Frage von DuckNr1, 14

Wieso war die Frage "Redemacht odet Nationalversammlung" eine der wichtigsten Fragen der Revolution nach dem 1. Weltkrieg?

Antwort
von SoerenRB, 3

LiebeR DuckNr1,

am Ende des 1. Weltkriegs gab es gleich zwei parallel laufende Revolutionen. Die Kommunisten um Karl Liebknecht und Rosa Luxenburg riefen eine sozialistische Räterepublik aus, die SPD eine parlamentarische Demokratie.

In einer Räterepublik gibt es keine Gewaltenteilung. Abgeordnete werden auf der kleinsten lokalen Ebene von den Wahlberechtigten frei gewählt und sind von ihren Wählern abhängig. Das heißt, was die Basis beschließt, müssen sie in ihrem Rat vertreten, es gibt somit ein Imperatives Mandat. Wenn sie das nicht tun, können sie sofort abgewählt werden.

In einer parlamentarischen Demokratie gibt es, ausgehend von den Klassikern der politischen Theorie wie Montesquieu, eine Dreiteilung der Gewalten in Exekutive (Regierung und Verwaltung), Legislative (Gesetzgebung/Parlament) und Judikative (Gerichtsbarkeit), die sich alle gegenseitig kontrollieren können sollen, damit keine der Gewalten die anderen einfach wegputschen kann. Die Abgeordneten im Parlament haben ein Freies Mandat, das bedeutet, dass die Wähler in regelmäßigen Abständen ihre Abgeordneten, die dann aber völlig frei entscheiden können, was sie für sinnvoll halten. Wenn also ihre Wähler mehrheitlich Gesetz X befürworten, muss der Abgeordnete nicht für das Gesetz stimmen, wenn er selbst dagegen ist. Im Normalfall kann er dann auch außer der Reihe nicht abgewählt werden, sondern erst wieder bei der regulären Neuwahl.

Beide Revolutionen wollten natürlich völlig verschiedene Gesellschaften erschaffen, entsprechend wurde gegeneinander gekämpft, bis die Kommunisten besiegt waren.

Antwort
von voayager, 3

Vermute mal, du meinst Rätemacht. Nun, diese weist hin zu einer bestimmten Form von Sozialismus, die Nationalversammlung hingegen ist eine bürgerliche Angelegenheit, mithin Konservierung des Kapitalismus.

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