Frage von DerWalkuere, 98

Wieso verantwortet sich nur Deutschland für seine Verbrechen in der Vergangenheit?

Deutschland hat ja mit dem holocaust etwas schreckliches begangen aber es wird weltweit international immer nur auf den Holocaust aufmerksamgemacht wenn es um Massenmorde, Völkermorde geht. In einer anderen Frage auf der Webseite wurde sogar gefragt was es noch so für riesige Massen -oder Völkermorde gab, mit anderem Worten viele wissen gar nicht das es sowas auch in anderen Ländern gab (wenn auch nicht so krass). Wieso wird das bei anderen Länder vertuschelt oder wieso wird zumindest nicht so darauf aufmerksam gemacht wie bei Deutschland???     beispielsweise meine ich die Versklavung von millionen Afrikaner, oder Völkermorde wie z.B. in der Türkei oder Teilen Afrikas.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von napoloni, 27

Wieso wird das bei anderen Länder vertuschelt oder wieso wird zumindest nicht so darauf aufmerksam gemacht wie bei Deutschland???    
beispielsweise meine ich die Versklavung von millionen Afrikaner, oder
Völkermorde wie z.B. in der Türkei oder Teilen Afrikas.

Wenn du es schade findest, dass es anderswo keine so gute Erinnerungskultur gibt, stimme ich dir zu.

Wenn du findest, dass wir Deutschen unsere Erinnerungkultur aufgeben und uns diesbezüglich Ländern geringeren Zivilisationsgrades  anpassen sollten, dann stimme ich dir nicht zu.

Eine positive Erinnerungskultur findest du aber auch anderswo: Australien, Neuseeland und Kanada fallen mir spontan ein.

Antwort
von frederick, 14

Ich muss mich einmischen, wenn ich manche Antwort + Kommentare (z. B. von voayager) lese.

In der DDR hatte es KEINE Aufarbeitung des Faschismus gegeben! Es hatte ein Systemwechsel vom braunen zum roten Totalitarismus stattgefunden. NACH der Wende kochte der wahre Fremd_enhass in den 5 neuen BuLändern auf. VOR der Wende waren z. B. Nordkoreaner „Brüder“ im sozialist. Bund – danach wurden sie gehasst! Ich diskutiere gar nicht, ob in West- oder Ostdtschld. mehr Aus_länder_feindlichkeit herrscht (-e). – „Antifaschismus“ in der DDR aber war polit. Parole + Indoktrination, nicht Aufarbeitung.

Wahr ist: 1945 kamen Amerikaner nach Dtschld + mimten die Moralisten. Aber in den USA benutzten Black Americans bis in die 60er Jahre hinein nicht dieselben Treppen, nicht dieselben Toiletten wie „weiße“ Amerikaner, benutzten öffentl. Verkehrsmitteln nicht gemeinsam, sondern separiert! Farbige Amerikaner kämpften im 2. WK für die USA – und glaubten, Diskriminierung herrsche beim Militär nicht. Sie wurden bitter enttäuscht. „Weiße“ Amerikaner hatten bis Anfang des 20. Jhdt. vermutl. mehr als 3mal so viele Indianer (wie in Dtschld Ju_den!) vernichtet – systematisch, mit polit. Programmatik, ohne akribische Buchführung.

Das nimmt nichts von der Unsäglichkeit der Ju denverf_ _olgung in Dtschld! Denn spätestens im 19. Jhdt. hatte eine – von den meisten Jud_en selbst angestrebte – Assimilation der J_ uden innerhalb der dt. Kultur + des dt. Patriotismus (also insb. ab Reichsgründung 1871) stattgefunden. J_u den haben maßgeblich die dt. Gesellschaft mitgetragen.

Es kann KEINE Rede davon sein, dass 90 % der Deutschen „begeisterte N-azi-Anhänger“ waren. Wer solche Zahlen + Statistiken gelesen haben will, sollte sich einmal damit auseinander, was Dtschld. 19 33 bis 45 war! Dtschld lag wirtschaftl. am Boden – und blühte wieder auf. Das wäre ohnehin eingetreten, weil die Reparationsleistungen infolge des 1. WK ab 01.01.19 33 vom Völkerbund ausgesetzt worden waren. Nun aber schrieb H_tlr sich den Aufschwung auf die Fahnen – leider mit Erfolg, aber nicht zu Unrecht: Denn er bereitete seine Kriege vor! – UND bitte: Was es bedeutete, sich nicht öffentlich zum F_ührr zu bekennen! Ihr lest die falschen Bücher + seht die falschen Filme, wenn Ihr Euch ein so lockeres Urteil darüber erlaubt, was es hieß, in einem totalitären System zu leben + gar zu widersprechen (das betrifft auch jüngere dt. Geschichte: die DDR!). Widersprechen + Maul aufreißen geht heute. In Htl_r-Dtschld + auch DDR war das ganz schnell gefolgt von lebens- und existenzbedrohenden Repressalien. Man musste fügsam (und zumind. augenscheinlich aktiv) mitschwimmen. Was, bitte, hält heute Nordkorea am Leben, oder einen Iran… – so, wie sie politisch sind?

