Frage von Ever8deen, 83

Wieso wünschen sich manche Menschen eine Diktatur?

Vorab:

Menschen die nicht in einer Diktatur leben haben die Freiheit:

Sagen zu können was sie möchten

sich zu versammeln wenn sie möchten

Zu glauben, was sie möchten

Zu reisen wie sie möchten

Menschen die in einer Diktatur leben haben nicht die Gewissheit

dass sie vor dem Gesetz gleich behandelt werden

kein Opfer von Willkür werden

kein Opfer von Folter werden

Völker die von einem diktatorischen, totalitären Regime beherrscht werden haben auch nicht das Recht ihre Regierung frei, gleich und geheim zu wählen. Im Gegensatz zu einer Demokratie ist das Recht auf Eigentum nicht gesichert.

Wieso um Himmels Willen, sollte ein gesunder Mensch, der von Natur aus den Drang auf Freiheit hat, so etwas wollen? Teilweise in Angst zu leben, jemand kommt und nimmt ihm sein Eigentum weg ohne das er was machen kann, ständig unterdrückt zu sein. Und das auch noch für seine Kinder zu wollen? Da muss man doch Masochist und Sadist in einem sein..ich verstehs nicht

Antwort
von kayo1548, 30

Auch eine Demokratie wie sie heute möglich ist bietet keinen zwangsläufigen Schutz vor dem was du aufgezählt hast sondern kann bestenfalls die Chance minimieren.

Eine Demokratie ist sicher in diesem Punkt ein sehr gutes System hat aber den Nachteil, dass die Bevölkerung nicht nur Einfluss hat sondern vieles eben auch davon abhängt.

Und das das zu Problemen führt sieht man fast überall und auch hier in Deutschland:  Menschen wählen oft nicht aufgrund von objektiven Abwägungen sondern durch plumpe Werbung oder aus traditionellen Gründen.

Das ist kaum das, auf was man die letzten Jahrhunderte hinarbeiten wollte und ist sicher auch nicht das Ziel einer Demokratie.

D,.h. aus diesem Punkt heraus gibt es sicher Menschen die da einfach der Allgemeinheit wenig zutrauen in der Gesamtheit und Angst vor dieser Einflussnahme haben.

Wobei das in D ja aufgrund der indirekten Demokratie kaum übereilte und schwachsinnige Entscheidungen zur Folge haben könnte, sondern meist darauf hinausläuft, dass Politiker irgendwas unsinniges versprechen müssen um dann das Vertrauen zu gewinnen und effizienter weiterarbeiten zu können.

Und aus diesem Verständnis heraus sehen manche Demokratie eher als Hindernis an, zumal die Einflussnahme da eingeschränkt ist.

Insgesamt ist die Demokratie sicher das System, dass am meisten Sicherheit vor Willkür bieten kann aber gleichzeitig auch das Risiko bietet, dass vieles von der Bevölkerung abhängt.

D.h. im Einzelfall kann es schon sein, dass die Menschen in einer Diktatur besser leben, wenn der Herrscher entsprechend eingestellt ist.

Wenn man nun aber berücksichtigt, dass eine Diktatur oft nach einer Übernahme in Konfliktzeiten entsteht wird man merken, dass dem nicht so ist.

Ausnahmen wären sicher lange bestehende Strukturen (z,b, eine Monarchie), wobei es da auch Probleme geben kann.

Was für Gründe wer hat müsste man natürlich im Einzelfall hinterfragen.

", sollte ein gesunder Mensch, der von Natur aus den Drang auf Freiheit hat, so etwas wollen? "

naja, von Natur aus sind wir erstmal Rudeltiere die den Drang haben im Rudel einen höchstmöglichen Status einzunehmen.

D.h. dieses Status- und Rangverhalten ist uns, wie vielen anderen Tieren auch, angeboren um einfach nicht immer jede Ressource direkt auskämpfen zu müssen.

