Wieso werden in den USA immer wieder Klagen in Millionenhöhe ausgesprochen ?

gefragt von stratege am 19.11.2007 um 21:56 Uhr

Jeder hat schon von irgendwelchen Millionenklagen aus den USA gehört. Wie kommt es, dass diese teilweise wirklich recht gesprochen werden und warum passiert so etwas hier nicht ?

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anonym
beantwortet von Bruno am 19. November 2007 22:09
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In den USA sieht man das mit andern Augen, wie soviel anderes auch.


WolfRichter
beantwortet von WolfRichter am 19. November 2007 22:01
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In Deutschland wird Recht von Leuten gesprochen, die etwas davon verstehen. In den USA gibt es die Jury.


anonym
beantwortet von TWally59 am 20. November 2007 09:02
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Im angelsächsischen Recht (UK, USA) kennt man den Begriff des "punitive damage" -> Strafschadensersatz, der Schadensersatz für den Kläger, aber auch Strafe für den Beklagten sein soll. Also vulgär ausgedrückt: "Wenn du Scheiße gebaut hast, dann muss es richtig weh tun." http://de.wikipedia.org/wiki/Punitive_damages


anonym
beantwortet von Teddine am 20. November 2007 22:11
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Die unterschiedliche Höhe des Schadensersatzes hängt mit einer unterschiedlichen Aufgabe des Schadensersatzes zusammen. In Deutschland soll der Schadensersatz nur den tatsächlich erlittenen Schaden ausgleichen. In den USA setzt sich der Schadensersatz dagegen aus 3 Bereichen zusammen:

  1. Ausgleich des Nachteils (wie auch in D). Grundsätzlich muss in den USA aber auch der Geschädigte seinen Rechtsanwalt selbst bezahlen. Deshalb werden solche Klagen in den USA von Anwälten in der Regel auf Erfolgsbasis abgerechnet (sucession fee). Der Anwalt bekommt deshalb z.B. 50 % des Schadensersatzes. Um dies auszugleichen wird dies vom Richter quasi im Kopf in den Schadensersatz eingerechnet und dieser erhöht (bei dem Beispiel verdoppelt). In Deutschland gibt es eine extra Entscheidung über die Kosten des Verfahrens und dies ist nicht m Schadensersatz enthalten.

  2. In den USA gibt es die „punitive damages“. Aufgabe dieser Art des Schadensersatzes ist es den dafür zu sorgen, dass sich ein (gegebenenfalls sogar bewusst) sorgloses Verhalten nicht lohnt. In Deutschland wird durch alle möglichen Ämter diese Aufgabe wahrgenommen, die die Einhaltung von Vorschriften prüfen und dann z.B. durch Geldbussen für die Einhaltung sorgen. In den USA gibt es solche Behörden bei weitem seltener, weshalb ein solcher Strafcharakter beim Schadensersatz notwendig ist.

  3. Gibt es in den USA so genannte „class action“ Verfahren. In diesen Verfahren macht der Geschädigte nicht nur seinen eigenen Schaden geltend sondern auch noch den Schaden vieler anderer Personen, welche z.B. wegen Beweisschwierigkeiten, weil es Lapalien sind oder weil sie keinen Ärger wollen nicht vor Gericht ziehen. Bsp: Angenommen ein Wasserversorger würde allen seinen Kunden stets 1 % zuviel berechnen, dann kann ein Kläger in den USA geltend machen, dass noch nie eine solche Klage erhoben wurde, der Wasserversorger dies seit 5 Jahren so macht, der Wasserversorger 50.000 Kunden hat und durchschnittlich 10 $ pro Kunde und Jahr zu viel berechnet hat. Der Schaden berechnet sich dann: 500.000 (Kunden) x 10 $ x 5 Jahre = 25.000.000 $. Hierbei geht es also um das Abschöpfen des Vorteils bei einem bewusst fehlerhaft handelnden Marktteilnehmers. In Deutschland kann jeder nur seinen Schaden geltend machen.


anonym
beantwortet von jauichauch am 20. November 2007 00:26
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Tut mir leid, aber so ganz stimmt das ja nicht. Die Höhe legt zum einen nicht die Jury, sondern wird vom vorsitzenden Richter festgelegt und das Urteil "schuldig" muss ebenfalls vom Vorsitzenden bestätigt werden. Die Jury ist so ähnlich, wie die Schöffen in Deutschland.

Der Grund für die hohen Schmerzensgelder liegt darin, dass nur ein Bruchteil der Amerikaner eine Krankenversicherung haben und die hohen Summen sowohl Behandlungskosten, als auch mögliche Folgeschäden abdecken müssen.


Niklaus
beantwortet von Niklaus am 19. November 2007 23:47
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In der USA kann man die Anwälte nach Erfolg bezahlen. Das steigert auch die Klagesumme. Außerdem gibt es zu viel Anwälte dort.


wj2000
beantwortet von wj2000 am 19. November 2007 21:57
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In Deutschland gibt es festgelegte Grenzen für Geldbeträge. Anders ist es in Amerika, speziell USA!

Kommentar von Teddine am 20. November 2007 21:51

Das ist falsch! Es gibt in Deutschland keine festgelegten Geldbeträge sondern es ist die Entscheidung des Richters. Der Schaden kann in Deutschland aber nie über den tatsächlich erlittenen Nachteil hinausgehen.


Eddy21
beantwortet von Eddy21 am 22. November 2007 11:22
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Amerika hat ein anderes Rechtsystem, da bekommt der Anwalt nur Geld wenn Er den Prozess gewinnt ! In der Regel bekommen die Anwälte ca. 50 % der erstrittenen summe, Staranwälte bekommen noch mehr !

Ich würde es begrüßen wenn solch ein System auch in Deutschland eingeführt würde !

Denn hier kann man den Gegenanwalt obendrauf bezahlen, selbst dann, wenn man Obsiegte aber die Gegenpartei nicht zahlungsfähig ist !

Eddy21


anonym
beantwortet von coroner am 19. November 2007 22:25
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meines Wissens nach werden Strafen in den USA nicht nach dem tatsächlich entstandenen Schaden gesprochen, sondern in dem Grade, dass sie dem Verursacher auch wirklich "wehtun". So können vermeintliche Bagatellen schnell teuer werden.

Kommentar von Fcbb169214ce6767cc043334449ea06esmallHerrLich am 19. November 2007 22:29

Klagen, nicht Strafen ;-)


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