Frage von SYSCrashTV, 54

Wieso verwendet man für Internetverbindungen DSL statt direkt LAN?

Dass dafür alte Telefonkabel verwendet werden ist mir schon bekannt, jedoch kann man doch zumindest neuere Haushalte "Moderner" anschließen, da über LAN ja rein theoretisch 1GBit/s bis zu 100 Meter möglich wären. Das hat doch etliche Vorteiler der ungeschirmten Telefonleitung, oder habe ich da einen Denkfehler?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von franzhartwig, 9

Die Anschlüsse von Haushalt zum "Kasten an der Straße" sind oft mehr als 100 Meter lang. In den "Kästen an der Straße" sind entweder nur Klemmleisten vorhanden, dann sind die Kabellängen auf jeden Fall über 100 Meter. Oder es sind Outdoor-DSLAMs, die für DSL geeignet sind. Möchte man direkt Ethernet zur Verfügung stellen, müssten diese Kästen für ältere Anschlüsse Outdoor-DSLAMs und für neuere Anschlüsse Switches enthalten. Das ist erheblicher Aufwand.

Tatsächlich gibt es hier in der Umgebung Ethernet, kein DSL. Das ist dann mit Fiber to the home (FTTH), also Glasfaser bis in den Keller realisiert. Mit Glasfaser kann man deutlich längere Strecken überbrücken. Mit Kupfer hat man aber keine Chance. Hier wurde aber auch die komplette Infrastruktur dafür neu gebaut. Das lohnt sich nur mit einer recht großflächigen Umrüstung. 30-40 Prozent aller Haushalte hier im Umfeld wurden umgerüstet.

Kommentar von SYSCrashTV ,

Gut, dann ist unser Dorf vom Fortschritt ausgenommen...

Mal eine andere Frage: Wir haben einen 50MBit/s DSL-Anschluss und meine FRITZ!Box spuckt mir da ein paar Werte zur Dämpfung, usw aus... Kann man daraus ungefähr den Abstand zum DSLAM bestimmen? Der pseudo-DSLAM steht ca. 50-80 Meter weg (weißer großer Schrank). Da dort schon öfter mal ein Auto mit dem lilanen "T" geparkt hat bin ich mir schon recht sicher, dass das was mit den Telefonleitungen zu tun hat...

http://puu.sh/svqnK/80e714b14a.png

Kommentar von franzhartwig ,

Bis in einem Dorf der Fortschritt ankommt, kann schon mal etwas dauern. Wie gesagt, hier war der komplette Neuaufbau der Infrastruktur nötig. Das bedeutet: Ein Provider hat das gesamte Dorf umgebuddelt, Leerrohre verlegt, Glasfaser durchgezogen, in die Häuser gelegt, Kästen an die Straße gestellt, POPs aufgebaut. Und das alles zusätzlich zum Bestand. Andere Provider fummeln immer noch mit der Kupferdoppelader, teils aus den 50er oder 60er Jahren, herum.

Wenn Du 50 Mbit/s DSL hast, stehen keine Pseudo-DSLAMs an der Straße, sondern Outdoor-DSLAMs. Ich frage mich auch, was "Pseudo-DSLAMs" sind. Aus der gemessenen Dämpfung kann man die Leitungslänge nur berechnen, wenn man weiß, was man für eine Leitung hat. Da gibt es unterschiedliche Querschnitte. Hier findest Du einen Überblick: https://de.wikipedia.org/wiki/Digital_Subscriber_Line#Bandbreite.2C_Daten.C3.BCb...

Antwort
von Thor1889, 17

Alles was hier bisher beantwortet wurde, ist größtenteils richtig.

Aber wir wollen mal viel einfacher denken.

Das "Team" kann nur so schnell arbeiten wie das langsamste Glied in der Kette. Und das langsamste Glied kann jetzt vieles sein, wie Netzverteiler (die grauen Kästen auf der Straße (Multiplexer)) Kabellage in der Straße/Umgebung.

Da bringt es dir nichts, wenn du im Neubauhaus 1 GB/s Ethernet verbaust wenn der Rest einfach "lahm" und zudem inkompatibel (ohne Modulation) ist.

Kannst dich ja mal über die Idee des Fiber to Desktop schlau machen ;)

Antwort
von funcky49, 18

Wenn wir mal bei VDSL bleiben:

2-adriges Kupferkabel wird nur für die Strecke vom Kunden zum DSLAM verwendet, die restliche Strecke wird mit Glasfaserkabel realisiert.

