Frage von rotesand, 138

Wieso werden "einfache" Vornamen bevorzugt?

Hallo!

Ich habe eben gelesen, dass Mia und Ben heuer die beliebtesten Vornamen gewesen sind.. das sind ja meiner Ansicht nach - tut mir leid wenn ich das so sage - nicht unbedingt bedeutungsvolle oder anspruchsvolle Namen, sondern beinahe Kurzformen & nichts wirklich "Geistreiches".. kurze Namen eben.

In meiner Kindheit (bin 25) gab es einen Jungen namens Bert, über den meine Oma sagte, dass sich die Eltern dabei "aber wenig gedacht hätten". Ich selbst trage einen eher unauffälligen Vornamen, der in Deutschland vor vllt. 70 Jahren etwas bekannter war, aber nie wirklich populär & der dafür im Land meiner Vorfahren (Jugoslawien) recht bekannt & heute noch im Gebrauch ist.

Ich persönlich würde einen Sohn vllt. Dominik, Andreas oder Christian nennen.. und eine Tochter Caroline oder Maria, habe mich allerdings aus persönlichem Grund gegen Kinder entschieden..

Auf mich wirkt das mit den aktuell beliebtesten Namen aber subjektiv so, als wollen sich die Leute/Eltern heute weniger Gedanken machen & einfach irgendwas ganz "Einfaches" nehmen.. zumal der Gesellschaft ja allgemein eine immer seichtere/flachere Denkweise attestiert wird, die ich zumindest teilweise unterstreichen kann!

Was meint ihr dazu?

Schöne Grüße :)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isebise50, 50

Na, ob dem Kind mehr damit geholfen ist, wenn es so "bedeutungsvolle" Namen wie Mark Aurel oder Aphrodite bekommt und ob dies ein Beweis für eine weniger "seichte" Denkweise der Eltern ist, wage ich zu bezweifeln.

Und ob "geistreiche" Eltern ihrem Kind wirklich einen Gefallen mit folgenden genehmigten(!) Vornamen wie z.B.

Alemmania, Despot, Gneisenauette, Schaklyn oder Waterloo 

(mehr siehe http://www.rund-ums-baby.de/vornamensuche/kurioses.htm)

tun, sei einmal dahingestellt.

Ich bin berufsbedingt ganz nah dran an der Namensgebung und glaube mir, je
exotischer und vermeindlich "anspruchsvoller" ein Name klingt, desto
niedriger ist zumeist das Bildungsniveau der Eltern.

Natürlich möcht niemand, dass sich zehn andere Kinder auf dem Spielplatz
rumdrehen, wenn man sein Kind ruft, wie es in den letzten Jahren den
Sarah-Julia-Annas und Lukas-Leon-Finns passiert ist.

Aber aus den Cheyenne-Ashley-Tiffanys und Justin-Aiden-Taylors wären so manches Mal besser Christin-Amelie-Theresas oder Justus-Adrian-Tims geworden.

Ein Name sollte zum Nachnamen passen und jeder (ob nun Oma, Lehrer oder
späterer Arbeitgeber) ihn problemlos und ohne mehrmaliges Nachfragen richtig aussprechen und schreiben können.

Kommentar von rotesand ,

Danke für deinen Kommentar ---------> bin meinungstechnisch ganz bei dir, etwa beim Bildungsniveau das sich leicht anhand der Namenswahl für Kinder erkennen lässt.. sind Klischees, aber die werden zumindest teilweise bestätigt.

Ich finde auch, dass "bedeutungsvolle" Namen wie jetzt hier Aphrodite usw. nicht unbedingt das Maß aller Dinge sind & auch nicht besser als "Pseudonamen" wie Waterloo oder Kreationen à la Justin-Aiden-Taylor.. aber so ganz kurze Namen wie jetzt eben Ben oder Mia finde ich persönlich einfallslos.. als ob die Eltern nicht viel gedacht hätten ---------> das erinnert mich immer dran, wie ich einen Bert in der Grundschulklasse hatte & meine Oma nur sagte, dessen Eltern hätten wenig nachgedacht. 