" Teilweise in Angst zu leben, jemand kommt und nimmt ihm sein Eigentum
weg ohne das er was machen kann, ständig unterdrückt zu sein. Und das
auch noch für seine Kinder zu wollen? "

" Teilweise in Angst zu leben, jemand kommt und nimmt ihm sein Eigentum
weg ohne das er was machen kann, ständig unterdrückt zu sein. Und das
auch noch für seine Kinder zu wollen? "

Bei so einer Situation kommt mitunter dazu, dass man gerade weil man Angst hat in Passivität verfallen kann.

Wobei man das natürlich auch wieder im Einzelfall anschauen müsste.

Auch das Alter- und Lebensbedingungen haben einen Einfluss auf die Aktivität bzw Passivität.

Jüngere alleinstehende Männer sind im Regelfall aktiver und aggressiver (um Status zu erlangen)

Auch kann es sein, dass man sich irgendiwe mit der SItuation arrangiert und eine destabilisierte Situation durch einen Konflikt fürchtet.

Klar ist, dass das alles nur gewisse Grenzen hat und ab einem gewissen Zeitpunkt wohl immer ein Konflikt entstehen wird

Antwort
von atzef, 19

Interessen. Im Kern dreht es sich um Interessen.

Menschen, die dikatatorische Regime wollen, wie sie z.B. Faschismus und Stalinismus/voluntaristischer Kommunismus hervorbringen, sehen sich als Teil der Funktionselite dieser jeweiligen Regime und würden als solche natürlich Vorteile erzielen.

Natürlich besitzen nur Minderheiten entsprechende Interessen, weshalb diktatorische Regime eben auch nur gewaltsam an die Macht gelangen.

Antwort
von jayleann, 51

Ich denke einige Menschen sind einfach mit Freiheit überfordert, bzw. auch mit den damit verbundenen Risiken. Eine weniger freie Welt macht für sie das Leben leichter und sicherer. Jedenfalls denken und hoffen sie das.

Antwort
von Unsinkable2, 24

Menschen die in einer Diktatur leben haben nicht die Gewissheit, dass sie vor dem Gesetz gleich behandelt werden, kein Opfer von Willkür werden, kein Opfer von Folter werden ...



Hmmmmm, ... Ich sage nur "Guantanamo" (Folter); oder "CIA-Geheimgefängnisse" (Opfer von Willkür), oder "Wer sich den teureren Anwalt leisten kann, der gewinnt den Prozess." (nicht gleichbehandelt) 

... Du willst doch nicht etwa sagen, die USA seien eine Diktatur, oder?! ;)

Völker die von einem diktatorischen, totalitären Regime beherrscht werden haben auch nicht das Recht ihre Regierung frei, gleich und geheim zu wählen. 

Hmmmm, ... das geht auch in Deutschland nicht. Hier kannst du nur Abgeordnete wählen, die dann ihrerseits die Regierung wählen. Doch auf die Regierungs-Wahl selbst hast du KEINEN EINFLUSS mehr. Das musst du ansehen und ertragen; ganz egal, wie die Regierung ausgeklüngelt wird...

Im Gegensatz zu einer Demokratie ist das Recht auf Eigentum nicht gesichert.


Das ist es auch in Deutschland nicht. Wer beispielsweise (unverschuldet) in Hartz-IV gerät, muss einen ganzen Haufen Eigentum (Haus, etc.) verkaufen, sich also selbst enteignen, bevor die Gesellschaft ihm hilft...


Der "Schutz des Eigentums" gilt auch in Deutschland nur für Reiche allumfassend...

Wieso um Himmels Willen, sollte ein gesunder Mensch, der von Natur aus den Drang auf Freiheit hat, so etwas wollen?
 

