Frage von DanielDuHu, 69

Wieso wird in der Schule so viel Zeit verschwendet?

Mich regt es total auf, dass wir in der Schule immer so viel Scheiß machen. Letztens haben wir „Die Verwandlung" gelesen—größter Müll  meiner Meinung nach. Die ganze Zeit deuten und interpretieren wir in Deutsch, Englisch und Philosophie, jedoch bringt mir das nix. Vor allem die zweite Fremdasprache. Ich hatte die 4 Jahre und habe wie sonst was gelernt und nix behalten. Ich verstehe nicht, wieso die Zeit in der Schule die Zeit nicht nützlicher genutzt wird. Z.B. Fächer wie Handwerk, Ernährung, Technik, Pädagogik, Nachhaltigkeit, Informatik oder einfach ganz simple Probleme des Alltags meistern, wie Verträge verstehen. Weil das alles kann ich nicht unde muss ich neben der Schule privat aneignen. Kann man sich an irgendjemanden wenden, um solche Vorschläge vielleicht durchzusetzen?

Antwort
von teafferman, 5

Ja, es gibt eine Möglichkeit. als volljährige Person da Veränderung im jeweiligen Bundesland einzufordern von den Verantwortlichen. Nennt sich e-petitionen. Gib mal die Zeichenfolge in die Suchmaske des Browsers. 

Nun magst Du da eine Petition online stellen. Da steht sie dann ganz gut. Und wird zu absolut keinem Erfolg führen, unterzeichnen nicht angemessen viele Menschen. 

Sinnvoll ist also erst mal, das Thema in sozialen Netzwerken immer wieder auf die Tagesordnung zu bringen. Und im persönlichen Umfeld. Um die Mitmenschen erst mal auf das Thema aufmerksam zu machen, dafür zu sensibilisieren. 

Startest Du dann eine E-Petition und informierst das Umfeld on- und offline, hast Du größere Chancen, dass es so viele Unterschriften geben wird, dass sich in Selbstverpflichtung die Landesregierung zu Umstrukturierung des Landes-Schulunterrichtes genötigt sieht. 

Volksabstimmung ist also durchaus möglich. Und dann erfolgreich, wenn ausreichend Menschen dran teilnehmen. 

Ansonsten ist Deine Kritik berechtigt. Nerve bitte Dein erwachsenes Umfeld damit. Nächstes Jahr ist Wahl. Auch die Bundestagswahl beeinflusst die Qualität unserer Aus- und Fortbildung erheblich. Denn auch die rechtlichen Vereinbarungen zur Thematik zwischen Bund und Ländern spielen hier eine Rolle. 

Überzeuge also Dein erwachsenes Umfeld davon, dass es tatsächlich sehr nützlich ist, mit vorbereiteten Fragen hartnäckig zu den Bewerbungsveranstaltungen sogenannter Parteien zu gehen. 

Die angemessene Vorbereitung magst Du gerne mit Gleichaltrigen erst mal angemessen recherchieren. Lese das Landesschulgesetz, höre regelmäßig dradio zur Thematik. Da hat es nicht nur täglich mindestens eine Sendung zur Thematik. Gerne wird auch mal umfassend das Thema diskutiert oder ein Bericht dazu ausgestrahlt. Also nutze auch das dortige Archiv. 

Mach Dich mit der Thematik Kultusminister-Konferenz vertraut. 

Recherchiere die Kritik der Deutschen Wirtschaft zur Thematik. Die ist umfassend und besteht seit mindestens 30 Jahren. Ungehört, da sich die Mehrheit der Wähler nicht interessiert. 

Schaue nach dem Thema "Schulprojekt". Da wirst Du manche guten Vorschläge finden, die sich so schon in der Schule umsetzen lassen. 

Lese ruhig auch mal das Grundgesetz. 

Jo. Mach ruhig da eine AG in der Schule draus. Gerne auch mit anderen Schulen zusammen, Denn diese Zellhaufen, die von einer Mehrheit wahlberechtigter Menschen in diesem Staat gewählt werden, finden sehr viele faule Ausreden. Da heißt es, so gut gerüstet zu sein, dass ihnen der Wind aus den Segeln genommen werden kann. 

Kann tatsächlich auf der Grundlage des Grundgesetzes, manches Landesrechts. Und durch Zitate, welche durch Abarbeitung meiner vorherigen Vorschläge erarbeitet wurden. 

Hau rein!!!! Du wärst da nicht der erste junge Mensch, der ein sehr wesentliches gesellschaftliches Thema anstößt. 

Schule vergeht? Keine Bange. Gut vorbereitete Themen finden immer Unterstützung. 

Natürlich gibt es auch change dot org. Die Seite eignet sich vor allen Dingen für Bundes- und Europathemen. Bei e-petitionen kannst Du auch auf das eigene Bundesland bezogen aktiv werden. 

Antwort
von regex9, 11

(...) jedoch bringt mir das nix.

Noch scheinst du nicht zu verstehen, dass es dir für das spätere Leben etwas bringt. Aber das ist nicht schlimm, vielleicht kommt das noch. 😉

Ich hatte die 4 Jahre und habe wie sonst was gelernt und nix behalten.

