Frage von Allesisok1, 97

Wieso wollen mich Bekannte/ Freunde vom Studium abhalten?

Ich bin 23, habe 2014 Abi an einer BoS gemacht und danach 2 Jahre gearbeitet. Ich wusste noch nie, was ich später beruflich werden will. Ich habe bereits 2 Ausbildungen nach dem Abi abgebrochen (mechaniker und einmal großhandelskaufmann-> da nur im Einzelhandel eingesetzt).

So - da ich schon 23 bin, mache ich mir viele viele Sorgen, was ich denn ÜBERHAUPT tun soll und was mir gefällt. Ich zweifle an absolut ALLEM, egal ob Studium oder Ausbildung oder sonst was. Ich sehe immer das Negative.

Aktuell tendiere ich eher zu einem Studium, dabei mache ich mir wieder Gedanken, ob es nicht doch der bessere Weg zum Erfolg wäre, wenn ich eine Ausbildung machen würde. Umgekehrt würde ich denken, ob nicht ein Studium besser wäre.

Ich habe einen Freundeskreis, von denen keiner Abitur hat, sondern meißt einen Hauptschulabschluss. Ich mag meine Freunde und sie sind auch in ihren gelernten Berufen zufrieden (sagen sie zumindest); einer ist Schlosser, der andere Metallbauer, der andere Schweißer, der andere Maurer. Sie raten mir vom studieren ab und empfehlen mir "geh doch den einfacheren Weg und mach es dir nicht so schwierig, wir verdienen auch gut, studieren ist unnötig usw." oder "wenn du studierst stehst du nicht richtig im Leben, verdienst kein Geld und gehörst zu denen, die nicht am realen Leben teilnehmen" usw. usw. usw..

Mich macht das alles fertig und ich denke natürlich auch über die Aussagen nach meiner Freunde. Klar haben sie ein schönes Leben (eigene Wohnung, zum teil schon Eigentumswohnung, Auto, dies und jenes usw. und legen sich am Abend nach der Arbeit aufs Sofa und sind zufrieden).

Ihc bin mittlerweile einfach so brutal verwirrt, dass ich gar nicht mehr weiß, was mein Weg ist, was mein Ziel ist und wo ich hingehöre usw. und habe dadurch natürlich auch mein Selbstbewusstsein großteils verloren...

Antwort
von Muckula, 59

Die Frage ist doch nicht, ob du dir eine Wohnung leisten kannst oder ob du wenig Arbeit hast.

Die Frage ist, ob du einen Beruf hast, den du über viele Jahre täglich 8 h machen willst.

Universitäten bieten Beratung an. Geh dorthin und lass dich ausführlich beraten. Ein Studium ist theorielastig und erfordert viel eigenverantwortliches Arbeiten, mehr als eine Ausbildung. An einer FH zu studieren ist praxisnaher als an einer Uni, und natürlich kommt es sehr darauf an, WAS man studiert.

Lass dich nicht davon abhalten, dass deine Freunde nicht studiert haben. Genauso sollten dir Akademikar pauschal von einer Ausbildung abraten.

Aber die Frage ist doch, welches Thema dich überhaupt reizt. Da würde ich ansetzen, und dann lieber ein paar Praktika machen oder Schnuppertage an der Uni besuchen, als überstürzt etwas anzufangen.

Gerade Unis bieten übrigens auch häufig gezielt Mentoringprogramme oder Beratung an für Leute, die nicht aus Akademikerhaushalten kommen und ein paar Infos darüber brauchen, wie da der Hase überhaupt läuft.

Viel Erfolg :)

Antwort
von BellaBoo, 46

Wie wäre ein Duales Studium ? Da gibt es auch Ausbildungsintegrierte Studiengänge bei denen du gleichzeitig auch eine Ausbildung erwirbst.

Antwort
von sumsehummel, 26

Ich persönlich finde, man soll sich sehr gut überlegen, ob man ein Studium beginnen sollte, da es in den meisten Fällen mit viel Arbeitsaufwand und wenig Freizeit verbunden ist. Dazu braucht man schon die richtige Arbeitseinstellung. 

Ich finde es anderen gegenüber, die gerne studieren oder die Ausbildung machen möchten, nicht fair, dass man ihnen den Platz wegnimmt und die Ausbildung oder das Studium später nicht durchzieht. Es wäre sicher jemand froh gewesen, an deiner Stelle den Ausbildungsplatz zu bekommen. 

Hast du schon einmal daran gedacht, zur Berufsberatung zu gehen und einen Job zu finden, der dir mehr liegt? Aber Achtung- jeder Job hat Themengebiete und Aufgabenbereiche, die dir nicht gefallen werden. 

Es muss nicht zwangsläufig sein, dass man sich durch ein Studium charakterlich verändert. Was ist falsch daran, viel Geld zu haben? Man muss es nicht gerade nach außen hin zeigen und die teuersten Dinge kaufen, auch als Besserverdiener kann man ein ganz normales Leben leben und seinen Freundeskreis beibehalten. 

Antwort
von Himmerlskoerper, 44

Ich hab auch grad eine ähnliche Situation, beim ersten Anlauf an der FOS habe ich die Probezeit nicht bestanden, dennoch habe ich mich entschlossen die FOS zu wiederholen aber es hat leider nicht geklappt, wodurch ich die FOS abbgebrochen habe und ich mir entschied eine Ausbildung zu machen und danach mein Abi nachzuholen, damit ich wenigstens etwas in der Hand habe. Ich könnt natürlich aufs Abendgymasium aber dann häng ich Drei weitere Jahre dran dann steh ich auch mit 23 vllt. ohne nix da.