Es ist die Sättigung der Selbstverständlichkeit. Den meisten Menschen in Europa ist der Frieden so sehr zur Selbstverständlichkeit geworden, dass sie kein Problem mehr mit Kriegseinsätzen haben. Das war in der älteren Generation, vor allem, wenn sie selbst den letzten Krieg noch miterlebt hat, ganz anders. Und ihnen ist das "Recht auf Wahlen" so sehr zur Selbstverständlichkeit geworden, dass sie freiwillig darauf verzichten. 

Sie glauben einfach, dass es ewig so weitergeht, weil es ja schon seit ewigen Zeiten so ist. ... Sie halten es für selbstverständlich.

Und es ist die fehlende Bildung in Kombination mit "fehlendem Verstand". Die meisten Menschen, die sich Diktaturen wünschen, wissen gar nicht, welchen Rattenschwanz ein "starker Führer" mit sich bringt. Und sie wollen sich weder informieren, noch darüber nachdenken. Sie sehen diesen oder jenen Vorteil. Und genau den wollen sie haben. Die Nachteile blenden sie nicht etwa aus: Sie sehen sie nicht. Denn was nicht sein darf, das kann auch nicht sein.

Nehmen wir als Beispiel die "Ossis" in der Wende-Zeit. Die überwältigende Zahl der Ossis, die die "Wiedervereinigung" bejubelten, war der Ansicht, dass sie all ihre "Ost-Errungenschaften", wie billige Miete, billige Lebensmittel, sichere Arbeit, etc. pp. behalten und als größte Veränderung nur "Westgeld als Lohn ausgezahlt bekommen" würde. 

Und ja: Sie bekamen ihren Lohn schon bald in Westgeld ausgezahlt. Doch erst als die großen Entlassungswellen einsetzten und die "Alteigentümer" haufenweise vor ihren Häusern standen, um sie rauszuwerfen, merkten die ersten, was sie sich da ausgesucht hatten, und welche Folgen das "Westgeld als Lohn auszahlen" tatsächlich hatte...

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Abgesehen davon ist "Freiheit" für jeden etwas anderes: Der eine versteht darunter das "Reisen". Der andere versteht darunter das "sorgenfreie Leben" in Bezug auf Geld, Gesundheit, Familie und Hobbys. Und der Dritte sieht darin seine "demokratischen Rechte", auf die er nicht verzichten will...  

Kommentar von Maxieu ,

"Das ist es auch in Deutschland nicht. Wer beispielsweise (unverschuldet) in Hartz-IV gerät, muss einen ganzen Haufen Eigentum (Haus, etc.) verkaufen, sich also selbst enteignen, bevor die Gesellschaft ihm hilft..."

Aha! Wenn ich meine eigenen Mittel/ mein eigenes Vermögen (z. B. ein Haus) für meinen Lebensunterhalt heranziehen muss, dann ist das Enteignung. Wenn aber andere, die von einem Hauseigentum vielleicht nur träumen können, dafür herangezogen werden (über Steuern), dann ist das keine Enteignung?

Für dich ist das "Recht auf Eigentum" offenbar das "Recht auf das Eigentum der Anderen".

Kommentar von Unsinkable2 ,

Für dich ist das "Recht auf Eigentum" offenbar das "Recht auf das Eigentum der Anderen".

Für mich ist ein 'sozialer Staat' ein sozialer Staat ohne Wenn und Aber für alle Menschen, die des Sozialstaats bedürfen. Dazu gehört auch, dass die Leibeigenschaft der Armen mit ihm endgültig überholt ist.

Der Sozialstaat definiert sich dadurch, Hilfebedürftigen Hilfestellung zu geben. Ein (unverschuldet) in Hartz-IV Geratener befindet sich in diesem Stadium im seltensten Falle freiwillig. Das gilt umso mehr, als ein Leben mit gesellschaftlicher Teilhabe, was wohl als Mindestanforderung für jeden Menschen gesehen werden kann und auch vom Bundesverfassungsgericht so betrachtet wird, auf diesem Niveau kaum noch möglich ist.

