Frage von BTyker99, 52

Wieso werden die Calais-Migranten in Frankreich verteilt?

Den illegalen Migranten und Kriminellen soll Zeit gegeben werden, sich in Frankreich einzuleben und falls gewünscht einen Asyl-Antrag zu stellen. Meiner Meinung nach ist es aber durch das bisherige Verhalten mehr als deutlich geworden, dass es sich nicht um "Flüchtende" handelt und sie sicherlich keinen Anspruch auf Asyl haben. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sie an dem neuen Ort mit Freude aufgenommen werden.

Wieso werden die Migranten nicht einfach abgeschoben (meinetwegen in einen willigen Drittstaat, so wie es Spanien tut)? Alternativ hätte man die Umzäunung um den Jungle auch komplett schließen können... ich vermute dass die Gesellschaft mit allen Alternativen einverstanden wäre, aber nicht damit, sie zwangsweise in unbeteiligten Gemeinden anzusiedeln. Die Lösung scheint mir genauso durchdacht zu sein, wie unser "Türkei-Deal".

Kann es sein, dass die Regierung die Migranten aus dem Blick der Öffentlichkeit entfernen will, damit nicht bekannt wird, was anschließend mit ihnen passiert? Welche Alternativen Maßnahmen würdet ihr vorschlagen, um das Problem in den Griff zu bekommen?

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 28

Ganz praktisch stellt zunächst mal der Dauerversuch der Calais-Flüchtlinge ei enormes Sicherheitsrisiko für den Transitverkehr nach England dar. Im weiteren kann man die Probleme leichter händeln, wenn man die ballung beseitigt.

aufnahmewillige Drittstaaten für Wirtschaftsflüchtlinge? Welche sollen das sein? Wohin schieben den die Spanier ab?

Kommentar von BTyker99 ,

Damit meine ich Länder, die durch die Aufnahme von im designierten Zielland nicht erwünschten Migranten finanziell profitieren können. Man schließt also einen Vertrag ab, nach dem das Land für jeden aufgenommenen Migranten, der von Frankreich dorthin gebracht wird, Geld gezahlt wird. Soweit ich weiß gibt es ähnliche Verträge unter anderem zwischen Spanien und Marokko, was dazu geführt hat, dass der Migrationsstrom zu Spanien fast versiegt ist.

Kommentar von atzef ,

Wir haben Probleme, die Marokkaner selber von den Marokkanern abgenommen zu bekommen - da werden die kaum alle möglichen Illegalen von Hinz und Kunz aufnehmen... Das halte ich alles für Zusammengeraune vom Hörensagen und Wunschphantasien im rechten Lager...:-)

Da treibt mal eine aussagekräftige Quelle auf, die das seriös entwickelt...

Kommentar von BTyker99 ,

Die Marokkaner, die hier rüber kommen sollen angeblich zum großen Teil Schwerverbrecher sein, darum wollen sie die nicht zurück. Angeblich werden die sogar aus den Gefängnissen freigelassen, unter der Voraussetzung, dass sie nach Europa ausreisen, aber das könnte wirklich ein rechter Mythos sein. Anders könnte die Sache aber aussehen, wenn für die Leistung Geld geboten werden würde....

Was die Quelle betrifft, nenne ich wieder ein Video von Hans Werner Sinn, vom ifo-Institut:


https://www.youtube.com/watch?v=VFVSXN8Ezvw

Sinngemäß zusammengefasst sagt er bei der Analyse, warum Spanien nicht dieselben Probleme hat, wie der Rest Europas:

Spanien ist in Sichtweite von Marokko und hat zwei Städte in Afrika. Warum kommen also nur so wenige?

  • Spanien kontrolliert die Gewässer, nimmt die Leute auf ihre Boote und bringt sie zurück nach Afrika. (Im Rest von Europa werden die aufgegriffenen Migranten nach Europa gebracht, wie man fast täglich in Berichten über Italien sehen kann!)
    - Spanien hat ein Abkommen mit Marokko, nachdem die spanische Polizei auf Marokkanisches Territorium gehen darf, um dort die Schlepperbanden zu verfolgen.
    - Bei den anderen Ländern wird es Fall-weise geregelt: Es werden Gelder gezahlt, damit die Flüchtlinge zurück genommen werden.

    PS: Zu den Todesopfern auf dem Seeweg sagt er, dass auf dem Weg nach Spanien im Jahr 2015 nur 106 umgekommen sind, auf der Route nach Griechenland 806 und nach Italien 2892.



