Frage von PerverserSack, 64

Wieso wurde das Wort "Altruismus" erfunden, wenn man es eh nicht anwenden kann?

Jedes Mal, wenn ich mit Leuten darüber diskutiere und als Extrembeispiel immer genommen wird, dass sich eine Person altruistisch für eine (oder mehrere) andere Personen opfert...z.B. vor ne Kugel schmeißen oder was auch immer, wird immer entgegnet, dass das kein altruistisches Handeln war, da sich diese Person durch ihre Handeln Anerkennung und Belobigungen verspricht.

Wozu gibt es also ein im Prinzip absolut sinnfreies Wort?

Antwort
von Joergi666, 24

Sinnfrei ist dieses Wort sicherlich nicht- wie aber auch bei zahlreichen anderen Wörtern kann man darunter verschiedene Dinge verstehen. Altruismus ist ja auch keineswegs allgemeingültig definiert - in den verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen und teilweise auch innerhalb der einzelnen Disziplinen wird ja eben immer auch noch um eine genaue Definition gestritten.

Antwort
von MrHilfestellung, 39

Das ist ja eine philosophische Frage.

Es gibt Menschen, die der Meinung sind, dass es den Altruismus gibt. Es gibt genauso auch Menschen, die der Meinung sind, dass jeder Mensch aus egoistischen Motiven handelt.

Kommentar von PerverserSack ,

Also ist es immer eine Meinungssache oder würde dir spontan ein ultimatives Beispiel einfallen, an dem es keine Zweifel geben kann?

Kommentar von dandy100 ,

ja, z.B. wenn man sein Leben für einen anderen einsetzt - da hat man im Zweifelsfall von der Belobigung anderer nicht mehr viel

Kommentar von PerverserSack ,

In meinem Ursprungspost war das Wort "Extrembeispiel" auch so gemeint, dass es einen tödlichen Ausgang hat. Die Person kriegt die Anerkennung vielleicht nicht mehr mit, aber vorher weiß sie, dass sie diese bekommen wird und opfert auch dadurch angespornt ihr Leben.        Also nicht mehr altruistisch.

Kommentar von MrHilfestellung ,

Naja. Deine Ansicht ist halt das jeder Mensch extrem egoistisch ist. Ich würde das Beispiel auch als Altruismus ansehen, weil man ja nach dem Tod von dieser Anerkennung überhaupt nicht mehr profitiert.

Kommentar von dandy100 ,

da muss man aber schon ziemlich extrem gestrickt sein, wenn man für eine Anerkennung nach dem Tod sein Leben opfert, aber auch das gibt es wahrscheinlich sogar.

Letztendlich bleibt das aber alles Spekulation, denn hineinsehen kann man nun mal in niemanden und die Behauptung, dass es grundsätzlich keine wirklich selbstlose Tat geben könne, bleibt eine These bzw. Unterstellung ohne Beweis

Antwort
von dandy100, 31

Das ist doch Quatsch. Was heißt denn überhaupt "wird immer entgegnet"? Wer entgegnet hier was? Natürlich gibt es Verhaltensweisen, die tatsächlich selbstlos sind und nicht aus dem Bedürfnis nach Anerkennung geschehen sondern aus einer ethischen Grundeinstellung heraus.

Wer will das denn bestreiten?


Kommentar von PerverserSack ,

Ja, das denke ich selbst auch... aber es fehlt halt der Beweis dafür. Also kann man es nicht wirklich altruistisch nennen...

Kommentar von dandy100 ,

es soll schon vorgekommen sein, dass Menschen ihr Leben für einen anderen eingesetzt haben - da hätte man von der Anerkennung im Zweifelsfall nicht viel

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