Frage von Lyriker87, 54

Wieso zahlt der Staat das Gehalt eines Bischofs?

Antwort
von quopiam, 19

Zur Historie ist ja schon genug geschrieben worden. Zur heutigen Zeit erlaube mir mal eine Anmerkung: Christen sind Bürger - auch, wenn Dir das vielleicht nicht gefällt. Sie sind genau wie alle Bürger berechtigt, den Staat, in dem sie leben, zu gestalten. Das unter anderem nennt man Demokratie.

Die (beiden) Großkirchen tragen zur Bildung unserer Gesellschaft bei. Sie sind ein wesentlicher Teil der Gesellschaft. Freilich mag es Kritikwürdiges geben, vielleicht auch zuhauf. Aber die anderen Aspekte dürfen darüber nicht vergessen werden. 

Wenn Du in diesem Staat lebst und es Dir gut geht damit (Du könntest ja auch in Nordkorea leben), dann vergiß nicht, daß das Christentum in Form der Kirchen daran ganz wesentlich mitgebaut hat. Gruß, q.

Kommentar von Lyriker87 ,

Und warum zahlen dann nicht die Christen die Gehälter der Bischöfe? Warum müssen, Juden Muslime und ich als Agnostiker die Gehälter dieser Witzfiguren bezahlen?

Kommentar von josef050153 ,

So eine Sauerei, dass der Staat die Gehälter der Bischöfe bezahlt, besteht in Deutschland, in Österreich z.B. nicht.

Wähle doch eine Partei, die daran etwas ändern will!

Kommentar von quopiam ,

Ist Dir schon mal aufgefallen, daß auch Christen STEUERN zahlen und zwar nicht nur Kirchensteuern? 

Antwort
von omikron, 32

Die Kirche hat sich bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts durch ihren Besitz selbst finanziert. Dann aber hat sich der Staat erlaubt, der Kirche alles wegzunehmen. Seitdem muss er die Personalkosten übernehmen.

Kommentar von HansH41 ,

"Die Kirche hat sich bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts durch ihren Besitz selbst finanziert."

Das ist formal richtig. Aber woher hatte denn die Kirche den maßlosen Reichtum. Sie hat ihn von den Menschen bekommen. Nun wirst du sagen, sie hat dafür die Kultur aufrecht erhalten. Gut, das stimmt, aber eben nur die "passende" Kultur.

Zur heutigen Zeit: Sollte die Alimentation des Klerus durch den Staat nicht aufgehoben werden? Ein Drittel der Bevölkerung ist konfessionslos und zahlt zwangsweise mit.

Kommentar von omikron ,

"Maßlos" soll wohl ein desavouierendes Eigenschaftswort sein, oder? Nachdem sich die Fürsten das "maßlose Eigentum" einverleibt hatte, gehörte ihnen der maßlose Reichtum - aber das macht nichts!

Ein Denkfehler liegt wohl darin, "die Kirche" und "die Menschen" zu trennen. Sicherlich gab es im 1000 Jahren zahlreiche Erbschaften und Spenden. Oftmals haben die Menschen aber auch die Kirche unterstützt, um sich gegen die Landesherren zu stellen. Die Kirche war das Haus der gewöhnlichen Leute, im Gegensatz zu den Palästen der Fürsten, in die ein normaler Bauer in seinem ganzen Leben keinen Zutritt bekam. Klar, dass man da die Kirche unterstützt. - Was ich sagen will: so einfach wie du hier meinst, ist die Sache nicht.

Zur heutigen Zeit: ich weiß nicht, ob die Alimentation aufgehoben werden sollte. Das hätte man sich damals überlegen müssen. Man hat das so entschieden, jetzt muss man die Entscheidung eben durchtragen - alternativ kann man natürlich auch die Enteignung rückgängig machen. Aber dann lieber Alimentierung.

Antwort
von exxonvaldez, 38

Weil wir immer Parteien wählen, die daran nichts ändern!

Antwort
von HansH41, 25

Es gibt auch eine korrekte Antwort dazu: Weil der Staat, damals das Deutsche Reich, die Kirchengüter einkassiert hat. Als Entschädigung hat er die Finanzierung des Klerus übernommen.

Ich finde, dass die Zeit über diese Regelung hinweggegangen ist und sie aufgehoben gehört.

Zudem: Wieso kam die Kirche (hauptsächlich die katholische) zu solchen Gütern?

Sie haben es den einfachen Leuten abgenommen, abgeschwatzt und dafür Ablass von Sünden versprochen.

Kommentar von omikron ,

Wenn "hauptsächlich" die katholische Kirche durch Abschwatzen, Ablässe und Übergriffe zu solchen Gütern kam (und die evangelische also nicht), wieso zahlt dann der Staat den evangelischen Kirchen genauso viel?

Kommentar von HansH41 ,

Vermutlich aus Gründen der Gleichbehandlung. Du weißt sicher, dass seit Luther der Geldstrom an die römische Kirche versiegt ist.

Kommentar von omikron ,

Sagen wir so: Luther hat die schnelle Fertigstellung des Petersdoms etwas verzögert. Denn die Gelder aus dem Ablass (den es in dieser "intensiven" Form nur in Deutschland bzw. auch hier nur in einigen Fürstentümern u.ä. gab) waren ja vornehmlich für den Bau von St. Peter vorgesehen. Er diente weniger den laufenden Geschäften der Bischöfe.

Antwort
von Modem1, 12

Der Staat braucht die Kirche ,die Kirche braucht den Staat.

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