Kommentar von atzef ,

Bin am knechten und komme jetzt nicht dazu, mir das Video anzuschauen.

Aber wenn ich am Ende deines Kommentars lese, dass Sinn einen Zusammenhang zwischen der spanischen Flüchtlingspolitik und einer deutlich niedrigeren Sterberate von Flüchtlingen auf See souffliert, bekomme ich schon wieder das kalte Kotzen...

Die Straße von Gibraltar ist auf einer Länge von ca. 60 km keine 50 km breit, an der engsten Stelle 14 km.. Logischerweise saufen da weniger unbemerkt ab, Zum einen, weil du fast rüber spucken kannst und zum anderen, weil durch diese Nadelöhr natürlich auch der Schiffsverkehr viel größer ist als z.B. in der Großen Syrte vor Libyen.

Da entpuppt sich Sinn als jemand, der mit zunehmendem Alter auch ein immer größerer populistischer Schwätzer wird, der sich die Zusammenhänge so zurechtlegt, wie er sie gerade braucht...

Dass die Marokkaner, die zu uns kommen, "größtenteils" gezielt entlassene "Schwerverbrecher" sein, ist natürlich nur rechtes Gepöbele. Als ob sich dann hier Schwerverbrecher mit etwas Busengrapschen, Handyabzocke und Taschendiebstahl zufriedengäben...Lächerlich.

Der Rest über Sinns Äußerungen mag vielleicht irgendwie halbwegs zutreffen, liest sich aber wie regelrechter Menschenhandel. Und zumindest, was die Rücknahme von marokkanischen Staatsbürgern betrifft, sehe ich da keinerlei Schacherbedarf. Da haben die Marokkaner vielmehr nach den Regeln des Völkerrechts strammzustehen und ihre Leute auf Zuruf UNVERZÜGLICH zurückzunehmen. Da gibt es auch keinen Verhandlungsbedarf, sondern allenfalls ein "Winke, Winke" mit der Androhung, den EU-Binnenmarkt vollständig für marokkanische Produkte abzudichten...

Antwort
von larry2010, 26

das problem dort ist, das man vor ort die etwa 6500 menschen nicht richtig registrieren und verwalten kann.

zum anderen gibt es durchaus dort menschen, die auch bereit sind in frankreich zu leben, wenn sie nicht ausserhlab in heimen untergebracht sind, sich intergieren können, weil sie in der stadt wohnen und ämter udn alles möliche leicht erreichbar ist.

das dort kriminelle darunter sind, ist völlig logisch. allerdings war das jetzt eine kleine stadt für sich, wo die einwohmer ihre eigenen regeln dort machen mussten, weil sie von der umwelt abgeschnitten waren. das dann leute kriminell werden oder diese sich dort ansiedeln, ist doch klar.

was man jetzt macht, hätte früher passieren müssen. wenn die leute nciht nach england dürfen, muss man ihnen eine alternative geben.

wenn man überlegt, das sie unterm lkw hängen udn irh leben riskieren, um zum onkel in england zu kommen. das sind zum teil arme teufel

Kommentar von BTyker99 ,

Es gibt aber für die französische Gesellschaft keinen Grund, diese Menschen aufzunehmen. Dadurch, dass sie ihre eigene kleine Welt bei Calais geschaffen haben, und sich zum Teil über Monate hinweg von den französischen Gesetzen abgeschirmt haben und offentlichtlich eine ungesetzliche Handlung durchführen wollen (illegaler Grenzübertritt), ist es klar, dass sie nirgendwo willkommen sein werden, auch in England nicht. Es gibt keine saubere Lösung, außer sie  in ihre Heimat zurückzuführen. Die Situation, alle zusammen an einem Ort versammelt zu haben müsste doch ideal sein, um sie dingfest zu machen. Im übrigen können sie auch in Frankreich schon nicht als legale Flüchtlinge gelten, da sie gegen die nötigen Grundlagen der Definition nach der Genfer Flüchtlingskonvention verstoßen haben.

Als arme Teufel würde ich sie keineswegs bezeichnen, eher als Rosinenpicker. Mit Frankreich stünde ihnen ein Land offen, in dem sie nicht verfolgt werden und in dem es ihnen nicht schlechter gehen würde als in England, bis auf, dass sie eine neue Sprache lernen müssten. Ich habe eher Mitleid mit den LKW-Fahrern, die eine Strafe ungefähr in Höhe eines Jahreseinkommens zahlen müssen, wenn in ihrem LKW ein illegaler Migrant entdeckt wird. Außerdem habe ich natürlich Mitleid mit den Menschen, die in der Nähe der neu geschaffenen Lagern leben müssen.

http://www.dailymail.co.uk/news/article-3772571/Carnage-Calais-Horrific-crash-ju...