Genau das denke ich heute, wenn ich solche "Kurzformen" wie Ben oder Mia lese.. und wenn ich dazu höre "Kurzform von Miriam" oder "Kurzform von Benjamin", dann denke ich mir: Vor 50 Jahren hat man doch sein Kind auch nicht offiziell z.B. "Hansi" statt Hans oder "Edi" statt Edgar genannt, nur beispielsweise!

Gut, man könnte jetzt auch sagen, dass der früher beliebte Vorname Heinz eine Kurzform von Heinrich ist und Dieter von Dietrich abgeleitet, aber ich denke ihr wisst, was ich meine!

Kommentar von isebise50 ,

Wenn aber der Nachname z.B. aus drei oder mehr Silben besteht, tut in meinen Augen ein kurzer Vorname gut.

Kommentar von rotesand ,

Das stimmt auch wieder, da gebe ich dir Recht!

Bspw. "Tim Obermeier" klingt besser als "Hans-Eberhard Obermeier".

Kommentar von isebise50 ,

Vielen Dank für deine Auszeichnung rotesand!

Antwort
von Steffile, 54

Meine Kinder haben kurze Namen (Sohn 5 und Tochter 3 Buchstaben) und wir mochten die Namen. Wir haben auch mit Absicht Namen gewaehlt, die kein "r" enthalten, damit, falls sie mal im Ausland leben wollen, der Name genauso ausgesprochen wird wie bei uns.

Der name Ben ist gar nicht so einfach, er bedeutet Sohn und ist eine Kurzform von benjamin, und Mia ist eine Variation von Miriam. Beide also biblische Namen und gar nicht ohne Tradition oder Bedeutung!

Kommentar von rotesand ,

Danke für deinen Kommentar :)

Deiner Argumentation kann ich gut folgen.. ich trage selbst einen Vornamen (6 Buchstaben), der eigentlich auf allen Kontinenten gebräuchlich ist & überall ausgesprochen werden kann --------> ist ein Vorteil, stimmt :)

Egal ob die Franzosen beim Schüleraustausch, Amis/Engländer, meine Verwandten aus Jugoslawien, mein Umfeld in Deutschland oder Asylbewerber, mit denen ich schon zusammenkam ---------> jeder kannte den Namen auf Anhieb, konnte ihn sofort aussprechen & hatte keinerlei Probleme damit :)

Der name Ben ist gar nicht so einfach, er bedeutet Sohn und ist eine Kurzform von benjamin, und Mia ist eine Variation von Miriam. Beide also biblische Namen und gar nicht ohne Tradition oder Bedeutung!

Wie ich weiter unten schrieb: Das erinnert mich immer dran, wie ich einen Bert in der Grundschulklasse hatte & meine Oma nur sagte, dessen Eltern hätten wenig nachgedacht. 

Genau das denke ich heute, wenn ich solche "Kurzformen" wie Ben oder Mia lese.. und wenn ich dazu höre "Kurzform von Miriam" oder "Kurzform von Benjamin", dann denke ich mir: Vor 50 Jahren hat man doch sein Kind auch nicht offiziell z.B. "Hansi" statt Hans oder "Edi" statt Edgar genannt, nur beispielsweise!

Gut, man könnte jetzt auch sagen, dass der früher beliebte Vorname Heinz eine Kurzform von Heinrich ist und Dieter von Dietrich abgeleitet, aber ich denke ihr wisst, was ich meine!

Antwort
von Volkerfant, 37

Die Gesellschaft kommt so langsam wieder zur Besinnung. Viel was früher in war und seit langer Zeit out ist, wird wieder in. Das spiegelt sich nicht nur an den Kindernamen wieder, sondern such in der Ernährung und hauptsächlich in der Natur wieder, Renaturierung, z.B.

