Frage von Xboytheunseen, 251

Wieso wird man Soldat?

Ich rede davon wieso man freiwillig Soldat wird und in einen Krieg zieht, also wenn man nicht gezwungen ist dazu.

Ich meine man muss ja bereit sein da draußen zu sterben und damit rechnen von einer auf die andere Sekunde nicht mehr zu existieren oder dazuliegen und die letzten Worte zu sprechen.

Diese Frage soll keine Kritik an Soldaten oder dem Militär sein, ich würde das halt einfach nur gerne mal verstehen, denn ich bin erst 14 und kann mir einfach nicht vorstellen wieso man diesen Beruf wählt.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von PeVau, Community-Experte für Politik, 76

Menschen, die freiwillig Soldaten werden, sind in der Regel noch sehr jung. Sie haben noch nicht viel erlebt und ihre Vorstellungen vom Soldat sein sind oftmals von erschütternd unschuldiger Naivität gepaart mit jugendlichem Enthusiasmus und der Vorstellung, etwas Gutes in der Welt und für ihr Land bewirken zu können.

Soldatenromantik, Kameradschaft, die Vorstellung als Soldat zu einer Elite zu gehören, die auf Zivilisten mit einer leichten Verachtung herab blickt sind genau so reizvoll wie die Aussicht auf Abenteuer, fremde Länder, "Heldenstatus" und natürlich die Aussicht auf Ausbildung und eine sichere finanzielle Ausstattung, auch wenn diese nicht unbedingt üppig ist.

Dass diese Vorstellungen so da sind, ist auch ganz normal, denn das wurde ihnen auch so vermittelt. Die Bundeswehr geht ja nicht umsonst in die Schulen und vermittelt ein Bild, in der Bundeswehreinsätze außerhalb Deutschlands als notwendig erscheinen. Jugendoffiziere der Bundeswehr erklären jungen Menschen die Welt oder besser gesagt ein Bundeswehrweltbild! Warum wohl?

Da wird dann viel davon geredet, dass Bundeswehrsoldaten Deutschland am Hindukusch verteidigen oder sonst irgendwo in der Welt. Wenn sie nicht gerade beim Verteidigen Deutschlands am anderen Ende der Welt sind, dann werden Mädchenschulen und Brunnen gebaut und natürlich wird D I E Demokratie gebracht.

An diese Vorstellung klammert man sich dann auch ganz gerne, wenn man
eine Uniform an hat und der Stahlhelm auf dem Kopf drückt. Denn wer
möchte sich schon eingestehen, dass er als Soldat in anderen Ländern mit
der Waffe in der Hand Interessen durchsetzt, die nicht seine eigenen
sind. Erstaunt stellt man dann fest, dass man in anderen Ländern gar
nicht so erpicht darauf ist, von uns die "Demokratie" übergeholfen zu
bekommen.

Der mögliche eigene Tod spielt natürlich auch eine Rolle. Doch erstens trifft es immer die anderen und nicht einen selbst und wer will sich schon in jungen Jahren ernsthaft mit dem eigenen Tod beschäftigen? So wird die Möglichkeit zu sterben eher zu einem theoretischen Risiko, das man erst dann völlig erfasst, wenn einem die Kugeln um die Ohren fliegen und man miterlebt, wie Kameraden sterben.

Gibt es ehrenhafte Gründe Soldat zu werden? Ja, die gibt es! Einer dieser Gründe ist z. B. die Verteidigung seiner Heimat gegen mögliche Aggressoren.

Zu diesen Gründen gehört aber nicht, selbst Aggressor zu sein oder zu werden. Deutsche Interessen im Ausland mit Waffengewalt gegen den Willen der dort lebenden Menschen durchzusetzen, ist militärische Aggression. Wer sich hier als Soldat meldet, erklärt sich zu Auslandseinsätzen bereit und damit auch bereit, Aggressor zu werden.

Kommentar von Misrach ,

Ein sehr hilfreiche Antwort. Jetzt wird Leuchtet mir das ein oder andere ein. Mein Freund möchte auch Soldat werden, in Israel. Jetzt weiß ich, das das nicht nur was mit Zionismus zu tun hat.