Mithin ist die Zwangsenteignung, um die Gesellschaft vor ihren (selbst gegebenen) Pflichten zu schützen, genau das: Eine ZWANGS-ENTEIGNUNG.

Mehr noch: Da jeder - wirklich JEDER - binnen eines Jahres in Hartz IV rutschen kann, ist es eine gesamtgesellschaftliche Frage: Wollen wir noch ein "Sozial-Staat" sein, oder verzichten wir darauf?

Diese Grundsicherung ist im Sozialstaat eine BEDINGUNGSLOSE Grundsicherung, steht also jedem Bedürftigen zu. Die BEDINGUNG DER ZWANGS-ENTEIGNUNG, um aus illiquiden Mitteln unter Druck(!), also MIT NÖTIGUNG, liquide Mittel zu erzeugen, macht sie jedoch nicht mehr "bedingungslos".

Stattdessen war diese Grundsicherung einst genau das: Eine GRUND-Sicherung; also eine Absicherung, dass man nicht tiefer fallen kann. Das Aufzehren des eigenen Basisvermögens (Rente, Sparbeträge, Haus, etc.) ist hingegen ein Katalysator der zielgerichteten Verarmung.

Da damit obendrein "Steuergelder gespart" werden sollen, also Reiche nicht kräftiger zur Kasse gebeten werden sollen, ist es eine einseitige Risiko-Verlagerung auf die untereren und mittleren Schichten.

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Im Übrigen ist dein Postulat auch im direkten Verhältnis schwierig: Niemand zwingt dich, dein Haus zu verkaufen, damit ein Arbeitsloser sein Haus behalten kann. Insofern ist bestenfalls naive Polemik, derartiges überhaupt in den Raum zu stellen.

Kommentar von barfussjim ,

"Das Aufzehren des eigenen Basisvermögens (Rente, Sparbeträge, Haus, etc.) ist hingegen ein Katalysator der zielgerichteten Verarmung".

Ein Millionär und Villenbesitzer, der arbeitslos wird oder seine Arbeit freiwillig an den Nagel hängt, soll also auf Kosten der Allgemeinheit seinen Lebensunterhalt gesichert bekommen ohne auf sein eigenes Bar- oder Sachvermögen zurückgreifen zu müssen? Das wäre dann soziale Gerechtigkeit? 

Sicher kann man über die Höhe der Freibeträge diskutieren, die einem sozial Bedürftigen zustehen, aber doch nicht generell in Frage stellen, dass jemand auch mit seinem Vermögen den Lebensunterhalt bestreiten kann.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Ein Millionär und Villenbesitzer, der arbeitslos wird oder seine Arbeit freiwillig an den Nagel hängt, soll also auf Kosten der Allgemeinheit seinen Lebensunterhalt gesichert bekommen ohne auf sein eigenes Bar- oder Sachvermögen zurückgreifen zu müssen? Das wäre dann soziale Gerechtigkeit? 

Wie groß mag wohl die Wahrscheinlichkeit sein, dass ein Millionär über keinerlei liquide Mittel mehr verfügt, weil er diese alle für "Dach über dem Kopf" und "Rente" angelegt hat?

Wie häufig würde das also vorkommen? Und wie sehr würde diese Art des Missbrauchs (gegen den man sich ohne Weiteres schützen könnte, ohne dabei die wirklich Bedürftigen zu beeinträchtigen) dem Staat schaden?

Es ist wohl eine Ironie der Geschichte, dass weder CDU, noch CSU, noch FDP, noch SPD, noch GRÜNE dazu bereit sind; aber sehr wohl den Schutz der Reichen (s. "nicht verantwortbare Steuerlast für die Reichen, weshalb die unmittelbare Enteignung der Armen vorangetrieben werden muss") anstreben...