Kommentar von frederick ,

Es geht dann jetzt mal weiter: Man muss hier nämlich offenbar reihenweise Schreibfehler einbauen, um einen Text zur geschichtl. + polit. Diskussion überhaupt versenden zu können. GF hat da einen ziemlich restriktiven Vokabel-Filter – mit mir weithin unerklärlichen Kriterien, nach denen Auseinandersetzungen zur Geschichte offenbar wenig gutgeheißen sind. Ich habe also wahllos himmelschreiende Schreibfehler erschaffen.

Dass Dtschld den 2. WK ausgelöst habe, hinterfrage ich w. f.:

Dschtld. hat mit dem Ein_marsch auf Polen einen lokalen, europ. Konflikt ausgelöst: Htlr hatte den Beistandspakt Großbrit.'s + Frankreichs zugunsten Polens ignoriert. Er kalkulierte (nicht zu Unrecht), dass beide Mächte im Westen militärisch nicht vorbereitet waren. Sie sind dann auch gescheitert – nicht nur wegen der Blitz_krieg-Strategie (die NICHT auf Htlr zurückgeht, sondern von einem geheimen dt. Generalstab VOR 19 33 ersonnen worden war!). An sich – und das soll die Aggression des sog. Führ_ers nicht beschönigen (!) – war die Besetzung der Benelux-Staaten + Frankreichs sowie Dänemarks + Norwegens dem Ziel gewidmet, einen Zwei-Fronten-Krieg zu vermeiden. Diese Front im Westen schlief faktisch, weil die Wirtschaftshilfe der USA nicht reichte, um einen effektiven Krieg zu führen.

Die „Front“ im Westen also war eine „kalte Front“, als Htlr 1941 den Einmarsch in die Sowjetunion befahl (nicht: Russland! – auch wenn es immer so heißt). Htlr hatte sich selbst im Osten jene 2. Front geschaffen, vor der er Angst hatte. Ein „Weltkrieg“ aber war auch das noch nicht! Denn der Krieg in Europa wird nicht zum Weltkrieg, nur weil wg. des British Commonwealth indische, austral. oder neuseeländ. Soldaten in Europa kämpften! Oder weil nun auch Stalin wirtschaftl. Hilfe von den USA bekam.

1941 griff eine japanische Flotte Pearl Harbour an – und eröffnete den Krieg gegen die USA. Htlr zeigte vordergründig Bündnistreue zu den Achsenmächten (Dtschld. – Italien – Japan) und erklärte den USA den Krieg. Tatsächlich hatte Htlr diese Situation ersehnt: Konnte nun „endlich“ Dtschld. offen gegen die Wirtschafts- + Waffenlieferungen der USA an GB + die UdSSR kämpfen. Htlr ahnte wohl kaum, wie groß der Atlantik sein kann – und wie klein. Er rechnete nicht mit der Verbissenheit der USA. Und wusste nicht, dass sein „Enigma“ längst entschlüsselt war: Die Westalliierten hörten ständig mit – die dt. „Wolfsrudel“ waren im Atlantik auf keiner so geheimen Mission, wie jener Fü-hrr sich das ausmalte. Abgesehen von den U-Booten stellte das dt. Reich keine Seemacht, die die Geleitzüge ernsthaft gefährden konnte.

Aber auch: Frühe Warnungen vor dem jap. Flottenverband (erste Sichtung ca. 1 Woche zuvor) wurden mehrfach ignoriert. Offenbar politisch gesteuert von Washington. Denn Roosevelt konnte sich weder politisch noch öffentlich durchsetzen – brauchte einen Angriff auf die USA, um die öffentl. Meinung für einen Kriegseintritt zu gewinnen. Der sich nähernde jap. Flottenverband kam dem amerik. Präsidenten gelegen. Vor Pearl Harbour waren fast 80 % d. Amerikaner GEGEN einen Kriegseintritt der USA – nach Pearl Harbour waren fast 80 % DAFÜR.

Und endlich: Der 2. WK dauerte allen steten Behauptungen zum Trotz tatsächlich 3 Jahre + 5 Monate! Dieser „Zweite Weltkrieg“ begann mit dem Kriegseintritt der USA. Und endete mit der Kapitulation des Dt. Reiches – nicht erst im Aug. 1945 mit der Kapitualition Japans.

