Frage von Tragosso, 366

Wieso wird Pädophilie bei Frauen in der Öffentlichkeit als weniger schlimm angesehen, als bei Männern?

Huhu.

Eben gerade gab es hier eine Frage (die gelöscht wurde) bei der eine junge Frau eine Frage stellte, in der es darum ging, dass sie sich in einen 9 Jährigen verliebt hätte. Das hat mich mal wieder sehr verwundert, denn komischerweise kamen keine empörten Rufe, keine Hetze, keine Verurteilungen. Es fiel die Aussage, dass es ja niedlich wäre. Jemand anders bagatellisierte es, indem er meinte, dass man Menschen auf unterschiedliche Art und Weise lieben kann.

Das ist allerdings nur ein Beispiel, natürlich muss dieses Mädchen nicht pädophil gewesen sein, das ist auch nicht das worauf ich hinaus will.

Was ich sagen will ist, ginge es um einen jungen Mann und um ein 9 Jähriges Mädchen sähe das Ganze wahrscheinlich anders aus. Denn auch das schrieb ich so in der Art unter eine Antwort und als Kommentar erhielt ich die Aussage 'Andersherum wäre es ja auch etwas anderes'

Mir ist unverständlich, weshalb das bei Frauen anders bewertet werden sollte als bei Männern. Ich frage mich, was der Grund für dieses Denken ist. Werden Frauen denn immer nur als Mütter angesehen? Als harmlose Wesen mit dem Beschützerinstinkt die Kindern niemals etwas zu Leide tun würden? Dass das ein ziemlich naives und falsches Weltbild ist, sollte doch spätestens heutzutage dank Internet und Fernsehen klar sein, da es auch genügend Berichte über Verbrechen durch Frauen gibt.

Mir ist natürlich bewusst, dass jemand der pädophil ist nicht zwingend Kinder missbraucht und andersherum. (das nur als Zusatz um dieses Missverständis direkt auszuräumen)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von spellon, 248

Wahrscheinlich weil es zumindest in der Wahrnehmung, wahrscheinlich auch real weniger Frauen betrifft als Männer und weil man Pädophile immer mit der Vergewaltigung gleich setzt und dort sind Männer als das starke Geschlecht wahrscheinlich negativer vorbelastet. Zusätzlich wahrscheinlich noch die Vorstellung dass eine Frau einen Jungen nicht wirklich vergewaltigen kann als umgekehrt, was eigentlich größtenteils blödsinn ist.


http://www.spiegel.de/panorama/missbrauch-von-mutter-oder-frauen-a-822115.html

Kommentar von KaeteK ,

Zusätzlich wahrscheinlich noch die Vorstellung dass eine Frau einen
Jungen nicht wirklich vergewaltigen kann als umgekehrt, was eigentlich
größtenteils blödsinn ist.

Ich sehe das anders. Sollte so ältere Frau einen Jungen verführen, dann ist da für mich auch eine Vergewaltigung. Für den Jungen kann das schwer Folgen haben.

Kommentar von spellon ,

Zum einen weiß ich gerade nicht was du hier anderes sehen willst, da ich bisher nichts gegenteilige behauptet habe. Zum anderen gehst du meiner Meinung nach komplett am Thema vorbei und das auch noch falsch. Vergewaltigung mag es vor dem Gesetz sein. Vergewaltigung aber mit Verführung auf Emotionaler Ebene gleich  zu setzen scheint mir eher abwegig.

Kommentar von Zischelmann ,

Es kommt daruf an wie alt der Junge ist-es ist ein Unterschied ob es sich um einen 8 oder um einen 13 jährigen handelt und auch wie alt die Frau ist

Kommentar von Blauzahnadapter ,


Zusätzlich wahrscheinlich noch die Vorstellung dass eine Frau einen
Jungen nicht wirklich vergewaltigen kann als umgekehrt, was eigentlich größtenteils blödsinn ist.


Und wenn Frauen vergewaltigen, dann können sie dabei sehr brutal und unbarmherzig vorgehen. Die Penetration ist wie viele meinen nicht an einen erigierten Penis gebunden. Sowohl in diesem Interview https://www.youtube.com/watch?v=qQhEv9Ov7nQ als auch in ihrem Buch "Frauen als Täterinnen" zählt Michelle Elliott 

Gegenstände  wie Rosenstiele, Kerzen, Holzlöffeln, Kleiderbügeln, brennende Zigaretten oder Scheren auf, die bereits in der Vorstellung mit grossen Schmerzen und Qual verbunden sind. Melissa Huckabee hat z.B. mit dem Griff des Nudelholzes die Scheide der achtjährigen Sandra Cantu penetriert und das bevor sie das Mädchen umgebracht hat. 