Sicher kann man über die Höhe der Freibeträge diskutieren, die einem sozial Bedürftigen zustehen, aber doch nicht generell in Frage stellen, dass jemand auch mit seinem Vermögen den Lebensunterhalt bestreiten kann.

Dann haben wir doch schon eine akzeptable Basis, die ich mitnichten negiere oder negiert habe, gefunden, barfussjim...

Antwort
von Barney123, 12

Hallo ever8deen,

Zum Großteil ist das in der Erziehung begründet. Wenn die Kinder nicht lernen dürfen, selbst Entscheidungen zu treffen, dann können sie das nicht und warten immer darauf, dass das jemand anderer für sie tut. In der Regel hängt das mit einer autoritären Erziehung zusammen. Lies mal Arno Grün "Wider den Gehorsam".

Solche Menschen hassen sogar diejenigen, die in Freiheit leben können und wollen

LG

Antwort
von lupoklick, 21

In einer Diktatur braucht man keine Eigenverantwortung, sondern nur den Gleichschritt. Man gehört zu den "Herrenmenschen", auch als ein in Wirklichkeit armseliger Wurm...

Allerdings gibt es für Aufmüpfigkeit kräftig was "auf´s Maul" !!!

Antwort
von ilknau, 14

Hallo, Ever8deen.

Lies dir mal deine Argumente Für und Gegen durch:

die Für gibt es heute doch auch nicht mehr ausser Reisefreiheit (hat man das Geld zu)

sagen darf man nix mehr, was gegen den Mainstream geht: bist du gleich Nazi oder Pegidaanhänger, beschwerst du dich auch nur drüber, dass...#

Versammlungsfreiheit jeder Gruppe ist nicht mehr

Der Glaube, ja, gut, darf grad noch...

Kein Opfer von Willkür/ Folter werden: frag mal Gustl Mollath, was der von hält... Stichwort Psychiatrisierung unliebsamer Leute, gar Zeugen für kriminelles Tun

Das Recht auf Eigentum ist auch hier nicht mehr sicher: bei Bedarf darf ein Hausbesitzer durchaus dazu verdonnert werden, Flüchtlinge in sein leerstehendes Haus aufzunehmen, wobei es sogar Überlegungen gibt,  ihnen gar noch Kost und Logis selbst zahlen zu lassen, weil er ja das Vermögen habe, ein H. leer stehen zu haben...

und dann schau deine Diktaturbeispiele an...

Antwort
von Arkesilaos, 14

Wir werden von viel mehr "Diktatur" beherrscht, als wir glauben: alles Diktatoren: der Kapitän eines Schiffes, die ganzen Arbeitsprozesse, die Vorschriften, die Preise. Wir haben vielleicht die Freiheit zu sagen, was wir denken und zu reisen.

Eine politische Diktatur aber ist Ergebnis von Kräften, die besonders aktiv die Gesellschaft ändern wollen und das mit verschiedenen Mitteln erreicht haben. Das muss nicht die Mehrheit sein. Eine Minderheit kann so ein Volk ins Verderben führen und unterdrücken.

Antwort
von AriZona04, 58

Ich empfinde es ganz krass so, dass viele Leute selbst hier in unserem demokratischen Land die Demokratie keineswegs ausleben! Sie lassen sich bevormunden und leben nach ungeschriebenen Gesellschaftsgesetzen. Ich frage mich immer wieder, warum sie das tun. Aber selbstständiges Denken ist wohl zu anstrengend. Vielleicht ist das der Grund, warum viele Menschen unter einer Diktatur leben und nicht für Freiheiten kämpfen. Ich finde, wir sollten in der Schule noch viel mehr lernen, selbst zu denken und unsere eigene Meinung zu finden! Aber ich glaube, das ist so gar nicht wirklich erwünscht.

Antwort
von Dahika, 15

Nun, es ist möglicherweise einfacher, in einer Dikatur zu leben. Man muss nämlich nicht mehr selbst denken. Gehorchen kann recht bequem sein.