Der Krieg in Asien hatte wiederum als lokaler Konflikt bereits 1937 begonnen: Mit der Besetzung Koreas und Teilen Chinas (Mandschurei) durch jap. Truppen. Aber niemand spricht (zu Recht) davon, Japan habe 1937 den Weltkrieg ausgelöst!

Kommentar von DerWalkuere ,

Danke für deine umfangreichen Antworten. Die waren wirklich interessant wenn auch schwer zu lesen. Leider hast du mir keine konkrete Antwort auf meine eigentliche Frage gegeben.

Kommentar von frederick ,

Weshalb "leider"? Du hattest doch schon Antworten – und sogar eine hilfreichste!

Meine Absicht war es, unbedingt ein paar Richtigstellungen anzubringen.

Aber gern noch ein wenig zu Deiner Frage: Dtschld hatte "bedingungslos" kapituliert. Und das ist, was es ist: ohne jede Bedingung (Forderung) der unterlegenen Seite.

So ein Prügelknabe – einmal mehr, wenn er sehr leistungsstark ist + aus seiner Wirtschaftskraft heraus immer wieder wegen seiner spendablen Art beklatscht, aber auch gefordert werden kann – ist sehr praktisch für die westliche (= nordatlantische) Politik! Das soll nicht nach Verschwörung klingen, hat aber durchaus (politisch) System. Wie – z. B. – wurde die Wiedervereinigung Dtschlds möglich? Nicht,weil Herr Kohl (der sog. "Wiedervereinigungskanzler") das für uns so prima gemacht hat. Sondern:

Herr Gorbatschow hat zur schnellstmöglichen Schaffung einheitsdeutscher Tatsachen gedrängt. Es rumorte um ihn herum + Gorbatschow war sich der Gefahr bewusst, dass er jederzeit weggeputscht werden konnte. Er hat Herrn Kohl so inhaltlich (nicht wörtlich) gesagt: "Was nach mir kommt, das ist ungewiss. Also sieh zu, dass Du den sowjetischen Besatzungsstatus wegbekommst!" – Aber da war noch der Widerstand der Franzosen… und vor allem der Frau Thatchers! – Da wurde die Einheitswährung vereinbart. Und es war klar, dass Dtschld darüber verdeckt für ganz Europa kräftig zahlen würde. Nun hatten die dummerweise gedacht, dass sich Dtschld damit kleinhalten ließe. Dabei brauchen gerade auch F und GB diesen Wirtschaftsraum von über 80 Mio Menschen durchaus.

Aber Angst schaltet einerseits das Hirn ab. Andererseits, wenn es gelingt, den Nachbarn an alte Schulden zu erinnern + wenn der Nachbar das auch mit gesenktem Haupt akzeptiert, dann ist DAS die beste Art, mit der eigenen Angst wenigstens gut umgehen zu können.

Was Dtschld drängt, immer wieder willig das Haupt zu senken? Dtschld hat Angst, dass man Dtschld wieder mit Htlr gleichsetzt. So etwas ärgert nicht nur, es grämt nicht nur, es beschämt auch. Und natürlich fühlt "man" sich missverstanden. Andererseits hatten die lieben Nachbarn schon Angst vor ihrem Nachbarn, als es noch einen Kaiser gab: Das Dtschld von 1871 war gefürchtet! Und man freute sich, dass der Druck zahlreicher Nationen im Völkerbund dazu führte, dass man Dtschld die Schuld für den 1. WK in die Schuhe schieben konnte. Dabei war das ein (wahrhaftig ausgemachter!) Blödsinn sondergleichen: Alle großen Nationen gierten 1914 danach, endlich reinen Tisch machen zu können. Und glaubten sämtlich, das mal eben in 6 Wochen hinzubekommen.

An den horrenden Reparationszahlungen, die man Dtschld aufgebürdet hatte + die Dtschld de facto wirtschaftl am Boden gehalten hatten, hatte auch den merkwürdigen Nebeneffekt, dass z. B. Frankreich nach dem 1. WK nicht wieder so recht auf die Füße kam. Aber auch GB bekam es nicht sonderlich gut, dass der starke Wirtschaftspartner auf dem Kontinent fehlte. Es fiel also einerseits schwer, die Reparationsleistungen allmählich zu senken + schließl. zum 01.01.1933 ganz auszusetzen. Andererseits stand auch ein Eigennutz unserer Nachbarstaaten dahinter. Die USA interessierten diese Reparationsleistungen ohnehin nicht: In den USA vertrat man immer (und wirtschaftl. betrachtet richtig) die Ansicht, dass ein anderer Staat nur dann geknebelt werden sollte, wenn er wirtschaftl. nicht gefügig ist. Besser aber ist stets ein anrüchiges politisches System, wenn die Wirtschaft nur kräftig brummt.