Das hat einfach historische Gründe - das Kabel lag schon, man hat die hohen Kosten des millionenfachen Austauschs der letzten Meile gescheut, außerdem hat der technische Fortschritt - etwas unerwartet - immer höhere Bandbreiten am Kupferkabel ermöglicht.

Im  Zuge des Breitbandausbaus wird das Kupferkabel i.d.R. auch duch Glasfaser ersetzt.

Antwort
von martinell, 4

DSL und LAN sind völlig verschiedene Begriffe. Im normalen Sprachgebrauch: DSL verbindet einen sogenannten Übergabepunkt  mit dem Internet (über einen DSL-Anbieter), LAN (Lan Area Network) ist wie der Name besagt eine lokale Anbindung zwischen PC und Router (per LAN-Kabel). Die Verbindung zwischen Übergabepunkt und Router wird auch per LAN-Kabel hergestellt. Ricardo

Antwort
von ETechnikerfx, 14

LAN und DSL sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge. LAN ist eine logische Aggregierung von Rechnern. Es gibt auch noch weiter wie MAN oder WAN. DSL ist ein übertragungstechnisches Verfahren.

Kommentar von asdundab ,

Mit LAN war hier Ethernet gemeint.

Antwort
von Nenkrich, 19

100m sind ja auch sehr weit im weltweiten netz... außerdem würden bei 8(?) Leitungen pro anschluss schon relativ große Mehrkosten entstehen was Kabel und andere Dinge angeht.
Industrielles lan hat mehr als 1gbit/s (glaub 10) aber die Zukunft steckt definitiv in der optischen Datenübertragung.

Kommentar von SYSCrashTV ,

Nun es ging mir ja auch nur um die "Letzte Meile" zwischen DSLAM und DSL-Client, zwischen den Kästen ist ja schon läufig Glasfaser um den Verteiler schnell anzubinden.

Trotzdem wundert es mich halt, warum Neubauten immer noch ein scheinbar altes 2-Adriges Telefonkabel angeschlossen bekommen... ungeschirmt nicht vergessen...

Antwort
von BleibMensch, 23

Für 1GB Lan brauchst du 8 Adern!

Speziell abgeschirmt mit mind. CAT 5 Standard


Kommentar von SYSCrashTV ,

Ja und wieviel hat LAN? Ich komme da zufällig auf 8...

Kommentar von BleibMensch ,

Eben, vergiss es , dass geht nicht mit einem Telefonkabel!

Kommentar von asdundab ,

Du solltest die Frage nochmal lesen, dort steht doch bei Neuverlegungen. Des Weiteren haben die meisten Telefonhausanschlüsse entweder 12 oder 20 Adern; allerdings sind diese nicht verdrillt, was Ethernet auf einer so großen Entfernung unmöglich macht.

Kommentar von BleibMensch ,

Antwort schon selbst gegeben, auch nicht schlecht!

Kommentar von asdundab ,

Ja, die Frage ging ja aber darum, warum man, wenn man neue Kabel verlegt nicht z.B. Ethernet Cat 6a nimmt, statt den normalen Telefonkabeln.

Kommentar von BleibMensch ,

Die kleinen Anschlusskasten der Post müssten dann erneuert und entsprechend mit Routern und Switches etc.  aufgerüstet werden, wenn dem Nutzer die dadurch entstehenden Kosten 1:1 übertragen werden könnten und dieser dem einwilligt, eigentlich kein Problem! 

Und genau da ist der Hund begraben! Zudem müsste parallel die alte Hardware weiterbetrieben werden, für alle , die das nicht (zahlen) wollen!

Antwort
von c3t3ch, 26

Vor- und Nachteile durch Abschirmungen aber auch durch belastungen schlchter aufteilbar (Die Leistung) Da es nur Lichtsignale sind können diese durch zu hohe Belastung einwirkend auf deine Internetgeschwindigkeit sein...--> Vom Anbieter bereitgestellt: 100.000 kb/S ankommen 85.000kb/s -> Verluste durch Belastungen. Du hast den besten Punkt direkt beim Anbieter oder bein Verteiler und Chancen erweitern sich damit direkt am Verteiler sogar auf 105.000kb/s

Kommentar von SYSCrashTV ,

Also meine DSL-Leitung besteht aus einem Kupferkabel, was hat das mich Licht zu tun? Ich rede nicht von einem Glasfaseranschluss.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community