Kommentar von Xboytheunseen ,

Danke :)

Du hast dir die hilfreichste Antwort echt verdient :)

Kommentar von PeVau ,

Ich danke dir für den Stern. Schön, wenn ich die helfen konnte.

Antwort
von Suboptimierer, 87

Man muss bereit sein, für seine Ideale zu kämpfen und schlimmsten Falls, dafür zu sterben.

Soldaten werden nicht Soldaten um zu sterben, sondern nehmen das Sterben in Kauf, weil sie daran glauben, dass ihr Einsatz Schlimmeres für ihre Familie, ihre Heimat und / oder ihr Land verhindert oder einfach die ganze Welt zu einer besseren macht.

Uns geht es relativ gut. Deswegen können wir schwer nachvollziehen, wie man bereit dafür sein kann, für etwas zu sterben. Würden wir aber unterdrückt werden oder im Sumpf des Elends versinken, würden wir schnell Schuldige suchen, finden und uns zur Wehr setzen - zwar immer noch nicht alle, aber sehr viel mehr Menschen würden sich mobilisieren.

Ich sähe in der Frage keine Kritik, hättest du nicht extra betont, dass es keine Kritik sein soll. (Das bedeutet, dass du denkst, man könne es als Kritik auffassen.)
Alles gut.

Antwort
von Hamburger02, 73

Das ist eine Frage der Risikobereitschaft. Manche Menschen sind halt bereit, für übergeordnete Ziele ein Risiko einzugehen. Wäre das nicht der Fall, gäbe es keine freiwilligen Soldaten, Extremsportler oder Bombenentschärfer, und sterben müssen wir alle einmal. 

Streng genommen müsstest du bei Verlustangst um deinen Bruder diesen auch vom Straßenverkehr fernhalten. Durch Verkehrsunfälle kamen 2014 in Deutschland 3368 Personen ums Leben. Im gleichen Zeitraum fanden Null Soldaten im Auslandseinsatz den Tod. 2015 waren es 2, 2013 ebenfalls 2, davon 1 Suizid. Es ist also wesentlich lebensgefährlicher, auf Deutschlands Straßen Auto zu fahren als mit der BW in den Auslandseinsatz zu ziehen, und dennoch nimmst du das Risiko "Verkehrsunfall" in Kauf.

Kommentar von Xboytheunseen ,

naja, wir passen ja auch aufeinander auf im Straßenverkehr, also wenn wir über Straßen gehen, Handy weg und hinschauen, und Autofahren dürfen wir ja eh noch nicht mit 14.

Aber auch beim Radfahren passen wir auf, immer mit Helm und auf die Autos achten auch, besonderst auf die fiesen LKWs.

Und wir haben sogar einen Erste Hilfe Kurs gemacht, falls doch mal was passiert.

Antwort
von quanTim, 82

Es gibt verschiedene gründe.
Bei vielen menschen ist es der patriotismus. Sie gefährden ihr leben für ihr land und sind der meinung, das sie ihr leben opfern, um das der menschen zu beschützen die sie lieben.

einige menschen sind waffen/millitätfan. Es gibt menschen, die einfach total auf militante strukturen, und das "ursprüngliche" des militärs abfahren.

auswegslosigkeit. Es gibt einige menschen, die für sich keine zukunft sehen, die keinen job haben, vll keine familie und die dann im millitär die letzte möglcihkeit sehen in ihrem leben noch etwas sinnvolles zumachen

So eine bundeswehr, birgt natürlcih verdammt viele gefahren, von verstümmlung, bis hin zum tod. aber sie bietet auch einige anreize.

Antwort
von 19tmg00, 133

Irgendjemand muss es machen. Wehrdienst war ka mal Pflicht. Und jetzt ist es freiwillig. Und man kann danach sogar als Berufssoldat eingestellt werden. Manche machens weil se nix anderes finden und manche weil sie es wollen etc.

Den Soldaten gebührt Respekt bis ans Ende ihrer Tage für Ihre Taten und dessen folgen. Das Engagement und die Bereitschaft selbst im Untergang stets für Ihr Land zu dienen und in Notfall Situationen uns, die Bürger Deutschlands, vor Krieg und Terror zu beschützen.

