Ich habe mich schon immer gefragt, warum die Jahreszahlen immer mit "nach" und "vor Christus" gekennzeichnet werden. Natürlich ist diese Art der Darstellung eine Möglichkeit nicht den Faden der Zeit zu verlieren. Auf der einen Seite sagen die Menschen der Glaube an das Christentum ist jedem selbst überlassen und dennoch wird man im Alltag wenn es um das Datum geht mit Jesus in Verbindung gebracht. Warum sucht man sich nicht ein Naturwissenschaftliches Ereigniss wie die Entstehung des Menschen?
Weil mit Jesus Christus sich das einschneidenste Ereignis der Menschheitsgeschichte ereignet hat.
Unser ganzes Leben basiert auf der christlichen Tradition. Die Osterferien, Pfingsten, Weihnachten, all das erinnert an Jesus Christus. Der arbeitsfreie Sonntag - eine christliche Errungenschaft. Wenn Du es mal beobachtest, unser ganzes gesellschaftliches Leben ist orientiert an christlichen Werten. Durch christliches Engagement entstanden soziale Einrichtungen wie Diakonie, Caritas, etliche andere.
Am Freitag essen viele Fisch, weil der Fisch das Symbol für Jesus ist. Die Nationalflaggen der skandinavischen Länder tragen das Kreuz - es erinnert an das Kreuz Jesu. Die Liste ließe sich belibig fortsetzen.
Und natürlich hat Jesus Christus die Wende vom Zeit des Gesetzes (Altest Testament) hin zur Zeit der Gnade (Neues Testament) eingeläutet. Die ganze Reformation Luthers basiert darauf: "Der Gerechte wird allein aus Glauben leben" (Römerbrief 1,7)

Wäre die Entstehung des Menschen als Anfangspunkt der Geschichtsschreibung ausschlaggebend, möchte ich nicht jeden Tag im Büro Daten mit hunderten von Nullen über meine Briefe setzen müssen!

Weil Du nach einem kirchlichen kalender lebst. Es gibt sehr wohl andere kalender mit anderen, zum teil genaueren bezugsdaten. Diese kalender sind jedoch (noch) nicht standard, gelten aber sehr wohl und gelten fuer eine nicht unbetraechtliche zahl an menschen. Beispiel ist arabischer kalender oder chinesischer kalender.

Wann ist der Mensch genau entstanden?
Teddylein am 25. August 2008 22:20 Im Jahre 4026 v.Chr. / v.u.Z.

Es gibt doch nicht nur den einen Kalender. Auch andere Kalender werden noch genutzt wenn es auch eher Bedeutungslos ist.
Condor131 am 24. August 2008 12:09 Nun ja ... also wenn ich die zahl der menschen sehe, die nach einem bedeutungslosen kalender leben ..... dann frag ich mich, warum eine minderheit in mitteleuropa mehr bedeutung hat ;-)
regideur am 24. August 2008 12:14 Weil es eben keine Minderheit ist die in Mitteleuropa nach einem Kalender lebt. Zu vergessen ist zudem auch nicht das der Kalender immer mal wieder korrigiert wurde und auch heute noch nicht wirklich aktuell ist...wenn ich da nur mal an den Beginn der Zeitrechnung denke nach dem wir ja heute noch leben.
Christen stellen den größen Anteil der Weltbevölkerung (von allen Glaubensrichtungen)!
Condor131 am 24. August 2008 12:09 Nun ja ... also wenn ich die zahl der menschen sehe, die nach einem bedeutungslosen kalender leben ..... dann frag ich mich, warum eine minderheit in mitteleuropa mehr bedeutung hat ;-)
Die Entstehung des Menschen sollt nur ein Beispiel sein. Vielmehr geht es mir darum, weshalb ausgerechnet die Geburt Jesu als Zeitmaßstab benutzt wird.
Condor131 am 24. August 2008 12:07 Antwort: Weil der kalender, auf den sich hier bezogen wird vom Papst erfunden wurde.
Nein, weil das Kommen des Gottessohnes das wichtigste Ereignis in der Weltgeschichte wurde. Nun war das Reich Gottes sichtbar geworden.