Was ich dir sagen will, Informier dich über Berufe im Interenet welche die dir Interessieren könnten und mach ma da ein Praktikum und wenns dir gefällt kannst du da eine Ausbildung machen, dann hast du wenigstens etwas in der Hand. Wenn du dich jedoch fürs Studieren entscheiden hast dann schau wirklich genau, ob du das Studieren willst, bei einer Freundin von mir hat nach nem 1,5 Jahren gemerkt, dass es wirklich nix für sie ist und Wertvolle Zeit verschwendet hat schade auch :(. Du kannst auch nach der Ausbildung Studieren, solange noch dein Hirn gut tickt :)

Lass dir nichts von deinen Freunden einreden, geh deinen eigenen Weg !

Antwort
von Frankonian, 6

Die Überschrift dieser Frage ist falsch. Sie sollte lauten:

Ich weiß nicht, was ich will.

Im Text legst Du das ja entsprechend dar.

Deine Freunde sehen auch, was los ist und dann erzählt man halt von dem, womit man selbst gute Erfahrungen gemacht hat. Das ist generell so, es könnte auch ums Auto kaufen oder Kuchen backen gehen.

Was ist denn mit Arbeitsamt, Berufsinformationszentrum, haben die nicht auch Psychologen dort? Scheinst wohl inzwischen entsprechenden Bedarf zu haben.

Ich alter Knochen sitz hier auf dem Sofa und kann bequem senfen. Einst habe ich mich sieben Jahre durchs Gymnasium gequält, bis ich endlich mit knapp 18 Jahren hochkant gescheitert bin. Und das war gut so - Keine Ahnung, was ich mit einem miesen Abitur anfangen hätte können. Hilfsarbeiter vielleicht.

Ich habe zur Fachoberschule gefunden, hatte ein gutes Jahr, war bei den besten 20%, hätte dafür im folgenden Jahr jeden Monat 200 Mark kassiert, wenn nicht etwas zu viel Geld auf dem Sparbuch gewesen wäre. Jede zweite Woche war Praktikum, u.a. beim Finanzamt, dann bewirbt man sich halt für den öffentlichen Dienst.

Ich habe am einzigen Einstellungstest meines Lebens teilgenommen. Mit 19 Jahren und einigen Monaten konnte ich sagen, lieber Stadtverwaltung als Finanzamt, da kann man nur im ganz kleinen Umkreis versetzt werden. Mit 21 Jahren hatte ich nochmal großes Glück, dass die Verpflichtung, bis zum Abschluss der Ausbildung Kenntnisse in Kurzschrift nachzuweisen, aufgehoben wurde.

Hätte ich ein Jahr früher zur Fachoberschule und zum öffentlichen Dienst gefunden, wäre ich evtl. wegen Kurzschrift nur kurz dort gewesen. Nun sind es bald 30 Jahre.

Das mag Dir zeigen: Viele Leute, die nach außen sehr souverän wirken, haben auch jeden Tag zu kämpfen oder es gab zumindest in der Vergangenheit die Situation, dass es in eine ganz andere, schlechtere Richtung laufen hätte können.

Antwort
von Jerne79, 25

Es klingt nicht, als wollten dir deine Freunde etwas Böses. Sie kennen die Welt, in die du willst nicht, kommen in der eigenen offenbar gut zurecht. Das Studium ist für sie etwas, das sie nicht verstehen. Vielleicht haben sie ein wenig Angst, dass du dich verändern wirst.

Du schreibst, du "tendierst zum Studium". Allzu überzeugt klingt das nicht.

Finde heraus, was du wirklich willst, schau, ob das eine Zukunft hat, ob du den Ansprüchen gerecht werden kannst, wenn ja, dann zieh das durch. Du musst dein Leben führen, nicht deine Freunde.

Antwort
von Dahika, 17

Willst du dein Leben leben oder das deiner "Freunde"?

Antwort
von christl10, 11

Was hälst Du davon auch mal was zu Ende zu bringen und nicht wieder abzubrechen? 

Antwort
von MOMO9072, 45

Das Problem hab ich auch aber was willst du für die Zukunft ?
Ich will studieren damit ich Viel Geld bekommen kann und Haus, Familie hab. Vorteil vom Studium ist Du kannst die dann auch als Schweißer arbeiten und leichter nach nach oben klettern.

Antwort
von undNichtAnders, 20

So so richtig raten kann dir nur jemand, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat, der sowohl den einen Weg kennt als auch den anderen. Oder eben ein Fachmann auf dem Gebiet Berufswahl, dazu gehört das Arbeitsamt, schon deswegen, weil sie wissen, welche Berufe empfehlenswert sind, was die Einstellungschancen anbetrifft.

Freunde können deinen Weg nicht bestimmen. Klar, Gespräche sind wichtig, ihre Erfahrungen sind auf jeden Fall hilfreich, du kannst sie anhören und daraus Schlüsse ziehen. Am Ende aber wirst du deinen Weg gehen und niemand anders. Was für den einen gut ist, ist für einen anderen nicht gut, oder es läuft ganz anders als gedacht.

Im übrigen kann man über alles pauschale Aussagen machen, wer studiert hat, wird sich bisweilen über Handwerker mokieren, genauso wie er umgekehrt als lebensfremd bezeichnet wird.

Es gibt viele Wege, alle Wege können richtig sein. Höre in dich hinein, nimm dir etwas Zeit, rede mit Beratern, wenn dir wesentliche Informationen fehlen. Überlege, welche Konsequenzen deine nächste Entscheidung haben würde, wäre sie unumstößlich? Hättest du Alternativen? Kennst du deine Stärken, weißt du, wie du tickst? Warum tendierst du zum Studium?

Antwort
von Nordstromboni, 40

dann such dir mal Leute die studiert haben und jetzt ein gut bezahlten Job haben und rede mit denen

wenn du studieren willst dann mache es

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