Frage von Wintermarble, 49

Wieso wird erst nach 2 Wochen eine Zwanggstörung diagnostiziert(ICD-10)?

Huhu,

ich beschäftige mich gerade mit der Zwangsstörung, da mich das Thema sehr interessiert. Ich habe mir die Diagnosekriterien nach ICD-10 angeschaut und da steht ernsthaft,dass man 2 Wochen Zwangshandlung,Impulse oder Gedanken haben MUSS. Das finde ich unmöglich. Einem Menschen sollte doch geholfen werden,denn wenn er z.B erschreckende Bilder oder Impulse im Kopf hat, dann weiß man doch,dass etwas nicht stimmt, egal ob das nur 1 Tag oder 1 Woche auftritt. Wüsstet ihr einen Grund, wozu dieses Kriterium dienen soll, außer,dass wirklich eine richtige Diagnose gestellt werden kann.

Antwort
von wilees, 21

Ich habe gesehen, dass Du noch sehr jung bist. Trotzdem bevor du solche Aussagen tätigst musst Du Dich erst einmal mit dem Begriff Zwangsstörung auseinandersetzen. z.B. Waschzwang - möchtest Du bei jemandem der sich an einem Tag zig mal die Hände wäscht, weil er vielleicht an diesem einen Tag einmal etwas besonders Ekliges angefasst hat, eine Zwangsstörung diagnostizieren? Bei jemandem, der dies über Wochen und Monate tut, kann man möglicherweise von einer Zwangshandlung sprechen. Ein Arzt bzw. Psychiater muß sehr differenziert mit Diagnosen umgehen.

Antwort
von 22zweiundzwei, 10

Du kannst es so betrachten: wenn du an einem Tag mal das Gefühl hast, dir dauernd die Hände zu waschen, schränkt dich das nicht in deinem gesamten Leben ein. Aber ein zwangsneurotiker muss das jeden Tag der Woche in jedem Monat, hat etc machen. Das schränkt total ein. Zwangsgedanken und Handlungen sind eine unglaubliche Einschränkung im Alltag und die Menschen die so etwas haben, leiden gewaltig darunter. Deshalb kannst du es erst nach einiger Zeit diagnostizieren. Aber ich glaube auch nicht, dass jemand nach zwei Tagen zwangshandlungen schon zu einem Arzt geht. Wird demjenigen sicher erst später bewusst, dass er oder sie ein Problem hat!
Lg

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