Wenn ich so die Pegidas dieser Welt sehe, nehme ich viele denkfaule Menschen wahr. Sie suchen nach einfachen Lösungen, die der starke Mann ihnen bringen soll. Die Welt wie sie ist, ist komplex, kompliziert, und das wollen viele Menschen nicht.

Warum trifft ein Trump oder die AFDler oder auch der IS auf so viele Anhänger. Man bekommt das Denken abgenommen und kann sich wie ein lemming verhalten. Viele finden das wunderbar.

Antwort
von karapus001, 33

Vorab:

"Freiheit" die wir hier in Deutschland kennen, ist fiktional erdacht Freiheit. Man vergleicht die Zeit immer mit der Vergangenheit und man denkt, man lebt jetzt in einer Freiheit. Auch niemand kann definieren was wirklich "Freiheit" ist. Jeder hat ein anderes empfinden für Freiheit.

Aber leben wir wirklich in einer Freiheit hier in Deutschland?

Die Bürger von den westlichen Länder denken, sie leben in einer "Freiheit", nur weil es immer vorgesagt wird, das wir in einer Freiheit leben. Man vergisst aber, dass Freiheit von den Menschen erdacht worden ist.

Andere Länder z.b. Türkei, Syrien, Saudi-Arabien etc. verstehen was anderes von der Freiheit. Wichtig zu wissen ist: "Freiheit, heißt  auch Verantwortung zu übernehmen". Manche Bürger von anderen Ländern sind zum Beispiel noch nicht bereit Verantwortung zu übernehmen, sonst versinkt das Land ins Chaos ( siehe z.b. Mursi Ägypten; Saddam Hussein etc. ). Dies wäre zum Beispiel in Deutschland zurzeit kaum möglich.

Allgemein sind manche Menschen für eine Diktatur, weil sie die Verantwortung auf die Regierung schieben wollen. Vielleicht haben diese Menschen wenig Erfahrung, was für sie am Besten ist? Vielleicht hat dieser Mensch eine andere Kultur? Andere Kultur, andere Sitten. Und Diktatur heißt nicht gleich, dass man kein Recht auf Eigentum hat.

Wenn wir das Wort "Diktatur" hören, denken viele  sofort an das dritte Reich. Doch es gibt verschiedene Diktaturformen, die auch manchmal für den Bürger zum positiven wenden kann.

Antwort
von kami1a, 41

Hallo! Einfache Antwort : weil sie noch keine wirklich erlebt habe und entweder unfähig oder nicht bereit sind sich Deine Gedanken zu machen. 

Ich wünsche Dir ein gutes und schönes Wochenende.

Antwort
von MotorcycleEmpty, 83

Haben die meisten Menschen wirklich den drang zur Freiheit oder reden wir uns das nur ein. Wir wollen doch alle gleichzeitig auch ein geregeltes Leben haben. Die Freiheit macht uns Angst,

Kommentar von Ever8deen ,

Biologisch gesehen JA, wir wollen Freiheit. Solange du die Möglichkeit hast auch nein zu sagen, ist Freiheit mit geregeltem Leben vereinbar.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo Motorcycle,

Wir wollen doch alle gleichzeitig auch ein geregeltes Leben haben.

Das Eine schliest das Andere doch nicht aus! Natürlich brauchen wir einerseits Regeln, die ein erträgliches Miteinander gestalten. Aber niemand kann vorhersehen, wie sich die Welt entwickelt, und die moderne Psychologie hat nun einmal herausgefunden, dass Menschen, die in ihrem Leben mitreden und mitbestimmen können, auch gesünder sind. Das geht sogar so weit, dass Menschen, die die Freiheit haben am Arbeitsplatz mitzureden ein geringeres Krankheitsrisiko haben, als Menschen, die kein Mitbestimmungsrecht haben. Es ist eine Erklärung dafür, dass Vorgesetzte weniger krank sind!

