Wieso wird Abtreibung nicht als Mord gesehen, eine getötete Schwangere aber als Doppelmord?

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3 Antworten

1. Ist das gar nicht in jedem Land der Fall.

Z.b. ist die Ermordung einer Schwangeren in D im allgemeinen Mord/Totschlag + Abtreibung.

Beispiel:

http://www.taz.de/!5236973/

"Den 20 Jahre alten Männern wird Mord und Schwangerschaftsabbruch mit Todesfolge zur Last gelegt."

2. Meines Wissens ist das sogar nur in den USA der Fall.

Grund ist, dass es relativ Lebensschützer in den USA gibt; die wollen die Gesetze hinsichtlich Abtreibung im Prinzip stark verschärfen, z.b. dass es so ist, wie aktuell in Polen (Abtreibung nur bei Gesundheitsgefahr, Vergewaltigung oder schwer behinderten ungeborenen) bzw. sogar wie in Polen kürzlich im Parlament vorliegend (nur bei Lebensgefahr).

Politisch bekamen sie das aber nie, da die "Pro-Choicer" auch sehr stark sind.

Folglich haben sie quasi in einem "Besser den Spatz in der Hand als die Taube auf den Dach"-Ansatz die Tötung des ungeborenen gegen den Willen der Schwangeren gesetzlich als Mord eingestuft; das konnten sie wohl trotz den starken Pro-Choicern durchsetzen, da wenn man für die Entscheidungsfreiheit der Frau ist, einem erstmal schwerer Gründe einfallen, die Abtreibung gegen den Willen der Frau nicht hart zu bestrafen.

3. Schwangerschaftsabbruch (gesetzliche Bezeichnung von Abtreibung) wird in D auch erheblich härter bestraft, wenn es gegen den Willen der Schwangeren geschieht; dann gibt es keine Möglichkeit zur Straffreiheit für die Täter und die Höchststrafe ist 5 Jahre statt 3 Jahre (wenn ein Schwangerschaftsabbruch mit Einvertändnis und ohne Gesundheitsgefahr für die Schwangere aber entgegen der Gesetze erfolgt).

Die Schwangere hingegen wird mit maximal 1 Jahr bestraft, wenn sie entgegen der Gesetze abtreibt (was dann wohl nahezu immer zur Bewährung ausgesetzt werden dürfte; wer gegen den Willen der Schwangeren eine Abtreibung durchführt, hat häufig schlechte Karten mit Bewährung davon zu kommen).

4. Die Grenze ab der es Mord sein kann ist in D durch die Rechtssprechung auf den Beginn der Geburtwehen gesetzt.

Es gab mal einen Fall, in dem ein Täter (natürlich der Kindsvater) eine Hochschwangere überlst verdroschen und einen Abhang hinuntergeschubst hatte; die Schwangere überstand es solala, aber das ungeborene verstarb.

Nach medizinischen Gutachten haben die ersten Schläge wohl die Geburtswehen ausgelöst; da nach diesem Zeitpunkt der Täter weiter zugeschlagen hat und sie den Abhang hinuntergeschubst hat und das ursächlich für den Tod des ungeborenen war, welcher vom Täter wohl auch beabsichtigt war, wurde er wegen Mordes verurteilt.

Gesetze:

https://dejure.org/gesetze/StGB/218.html

(Abs. 2 Nr. 1 beachten)

https://dejure.org/gesetze/StGB/218a.html

(in Abs. 1 ist Voraussetzung der Straffreiheit, dass die Schwangere den Abbruch verlangte)

http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/abtreibungsmittel-im-dessert-angeklagter-muss-in-haft-1.5329604

(ein Fall, wo es trotz Geständnis bei erster Befragung und zumindest vorgeblicher Reue 3 Jahre und 3 Monate gab, was dann nicht zur Bewährung ausgesetzt werden kann)

http://opinioiuris.de/entscheidung/1245

"Bei regulärem Geburtsverlauf wird die Leibesfrucht zum Menschen
im Sinne der Tötungsdelikte mit dem Einsetzen der Eröffnungswehen (im
Anschluß an BGHSt 31, 348).
"

(Und hier alle jubilierenden ProChoicer bitte beachten: Da steht "im Sinne der Tötungsdelikte"; damit macht das Gericht überhaupt keine Aussage, ob und wann ungeborene Menschen im Sinne des GG oder Personen im Sinne des BGB sind; im Sinne des GG handelt es sich wohl bei ungeborenen spätestens ab Nidation um Menschen im Sinne des GG, es sei denn irgendwem fällt eine schlüssige Begründung ein, wie ungeborene individuell das Recht auf Leben nach Art. 2 Abs. 2 GG und individuell die Mesnchenwürde nach Art. 1 Abs. 1 GG haben können ohne Menschen im Sinne des GGs zu sein

http://www.servat.unibe.ch/dfr/bv088203.html , vor allem 1., 2. und 3.)

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Ein Mensch hat Rechte und Pflichten.
Die Rechtsfähigkeit beginnt mit der Geburt und endet mit dem Tod ( Ausnahmen bei Abtretung in gewissen Stadien der Entwicklung eines Embryos und bei der Totenruhe)
Die Pflichtsfähigkeit tritt teilweise in kraft, ist aber wegen deiner Frage nicht weiter zu berücksichtigen.
Daher hat ein Embryo in einer gewissen Phase nicht das Recht über sein Leben zu entscheiden, diese Pflicht liegt bei den Eltern, dem Arzt und dem Gesetz.

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Kommentar von jukuli
23.10.2016, 00:36

d.h. ein Doppelmord zählt auch erst ab dem 3. Monat?

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Kommentar von maxxxxam
23.10.2016, 00:39

Entschuldigung mit diesem Thema (Mord und "Mordfolgen") kenne ich mich nicht so gut aus. Möchte lieber nichts falsches sagen.
Die Strafe ist in beiden Fällen die selbe.
Nur vom Gesellschaftlichen Standpunkt aus ist es von Beginn der Schwangerschaft: Mord=Doppelmord

1

Der Mord an einer Schwangeren ist kein Doppelmord. Woher hast du denn den Quatsch?

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