Frage von Obstraucher, 156

Wieso verhalten sich die Menschen in meiner Generation so seltsam und gefühllos?

Bin ein Außenseiter, nur weil ich mir selbst treu bleibe und nicht jedem (neuen) Trend hinterher jage. Offensichtlich bin ich zu normal und das empfindet meine Generation als nervig und langweilig. Es wird mir nicht mal eine Chance gegeben mich richtig kennen zu lernen und auf die Vorurteile folgt einfach die kalte Schulter. Finde dieses Verhalten schon sehr verletzend. Ich behaupte, ein netter Mensch mit Herz und Sinn für Humor zu sein. Es ist doch nicht zu viel verlangt, wenn ich von meinen Mitmenschen erwarte in die Gruppe integriert und als gleichwertiges Mitglied dieser Gesellschaft angesehen zu werden ?

Antwort
von heide2012, 85

Du solltest dich erstens nicht prinzipiell als Außenseiter bezeichnen und auch nicht die Menschen einer Genration so pauschal vor-verurteilen.

Es gibt natürlich oberflächliche Menschen, die sich halt nur um eine schöne Oberfläche bemühen, sich ständig dar-  und über Posts zur Schau
stellen und sonst keinerlei bzw. kaum Interessen oder Werte haben.

Diese Menschen haben dann aber auch meistens ein ganz großes Problem mit dem Altern und werden irgendwann an den Punkt gelangen, an dem auch die plastische Chirurgie ihr Alter nicht mehr kaschieren kann.

Und wenn dann auch noch gesundheitliche Probleme hinzukommen sollten, dann...

Solche Menschen gab es aber schon immer und die wird es auch immer geben.

Es gibt aber auch Menschen wie du einer bist, du hast sie nur noch gefunden oder bist von ihnen gefunden worden.

Bleib bloß dir weiter selbst treu und alles wird sich fügen.

Kommentar von Obstraucher ,

Diese pauschale Verurteilung basiert auf meinen bisherigen Erfahrungen. Klar, nur bin ich jung und möchte jetzt mein Leben mit netten Menschen teilen und genießen, wenn ich alt und grau bin möchte ich diese Geschichten aus der Jugend erzählen können. Hab aber nichts zu erzählen, wenn ich keine Jugend habe :-( 

Kommentar von heide2012 ,

Dann geh auf die Menschen zu, du wirst ja wohl außer in deinem Alltag genügend Möglichkkeiten haben, Menschen kennenzukernen, die dir "passen".

Antwort
von Tragosso, 104

Das hat nichts mit deiner Generation zu tun, so etwas gab es schon immer.

Und du kannst nicht 'verlangen' oder erzwingen Mitglied einer Gruppe zu sein. Du hast kein Recht darauf. So funktioniert das nicht. Man ist Mitglied einer Gruppe der man sich zugehörig fühlt und wo man eben akzeptiert wird. Was willst du in einer Gruppe in der du von vielen als unsympathisch empfunden wirst? Das bringt dir doch selbst nichts.

Sei einfach wie du bist und lern Leute kennen die so sind wie du. Die anderen Menschen kannst du nicht ändern.

Kommentar von Obstraucher ,

Was kann da ich dafür, wenn mich manche als unsympathisch wahrnehmen ? Das ist doch kein Grund, ausgeschlossen zu werden. 

Kommentar von Tragosso ,

Aber natürlich ist das ein Grund. Man muss dich weder mögen, noch hast du ein Recht das du einfordern kannst. Wenn dich so viele unsympathisch finden solltest du dich vielleicht mal fragen woran das liegen könnte.

Kommentar von Obstraucher ,

Selbstreflexion ist nicht gerade meine Stärke. 

Kommentar von Tragosso ,

Da scheint das Problem zu liegen.

Kommentar von Obstraucher ,

In dieser hektischen Welt hat man auch kaum die Möglichkeit dazu. 

Kommentar von Tragosso ,

Naja - Du möchtest aber etwas von der Gesellschaft. Das heißt, 'du' musst dich dafür auch bemühen. Und da wäre der erste Schritt über sich selbst und sein Handeln nachzudenken.

Kommentar von TorDerSchatten ,

Der Typ ist beratungsresistent und versteht kein Wort von dem was wir schreiben, oder WILL nicht verstehen

Kommentar von Obstraucher ,

Bei einem alkoholkranken Vater muss man auch eine Mauer aufbauen und beratungsresistent werden. Wenn ich damals Selbstreflektiert hätte, würde ich heute in der Klappe sitzen und mich selbst bemitleiden. Ich versuch doch diese mittlerweile unnötige Mauer einzureißen.

Kommentar von Tragosso ,

Ach, Obstraucher...Mal ganz im ernst. Ich habe selbst psychische Probleme, darunter sogar eine Soziale Phobie. Und selbst ich schaffe es einige Leute kennenzulernen.

Meine Vergangenheit war ebenfalls nicht sonderlich rosig, das ist aber kein Grund nicht über sich selbst nachdenken zu können. Dass einen das belastet und behindert kann ich durchaus nachvollziehen - Nicht aber von anderen nur zu fordern, ihnen die Schuld zu geben und dabei keinmal über sich selbst nachzudenken.