Zitate aus dem Buch "Frauen als Täterinnen":

„Meine Mutter war wütend. Sie zerrte mich ins Schlafzimmer und
kettete mich mit ausgebreiteten Armen und weit gespreizten Beinen
aufs Bett. Dann nahm sie eine Glasscherbe und zerschnitt meine
Vagina. Ein anderes Mal bestand meine Strafe aus einem Eispickel in meinem Anus. Ich erlitt eine Mastdarm-Perforation."


Niemand oder zumindest die wenigsten werden männliche Vergewaltigungsopfer /watch?v=teogyQ7_r4s ernst nehmen. Sie behalten es lieber für sich und leiden im Stillen.

Wäre in diesem Video watch?v=qNgehISYQb4 ein kleines Mädchen und ein erwachsener Mann zu sehen, würden ihm spätestens bei der nächsten Haltestelle von der Polizei die Handschellen angelegt.



Kommentar von spellon ,

Nur um sicher zu gehen, da es vielleicht etwas missverständlich geschrieben ist. Ich meinte dass es Blödsinn ist davon auszugehen dass Frauen nicht vergewaltigen können und nicht umgekehrt.

Expertenantwort
von Kajjo, Community-Experte für Sexualitaet, 67

Pädophilie tritt einfach weitaus mehr bei Männern auf als bei Frauen. Würde jedoch ein gleicher Sachverhalt sexuellen Missbrauchs geschildert werden, so bin ich mir sicher, dass Frauen und Männer als Täter durchaus beide auf ähnliche Ablehnung stoßen würden.

Generell stimmt es wohl aber leider schon, dass männliche Sexualtäter auf mehr Ablehnung und härtere Verfolgung stoßen als Frauen und dass gerade auch sexuelle Belästigung fast nur einseitig gesehen wird. 

Antwort
von Blauzahnadapter, 9

Mir ist unverständlich, weshalb das bei Frauen anders bewertet werden
sollte als bei Männern. Ich frage mich, was der Grund für dieses Denken
ist. Werden Frauen denn immer nur als Mütter angesehen? Als harmlose
Wesen mit dem Beschützerinstinkt die Kindern niemals etwas zu Leide tun würden? Dass das ein ziemlich naives und falsches Weltbild ist, sollte doch spätestens heutzutage dank Internet und Fernsehen klar sein, da es auch genügend Berichte über Verbrechen durch Frauen gibt.

"Andere Forscher meinen, es gebe durchaus pädophile Frauen. Im Gegensatz zu Männern hätten Frauen nur bessere Möglichkeiten, pädophiles Verhalten hinter der Maske von „Mütterlichkeit“ und „Fürsorglichkeit“ zu verbergen, so dass es von Außenstehenden nicht wahrgenommen wird. Auch ich halte diesen Einwand für berechtigt, denn die traditionellen Rollenklischees bieten weiblichen Tätern praktisch ideale Möglichkeiten, sexuelle Übergriffe zu
kaschieren.

Ein Mann, der den körperlichen Kontakt mit Kindern sucht
(z. B. durch Kuscheln, Schmusen) wird sofort misstrauisch beäugt. Ganz
anders bei Frauen: Hier gilt körperliche Zärtlichkeit gegenüber Kindern
als Zeichen liebevoller Zuwendung, die so gut wie nie hinterfragt wird.
Es würde mich nicht wundern, wenn hier einiges an sexuellen
Grenzverletzungen stattfindet, die von außen niemals als solche
registriert werden. Darüber hinaus kann ich mir vorstellen, dass es
Frauen viel schwerer fällt, sich pädophile Gefühle einzugestehen und
nach Hilfe zu suchen, weil die Vorstellung einer pädophilen Frau so
gänzlich gegen die gesellschaftlichen Erwartungen verstößt."

http://www.schicksal-und-herausforderung.de/missbrauch-und-kinderpornographie/si...

