Frage von Neutralis, 63

Wieso werden Freunde in der Philosophie so oft über Liebesbeziehungen gestellt?

Zum Beispiel bei Epicurus der sagt, dass man sich mit Freunden umgeben sollte um ein fröhliches Leben zu führen. Auch andere sagen das gleiche, Liebesbeziehungen werden eher selten erwähnt, woran liegt das ?

Antwort
von Grautvornix16, 7

Hi,- Ich würde dir in aller Kürze vielleicht folgende Anregung geben: Die Unterscheidung  zwischen Liebe und Freundschaft besteht in allen Kulturen unabhängig welchen sozialen Kontaktroutinen diese Unterscheidung folgt oder welche interpersonelle Bedeutung mit dieser Unterscheidung verbunden ist.

Es ist die Unterscheidung zwischen einem impulsgesteuerten, emotional getragenen Gefühl des Verbundenseins und Begehrens als Ausgangspunkt für  "Erkennen" (besser Wahrnehmen) und Handeln und einem Verbundenheitsgefühl, das dennoch Raum für rational-reflektiertes Denken und Handeln läßt. Heute würde man psychologisch sagen, das sich beide Zustände durch das Ausmaß unterscheiden, in welchem Raum zur Selbstdistanz durch die emotionale Distanz zum Wahrnehmungsobjekt verbleibt. - Dabei ist in einem allgemeinen Sinne der Begriff >Liebe< noch nicht einmal generell auf eine andere Person anzuwenden sondern kann ebenso als narzistische Selbstliebe, fetischistische Neigung oder begehrliches Verhältnis zu einer Zielvorstellung beschrieben werden.

Jetzt könnte man natürlich über den Begriff "Liebe im Wandel der Zeit" oder abweichende Denkansätze trefflich diskutieren. Aber aus meiner Sicht begründet sich in dieser Definition auch der von dir abgefragte Unterschied in der philosophischen Bewertung.

Philosophie steht für den Anspruch, dass dem Denken auf kritisch-rationale Weise die Möglichkeit zu Erkenntnis gegeben ist zumindest innerhalb des "Mainstreams" über die gesamte lange Geschichte der Philosophie hinweg bis in die Hörsääle und Seminarräume, in denen ich noch gesessen habe.

Aber wie der Begriff "Mainstream" schon sagt gibt es natürlich auch hier Ausnahmen von der Regel. - Die Frage wäre dann nur ob es sich bei diesen Ausnahmen per Definitionem noch um Philosophie handelt. Sonst müßte man aus meiner Sicht den Begriff der Philosophie neu besprechen.

Was den (Real-) Philosophen aber keinesfalls fremd ist ist der menschliche Anspruch und sein Recht dazu, nicht in jedem Moment reflektiert-philosophisch sein zu müssen. :-))

Gruß

Antwort
von berkersheim, 10

Das ist der Zeit um 300 v.Chr. geschuldet und den damaligen gesellschaftlichen Verhältnissen. Alle Philosophen leben in ihrer Zeit. Wenn Du R.D.Precht "Liebe" liest, erfährst Du, dass es Liebe, wie wir sie heute verstehen, noch gar nicht so lange gibt. In der Antike wurden die Heiraten meist arrangiert und es gab feste Rollenverhältnisse für Mann und Frau, die sehr viel anders waren, als heute. Auch das soziale Umfeld war anders. Jeder hatte für sich selbst zu sorgen. Der Staat regelte die öffentliche Ordnung innerhalb der Stadt und deren Verteidigung. Soziale Einrichtungen gab es nicht. Darum hatten Familie und Freundeskreis eine andere existentielle Bedeutung als heute. Das waren die selbst geschaffenen sozialen Absicherungen. Das Griechenland wie das Rom der Antike waren reine Männergesellschaften. Da war es für die Umwelt schon anstößig, dass Epikur in seinem Garten Frauen und Sklaven überhaupt zugelassen hat. Der Freundeskreis Epikurs hatte darüber hinaus zwei weitere Bedeutungen:

1) Die Epikureer waren die einzigen Agnostiker in ihrer Zeit voll abergläubiger Menschen und konnten offensichtlich nur im vertrauten Freundeskreis offen reden.

2) Für Epikur hatte der Freundeskreis den Charakter eines Gesellschaftsentwurfs. Offensichtlich stellte er sich eine funktionierende Gesellschaft als ein Zusammenwirken von Freundeskreisen vor in Form von Ringen immer weniger intensiver Freundschaft. Der Gesellschaftsvertrag, was später die Aufklärer wieder aufgegriffen haben, war sozusagen die äußerste Klammer der minimalsten Übereinstimmung.

Antwort
von Ottavio, 12

Philosophie ist etwas, was man zwar alleine tun kann, was aber viel dadurch gewinnt, dass man es im Freundeskreis tut. Da sich bis in die jüngste Vergangenheit Frauen selten mit Philosophie beschäftigt haben - sei es, weil sie keine Gelegenheit hatten oder weil sie es nicht wollten - waren dabei die Männer meist unter sich. Das heißt nicht, dass es dabei keine Liebesbeziehungen gab, aber sie waren dann eben homosexuell. Im antiken Griechenland herrschte die Knabenliebe vor. Zwar gab es in Athen ein Gesetz, das den Männern vorschrieb, zu heiraten, aber was machten sie denn wenn sie nun einige Kinder gezeugt hatten - und dann? Das war ja bis vor Kurzem ein Problem, und die verschiedenen Kulturen haben verschiedene "Lösungen" dafür gefunden. Eine berühmte Ausnahme waren freilich Jean Paul Sartre und Simone de Beauvoir, ein philosophisches Paar besonderer Art. Ob Du es ein Liebespaar nennen würdest, ist dahingestellt. .

Antwort
von WintersChild, 1

In der Philosophie ist irdische, körperliche Liebe etwas, das nur selten auftaucht. Die meisten Philosophen lehnen irdische Gelüste ab. Eine Liebesbeziehung bringt körperliche Triebe mit sich und Triebe lassen dich nicht Herr deiner Selbst sein und halten vom Denken ab. Eine Freundschaft ist eher eine platonische Liebe ohne körperliche Begierden.

Antwort
von nowka20, 1

der sinn des lebens ist es, in soziale kontakte mit menschen zu treten, um die 7 tugenden sich zu erarbeiten.

und das geht ambesten mit freunden

Antwort
von NANABUMBUM, 27

Da deine Freunde die sind die dich auffangen wenn es mit der Beziehung zu Ende geht  

Antwort
von smile143, 27

Da eine Liebesbeziehung meistens nicht für immer ist und schnell zerbrechen kann. Freundschaften halten hingegen meistens länger, da es hier nicht auf diese "wichtigen" Gefühle ankommt.

Antwort
von LionBoss, 30

Vielleicht, weil das eine nicht viel mit dem anderen zu tun hat. Liebe ist ja etwas anderes, als wenn man jemanden cool findet oder jemandem vertraut

Kommentar von Neutralis ,

Es sind ja beides zwischen menschliche Beziehungen.

Kommentar von LionBoss ,

Aber unterschiedliche, dass ist ja so, als würdest du jemanden nicht mögen mit jemanden hassen vergleichst

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