Antwort
von blumenkanne, 82

hm andreas, christian oder caroline sind auch keine namen die vor witz sprühen. das sind altbackene und langweilige namen, die heute keiner mehr trägt. die kinder würden ausgelacht werden, wäre das dein wunsch?

ben, laura oder mia sind kurz, knackig und entsprechen dem derzeitigen zeitgeschmack. das sind schicke namen, die völlig in ordnung sind.

deine denkweise ist irgendwie sinnfrei. die bedeutung der namen ist klar formuliert, wenn du sie nachlesen möchtest. die bedeutung für die eltern ist eine ganz individuelle. meine tochter heißt lisa, simple und einfach. meine söhne james und sean. ganz einfache und normale namen, dort wo sie geboren wurden. ungewöhnlich und sehr schwer zu sprechen für die deutsche zunge, wie wir gelernt haben. das ist völlig in ordnung und hat für uns eine simple bedeutung: die kids brauchten einen namen und wir fanden sie wunderschön. tun wir immer noch und darum heißen die kinder so. welche bedeutung dahinter steckt ist uns völlig egal, aber wir wissen sie.

Kommentar von 19hundert9 ,

"hm andreas, christian oder caroline sind auch keine namen die vor witz sprühen. das sind altbackene und langweilige namen, die heute keiner mehr trägt. die kinder würden ausgelacht werden, wäre das dein wunsch?"
Wenn Kinder andere Kinder wegen des Namens auslachen oder ärgern, muss in der Erziehung auch etwas falsch gelaufen sein. Und "so sind nun mal Kinder" ist eine Ausrede für schlechte Erziehung.

Kommentar von rotesand ,

Hallo!

Danke für deinen Kommentar.. ich denke nicht, dass jemand als Andreas oder Maria ausgelacht wird.. das sind doch ganz neutrale, zeitlose Namen. Diese "Auslachgefahr" sehe ich eher bei übertrieben "kitschigen" Namen, die kurzlebige Modetrends sind.. da meine ich jetzt nicht die Namen, die ich oben nannte als aktuell Beliebteste, sondern so "kreative" Einfälle, die kaum einer aussprechen kann..

Ich finde auch die Namen Ben oder Mia nicht per se schlecht, aber eben "einfallslos", weil sie so kurz sind.. ich kenne die als Kurzformen von Benjamin/Benedikt oder Maria.

Lisa, James und Sean gefallen mir übrigens gut.

Wünsche dir alles Gute für das neue Jahr :)

Antwort
von reeduslahey, 40

Jeder Name hat eine Bedeutung und ich glaub beim Thema Namen gehen die Namen sowas von auseinander :D

Ich trage als zweiten Namen den Namen meiner Tante, die meine Mutter länger nicht gesehen hat. Der Name ist nicht sonderlich schön aber für meine Mutter hat er eine große BEDEUTUNG.

Außerdem sind Mia und Ben soweit ich weiß biblische Namen und bedeuten somit an sich schon etwas.

Antwort
von Nele15, 30

diese Namen kann man sich einfacher merken und das Kind hat es auch leichter beim Schreiben

Antwort
von 19hundert9, 68

Vielleicht gefällt den Eltern der Name einfach. Warum sollte der Name irgendwas bedeuten? "Oh er heißt so und so, dass bedeutet fliegende Kuh in diesem Indianerstamm" oder sollte man seine Kinder nur nach Heilige benennen? Ist auch Unsinn.

Einfach ein Name welcher den Eltern gefällt...

Kommentar von rotesand ,

Bedeuten muss ein solcher Name eigentlich nichts, finde ich.. aber ich finde so kurze Namen einfach "einfallslos", sorry..!

Allerdings, du hast Recht: Der persönliche Geschmack entscheidet!

Alles Gute für 2016 :)

Kommentar von 19hundert9 ,

Musst dich nicht entschuldigen, gibt bestimmt viele die kurze Namen nicht mögen. Wie du schon sagst, Geschmacksache.

Danke, wünsch dir auch alles Gute für 2016.

Kommentar von rotesand ,

Danke dir!

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