Antwort
von 3BrusthaareBaer, 175

wahrscheinlich spielt es eine wichtige rolle, dass eine frau nicht in den 9jährigen "eindringt". die vorstellung, die wir hierbei im kopf haben, ist einfach weniger "gewaltig". ich bin mir sicher, dass das auch bezüglich des angerichteten schadens in der kinderpsyche eine rolle spielt.

trotzdem bleibt es missbrauch. da sich ein strafmaß auch an der größe des schadens orientiert, kann ich mir vorstellen, dass frauen da glimpflicher wegkommen als männer.

Antwort
von dengulan, 113

ich finde JA. auch vergewaltigugen von männern durch frauen (ja das ist möglich) werden vollkommen bagadellisiert. überhaupt wird m.e. gewalt durch frauen an männern/kindern deutlich differenzierter betrachter als wenn es ein mann wäre. bei männern reicht oft schon ein verdacht für schwerstwiegende anschuldigungen während anders herum abgewiegelt wird.

in meinen augen läuft da derzeit einiges schrecklich falsch ab und männliche eigentschaften werden zunehmen schlechter aufgefasst während weibliche agression verharmlost wird. das sieht man auch an unserer unreflektierten statistik zb über morde. erst letztens sah ich, dass zb in den usa auch erfasst wird ob es im hintergrund frauen um anstifter gab und siehe da, das ist bei etwa 50% der fällen so - dunkelziffer düfte recht hoch sein. nimmt man also den auslöser für morder her, sind hier männer und frauen recht ausgewogen, erst bei der ausführung sind männer diejenigen, die aktiver sind.
bei uns hingegen wird mord als reine männersache dargestellt, wie auch vergewaltigungen. dabei ist es aufgrund des tabus kaum möglich eine dunkelziffer auch nur ansatzweise abzuschätzen. es gibt fälle in denen männer bei der anzeige nicht nur lächerlicht gemacht wurden sondern auch keine aufgenommen wurde (!!).

ich finde das schockierend. auch den von dir gschilderten fall.

Antwort
von hertajess, 87

Diese Frage stelle ich mir auch häufig denn ich kenne manche von Frauen missbrauchte Männer die dann irgendwann im Erwachsenenalter größte Mühe haben ihre psychischen Erkrankungen welche darauf zurück zu führen sind auch nur anerkannt zu bekommen von sogenannten Fachärzten. 

Der sexuelle Missbrauch geht ja schon viel früher los nach meiner Erfahrung: 

Es gibt manche Frau die sich einen Orga verschafft indem sie sich von einem Kind streicheln lässt, mit einem Baby kuschelt. 

Wenn dann eine solche Frau für ein Kleinkind Nahrung als Lockmittel einkauft die nachweisbar ungesund ist dann steht oft genug ihr Mann verteidigend dabei. 

Ich persönlich habe den Eindruck dass hier das Thema Verantwortung gesellschaftlich sehr unterschiedlich und geschlechtsspezifisch konnotiert ist. 

Frauen verdienen gerade in Führungspositionen aktuell 23% weniger als Männer. Dafür wird ihnen auf der einen Seite manche Verantwortung abgesprochen während ihnen auf der anderen manche selbstverständlich auch entgegen geltendem Recht selbst von den Behörden aufgeladen wird. 

Es ist also eine grundsätzliche Unehrlichkeit in der Gesellschaft vorhanden die die natürlichen Regeln auf den Kopf stellt. 

Ich vermute dass hier die kath. Kirche mit ihrer Fehldeutung der Lehre eine große Rolle spielte und spielt. Nach ihrer Lehrer ist ja die Frau gegenüber dem Mann minderwertig. Was so nicht im jüdischen Bewusstsein ist dem der Gründer dieser Religion, ein gewisser Jesus von Nazareth, g.s.S.N., ist. Er wäre sicherlich mit der Peitsche dagegen vorgegangen. 

Allgemein muss aber festgestellt werden dass nur 1,5 von 10 Vergewaltigungsopfer in diesem Staat rechtliches Gehör erleben. Und dieses rechtliche Gehör verstößt grundsätzlich gegen manchen Artikel unserer sogenannten Verfassung. Denn während des rechtlichen Gehörs wird die Würde des Opfers in der Regel massiv mit Füßen getreten. - Diese Zahl bezieht sich auf Frauen als Opfer. 

Dass dann die Täter behandelt werden als hätten sie ein sogenanntes Kavaliersdelikt begangen liegt in der Verantwortung der zuständigen Richter denn sie haben durchaus die Möglichkeit anders zu urteilen. Tun es nur nicht. Seit Jahrzehnten. Neuerungen im Strafrecht werden also einfach ignoriert. 