Antwort
von Jogi57L, 12

Es geht ja erst mal darum, die Leute aus diesem "Dschungel" herauszuholen und deutlich "menschwürdiger" unterzubringen....

...dort können sie dann ihre Asylanträge stellen... oder evtl. auch nur um vorübergehende Aufnahme bitten..... 

( die meisten Kriegsflüchtlinge wollen ja angeblich wieder in ihre Heimat zurück, sobald als möglich... anders mag es bei sog. "Wirtschaftsflüchtlingen" sein....)

Aber soweit mir bekannt, hatten die Flüchtlinge in Calais das Ziel sich irgendwie nach GB zu bringen.... egal ob legal, oder illegal....

Legal war es wohl nicht möglich... und illegal ist es weder von GB noch von France gewünscht....

"Abschiebung" ohne abgelehnten Asylantrag dürfte nach europäischem Recht wohl kaum möglich sein.....

Irgendwelche "Deals" egal mit wem, erscheinen mir allerdings "menschenunwürdig"....

Da sollten keine Summen bezahlt werden, um Menschen hin- und her zu schieben.

Ja=Ja

Nein = Nein 

das sollte auch dort gelten.

Wer also bleiben darf, darf bleiben...

wer abgelehnt wird MUSS in sein Herkunftsland zurück... ohne dass dem Herkunftsland extra eine Summe dafür bezahlt wird....

Sonst würden natürlich (!) Länder gezielt "Flüchtlinge" schicken... in der Erwartung, dass sie für deren Wiederaufnahme Geld bekommen....

Kommentar von BTyker99 ,

Ich würde darauf spekulieren, dass den Migranten die Überfahrt dann doch zu teuer wäre, als sich wegen einem kleinen Geldbetrages auf die Reise zu machen. In dem Fall, dass sie von ihrer Regierung losgeschickt werden würden, würden sie sicherlich auch nur einen kleinen Teil des durch einen "Deal" erhaltenen Geldes bekommen. Der aktuelle Grund für die Reisen ist ja eher die Spekulation auf ein Leben in Wohlstand und kein einmaliges Taschengeld.

Dass man das mit dem Asylantrag nicht umgehen kann, kann ich mir nicht vorstellen. Laut den Genfer Flüchtlingskonventionen sollen sich Flüchtlinge unmittelbar bei den Behörden melden, wenn sie unrechtmäßig irgendwo eingereist sind, um einen Asylantrag zu stellen. Auf Grund ihres langen Aufenthaltes in Frankreich würde ich davon ausgehen, dass sie ihr Recht, einen Asylantrag stellen zu dürfen, dadurch verspielt hätten. Außerdem kommen sie sowieso nicht aus einem Land, in dem sie unmittelbar verfolgt wurden.

Hier ein Zitat aus den GFK, das zwar nicht eindeutig ist, aber in die Richtung deutet:


"Die vertragschließenden Staaten werden wegen unrechtmäßiger Einreise oder Aufenthalts keine Strafen gegen Flüchtlinge verhängen, die unmittelbar aus einem Gebiet kommen, in dem ihr Leben oder ihre Freiheit im Sinne von Artikel 1 bedroht waren unddie ohne Erlaubnis in das Gebiet der vertragschließenden Staaten einreisen oder sich dort aufhalten, vorausgesetzt, dass sie sich unverzüglich bei den Behörden melden und Gründe darlegen, die ihre unrechtmäßige Einreise oder ihren unrechtmäßigen Aufenthalt rechtfertigen. "

Dass wohl der allergrößte Teil sowieso nie Anrecht auf Asyl hätte, ist natürlich wieder ein anderes Thema...

Antwort
von Maxfile22, 21

Die können doch nach Deutschland kommen, denn hier kann man sie wie menschen behandeln und auch anständig versorgen. Die rechte Ruck ist auch schon lange in Frankreich angekommen und wie mit den leidgeplakten Männern, Frauen und Kindern umgegangen wurde ist unmenschlich!!

In Deutschlnad haben sie viel mehr perspektive und unsere Nettigkeit wird sich auch auszahlen. Wir sollten darüber froh sein denn der Fachkräftemangel wird sich dank der Zuwanderung nie bemerkbar machen!

Ich weiß das du wider versuchst Stimmung gegen geflüchtete zu machen BTyker !! Menschen sind kein Problem !! Hoffentlich wirst auch du einsehen, das man den Fortschritt in eine bessere Zukunft nicht aufhalten kann !

