Frage von barney996, 49

Wieso wird bei religiösen Bildern der Hintergrund oft in Gold gemacht?

Habe das schon so oft gesehen aber finde einfach NICHTS dazu im internet........:/

Antwort
von AskScape, 4

Kulturübergreifend wird Gold als "Realsymbol" allerhöchster Wertigkeit im materiellen Sinne betrachtet. Realsymbol meint hier, dass Gold nicht nur symbolisch Wert vermittelt, sondern zugleich auch "wirklich" wertvoll ist

Wenn wir nun Religion ebenfalls kulturübergreifend als Sammelbegriff verwenden, dann bezeichnet Religion immer all das, was in einer speziellen Kultur im spirituellen und metaphysischen (theologischen) Sinne als das Allerhöchste betrachtet wird. Etwas als religiös zu bezeichnen, drückt die Anschauung aus, dass es vergleichbaren Dingen bei weitem an Wert und Bedeutung überragt: Religiöse Wesen (z.B. Götter, Buddhas/Bodhisattvas, aber auch Engel und Propheten, biblische wie Mose und Jesaja oder der spätere koranische Prophet und Religionsstifter Mohammed, und schließlich auch die vielen konkreten spirituellen Lehrer und Meister, Gurus und Priester in Geschichte und Gegenwart) sind in diesem Sinne allen anderen Wesen übergeordnet; oder das Beispiel der heiligen Schriften, die in aller Welt eine unvergleichlich größere Wertschätzung erfahren als "gewöhnliche", säkulare Bücher, bis hin zur Praxis der Sikh, die ihre heilige Schrift als "lebendigen Guru" verehren und wie dies sonst im Umgang mit Götterstatuen bekant ist, das heilige Buch täglich pflegen und versorgen bis es schließlich für die Nacht weich und ehrwürdig in wertvollem Tuch in einer Art Bett gebettet wird. 

Die Verwendung von Gold entspringt meiner Erachtens dieser Wahrnehmung, dass es sich im Bereich Religion immer um die aller wertvollsten Güter handelt, egal ob es sich vornehmlich um religiöse Ideen und Theorien, Bücher und Schriften, diverse Praktiken (spirituelle Praxis und gemeinsame Rituale), mythische und göttliche Wesen oder vieles andere handelt. Die Verwendung von Gold folgt dann einfach der Logik, dass das Beste, was das irdische Leben anzubieten hat, im Umgang mit dem Heiligen niemals verkehrt ist.

Zudem ist religiöse Kunst selbst ein religiöser Akt: Gold also dafür zu opfern und nicht für sinnliche Zwecke einzusetzen, wertet also auch den Künstler oder Auftraggeber auf, bzw. umkegekehrt würde eine armselige, geizige Ausstattung in diesem Bereich eine negative Reaktion hervorrufen. Einerseits sozial, wenn andere Menschen dies bewerten, oder aber auch, je nach religiöser Lehre, in einem spirituellen Sinne (z.B. nach der indischen karma-Theorie). Religiöse Kunst entsteht auch häufig als religiöser Ausdruck der Dankbarkeiit oder in Verbindung mit einem Anliegen. In diesem Kontext wertet Gold ohne viel weiteren Aufwand jedes Bild rasch auf: Das vergoldete Bild hat somit eine größere spirituelle Potenz!    

Umgekehrt müssten wir in Kulturen, die Gold keinen besonderen Wert beimessen, sofern es solche gibt, oder in denen Gold schlicht nicht verfügbar war, dann auch im religiösen Bereich die Verwendung anderer wertvoller Materialien vorfinden. Religiöse Reformbewegungen können sich natürlich auch jederzeit gegen solche Praktiken wenden, und sie als Aberglauben, Anmaßung, oder sogar Blasphemie kritisieren. Wenn eine solche Kritik erfolgreich war, dann müssten wir auch wieder eine Abnahme "vergoldeter Devotionalien" feststellen können. In der anti-buddhistischen Meiji-Restauration (Japan, Ende des 19. Jh.) wurde z.B. massenhaft Tempelglocken (aus verschiedenen Materialien/Edelmetallen) eingeschmolzen, um damit zugleich der angeblichen Dekandenz japanischer Bonzen (buddhistische Priester) entgegenzuwirken UND aus den gewonnenen Metallen modernes Kriegsgerät herzustellen! Religion kann also auch diesen Stellenwert in einer Gesellschaft wieder verlieren.

Antwort
von ulrich1919, 25
  1. Gold ist kostbar und mit der Anwendung von kostbarem Material möchte man Ehrfurcht für das religiöse Thema bezeugen.
  2. Auf ,,Ikonen" usw. wird der Hintergrund neutral aus Gold dargestellt um das Portrait zu betonen und nicht durch einen gemalten Hintergrund abzulenken. Selbstverständlich könnte man das auch durch einen blauen oder schwarzen Hintergrund erreichen. Das Gold betont aber das nicht-weltliche Charakter der Darstellung.
Antwort
von Dirndlschneider, 26

Bei einer Erklärung zur  Ikonen - Malerei wirst du vllt auch Hinweise auf die goldenen Hintergründe bekommen......

Antwort
von Gipfelkrapfen, 22

um die  Seltenheit der religiösen person hervorzuheben weil gold selten ist und ihm ein gewissen wert zu verleihen

Kommentar von barney996 ,

Danke dir :)

Antwort
von nowka20, 2

es ist die darstellung der geistwelt in der ikonenmalerei

Antwort
von hummel3, 10

Vielleicht weil der Vordergrund nicht genügend wertvoll erscheint. - Man versucht so das Objekt aufzuwerten, denn Gold vermittelt schließlich den Eindruck des Wertvollen!

Antwort
von RobinsonCruesoe, 1

"Gold" ist die Farbe göttlicher Transzendenz. Beim Betrachten der Ikone sehen wir den Heiligen oder die Heilige, die gleichsam aus der jenseitigen, göttlichen Welt in unsere schauen.

Antwort
von fricktorel, 11

Das liegt an der Herkunft dieser Religion (2.Mose 20,23; Offb.12,9; 17,1-5).

Antwort
von ollikaly, 19

Man macht sie wohl in Gold, da es sehr kostbar ist und wertvoll ist. So wie der Glaube für viele Menschen

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