Nach der Knebelung von 1919 kam also ab 19 33 das Aufatmen, das Durchatmen und das neue Selbstbewusstsein des Deutschen – geführt von einem vollkommen durchgeknallten, kleinen Hampelmann, der auch noch die Frechheit besessen hatte, ALLES in einem Buch anzukündigen… was niemand wirklich glauben wollte. Als die dt. Euphorie dann also so beschämend nach hinten losgegangen war, konnten sogar die lieben Nachbarn (gefühlt, nicht historisch) verbergen, dass sie nicht wahrhaben wollten, was sie hätten verhindern können, wenn sie 1. gelesen + 2. geglaubt hätten, was da geschrieben stand in jenem "Kampf", den der kleine österreichische, selbsternannte Deutsche den seinen ("mein") nannte. – Aber niemand wollte glauben. Und jeder wollte lieber glauben, dass dieser F_ührr sich beruhigen würde, wenn er nur ein wenig Verständnis angereicht bekäme.

1938 also schenkte Herr Chamberlain, seines Zeichens brit. Prime Minister + Vorgänger Churchills, dem Herrn H_tler faktisch die Tschechei. Dabei hatte erst nach dem 1. WK der Völkerbund ganz Mitteleuropa mit viel Bedacht neu aufgeteilt, dem zaristischen Russland, das mitten im 1. WK eine Revolution erlebte und sowjetisch geworden war, Finnland, Estland, Lettland, Litauen und Polen entrissen, die Tschechoslowakei + Jugoslawien erfunden, Österreich + Ungarn erschaffen.

Aber jener F_hrr gab sich nicht zufrieden: Er hatte ja geschrieben, was ihn zufriedenstellen würde!

Hit-l-er ist die personifizierte Selbsttäuschung der dt. Seele. Und plagt das Gewissen.

Antwort
von Modem1, 38

Einmal geprügelter Hund... immer geprügelter Hund. Da lassen sich andere Verbrechen bzw. Völkermord den man selber begann gut vertuschen. Napalm auf Menschen, Atomschläge auf Städte. .....

Antwort
von voayager, 51

Na groß verantwortet hat sich die alte BRD nun wirklich nicht, wenn man bedenkt dass zahlreiche Alt-Nazis wieder in Amt und Würden übernommen wurden. Die Stützen der Nazis wurden meist rehabilitiert, erhielten einen Persilschein und dennoch redest du von verantworten. Für mich sieht verantworten anders aus. Dazu gehörte auch die Wiedergutmachung der meisten Opfergruppen, was meist auch nicht geschah.

Kommentar von PatrickLassan ,

Dein letzter Satz hat mit der Realität wenig zu tun.

Kommentar von voayager ,

Behaupte doch nicht einfach was! Haben denn Kommunisten, Roma und Sinti als auch Homosexuielle je fianzielle Entschädigung erhaltenß Du solltest dich lieber erst einmal informieren, bevor du in die Tasten greifst.

Kommentar von Ursusmaritimus ,

Warum klackert bei mir, wenn ich die Antwort unseres Entdeckers lese die alte DDR Logik? Nur die BRD war am Naziunrecht Schuld und nur die DDR hat sie aufgearbeitet......

Wenn die Welt nur so einfach wäre......

Kommentar von voayager ,

Die DDR war kein revolutionäres Land, schließlich waren ca. 90% der Deutschen begeisterte Nazi-Anhänger. Es gab nur sehr wenig Widerstand gegen die faschistische Diktatur, von Eigenbefreiung war das deutsche Volk "Lichtjahre" entfernt. So betrachtet, unternahm die Ex-DDR unerhört viel gegen den zurückliegenden Faschismus, wenn auch nicht immer so, wie es hätte sein können. Dennochj war der Antifaschismus in der DDR ausgeprägter als in der BRD.

Antwort
von Traveller24, 59

In anderen Ländern gibt es auch durchaus Diskussionen über nationale Verbrechen in der Vergangenheit, das bekommt man hier aber nicht so sehr mit.

Antwort
von Ursusmaritimus, 61

....und was ist die Intension deiner Frage?

Mit dem Finger auf andere zeigen dürfen und sagen "der hat aber auch"?

oder möchtest du Stolz aufstehen und sagen "Ja meine Vorfahren haben sehr schlimme Fehler gemacht, aber wir haben daraus gelernt das dies nie mehr passieren darf"

Antwort
von IDC16, 43

Weil Deutschland nebenbei noch den größten Krieg verursacht hat, den die Welt bisher gesehen hat?

Antwort
von Lazybear, 36

Jedes land verantwortet sich auf seine weise über seine fehler! In deutschland ist es nicht damit sich alle deutschen schämen, auch wenns offt so verstanden wird, sondern damit man genau weiß, wozu es führt, wenn man bei pegida mitläuft!

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