Ich hinterfrage mich selbst andauernd, glaub mir das hilft schon ungemein.

Kommentar von Obstraucher ,

Tut mir leid zu hören. Hab nie gesagt, dass ich psychische Probleme habe. Die Mauer hat mich vor dem Schlimmsten bewahrt, nur hilft mir diese aktuell nicht weiter im Leben sondern blockiert mich eher. 

Kommentar von Tragosso ,

Ich würde es schon als problematisch bezeichnen, wenn du unter irgendetwas leidest und das tust du ja anscheinend, was ich sehr gut verstehen kann. Sicher ist es nicht schön, wenn man ungewollt Außenseiter ist. Aber du merkst ja selbst, dass dich das nicht weiterbringt. Und es bringt eben auch nichts, wenn du nicht gewillt bist daran zu arbeiten - Denn dafür 'musst' du über dich selbst nachdenken.

Kommentar von Obstraucher ,

Kann's ja mal versuchen.

Kommentar von Obstraucher ,

Selbstreflexion ist doch die Fähigkeit von seinem Umfeld auf sich selbst zu schließen, gibt's da auch Rollenspiele oder Übungen dafür ? 

Kommentar von Tragosso ,

Die gibt es bestimmt, müsstest vielleicht mal recherchieren. Ich denke alleine ist das aber schon schwieriger, vor allem da einen da niemand korrigieren kann.

Besser wäre es, wenn du jemanden dazuholst, sei es eine Vertrauensperson (vielleicht deine Mutter, wenn zu der ein besseres Verhältnis besteht oder ein anderes Familienmitglied) oder aber zusammen mit einem Therapeuten. Das halte ich für passender, da der ein Außenstehender ist.

Kommentar von Obstraucher ,

Klar kann ich das alleine üben, die Reaktion meines Umfelds ist die Bestätigung :D

Antwort
von TorDerSchatten, 95

Erstens: wer ist deine Generation? Ich? Jemand anderes? Du solltest hier schon klar eine Altersgruppe definieren - ich mag nicht raten.

Weiterhin begehst du einen signifikanten Denkfehler mit dieser Aussage

wenn ich von meinen Mitmenschen erwarte in die Gruppe integriert  zu werden

DAS kannst du eben nicht erwarten! Du hast kein Grundrecht, auf das du bestehen kannst, in Gruppen oder Freundeskreise aufgenommen zu werden.

Es besteht kein Recht auf Freundschaft. Freundschaft muß man sich erstmal erarbeiten und aufbauen. Aber wenn das /die Gegenüber nicht wollen, gibt es keinen Freundschaftszwang.

Du kommst mir vor wie "hallo hier bin ich und jetzt sind wir Freunde okay" - so funktioniert das aber nicht.

Komm erstmal mit dir selber klar, und diese positive Lebenseinstellung strahlt dann wie ein Licht um dich und wirkt auch auf andere anziehend.

Kommentar von Obstraucher ,

20-30 Jahren Freundschaft und zwischenmenschliche Beziehungen sind ein Grundbedürfnis.

Kommentar von TorDerSchatten ,

Grundbedürfnis ja, aber kein einzuforderndes Recht

Kommentar von Obstraucher ,

Wenn ich meinem Gegenüber respektvoll behandle, kann ich doch erwarten es mir gleich zu tun. 

Kommentar von Tragosso ,

Jemanden respektvoll behandeln und Mitglied einer Gruppe/befreundet sein ist aber ein himmelweiter Unterschied.

Kommentar von TorDerSchatten ,

In deiner Frage geht es aber nicht um Respekt, sondern daß du erwartest, daß andere Menschen dich mit offenen Armen in ihren Kreis aufnehmen.

Das ist ein realitätsfremdes Ansinnen! Du kannst nicht erwarten, daß du gemocht wirst. Es gibt kein Recht auf Freundschaft oder Liebe.

Sondern DU musst dir das erarbeiten und die Hand den anderen entgegenstrecken. Das Recht der anderen ist gleichermaßen, diesen Handschlag abzulehnen.

Da du dich so vehement gegen diese logischen Argumente wehrst und auf deinem Recht beharrst, scheint etwas im Kontext von deiner sozialen Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung im Bezug auf Lebenseinstellung und Lebensbereich anderer nicht zu stimmen!

Kommentar von Obstraucher ,

Was hast du immer mit diesem "Recht auf Freundschaft" ?! Hab nur meine Wünsche und Sehnsüchte geäußert. 

Kommentar von TorDerSchatten ,

DU SELBST hast das geschrieben!!


Es ist doch nicht zu viel verlangt, wenn ich von meinen Mitmenschen erwarte in die Gruppe integriert

Es ist DEINE realitätsferne Anspruchshaltung, die in diesem Satz deutlich wird! Du ERWARTEST in eine Gruppe integriert zu werden??

Und genau das versuche ich dir zu erklären, daß das falsch ist. Es gibt kein Recht, in Gruppen integriert zu werden. Es gibt nichtmal ein Recht, grundsätzlich von Dritten integriert zu werden.

Kommentar von Obstraucher ,

Das ist mir bis jetzt noch gar nicht aufgefallen. 

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