Hat sich halt als Zeitrechnung durchgesetzt.
Ich persönlich bevorzuge die Bezeichnung "vor unserer Zeitrechnung", wenn ich z.B. auf den Zeitpunkt der Schlacht von Issos im Jahre 333 VUZ zu sprechen komme.
Irgendwo muß man halt einen allgemeinen Bezugspunkt setzen. Wenn ich sagte, wir leben im Jahre 2760 AUC (ab urbe condita, also Rom), verstünde mich keiner.
cyberoma am 24. August 2008 12:12 zumal die Bedeutung von Rom für die Welt ja auch ziemlich abgenommen hat - wenn man nicht gerade katholisch ist...;-)

Auf ein naturwissenschaftliches Ereignis, das für die ganze Welt gilt, konnte man sich noch nicht einigen.
Die DDR versuchte es mit der Bezeichnung vuZ, das heißt vor unserer Zeitrechnung, aber es hat sich nicht durchgesetzt. Was ist unsere Zeitrechnung? Wer ist wir?
Übrigens leben wir nach dem islamischen Kalender im Jahr 1429 der Hijra, also der Flucht Mohammeds von Mekka nach Medina. Diese war, wie man ziemlich genau weiß, am 15. oder 16. Juli 622, und zwar n. Chr. - ohne einen Bezugspunkt geht es eben nicht!
cyberoma am 24. August 2008 12:16 Falls jemand auf die Idee kommt, das aufzuaddieren: es kommt nicht 2008 raus, weil der islamische Kalender ein Mondkalender ist.
wim50 am 24. August 2008 12:17 "vor DER Zeitrechnung" und das ist soweit korrekt, da der hierzulande und derzeit verwendete Kalender eben zu diesem Zeitpunkt zu zählen anfängt und die Zeit davor eben vor dieser Zeitrechnung liegt.
cyberoma am 24. August 2008 12:20 In vielen Museen in Ostdeutschland findest du heute noch die Datierung vuZ an den Exponaten, vdZ habe ich noch nie gesehen.
wim50 am 24. August 2008 12:31 Was an der Sache nicht viel ändert. UNSERE Zeitrechnung ist eben die allgemein übliche, die WIR verwenden. Und WIR verwenden eben den Kalender, nach dem wir heute den 24.08.2008 haben. WIR leben auch in der Bundesrepublik Deutschland oder besser: WIR sind Deutschland.
Hallo Shaolung,
Dann würden wir heute im Jahr 50bis100 tausend (oder millionen) nach der Entstehung leben, und nächstes Jahr im Jahr 50001 bis 10001. Meinentwegen auch mit anderen Zahlengrößen - aber immer mit soner Spanne.
Zudem sollte der Glaube an die Höherentwicklung des Menschen auch jedem selbst überlassen sein. Ich würde das Alter der Menschheit auf Pi mal Daumen 8000 Jahre plusminus schätzen.
Das Jesus, der Sohn von Gott, auf die Erde kam, ist das einschneidenste Ereignis der Menschheitsgeschichte. Wobei noch wichtiger eigentlich das Datum ca. 30 Jahre später wäre. Da taucht nämlich das Koordinaten-Kreuz auf. (Die Kreuzigung Jesu und seine Auferstehung.)
Ob du an Jesus glaubst oder nicht bleibt dir in gewisser Weise selbst überlassen.Ich vergleich' aber trotzdem mal weiter.
Das Jesus auftaucht und besonders sein Tod und seine Auferstehung, das ist das entscheidende Koordinatenkreuz in der Geschichte der Menschheit.
Vorher stand die Menschheit (seit dem Sündenfall) unter dem Zorn Gottes, also ganz gehörig im Minus. Am Kreuz Jesu hat sich dann Gottes Zorn über die Sünde (unser Wesen, das sich gegen ihn auflehnt) an Jesus entladen.
Jesus hat unser unendliches Minus abbekommen (Funktionskurve gegen minus unendlich) - und jeder, der an ihn glaubt, hat das Plus Unendlich von ihm gutgeschriben bekommen.)
Wenn du den Zeitstrahl (x-Achse) weitergehst, so steht die jetzt unter dem Plus Gottes - vorausgesetzt, du akzeptierst für dich, dass Gottes Ärger sich an Jesus entladen hat.
Im Galalterbrief im NT ist das gut auf den Punkt gebracht:
Als aber die Zeit erfüllt war [Mittelpunkt des Koordinatensystems], sandte Gott seinen Sohn [Weihnachten], geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan [hat die Anforderungen Gottes für uns ausgehalten und erfüllt], damit der die, die unter dem Gesetz waren [von Gott aus gesehen im Minus lebten] erlöste [Karfreitag - Kreuz - Auferstehung], damit wir die Kindschaft empfingen [nicht mehr Feinde Gottes sind, sondern seine Kinder, die er liebt]. Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt [Pfingsten, der Heilige Geist ist in etwa vergleichbar mit einer funktionstüchtigen Antenne für Gott] in unsere Herzen, der da ruft: Papa, liebe Vater.
So bist du nun nicht mehr Knecht [deutliches Minus], sondern Kind [plus]; wenn aber Kind, dann auch Erbe [noch besseres Plus!] durch Gott.
Von daher passt die Einteilung in vor und nach Christus sehr gut. Vorher und nacher ist es komplett anders. Nicht vom reinen Erleben her - die Römer gabs zuvor und auch danach.
Aber ob die einzelnen Menschen von Gott aus negativ oder positiv beurteilt werden können, hängt genau von diesem Ereignis ab (Kreuz, Jesus). Ohne Jesus wäre aus Gottes sicht keine positive Beurteilung möglich.
>> Auf der einen Seite sagen die Menschen der Glaube an das Christentum ist jedem selbst überlassen und dennoch wird man im Alltag wenn es um das Datum geht mit Jesus in Verbindung gebracht.
Jepp. Man könnte natürlich auch ein anderes Datum als Ausgangspunkt nehmen. Aber auch das ist nicht neutral: - Entstehung des Menschen (1000000 Jahre 100000 oder nur 8000/6000? - Judentum: um die 6000 Jahre? - Islam (Zahl:??) - aber mit Bezug auf den islamischen Glauben ... also neutral ist alles nicht.
einerseits - andererseits Ja, das mit dem Glauben an Jesus ist sone Sache. Es bleibt dir selbst überlassen, ob du an ihn glauben willst oder nicht. Das ist dein Bier. Du kannst dich also im koordinatiensystem einordnen, wo du willst: oben, unten, vor einer Bekanntschaft mit Jesus oder danach. Das ist dir (und jedem) selber überlassen - also freiwillig.
Allerdings wirst du (nicht nur von der Zeitrechnung her) trotzdem an Jesus bzw. an deiner Stellung zu ihm gemessen. Egal ob du ihn jetzt ablehnst oder annimmst. In der Hinsicht hast du mit deinem Einwand durchaus recht: Dass du an Jesus Christus gemessen wirst - ist in der Tat vorgegeben, ohne dass man sich das aussuchen könnte.
Ich habe mich schon immer gefragt, warum die Jahreszahlen immer mit "nach" und "vor Christus" gekennzeichnet werden. Natürlich ist diese Art der Darstellung eine Möglichkeit nicht den Faden der Zeit zu verlieren. Auf der einen Seite sagen die Menschen der Glaube an das Christentum ist jedem selbst überlassen und dennoch wird man im Alltag wenn es um das Datum geht mit Jesus in Verbindung gebracht. Warum sucht man sich nicht ein Naturwissenschaftliches Ereigniss wie die Entstehung des Menschen?
weil die entstehung des menschen wie er heute ist nicht auf ein genaues datum zurückzuführen ist...