Es ist eine Ehrenvolle Arbeit was sie verrichten und nicht ganz ohne. Vielleicht wirst du mal verstehen warum. Spätestens dann wenn es keinen mehr gibt der zum Wehrdienst geht und im fall der Fälle Deutschland am Ende ist.

Nur weil wir den längsten Frieden in der Geschichte haben heißt es nicht das es kein Krieg mehr geben wird. Eigentlich sind wir ja schon im Krieg jetzt gerade. Der Kampf gegen den Terror.

Kommentar von Xboytheunseen ,

Ich finde diesen Menschen gebührt mehr als Respekt, ihnen gebührt Ehre und Bewunderung und Hochachtung und es ist auch was heldenhaftes dabei , bereit so sein sein Leben und alles zu opfern um die seinen vor Bedrohungen zu schützen.

Trotzdem wäre dieser Job nichts für meinen Bruder und mich, wir könnten nicht ertragen, wenn dem anderen was passiert...

Kommentar von 19tmg00 ,

Ja das sind die Nachteile speziell jetzt da es freiwillig ist. Als es noch Pflicht war... Da war es einfach normal. Aber Berufssoldat muss jeder für sich entscheiden. Wenn man die Männer braucht in der Bundeswehr dann wird es Werbung/Propaganda geben. Welch Ehrenvolle Arbeit es ist, diene deinem Land usw. So lässt sich der ein oder andere rekrutieren als Soldat.

Kommentar von Xboytheunseen ,

naja, aber die in der Wehrpflicht wurden ja nicht ins Kriegsgebiet geschickt sondern nur ausgebildet oder hat uns unser Vater das falsch erklärt ?

Kommentar von 19tmg00 ,

Wer in die Wehrpflicht oder fwd geht oder gegangen ist konnte direkt weitermachen wenn er wollte und somit konnte man denjenigen ins Kriegsgebiet schicken. Aber die zeit ist vorüber. Fußsoldaten sind Kanonen Futter. Der luftkampf und auch biologische Waffen dominieren. Mit paar Schüssen aus einem Gewehr kannst du sicher was anrichten aber heute gibt's andere Wege. Und die sind halt auch extrem. Das geht hin bis zur Ausrottung einer zivilation mit einem Angriff. Nur keiner traut sich das zu machen... Das ist gut. Weil dann hast du die ganze Welt gegen dich. Wenn es Krieg mal gibt dann wird der sicher nicht wie früher geführt. Schützengraben etc.

Kommentar von Xboytheunseen ,

Wir finden, das es gut ist, wenn die zivilisierte Welt ihre technische Schlagkraft gegen Barbaren wie den IS erhöht, die westliche Welt ist zwar Momentan sicher, denn Einmarschieren oder Putschen kann der IS nicht aber falls es mal anders werden sollte, kann man im Notfall die Reißleine ziehen und den Schandfleck in einer gemeinsamen Aktion von der Erde entfernen.

Also nur als letzer Ausweg.

Und unserer Meinung nach gehören Waffen entwickelt und gebaut um das Land und die Freiheit zu schützen, aber nicht um Geld damit zu verdienen

Antwort
von JoachimWalter, 44

Ich wollte kein Soldat sein, mußte es aber pflichtbewußt sein dem Gesetz nach.

Ich hab das Beste draus gemacht, damals in der NVA.

Antwort
von kelzinc0, 104

Man nehme zb den IS der nicht will das du und alle die du kennst so leben wir ihr lebt, würdest du dan einfach so leben wie der IS es will oder dafür kämpfen so zu leben wie du willst?

Kommentar von Xboytheunseen ,

Wenn niemand da wäre um mit seinem Leben gegen den IS zu stehen, fiele mir nur noch eine technische Lösung ein.

Nicht das ich für derartige Waffen und deren Einsatz bin, aber wenn einen eine Horde bestialischer "Orks" überrennt wäre überhaupt nicht falsch, einfach "Mordor" wegzuspregen.

