Frage von WhoNose, 45

Wieso wird alles schneller?

Technische Errungenschaften sollten doch das Gegenteil bewirken oder sonst auch Innovationen, wie eine Waschmaschiene. Trotzdem sagt man, alles werde immer schneller, weshalb auch so viele Menschen gestresst seien. Liegt es daran, dass der Mensch mehr und komplexere Aufgaben zu erfüllen hat? Mein Lehrer beispielsweise meinte, dass wir in der Schule zwar oberflächlicher lernen, dafür aber mehr Inhalt aufgehalst bekommen als früher.

Antwort
von SamVario, 27

Es geht nur noch um's Geld und Konkurrenz!
Früher gab es im Dorf einen Schuhmacher und einen Schmied. Wenn man heute im einen Schuhladen nix passendes findet geht man in nen anderen, auch wenn der dann halt 20 km weg ist. Eben ins Auto dann geht das...
So ist es fast überall:
Die Maschinen nehmen uns zwar viele Arbeiten ab aber durch Konkurrenz werden die Preise so niedrig, dass man wieder mehr arbeiten muss um zu überleben. Auch die Ansprüche der Verbraucher wachsen: früher hat man sich in der Mittagspause hingesetzt und sein butterbrot gegessen, heute wird beim Arbeiten am Computer gegessen und in der Pause wird am 500€ Smartphone gezockt. Zuhause steht nicht mehr die selbstgemachte holzeisenbahn sondern der 50" Fernseher. Ich denke das erklärt vieles...

Kommentar von Vienna1000 ,

Ja und auch wieder nein. Produkte die auf dem Markt sind sollten natürlich schon auch von irgendjemanden gekauft werden. Das heisst jetzt natürlich nicht, dass jedermann einen Porsche fahren soll. Es gibt in "Historien" anderer Staaten keinerlei "gleichartigkeiten" zu dem, was mit D in den letzten 10 Jahren systemisch passiert ist. Üble Ereignisse waren eher zwangsläufig. Ein Exportland, dass sich "stolz" (?) als solches präsentiert sollte zumindest das Ziel haben, dass durch diese Exporteinnahmen tatsächlich das "Binnenland" mitfinanziert wird und sich entwickeln kann. Da ist nichts zu sehen und das Kapital aus dem Binnenland wurde weitestgehend (!) ( ACHTUNG: Das ist übergeordnet zu sehen!!!! ) "ausgesaugt" und dieses System kennt kein menschliches "Ende nach unten".   Der "tagaktuelle" Unterschied zu sog. "armen" Ländern ist die Tatsache, dass die Bevölkerungen i. d. R. durchaus "überlebensfähig" sind. Das heisst: Ein wie auch immer geartetes Dach über dem Kopf haben UND Lebensmittel - auch aus dem Selbstanbau - nach Kriegen sind tmp. Probleme im Rahmen der "menschlichen Grundbedürfnisse" sicherlich "normal". Knapp 300.000 "geschürte" Wohnungslose bei strukturellem Abbau von Hilfeinrichtungen in einer noch die dagewesenen Größenordnung < Mit anderen Worten: Da WILL doch gar keiner mehr , schon längst nicht mehr > sind "ganz anders zu bewerten".  Vielleicht sieht man an nachfolgendem Link besser, was gemeint ist und in welchem "Zukunftsspektrum" das nun alles abläuft. https://de.wikipedia.org/wiki/Maslowsche_Bed%C3%BCrfnishierarchie

Antwort
von Vienna1000, 33

Du sprichst da etwas "kritisches" an, dass sich nicht mehr beantworten lässt bzw. alleine die Frage ruft i. d. R. "Menschen" auf den Plan, die alles besser wissen MÖCHTEN. Ja, die Waschmaschine sollte möglichst schnell kaputt gehen, damit insgesamt gesehen wieder Arbeit da ist. Die Gesellschaftsstrukturen in Deutschland sind stark gegensätzlich zu dem, was in der sonstigen EU vorzufinden ist. Die "neuen" EU Länder sind auch gesellschaftlich "stark im kommen" weil jeder noch weiss, für was er eigentlich arbeitet: Für kollektive Verbesserungen. Deutschlands System arbeitet irgendwie gegensätzlich zu diesen "normalen menschlichen" Bemühungen. So richtig kommt niemand mehr positiv vorran und das System als solches lässt dazu auch keine echten Freiräume mehr, sondern erzeugt sinnbefreit noch mehr DRUCK, den es eigentlich - heutzutage - nicht mehr bräuchte. Jugendliche werden zunehmend ins zukünftig absehbare "nichts" ausgebildet. Atypische Arbeitsverhältnisse, die wenig bringen scheinen "schick" zu sein UND keiner spricht das alles mehr an, obwohl man schon vor Jahren hätte merken MÜSSEN, dass dieses "Es muss alles etwas billiger werden" Prinzip total ausgeufert ist. Mit anderen Worten: Irgendwelche kollektiven Zukunftsziele hat dieses System nicht. Zumindest kann oder will keiner "der Politiker" mehr irgendeine Auskunft zu diesem Gesamtthema geben. Die Ausbildungsziele werden in D auch immer "punktueller" - Das passt auch nicht zu einem "flexiblen Arbeitsmarkt", wenn Menschen mangels "breitbandigen Wissens" nicht mehr "flexibel" einsetzbar sind. Es fehlt das "sinnvolle Langzeitkonzept". Mit anderen Worten: Das "oberflächliche" Wissen ist ein ERNSTHAFTES Problem!