LG

Antwort
von secondwayne, 51

Um es mal ganz krass auszudrücken: 

Eine Diktatur samt zugehöriger Ideologie und Reliogion weisen ähnliche gruppenpsychologische Einflüsse hinsichtlich der Verhaltensmuster auf. Wobei es auch hier eine philosophische Frage ist und von deinem Weltbild abhängt. Ich glaube daran, dass der Mensch von Natur aus schwach ist (natürlich gibt es Ausnahmen, aber wir sprechen von ca. 95%). Was will ein schwacher Mensch?

Er will eine vorgegebene Struktur. Das gibt einiges an intrapsychologischer Sicherheit. Nach der Tiefenpsychologie von Sigmund Freud ist der Mensch immer im Zwiespalt zwischen Über-Ich (Normen etc.) und dem Es bzw. Libido (Triebe). Wenn nun also ein Hitler hergeht und sagt, was die Regeln sind, löst sich dieser Konflikt komplett auf. Im Gegenzug gehören/ gehörten sie noch zu einer Volksgemeinschaft. Soziale Anerkennung ist DAS menschliche Grundbedürfnis schlechthin. 

Übertragen wir das mal auf die Religion. Die Zehn Gebote sind ganz klare Regeln. Weiterhin bestimmt die Bibel, wie ein christlicher Mensch zu leben hat. Das ist bequem. Ebenso bequem ist es auf einen Retter namens Gott hoffen zu können. (Für die Psychologen: Sind das nicht auch ödipale Konflikte, wenn Gott immer männlich dargestellt wird??)

Ich möchte keinesfalls die NS Doktrin mit dem Christentum vergleichen, sondern nur gemeinsame Grundstrukturen nennen. Mir ist bewusst, dass keine Religion zum Massenmord und Ausgrenzung anderer Ethnien aufruft!

Kommentar von kayo1548 ,

"Diktatur samt zugehöriger Ideologie und Reliogion"

wobei nicht jede Ditkatur auf Ideologien und Religionen basiert.

Gerade im Bereich der Geschichte war das allerdings schon so, dass religiöse Gruppen auch einen entsprechenden Einfluss hatten und jemand der herrschen wollte dies berücksichtigen musste - sei es Kaiser Konstantin oder Oda Nobunaga

"Ich glaube daran, dass der Mensch von Natur aus schwach ist"

wie definierst du schwach?

"Er will eine vorgegebene Struktur."

absolut - Routine bringt kontrollierbare Situationen und damit Sicherheit

Zumindest in manchen Bereichen scheint man das dann zu präferieren

" Nach der Tiefenpsychologie von Sigmund Freud ist der Mensch immer im
Zwiespalt zwischen Über-Ich (Normen etc.) und dem Es bzw. Libido
(Triebe). "

Auch wenn Siegmund Freud ein toller Psychologe war ist er heute in vielen Punkten widerlegt.

Dieser Punkt lässt sich allerdings durchaus auf kulturelle Dinge überragen, die biologische überlagern.

Aber Normen und co entstehen oft auch aus biologischen Präferenzen, was man daran sieht das sich vieles auch in isolierten Kulturen ähnelt.

"Wenn nun also ein Hitler hergeht und sagt, was die Regeln sind, löst sich dieser Konflikt komplett auf."

Wieso?

und wäre dem so: warum haben und hatten dann viele Menschen Gewissenskonflikte?

ist da nicht eher die Frage was für eine Moral sich entwickelt hat und wie die Situation mit den eigenen Zielen und moralischen Ansichten im Einklang steht?

Wobei es niemals sein wird das alles genau im Einklang ist aber es kann durchaus sein, dass ich eine Situation für meine individuellen Ziele als hilfreich erachte.

Letztendlich muss man da ja immer das Individuum und das Kollektiv betrachten.