Antwort
von Xalas, 135

aus liebe zu seinem land.wegen dem job der kriesen sicher ist. wegen seinem glauben an die freiheit und das richtige zu tun.

das würde mir einfallen wenn ich mich irre bitte berichtigen

Antwort
von 1234567890qwert, 137

Weil man für etwas kämpfen will..z.B für sein Land

Antwort
von Hegemon, 29

Warum wird man Soldat? Weil man jung und naiv ist - und damit leicht beeinflußbar, und weil man keine Ahnung hat, was Krieg - oder selbst Armee - bedeutet. Und wenn man dann weiß, was Krieg bedeutet, ist es zu spät. Dann gibt es kein Zurück mehr. Hinterher ist man immer schlauer, oft ein psychisches Wrack, oder tot.

Die Leute, die Krieg erlebt haben, waren hinterher nämlich gar nicht mehr begeistert, wie z.B. Tucholsky 1926:

"...der Sinn des staatlichen Krieges selbst wird von uns verneint. Und
käme der edelste, der reinste, der tapferste Mann und forderte uns auf,
für die Rohstoffabteilung seines Ministeriums in den Tod zu gehen: wir
schüttelten das Haupt und ließen ihn seinen Krieg allein machen.
Solche Sätze müssen gesprochen werden, dreimal am Tage."

Antwort
von segler1968, 81

Als Soldat kannst Du legal Menschen töten. Das ist sicher nicht die Motivation aller Soldaten, aber einiger. Guck Dir doch Kriege an und Kriegsverbrechen - die IMMER vorkommen: Vergewaltigungen, Mord, Folter, Massenerschießungen. Das sind doch keine Unfälle!

Das Märchen vom edlen Soldaten, der aus Liebe zu seinem Land die total bösen Feinde töten muss, weil ihm ja gar keine andere Wahl bleibt, ist - ein Märchen.

Kommentar von WDHWDH ,

Warst du je Soldat?

Kommentar von segler1968 ,

Ja.

Aber es geht ja auch weniger in der Frage um unsere ziemlich brave Bundeswehr, sondern darum, warum Leute in den Krieg ziehen trotz der Risiken.

Ja, es gibt Idealisten unter den Soldaten. Wenige. Die meisten machen einen Job. Und einige sind halt Soldat, um Macht über andere zu haben. 

Antwort
von Lisalein14, 104

Also ich will soldatin werden da ich 1. Mein land liebe
2. Es hasse dass unschuldige menschen terrorisierr werden
3. Ich mich für die freiheit und den frieden für andere einsetzen will
Und 4. Ich aus einem unbeachreiblichem grund schon immer soldatin werden will. Sogar als kleines kind.

Kommentar von Xboytheunseen ,

Deine Argumente können wir zwar nachvollziehen, aber meinem Bruder und mir ist es unmöglich uns in diesen Gedanken hereinzuversetzen bereit zu sein alles aufzugeben und dabei draufzugehen

Kommentar von kelzinc0 ,

liegt wahrscheinlich an eurem alter in 10 jahren denkt ihr anders darüber garantiert

Kommentar von Lisalein14 ,

Ja das kann ich verstehen. Aber wäre es besser kämpfend zu sterben oder bei einem terror anschlag zuvstarben?

Kommentar von Xboytheunseen ,

Da hast du wohl recht, wenn die Bedrohung soo schlimm wird, ist es besser in Ehre zu fallen

Wobei wir meinen, das es besser wäre das Problem wissenschaftlich zu lösen damit keine Soldaten der zivilisierten Welt mehr fallen müssen.

Da sind wir der festen Überzeugung, das es gute Waffen und Verteidigungssysteme braucht, aber wir meinen solche Waffen gehören nur entwickelt und produziert um die Freiheit zu schützen, nicht um Geld zu machen

Kommentar von Xalas ,

finde deine einstellung bewunderns wert und beruigend das es noch menschen giebt die so denken

Kommentar von Lisalein14 ,

Danke, aber nein. Das ist jetzt seit 10 jahren so und wird in 10 jahren noch so sein :)

Kommentar von Lisalein14 ,

👍👍👍

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