Dann hast du wohl falsch gelernt. Dafür kann die Schule nichts.

Z.B. Fächer wie Handwerk, Ernährung, Technik, Pädagogik, Nachhaltigkeit, Informatik oder einfach ganz simple Probleme des Alltags meistern, wie Verträge verstehen.

Hattest du in der Schule nie Werkunterricht? Die Fächer Biologie, Physik, Mathematik, Ethik, Deutsch und Geografie decken doch den Teil ab, den du beklagst. Dabei ist es Anspruch der Schule, nur Allgemeinbildung zu vermitteln. Mit diesem Grundwissen kannst du später Verträge u.a. verstehen.

Weil das alles kann ich nicht unde muss ich neben der Schule privat aneignen.

Auch gut. Etwas Eigenständigkeit kann nicht schaden.

Antwort
von Meeew, 12

Das sagt doch jeder.

KLar nervt ews mich auch das ich vorraussichtlich nach meinen Abi das Volumen der Sonne berechnen kann, aber nicht weiß für was ich später alles Steuern zahlen muss, wie viel berechtigt wäre, etc.

Die einen wollen mehr Sport und dafür Musik und/oder Kunst abschaffen. Ich hätte gern algemein einen Rahmenplan der erstmal realistisch ist!

Bereiche von denen selbst die Lehrer sagen sie sind absolut nicht prüfungrelevant und die jenigen, die in der Richtung studieren werden das eh noch mal behandeln. Der Rest würde es niemals wieder im Leben sehen. Aber deshalb fehlt die Zeit notwendigere Sachen - die sicher min die Hälfte einer Klassen anwendenkönnen muss -, weil eben diese unwichtigen Dinge auch behandelt werden müssen.

Man sollte die vorhandenen Pläne überarbeiten und nicht gleich neue Fächer einführen. Technik/Werken , Informaik sind doch bereits vorhanden. Nachhaltigkeit sollte in den Biounterricht bereits gehören, ebenfalls Ernährung jedenfalls "ist" es bei uns so.

Naja Technik/Werken leider nur theoretisch.. Ist ja nicht so als würden Gymnasiasten Igenieure werden wollen und könnten vor dem Studium grundlegend etwas ahnungvertragen. Oder als wäre es für einen Gymnasiasten generell nicht praktisch grundlegend ahnung zu haben. Wieder so ne Sache mit dem Rahmenplan. Im Musik wird jeden Notenlehre beigeprügelt (was jetzt nicht falsch ist aber für denke ich etwas mehr wirklichkeitsfern als Motoren)
aber für Gymnasiasten sieht AWT (Arbeit Wirtschaft Technik) nur Wirtschaft vor, wie ironisch oder? Jendefalls ist es bei uns im Landkreis so.

Dein Kafka ist denke ich wesentlich lehrreicher als "Tschick" was wir letztes Jahr lesen durften. Das war totaler Schwachsinn, keine schützenswerte Kunst, nichts besonderes. "Tschick" ist einfach nur ein langweiliger Jugendroman und der wurde 4 Wochen lang behandelt und da wurde nicht interpretieren dran geübt. Nein, nur gelesen und drüber gesprochen. Dafür nur 3 Wochen Romeo und Julia.
Ich meine, was hat mehr Wert? Weltliteratur oder irgendwelche unbekanteren Autoren mit Jugendbüchern mit einer Story- und Charaktertiefe flacher als das Papier auf dem es geschrieben ist?

Genug mit dem Gemecker in der Schule sollst du in diesen jetzigen System alles grob einmal kennenlernen, damit du in etwa weißt welche Bereiche dich interessieren. Gleichzeitig lernt man, dass man nicht immer nur machen kann was einen interessiert oder überhaupt einen Sinn hat.

Kommentar von DanielDuHu ,

Das Buch musste ich drei Wochen vorher such lesen

Kommentar von Meeew ,

Über Kafka wäre ich froh gewesen. Ich bin auch jetzt sehr froh das wir Nathan der Weise lesen. Was glaubst du wie viele aus meiner Stufe das unsinnig finden?

Aber es ist Weltliteratur und ich selbst finde es sehr wichtig davon was gelesen zu haben.

Gut jeden das Seine und ich sag auch nicht unser System wäre gut, das ist es nun wirklich nicht, da gibt es einiges was überarbeitet werden müsste.

Antwort
von feirefiz, 7

Die Schule soll durchaus auf das Leben vorbereiten, indem Kompetenzen entwickelt werden und auch ein wenig Wissen vermittelt wird.

Die praxisnaheste Schulform ist die Hauptschule, die Oberstufe ist für eine Vertiefung von Reflexion und Selbstreflexion gut.

Alltagswissen hat die Familie zu vermitteln - wie backe ich Muffins, wie bügle ich. Das ist wirklich nicht Sache der Schule. das kann man per learning by doing machen.

Ein Kafka kann dich dazu anregen, über deine Rolle in der Familie nachzudenken. Und auch, ob du immer der sein willst, der du bist. Oder ob du jemand anders sein willst, als du bist.