Diese Verlogenheit haben wir ja erst erlebt wenn auch in anderem Zusammenhang: 

In Köln gab es also zwei Vergewaltigungen. Vorher war auch eine Polizistin in zivil sexuell angegraben worden auf üble Weise aber sie hatte so getan als wäre es eine lustige Sache. Die ersten Opfer sexueller Belästigung wurden von der anwesenden Polizei ausgelacht. 

Wie viele sexuellen Übergriffe es tatsächlich in diesem Staat gibt lässt sich nicht feststellen denn längst nicht jedes Opfer wird auch nur statistisch erfasst da weder Strafanzeige noch Strafantrag zugestanden werden, Fachärzte falsche Diagnosen stellen um der Statistik Genüge zu tun. 

Das Thema sexueller Missbrauch ist also ein sehr verlogenes Thema in unserer Gesellschaft. 

Sexueller Missbrauch ausgeführt von Frauen ist dabei allgemein tabuisiert denn er findet von Geburt an statt. Oft sind es genau solche Täterinnen welche Opfer sexueller Übergriffe als Verantwortliche angreifen. Was natürlich den männlichen Tätern und ihren Solidarisierern des eigenen Geschlechts zugute kommt. 

Denn auch die Forderung eines Vorgesetzten mit Rock zu erscheinen damit auf Anweisung mal eben die Unterhose entfernt wird um den schnellen Missbrauch während der Arbeitszeit zu ermöglichen gehört mit hinein gedacht. Er ist ebenso Alltag in unserem Staat. 

Kinder haben bei uns so gut wie keine Lobby. Das ist das Schlimmste am Thema. Wer sich zu ihrem Lobbyisten macht braucht schon einige Nervenstärke. 

Kommentar von robi187 ,

gewisse kreise sprechen von frischfleisch selbst dies wird nicht verurteielt sonder viele lachen mit? das ist bei frauen und bei männer zu finden? dabei stehen kinder unter besonderen schutz?

Kommentar von Zischelmann ,

Kuscheln und Streicheln denke ich sind das nicht was die machen-ich denke da eher an solche Frauen die ihre Kinder noch im Alter von 6 Jahren stillen

Antwort
von Arxoz, 150

Bin mir nicht sicher ob das der richtige Begriff ist, aber ich glaube das nennt man Doppelmoral.

Missbrauch sollte gleichartig bestraft werden, unabhängig davon ob etwa Frauen als "harmloser" angesehen werden.

Aber die Menschheit ist eben so einfach aufgebaut, man wirft gewisse Dinge gleich in eine eigene Kategorie. Es wird geglaubt, Männer sind aggressiver, gefährlicher, in dieser Hinsicht. Weil es sind ja auch viel häufiger die Männer, die betroffen sind. Wenn allgemein der Begriff "Pädophilie" fällt, ist der erste Gedanke wahrscheinlich: Ein alter perverser Kerl.

Es gibt sogar eine SouthPark-Folge (Staffel 10, Folge 10), die genau sowas als Thema gehabt hat. Achtung, Satire/schwarzer Humor; aber wer SP kennt, den wird das nicht überraschen. ^^

LG.

Kommentar von Tragosso ,

Doppelmoral trifft es sehr gut, denke ich.

Antwort
von chanfan, 165

Kann ich leider noch nicht einmal  ansatzweise beantworten oder entschuldigen.

Antwort
von TorDerSchatten, 143

Aus der Sicht eines kindlichen Opfers bleibt Mißbrauch Mißbrauch, egal durch wen er begangen wurde. Justizia ist hier blind, und Männer gleichfalls wie Frauen sollen für Mißbrauch verurteilt und bestraft werden.

Kommentar von Tragosso ,

Definitiv.

Kommentar von spellon ,

Werden sie auch, das Thema ist aber kein leichtes. Von falschen Anschuldigungen über das eingeschüchterte Kind was sich nicht traut etwas zu sagen bis zur einvernehmlichen, aber Gesetzlich nicht legalen Beziehung ist hier ein recht breites Spektrum. Allen Vergewaltigung ist schon ein kompliziertes Thema, bei Kindern wird das nochmal um einiges heftiger.

Antwort
von Misrach, 129

Wahrscheinlich weil man bei Frauen das mütterliche und bei Männer das sexuelle direkt  im Hinterkopf hat.

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