Frage von asksth, 142

Wieso, weshalb, warum und woher, bekommt der Makler/Vermittler Immobilienobjekte VOR DER ZWANGSVERSTEIGERUNG?

Guten Abend liebe Ratgeber-Community,

da ich mir dieses Jahr ein Mehrfamilienhaus als Kapitalanlage zulegen möchte, habe ich folgende Situation erlebt.

Ich habe mich auf eine Anzeige in der Zeitung gemeldet. Diese lautete ungf. so:"Mehrfamilienhäuser als Kapitalanlage mit 7- 9% Rendite vor Zwangsversteigerung zu verkaufen."

Ich rief unter der angegeben Nr. an und vereinbarte einen "Kennenlerntermin". Bei dem Termin sagte der Herr, dass er mit mehreren Zwangsverwaltern zusammen arbeite und er mir einige Objekte weit vor der Versteigerung anbieten kann, die natürlich günstiger sind.Weiterhin bemerkte er, dass die Nebenkosten, Courtage, Rücklagen etc. mit einberechnet wurden. Unterm Strich hätte ich bei allen "seiner" Objekte einen monatl. Überschuss nach Zins u. Tilgung. Außerdem kommt hinzu, dass ein Arbeitskollege zu mir sagte:"Ein Kollege verkauft auch solche Immobilien und der steckt sich da zwischen 10 - 20 % vom Kaufpreis ein." Auf die Bitte diesen mal zu fragen wie das denn geht, sagte er schließlich:"Über Beziehungen zu versch. Banken und Bänkern".

Frage ist nun: Wie komme ich evtl. an solche Angebot dran, wenn ich weiß der Makler/Vermittler packt nochmal 10-20 % oben drauf, bzw. versteckt seine Courtage/Provision in den Nebenkosten. Ein Zwangsverwalter bzw. Amtsgerecht, darf wie ich gelesen habe keine Auskünfte erteilen. Das ganze kommt mir ein bisschen komisch und unseriös vor. Weil warum sollte ein "Makler" oder wie sich so einer auch nennen mag, für ein Objekt soviel verdienen wie andere in einem Jahr ?? Da kann ich doch besser selber suchen und Beziehungen aufbauen, wenn der "Makler" sowieso einfach nur selbstständig ist (+Er hat noch nicht einmal eine Homepage).

Ich hoffe Ihr versteht in etwa wie ich das meine und könnt mir dementsprechend eine Hilfe sein.

Schönen Abend

Asksth

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von lesterb42, 77

In diesen Fällen ist der Eigentümer bereit das Objekt zu verkaufen. Die Banken als Gläubiger beauftragen einen Makler mit der Vermarktung und bezahlen diesen auch. Das mit den 10-20 % Provision halte ich für ein Gerücht.

Antwort
von schelm1, 77

Sie können im Internet die gleichzen Informationen über künftig stattfindende Zwangsversteigerungstermine erhalten, wie jeder andere auch! Die Hustizverwealtugnednder einzelnen Bundesländer geben diese Informationen öffentlich lange vor dem jeweiligen Temin der ZV bekannt. 

Lediglich die Unwissenheit darüber machen sich Wissende mit z.T. fragwürdigen Werbeaussagen  zum Geschäft!

Antwort
von LuciLiu, 87

was genau heißt denn "weit vor der Zwangsversteigerung"? vor dem Termin oder vor der Beantragung? ich finde das hört doch Sehr unseriös an. außerhalb der Zwangsversteigerung MUSS der Eigentümer dem Verkauf zustimmen. sonst hast du keine Chance die Immobilie zu erwerben und der gläubiger darf diese auch nicht ohne Einverständnis des eigentümers zum verkauf anbieten (lassen). warum sollte die Immobilie günstiger sein? du musst möglicherweise Maklerprovision zahlen. dann kommen noch Notarkosten und die Umschreibung dazu. Daher kann es unter Umständen viel teurer sein. Sinne der Gläubiger nicht zu,dann wird sie Immobilie auch nicht lastenfrei übergeben und man darf doch noch um die löschung der Grundschuden kümmern. der Eigentümer kann diese Kosten ja vermutlich nicht tragen. Seriöse Gläubiger die ich kenne beauftragen einen Makler mit dem Verkauf und zahlen diesem eine courtage. Es wird auch von einer außenprovision abgesehen. Der Interessent zahlt also nichts für den Makler.

Antwort
von hilflos99, 63

vor der Beantragung der Zwangsversteigerung liegt ein längerer Zeitpunkt mit finanziellen Schwierigkeiten des Eigentümers. Die Bank versucht natürlich dem Gläubiger zu "helfen" und die Immobilie zu verkaufen und beauftragt dazu oft einen Makler und würde ihn im Erfolgsfall auch zahlen. Manche Makler kassieren aber vom Käufer nochmal, das sind aber zusammen nie 10-20%. Vor der Zwangsversteigerung ist es ein ganz normaler Verkauf beim Notar, Verkäufer muß anwesend sein und die Bank die alten Grundschulden löschen. Neben den Kaufpreis ist der Notar/Grundbuchamt und Grunderwerbssteuer zu zahlen. Bei der Zwangsversteigerung fällt der Notar weg und wenn die Wertgrenzen eingehalten werden, muß auch der bisherige Eigentümer und die Gläubiger nicht zustimmen.

Kommentar von lesterb42 ,

Eigentlich sehr ordentliche Antwort, nur muss bei einer ZV der Gläubiger immer zustimmen.

Kommentar von hilflos99 ,

wenn beim ersten Termin 70% vom Verkehrswert erreicht wird muß der Gläubiger nicht zustimmen. Beim zweiten Termin gar nicht

Antwort
von Feurigel1, 58

Richtig alle wollen nur Kasse machen. Sie müssen sich übers Internet Leute suchen bei denen der Verkehrswert des Hauses höher ist als die Schulden die die Versteigerten haben ca 60 %. Dann können sie eventuell günstiger ablösen. Aber die Idee haben natürlich mehrere. Die Makler haben meist gar keine geeigneten Objekte.

Eventuell hat die Schutzgemeinschaft für Bank- und Sparkassenkunden Objekte. Einfach googeln.

Antwort
von pilot350, 68

Über das jeweilig zuständige amtsgericht. 

Antwort
von Leisewolke, 65

schau mal hier nach: http://zvg.com/dist/  oder auch hier: http://zwangsversteigerungen-brd.de/  oder du suchst mal im Internet nach Zwangsversteigerungen

Kommentar von asksth ,

vielen Dank für deine schnelle Antwort Leisewolke. Die Portale sind mir bekannt, dennoch frage ich mich dann:"Wo kommen diese 10-20% vom Kaufpreis für den Makler her"? Sofern diese Angabe stimmt.Ich mein, er kann die ja nicht einfach "obendraufpacken".

Kommentar von Leisewolke ,

na, wenn eine Zwangsversteigerung eines Objektes bei 7/10 oder 5/10 liegt, bleibt noch Luft nach oben. Du schreibst ja auch vor Zwangsversteigerung. Damit wird die Zwangsversteigerung  wahrscheinlich umgangen, musst dann allerdings auch damit rechnen, das Objekt nicht lastenfrei( Grundbuch II und III, sowie Baulastenverzeichnis) zu erhalten. Von solchen "Maklern" rate ich ab. Schau auf die dir bekannten Seiten und wende direkt an das Amtsgericht oder den Betreiber der Versteigerung. Dann bist du auch der sicheren Seite.

Kommentar von asksth ,

Super, danke für deine Antwort. Hat mir schon weitergeholfen.

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