Was bist du überhaupt? Passen Selbstbild und Fremdwahrnehmung zusammen? Die Verwandlung ist das Werk schlechthin, um etwas über dich selbst zu lernen. Das zeigst du in einer Interpretation - du kannst deuten, was gemeint sein könnte, denn Gesagtes ist nicht immer Gemeintes (Kommunikationstheorien!). Als Bäcker oder Schreiner wirst du diese Fähigkeiten eher mal im Privaten brauchen, von einem Akademiker kann man erwarten, dass er zwischen den Zeilen lesen kann. Er kann verstehen, was der Bürgermeister mit seiner verschwurbelten Ansprache wirklich meint und wird darauf reagieren, er versteht die Tiefen in menschlichem Handeln, wenn er in der Bank Unternehmen berät oder als Arzt Patienten behandelt.

Manchen machen solche Gedankenspiele keine Freude. Sie möchten Handfestes, etwas über Steuern und Finanzierungen erfahren. Dann macht man idealerweise eine Ausbildung, da bekommt man das angeboten.

Ein Studium ist ähnlich theoretisch aufgebaut - Theorien, Abstraktionen und Strukturen entwickeln, hinterfragen, verwerfen, neu anfangen. Die Oberstufe bereitet darauf vor.

Problematisch ist das dann, wenn über 50% eines Jahrgangs ein Abi und ein Studium möchten (sollen), weil das eben die höchsten Bildungsabschlüsse sind, aber eben nicht alle diesen abstrakten Zugang schätzen.

Antwort
von Kuhlmann26, 7

Weil man für die Indoktrination viel Zeit braucht. Es geht nicht um die Aneignung von Wissen, sondern darum, zu lernen, was andere sagen.

Womit Du Dich in der Schule beschäftigst, ist bis auf ganz wenige Inhalte sekundär. Das Du Dich mit dem beschäftigst, was andere Dir vorschreiben ist der eigentliche Sinn der Schule.

Nachgewiesernermaßen könnte man die Schule so organisieren, dass die intelligentesten Schüler den Unterrichtsstoff aus 12 Schuljahren innerhalb eines Jahres schaffen. Die meisten schaffen es in 4 Jahren. So geschieht es in der Schitinin Schule in Russland. Jeder Schüler bestimmt dort selbst über sein Tempo und damit über die Zeit, die er in der Schule verbringt

Gruß Matti

Antwort
von TRUSTLUL, 28

Es gibt Schulen, an denen einige deiner Themen unterrichtet werden.

Wenn du in einer großen Stadt wohnst, kannst du dich ja mal umgucken.

Antwort
von Locuthos, 30

In der Schule lernt man für die Allgemeinbildung, nicht fürs Leben.

Ob das gut ist oder nicht, bleibt umstritten.

Außerdem gab es in den vergangenen Jahrhunderten immer wieder Menschen, die sich mit bestimmten Themen befassten und entsprechende Ergebnisse / Erkenntnisse erlangten (siehe Mathe). Wäre doch auch Schade, wenn solche fundamentalen Kenntnisse und Arbeit von Jahrhunderten der Menschheit an der Faulheit von nur einer Generation scheitern würden, oder? :D

Antwort
von FrankoLogo, 28

Ich finde es fehlt noch das Fach Gefühle, Depressionen, Eifersucht, das Zwischenmenschliche, wie umgehen mit Trennungen etc.

Es ist wichtig das Jugendliche lernen mit Ihren Gefühlen umgehen, das halte ich für wichtiger als Bruchrechnung.

Antwort
von botanicus, 6

Niemand zwingt Dich, ein Abitur zu machen. Aber wenn Du es willst, dann gehört ein gewisses Programm an Kultur und Bildung dazu – und glücklicherweise kannst nicht Du bestimmen, was man darunter versteht.

Antwort
von sarahandmichi, 29

Glaub mir das Fragen sich viele.

Die LP sagen es sei eine gute Vorbereitung fürs Leben aber ich glaube nicht!

Expertenantwort
von latricolore, Community-Experte für Italien, Italienisch, Deutsch, Sprache & Schule, 15

Keiner zwingt dich, die Oberstufe zu besuchen.

Kommentar von ThePugser ,

Trotzdem lernt man die vom User aufgelisteten Dinge nicht, auch wenn man die Oberstufe nicht besucht.

Kommentar von regex9 ,

Die Grundlagen lernt man schon, um die erwähnten Probleme angehen zu können

  • Handwerk lernt man im Werkunterricht
  • Ernährung wird in der Biologie abgedeckt
  • Technik - Physik, Chemie und Mathematik
  • Pädagogik - Sozialkunde und Ethik / Religion
  • Simple Probleme des Alltags meistern - Deutsch, Ethik
  • Verträge verstehen - Deutsch, Englisch, Mathematik
Kommentar von latricolore ,

Handwerk - ist eine Bezeichnung für ganz verschiedene Berufe

Ernährung und Technik - lernt man bspw. auf der Hauptschule

Informatik - gibt's teilweise am Gymnasium

Pädagogik - wird ebenfalls an einigen Schulen angeboten

Nachhaltigkeit - wird in mehreren Fächern zumindest angesprochen

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