzgarten-kleingarten/selbstversorgung/selbstvers...

Antwort
von Ursusmaritimus, 35

Das kommt auf die Qualität des Bodens, dem Einsatz von Düngemitteln, Art des Anbaus an.

Aber rechne doch einfach mit 1000m2 für Obst, Gemüse, Kräuter sowie 5000 für Kartoffeln und wenigstens 5000 für Getreide und Kohl.

Antwort
von Schwoaze, 3

Das ist zwar eine nette Idee, auf Dauer aber nicht zu verwirklichen. Selbst wenn Du Dir Grund und Boden kaufen oder pachten könntest, Du müsstest auch sehr viel Zeit aufwenden, diesen zu bewirtschaften.

Außerdem brauchst Du einen geeigneten Lagerraum für den Winter. Der muss frostfrei sein, aber auch nicht zu warm.  Abgesehen von dem Fachwissen, das Dir total fehlt, bräuchtest Du eine Menge Disziplin und Vorlaufzeit, ehe Du die Früchte Deiner Arbeit ernten könntest.

Vielleicht hast ja Platz und Zeit für ein paar Beerensträucher. Die sind ergiebig, wenig arbeitsaufwändig und Du kannst einmal ausprobieren, ob Dir das gefällt. Ich denke dabei z.B. an Brombeeren, Himbeeren, Stachelbeeren, Physalis, Johannisbeeren...

Antwort
von sylvie82, 39

dh. du müsstest auch holz zum heizen anbauen, lagerräume für nahrungsmittel, wasseraufbereitung. würde 2-3 Hektar schätzen

Kommentar von NadimFalastin ,

es ging mir jetzt nicht um komplett autarkes leben, sondern lediglich um die Eigenproduktion der Lebensmittel.

Antwort
von sepp333, 7

Da brauchst du einiges ich hab ca 50 qm Gemüsebeete und 20 Obstbäume etliche Beerensträucher und kann damit nicht Autark leben mir reicht das Obst/ Gemüße von Juni bis November die andere Zeit muss ich zu kaufen andere Lebensmittel ( Fleisch ect. ) sowie so.

Antwort
von tiniwuzz, 39

Was machst du im Winter?
Treibhaus?

Kommentar von NadimFalastin ,

hmm... vll kann man iwas einlegen. In irgendeiner Weise länger haltbar machen. Oder etwas anbauen, was an sich nicht zu schnell verdirbt.

Kommentar von tiniwuzz ,

Das wird aber sehr einseitig.
Äpfel (eigener Obstbaum?), Karotten, Kartoffeln etc. kann man ja noch gut lagern. Aber das ist viel zu wenig.
Ganz Lebensmittelautark dürfte schwierig werden.
Hühner für Eier halten.

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