Wobei gerade letzteres natürlich auch eine starke Eigendynamik entwickeln kann - einfach durch die Wechselwirkungen

" Soziale Anerkennung ist DAS menschliche Grundbedürfnis schlechthin. "

Absolut - wir sind Gruppentiere und Anerkennung ist Status und selbiges sichert uns Zugang zu Ressourcen und ermöglichst uns sicher auch eine gewisse Entwicklung (gerade im Kindheitsalter)

"Das ist bequem. "

und gibt einem Gewissheit - man hat einen Plan, weiß was man tun soll.

"(Für die Psychologen: Sind das nicht auch ödipale Konflikte, wenn Gott immer männlich dargestellt wird??)"

In der modernen Psychologie sieht man den Ödispuskonflikt als sehr umstritten an.

Das Gott keineswegs immer männlich sein muss sieht man an vielen früheren Religionen, die Götter oft als weiblich dargestellt haben.

Warum der Gott des Christentums meist männlich ist hat eine Vielzahl historischer Gründe, z.T. sicher auch um weibliche Göttinen, Priesterinen und Hexen zu "verteufeln" und einen Kontast zu schaffen um bestehen zu können und natürlich auch in Berücksichtigung der Rolle der jeweiligen Geschlechter

Aber da könnte man ganze Bücher darüber schreiben und das wäre hier viel zu viel.

Ist aber ein sehr sehr interessantes Thema.

Generell muss man bei einer Entwicklung oder Veränderung immer darauf schauen welche Faktoren da eingewirkt haben.

"Mir ist bewusst, dass keine Religion zum Massenmord und Ausgrenzung anderer Ethnien aufruft!"

Eine Religion sicher nicht; einzelne Menschen aber durchaus - je nach Zweck wird und wurde da dann auch hineininterpretiert (wobei wir Menschen ja immer interpretieren) und bewusst manipuliert was das Zeug hält.

.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo secondwayne,

Ich glaube daran, dass der Mensch von Natur aus schwach ist

Ja, das ist halt nur ein Glaube. Gehe der Sache auf den Grund, dann wirst Du sehen, dass eine autoritäre Erziehung die Menschen schwach macht. Und ja, es ist die Mehrheit der Menschen, die so erzogen wurden und deshalb schwach sind. Lies mal Jesper Juul "Wollen wir wirklich starke und gesunde Kinder?"

In der Vergangenheit wurden die Menschen nun einmal autoritär erzogen, die heutigen Eltern leben die Erziehung bei ihren Kindern nach, die sie selbst erlebt haben. Das wird sich schon noch wieter ändern. Es ist viel passiert in den vergangenen Jahrzehnten. Aber es wird sich auch noch viel ändern. Gut Ding will Weile haben.

LG

Antwort
von liamnoa, 49

Manche schätzen nicht was sie haben.

Antwort
von soissesPDF, 28

Sie wissen nicht was sie da glauben zu wollen.
"Wer die Geschichte nicht kennt, ist gezwungen sie zu wiederholen." Altkanzler Dr. Helmut Kohl (CDU).

Sie wissen das eine nicht, den Wert der Demokratie und das andere nicht, das Unwesen einer Diktatur.

Kommentar von Barney123 ,

Hallo soissespdf,

Wissen tun die das bestimmt, denn jeder lernt das in deutschen Schulen. Aber wissen hilft nicht weiter, sie müssen es verstehen. Und da haperts halt bei vielen.

LG

Antwort
von brummitga, 64

sieh dir mal die Zeit von 39 bis 45 an. 

Kommentar von Alibaba0815 ,

Diktatur ist nicht mit Kriegszeit gleichzusetzen

Kommentar von brummitga ,

das habe ich auch nicht behauptet.

Antwort
von JoachimWalter, 30

Ich bin gelernter DDR-Bürger.

Das muß ich nicht mehr haben wollen.

Antwort
von Modem1, 15

1/3 unseres Volkes kennt die "Vorzüge " einer Diktatur . 

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