Kommentar von WhoNose ,

Dann verstehe ich nicht wirklich, wieso man etwas so "Wichtiges" bzw. Langfristiges nicht bearbeitet. Ist es nicht immer sinnvoller etwas langfristig zu planen, wenn man so viele Menschen damit einbezieht? Es wundert mich, dass man ein Thema, das scheinbar wichtig ist, so vernachlässigt, obwohl es doch seit einiger Zeit so viele Probleme zu verursachen scheint, die sich im Moment beständig summieren.

Kommentar von Vienna1000 ,

Die Frage wird dir niemand mehr beantworten können. Es gab früher in D viele "Workgroups" z. B. von Ausbildern, die an Zukunftskonzepten gearbeitet haben. Die Kommunikationsstrukturen d. h. etwas sinnvolles von "unten" nach "oben" < Bis zum Staat zur Umsetzung > "zu transportieren" waren von jeher schon "mangelhaft" - Zwischenzeitlich sind derartige Bemühungen nicht nur unerwünscht, sondern werden sogar noch angegriffen. Mit anderen Worten: Deutschland lebt in einer Demokratie. Aber nachdem keiner mehr ( aber wirklich keiner ) Gehör findet ist es im Endeffekt dann doch eine recht schlimme Art der Diktatur.

Kommentar von WhoNose ,

Danke für die guten Antworten

Antwort
von Sonja66, 24

Unaufhaltsam enteilet die Zeit! – Sie sucht das Beständ'ge. Sei getreu, und du legst ewige Fesseln ihr an.
Johann Christoph Friedrich von Schiller
(1759 - 1805), deutscher Dichter und Dramatiker
Quelle: »Das Unwandelbare«

Erinnert mich an Momo, von Michael Ende :-) und ich glaube sogar, dass Beppo der Straßenkehrer, das Geheimnis der Zeit darin etwas lüften kann.

Zeit lässt sich zwar objektiv in ihrer Quantität messen, das aber hat wenig bis gar nichts mit unserem subjektiven Erleben der Zeit zu tun.

Vielleicht ja wird alles schneller, weil wir immer mehr haben/tun/machen/schaffen wollen.
Und warum wohl wollen wir das?
Hm, vielleicht weil wir glauben, sonst einen schrecklich schlimmen Mangel erleiden zu müssen, etwas versäumt zu haben, etwas entbehren zu müssen.
Vielleicht haben wir aufgrund von gewissen Ängsten bestimmte Gier in uns.

Für mich vergeht die Zeit schnell, wenn ich etwas mache, das ich sehr gerne mache und wenn ich viele Dinge zu erledigen habe.

Für mich vergeht Zeit langsam, wenn ich etwas mache, das ich sehr ungern mache und wenn ich wenig Dinge zu erledigen habe.

Antwort
von Praxston, 45

Das ist soweit richtig. Das höre ich von vielen das man mehr Arbeit hat als früher, die man aber dennoch in der gleichen Zeit erledigen muss.

Das ist leider ein durchaus negativer Wandel in der heutigen Zeit.

Kommentar von WhoNose ,

Kennst du einen Grund dafür?

Kommentar von Praxston ,

Unsere Gesellschaft ist daran selbst Schuld. Woran es genau liegt kann ich dir persönlich auch nicht genau sagen. Ein Hauptgrund wird aber letztendlich immer das Geld sein. Unternehmen wollen möglichst gewinn maximierend arbeiten. Also schaut man mal ob nicht vielleicht auch 6 Leute die Arbeit von 8 erledigen könnten in der gleichen Zeit. Und zack, 2 Leute entlassen, man spart sich Personalkosten und hat dennoch die gleichen Einnahmen. Das man damit die Arbeiter teilweise zu sehr belastet ist leider gerne mal zweitrangig.

Kommentar von Vienna1000 ,

Im Rahmen dieser "Flüchtlingskrise" < Also jetzt rein: Von der Massenzuführung von Menschen in ein System, dass am Versagen ist.. > wurde bereits von der Presse angemerkt, dass die "soziale Frage" neu zu stellen ist. Hoffentlich fängt da wirklich mal "jemand" zu denken und zu "strukturieren" an.

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