Frage von unbekanntekarto, 83

Wieso wuchs die Wirtschaft erst mit der Entstehung des Kapitalismus?

Wieso wuchs die Wirtschaft erst mit der Entstehung des Kapitalismus im Jahr 1760?Ich meine,die Vorraussetzungen für einen Wachstum waren doch schon davor vorhanden,so gab es z.B. internationalen Handel,der diesen hätte ankurbeln können.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von JBEZorg, 19

Das kapitalistische Wachstum ist mehr oder minder iein künstliches Konstrukt, aufgebaut auf dem neuen alten Konzept der Konsumgesellschaft(gab es schon in Rom). Man sollte sich von diesem Begriff Wirtschaftswachstum ganz befreien wenn man ernsthaft disktieren will was gesellschaftlich los war.

Die kapitalistischen Modelle waren auch von Technologie abhängig. Der International Handel mit Karavanen existierte zwar Tausende von Jahren. Aber den kann man kaum mit dem Handel durch grosse Segelschiffe vergleichen, die sich auf erschlossenen Routen navigieren.

Das Konzept ist wie gesagt nicht neu. Das Römische Reich hat grosse Eroberungen gemacht und wichtige Rohstoffe in Beschlag genommen(damals einfach Goldminen). Die Ausbeutung der Provinzen ermöglichte Technologie zu finanzieren und das Konsumniveau in der Metropole (und die Leiter runter zu den Provinzen auch) zu steigern. Das ist eine expansives Wirtschaftsmodell, dass nur existieren kann mit "Wachstum". Eigentlich wäre Expansion der richtige Begriff. Stösst die Expansion an Grenzen kollabiert das Kartenhaus.

Genau diese Geschichte hat die protestantische Revolution in Europa wiederholt: Zinskapitalismus, Eroberung, Expansion, Ausbeutung der Kolonien. Mit den gleichen Folgen: Technologiesprünge und neue Konsumetagen. Was denkst du warum sich die Renaissance so nennt und sich so stark auf die Antike beruft?

Das Problem für uns ist wir stecken wieder in der Phase, in der Rom vor dem Untergang steckte. Das expansive System hat grosse Probleme Futter für Expansion zu finden.

Antwort
von berkersheim, 19

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich das gesamte geistige und politische Umfeld anschauen. Über 1.000 Jahre waren die Menschen von Adel und Kirche kleingehalten. Freie Forschung war nicht möglich. In Folge der Renaissance begann eine Lockerung und es wurden Werke des Epikureismus entdeckt, die eine vollkommen andere, wissenschaftsfreundliche Weltsicht der herrschenden Scholastik entgegensetzten. Das führte im 18. JH zur Aufklärung die Hand in Hand ging mit aufbrechender wissenschaftlicher Neugier. Adam Smith war z.B. kein Prophet des Kapitalismus, der steckte zu seiner Zeit noch in den Kinderschuhen, sondern er war Aufklärer und sein Werk richtete sich gegen den Feudalismus/Merkantilismus. Ihm ging es um die Freiheit der Bürger.

Startschuss für den Kapitalismus war der wissenschaftliche Fortschritt verbunden mit einer praktischen Umsetzung in die Mechanisierung der Produktion. Mit den erfundenen Maschinen konnte die Arbeit der Handwerke und Manufakturen in der Effektivität extrem gesteigert werden. Doch die Finanzierung der neuen Fabriken war nur Vermögenspotentiellen möglich, seien es ehemaliger Adel, seien es reiche Händler. Allerdings, das muss man fairerweise sagen, waren Investitionen sehr riskant. Nicht alles funktionierte und auch der Kapitalismus musste aus Fehlern lernen. Banken wurden gegründet und gingen auch bankrott, wenn sie sich verzockten und damit das Vermögen der Einleger mit. Letztlich war die Flexibilität des Sytems und seine Lernfähigkeit entscheidend, dass die Probleme bis jetzt immer einigermaßen beherrscht werden konnten.

Mit der industriellen Produktion und dem wissenschaftlichen Fortschritt ging eine Bevölkerungsexplosion einher. Die Landwirtschaft wurde zunehmend effektiver (Maschinen, bessere Anbaumethoden) und die Preise für Lebensmittel sanken, die neuen Menschenmassen konnten ernährt werden und das setzte zudem weitere Arbeitskräfte für die Industrie frei. So schraubte sich die Produktion in die Höhe. Mit der wachsenden Effektivität ging eine Kostensenkung einher, was wiederum die Produkte breiter verkäuflich machte. Mit dem Bevölkerungs- und Produktionswachstum stiegen die Vermögen an und auch in der sog. Kapitalistenklasse war ein Wandel durch neue Produktionsmethoden und Produkte wie Techniken. Beispiele dafür sind in jüngster Zeit Bill Gates und Mark Zuckerberg, die sozusagen von Null an die Vermögensspitze geschossen sind.

