Frage von Bobbymowick, 229

Wieso verlangt die AOK Geld vom Juni und Juli obwohl ich gar nicht versichert war und wieso verlangen die so viel monatlich von einem Auszubildenden?

Als ich 23 geworden bin war ich nicht mehr bei meinen Eltern versichert, war also quasi in den beiden Monaten nicht versichert. Bei Ausbildungsbeginn habe ich mich bei der AOK angemeldet.

Jetzt verlangen die 260 Euro vom 13.06.2015 - 31.7.2015

Wieso soll man für was zahlen was man gar nicht hatte ? Das verstehe ich nicht so ganz. Dann verlangen die auch noch monatlich 164 Euro, obwohl ich doch schon an die Krankenkasse zahle ( Steht in meiner Abrechnung ) Dort sind es nur ca 14 Euro.

Ich verdiene im 1 Jahr 550 Euro Netto, wieso soll ich ganze 164 Euro im Monat an die Krankenkasse zahlen ? Das erscheint mir ein wenig viel.

Ist das ganze normal ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von RHWWW, Community-Experte für Krankenkasse, Krankenversicherung, Versicherung, ..., 217

Hallo,

die kostenlose Familienversicherung endete mit dem 23. Geburtstag (§ 10 SGB V). Danach entsteht nach § 188 SGB V automatisch eine eigene beitragspflichtige Mitgliedschaft. Da in dieser Zeit im Krankheitsfall ein Leistungsanspruch bestanden hat, sind auch entsprechende Beiträge zu zahlen.

164 Euro ist der monatliche Mindestbeitrag für Personen ohne Einkommen.

Was kann man tun, um die Beitragszahlung zu verhindern?

- der Krankenkasse nachweisen, dass man in diesen 1,5 Monaten Schüler oder Student war

- der Krankenkasse nachweisen, dass man in diesen 1,5 Monaten verheiratet war und der Ehegatte selbst Mitglied einer gesetzlichen Krankenkase war

Sonst bleibt nur die Beitragszahlung für die 1,5 Monate.

Die aktuelle Beitragszahlung als Azubi ist erst ab 1.8.2015 und nicht rückwirkend für die Zeit vor der Ausbildung.

Gruß

RHW

Antwort
von beangato, 229

In Deutschland MUSS man versichert sein - deshalb musst Du das für die Zeit zahlen.

Stell Dir vor, Du hättest ärztliche Behandlung gebarucht - das wäre noch viel teurer geworden.

obwohl ich doch schon an die Krankenkasse zahle

Meide das der Krankenkasse - vlt. ist es noch nicht dort bekannt.

Diese 164 Euro müsstest Du nur zahlen, wenn Du freiwillig versichert wärst.

Kommentar von Bobbymowick ,

Oben steht drüber 

Ihre Freiwillige Krankenversicherrung

Kann man sich dort irgendwie direkt abmelden ? Da ich ja schon über die Ausbildung versichert bin. Das kann ich mir doch niemals leisten. Allein die 260 Euro sieht mich schon dick ins Minus.

Ich wusste gar nicht das man Versichert sein muss. Sieht man mal wieder was man für unnötiges Zeug in der Schule lernt aber sowas wichtiges nicht.

Kommentar von beangato ,

Das hab ich ja gemeint. Wenn es Dir möglich ist, sollest Du direkt in eine Geschäftsstelle gehen. Nimm einen Beleg (Lohnzettel) mit, aus dem hervorgeht, dass Du schon in die Krankenkasse einzahlst. Ansontsen machst Du das schriftlich und schickst eine Kopie des Lohnzettels mit.

Persönlich finde ich aber immer besser.

Kommentar von Bobbymowick ,

Persönlich ist für mich was unmöglich. Ich bin erst um 19 Uhr zu Hause. Um die Uhrzeit sitzt dort bestimmt keiner mehr im Büro :D

Frei machen kann ich leider auch nicht, da ich in der Probezeit bin.

Werde es wohl erstmal einscannen und per Mail an die "Gesprächspartnerin" auf dem Brief schicken.

Kommentar von beangato ,

Kannst Du auch machen.

Kommentar von kevin1905 ,

Kann man sich dort irgendwie direkt abmelden ?

Wenn du

  • permanent aus Deutschland wegziehst
  • zu einer anderen gesetzlichen Kasse wechselst
  • die Voraussetzung erfüllst und eine private Krankenvollversicherung abschließt
  • Anderweitig Anspruch auf Familienversicherung hättest (durch den Ehepartner)

kämst du aus der freiwilligen Versicherung raus.

Ich wusste gar nicht das man Versichert sein muss. Sieht man mal wieder was man für unnötiges Zeug in der Schule lernt aber sowas wichtiges nicht.

Volle Zustimmung. Rechtsgrundlagen sind die §§ 188 SGB V und 193 VVG.

Kommentar von beangato ,

Wenn sie/er schon Kassenbeiträge bezahlt (über den Lohn), kommt er/sie auch so raus.

Antwort
von kevin1905, 178

war also quasi in den beiden Monaten nicht versichert.

Falsch.

Das Stichwort hier heißt "obligatorische Anschlussversicherung". Wenn die FamV endet und keine Pflichtversicherung oder private Krankenvollversicherung nachgewiesen wird, wird man freiwilliges Mitglied (§ 188 Abs. 4 SGB V) und damit auch Beitragsschuldner!

Ffür freiwillige Mitglieder gilt u.a. § 240 SGB V bezüglich des Einkommens. Es wird fiktiv mit 945,- € angesetzt und darauf wird der Beitrag erhoben.

Jetzt verlangen die 260 Euro vom 13.06.2015 - 31.7.2015

Kommt ungefähr hin für 6 Wochen.

Teile der Kasse mit, dass du seit 01.08.2015 in betrieblicher Ausbildung und damit pflichtversichert bist und zahle die 260,- €. Kannst sicher auch Ratenzahlung ausmachen.

Kommentar von Bobbymowick ,

Die 260 Euro kann ich auch sofort bezahlen. Ist halt schade da ich gerade mühsam für einen Führerschein sparen.

Habe dort erstmal eine Email hingeschickt wegen der Pflichtversicherung.

Danke :)

Antwort
von petrapetra64, 151

Weil man per Gesetz versichert sein muss, warst du in den Monaten auch weiter versichert zwangsweise, bei der alten Kasse. Auch ohne Einkommen musst du daher zahlen. Man kann sich da nicht einfach abmelden. Und daher ist die Nachforderung halt rechtens. Vereinbare Ratenzahlungen.

Hast du ab August dann die Ausbildung angefangen? 14 Euro sind aber definitiv nicht korrekt, dein AG muesste mindestens ca. 55 Euro Krankenkasse abfuehren, nicht 14 Euro, dazu kommt noch mal die Pflegeversicherung obendrauf. Wenn dein Arbeitgeber dich bei der gleichen Kasse versichert hat, dann teile das denen mit und uebermittle einen Nachweis. Ebenso, wenn du seither bei einer anderen Kasse versichert sein solltest. Dann erledigt sich die 164 Euro monatlich. Dein AG hat ja erst Ende August abgerechnet, vielleicht hatten die das daher noch nicht auf dem Schirm oder es wurde anders verbucht. Das kann man klaeren.

Aber die 6 Wochen dazwischen sind zu zahlen.

Antwort
von Biberchen, 144

du könntest diese Frage direkt an die freundlichen Mitarbeiter der AOK stellen oder auch an sie per Mail unter www.aok.de

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