Weil das Kommen Jesu eben so unbeschreiblich wunderbar ist - der ultimative Ausdruck der Liebe Gottes - dass das Leben danach nie wieder das Gleiche sein kann.

Gegenfrage: warum nicht ? Irgendwo muss man ja schließlich anfangen oder ?
Da Du das ja kritisierst hast Du bestimmt besser Vorschläge - her damit.
Das ist deine Interpretation, die für einen Atheisten eher nicht maßgeblich ist.
wer interessiert sich für die Meinung der Atheisten, u.a.?
Objektivität ist nicht deine Stärke - oder?
Ob man Atheist ist oder nicht: Deswegen gibt es dennoch Weihnachten!
BRAVO!
Hmmm...eben das macht mich so neugierig. Dass die Religion einen hohen Stellenwert für die Menschen hat ist mehr al offensichtlich da hast du recht. Aber was macht jetzt jemand der mit voller Überzeugung nicht an Gott und an Jesus Taten glaubt. Der müsste sich theoretisch seinen ganzen Alltag umkrempeln. Es gibt bestimmt viele Ateisten, aber sie haben keine Chance Jeus und seinen Werten im Alltag zu entkommen. Das ist doch iwie ein Widerspruch. Was machen Moslems eigentlich, haben die auch einen Kalender?
Die haben einen eigenen Kalender und interessieren sich für die obige Interpretation ebenso wenig. Darüber hinaus noch Buddhisten, Hinduisten und eine Vielzahl Anhänger anderer Religionen.
na ja, ich denke, du möchtest dich dem wahrscheinlich gar nicht entziehen. Oder möchtest Du auf die christlichen Feiertage oder den Sonntag verzichten? Atheisten haben oft versucht, dies abzuschaffen, in Russland gab es mal den Versuch die 10-Tage Woche einzuführen. Das hat man schnell wieder aufgegeben, weil die Menschen psychisch krank wurden.
Ich persönlich entziehe mich zumindest dieser Formulierung, indem ich sie nicht verwende. Ob man konsequenterweise auch auf freie Tage und notwendige Erholung verzichten sollte, steht dabei gar nicht zur Disposition.
mein Kommentar bezog sich auf shaolungs Kommentar.