Expertenantwort
von Joshua18, Community-Experte für Abitur & Schule, 15

Die Wirtschaft wuchs erst mit industriellen Revolution. Vorher bestand der Handel grösstenteils aus irgendwelchen Kolonialwaren, wie Baumwolle, Tee, Kaffee und Südfrüchten und bis zu einem gewissen Zeitpunkt sogar aus Menschen (Sklaven) aus den ausgebeuteten Kolonien.

Antwort
von nifirm, 45

Sobald du für die eigene Tasche arbeitest, bist du doch direkt viel motivierter, dich anzustrengen, um etwas zu erreichen :)

Kommentar von JBEZorg ,

Im Kapitalismus arbeitet man nicht in die eigene Tasche bzw. nicht mehr als in anderen Systemen. Schreibe erstmal deine Steuererklärung, dann merkst du es.

Expertenantwort
von ArnoldBentheim, Community-Experte für Geschichte & Politik, 27

Wirtschaftswachstum hat es immer schon gegeben - und Rezessionen und Kapitalismus.

Aber durch den sich ausdehnenden Kapitalismus und entsprechende politische Maßnahmen seit dem ausgehenden 18. Jh. und dann besonders im 19. Jh. nahmen das Wirtschafts- ebenso wie das Bevölkerungswachstum in der Geschichte nie gekannte Dimensionen an!

MfG

Arnold

Antwort
von voayager, 26

Der Kapitalismus ist weitaus produktiver als der Feudalismus. Bei Letzteren lebt sich`s quasi von der Hand in den Mund, d.h. es wird was erwirtschaftet wurde, auf den Kopp gehauen, lediglich die existierende Produktion, meist Handwerksbetriebe, später dann Manufaktur, wurde aufrechterhalten mehr auch nicht. Im Kapitalismus hingegen kommt es zur erweiterten Reproduktion, schon um so wettbewerbsfähig zu sein und zu bleiben.

Kommentar von JBEZorg ,

Soweit die marxsche Theorie, die aber auch danebengeschossen hat mit dieser Beschreibung der angeblich stetigen Entwicklung.

Kommentar von voayager ,

Wo bitte findest du bei Marx einen Hinweis, dass es immer mehr im Kapitalismus bergauf geht. Dessen Krisen werden doch sehr genau dargestellt.

Kommentar von atzef ,

Es gibt zahlreiche Stellen bei Marx, wo er dem Kapitalismus sowohl a. zubilligt, eine gesellschaftliche Höherentwicklung gegenüber früheren Gesellschaftsformationen zu sein und b. ihm selber eben auch eine Entwickelbarkeit zubilligt.

Man sehe sich z.B. das Vorwort zur Kritik der Politischen Ökonomie an.

Ansonsten hat der Kapitalismus mit der sozialen Marktwirtschaft einen Modus entwickelt, der sowohl Wirtschaftswachstum produziert als auch ein hohes Maß an sozialer Verteilungsgerechtigkeit, das beispiellos in der Menscheitsgeschichte ist.

Kommentar von voayager ,

diese Textstwellen bei Marx kenne ich allesamt, sie sind durchgehend zutreffend und fundiert.

Deine Ausführungen über die einer angeblichen sozialen Verteilugngsgerechtigkeit im Kapitalismus, sind absurd ohne Ende und bar jeder Sachkenntnis.

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 7

Deine Prämisse ist schon falsch.

Natürlich wuchs die Wirtschaft auch schon vorher. Aber mit dem begleitenden wissenschaftlich-technischen Fortschritt potenzierten sich die Zuwachsraten.

Antwort
von soissesPDF, 5

Mit der Industrialisierung, nicht erst mit dem Kapitalismus.

Wirtschaftswachstum gab es auch vorher.
Dampf in den Kessel kam wahrlich erst mit Erfindung der Dampfmaschine, gefolgt von der Automatisierung.
Zum Kapitalismus wurde es erst mit der Aufteilung von Egoismus und Gier auf der einen Seite und Arbeitsleistung auf der anderen Seite.

Hat mit Wirtschaftswachstum nur nichts zu tun, denn Geld arbeitet nicht.

Antwort
von 35turk35, 37

Im kapitalismus werden die Reichen noch reicher, während Arme noch ärmer werden.

Antwort
von LuckForEver, 44

Kapitalismus ist das Größte Verbrechen was es auf dieser Erde gibt! Doch wenn man ein glückliches und erfolgreiches Leben führen will muss man Arbeitgeber bzw. Unternehmer werden und den Kapitalismus für sich nutzen um einen großteil vieler Leute auszunutzen und zu Versklaven. Mehr als 90 Prozent in unserer Gesellschaft ist gefangen ,doch wenn sie nur richtig die Augen aufmachen würden....... Kapitalismus ist das beste Mittel um einen Großen teil der bevölkerung zu kontrollieren! :D

Kommentar von atzef ,

Die Alternative?

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