Kommentar von Mrpat1605 ,

Ist das deine Büttenrede für Karneval? Die ist genial :D

Kommentar von BTyker99 ,

Vielen Dank für die ehrliche Antwort! In diesem Fall treffen aber nicht alle deiner Bemerkungen zu, denn in Calais hält sich, soweit ich weiß, kein einziger Flüchtling auf - wer verfolgt sie denn in Frankreich, oder in den zuvor durchreisten Ländern?

Der Rechtsruck war in Frankreich meiner Meinung nach schon vor dem in Deutschland spürbar und ist auch zur Zeit schon deutlicher ausgeprägt. Bei der nächsten Präsidentschaftswahl scheint es eine entscheidung zwischen Le Pen vom Front Nation zu geben, und einem Sarkozy, der sie in seinen Reden sogar noch rechts überholt. Darauf darf man auf jeden Fall gespannt sein...

Ich bin mir aber auch sicher, dass in Deutschland irgendwann der Sack zugemacht wird, selbst Frau Merkel ist mitlerweile auf einem Kurs, bei dem illegale Migranten, wie die in Calais, für den Wahlerfolg geopfert werden. Grundsätzlich denke ich aber auch, dass sie gerne nach Deutschland kommen sollen, damit die Politikverdrossenheit ein wenig reduziert wird und endlich ein Umdenken stattfindet. Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

Kommentar von BTyker99 ,

PS: In Berichten ist mir nur eine Frau im Jungle von Calais aufgefallen, und die wurde von deinen "leidgeplakten" Männern vergewaltigt:

http://www.n-tv.de/panorama/TV-Dolmetscherin-in-Calais-vergewaltigt-article18880...

Antwort
von Schnoofy, 28

Kriminellen

Hast Du selbst ermittelt oder Einblick in die Ermittlungsakten?

Meiner Meinung nach

die ist rechtlich nicht relevant

Kommentar von BTyker99 ,

Ich habe die Zeitungsberichte gelesen, nach denen Migranten Steine und Einkaufswagen auf vorbeifahrende Autos werfen, um Unfälle zu provozieren. Während die Fahrzeugkollone steht, versuchen sie dann, in die LKWs einzudringen. Das stand z.B. in der Daily Mail (Sonntagsausgabe, denke ich).

Kommentar von larry2010 ,

weisst du auch,warum sie machen?

weil england sie nicht einreisen lässt. und der lkwfahrer, der einen von ihnen auf dem laster hat, muss 700 euro strafe an england zahlen.

da stimmt doch etwas am system nicht.

wenn man jetzt die leute registriert, können sich möglichkeiten ergeben, das england sie aufnehmen muss oder zumindest einen teil de rksoten übernimmt.

Kommentar von Mrpat1605 ,

Und das gibt ihnen das Recht Fahrzeuge mit Steinen und anderem Müll zu bewerfen und mit Ästen die Fahrbahn zu blockieren?

https://www.youtube.com/watch?v=Hedp-EFBZpg

Kommentar von BTyker99 ,

Wieso sollte England sie aufnehmen müssen? Niemand muss sie aufnehmen, auch Frankreich hat das Recht sie abzuschieben oder wegzusperren, sie sind schließlich keine Flüchtlinge. Würdest du diese "Menschen" aufnehmen wollen? Bei dir in der Wohnung? Auch in England würden sie sich nicht integrieren, sondern in Parallelgesellschaften oder in der Kriminalität enden.

Selbst wenn man nur die offensichtlichen Straftäter einbuchten würde, sähe die Lage im Lager schon wesentlich besser aus:

http://www.dailymail.co.uk/news/article-3772571/Carnage-Calais-Horrific-crash-ju...

Kommentar von Schnoofy ,

Bei sowas  bin ich immer vorsichtig.

Lügenpresse - Du verstehst was ich meine.

Kommentar von BTyker99 ,

Ist dir bewußt, dass es bei Youtube hunderte Videos von LKW-Dashcams gibt, die ein erschreckendes Bild abgeben? So etwas kann man nicht fälschen...

Antwort
von 1900minga, 29

Welches Land nimmt die denn freiwillig auf?
Wen stellst du dir denn darunter vor?

Kommentar von BTyker99 ,

Ich meine Länder wie Marokko, die schon jetzt illegale Migranten gegen eine Geld-Zahlung von Spanien zurücknehmen. Auch könnte die australische Lösung als Vorbild dienen.

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