Frage von Unnutzer, 89

Wieso unterstützen die USA gleichzeitig die Kurden und die Türken?

Die beiden sind schließlich eng verfeindet und beide nützlich für die amerikanischen Interessen... Warum entscheiden die Amis sich nicht für eine Partei? Wenn sie die Kurden weiterhin unterstützen und diese in Syrien und im Irak Erfolge erzielen würden, würde die Türkei das nicht verzeihen.

Antwort
von atzef, 44

Schwarz und weiß kommen nunmal in der Realität vergleichsweise selten vor. Dominant sind vilemehr unendlich viele Übergangstöne in grau. Schlichte Gemüter sind damit manchmal etwas überfordert...

Türken und Kurden haben in ihrer langen gemeinsamen Geschichte durchaus bewiesen, dass sie auch friedlich miteinander leben können. Die Kurden genießen mittlerweile in der Türkei weitreichende Autonomierechte. Feindselig verhält sich die Türkei allenfalls gegen kurdische Bestrebungen, den kurdischen Teil der Türkei in enen eigenständigen Staat zu überführen.

Weiterhin spricht nichts dagegen, Kräfte zu unterstützen, mit denen man gleiche Interessen teilt, auch wenn diese untereinander unterschiedliche oder gar gegensätzliche verfolgen.

Erdogans AKP hat die letzte Parlamentswahl auch deshalb so erfolgreich gestaltet, weil die wohlhabenderen Schichten der Kurden ihm und nicht kurdischen Parteien gegeben haben.Soviel zu deiner Feindschaftsthese...

Kommentar von Unnutzer ,

Soviel zu deiner Feindschaftsthese...

Falls du damit meinst, dass ich die Kurden und Türken als verfeindet ansehe: Erdogan versucht nicht umsonst, die syrischen Kurden und die in der Türkei um jeden Preis zu bekämpfen.

Kommentar von atzef ,

Ich halte nicht viel von Erdogan, eigentlich gar nichts. Du nützt wiederum niemandem mit deiner Vereinfachung der wirklichen Konfliktverlaufslinien außer vielleicht den Propagandabedürfnissen der PKK und ihrer Ableger. Gegen die geht Erdogan motiviert vor. Das sind aber nicht automatisch "die Kurden" - lediglich in der Propagandasicht der PKK. Siehe meinen Hinweis auf die Ursachen für den letzten Wahlerfolg von Erdogans AKP...

Kommentar von Unnutzer ,

Mir ist schon klar, dass es "die Kurden" nicht gibt.

Kommentar von atzef ,

Dann solltest du die auch nicht zum zentralen Gegenstand deiner These machen.

Antwort
von Skinman, 43

Du hast es doch selbst gesagt: Beide sind den Amerikanern nützlich. Wenn sie sich für eine Seite entschieden, müssten sie ja auf den Nutzen verzichten, den ihnen die andere Seite bringt.

Sowohl die Türken als auch die Kurden an sich sind den USA-Eliten vollkommen egal, denen geht es nur ums Geld und mithin ihre strategischen Machtinteressen.

Kommentar von Unnutzer ,

Natürlich. Aber auch bei der amerikanischen Elite muss man zur Gewinnmaximierung langfristig planen. Und durch diese absurde Bündniskombination wird sie, egal wer gewinnt, am Ende mindestens ein größeres Problem haben. Spätestens dann, wenn ein kurdischer Staat gegründet werden würde und die Türken diesen offen angreifen oder eine False Flag-Operation durchführen (NATO-Bündnisfall!).

Kommentar von Skinman ,

Warum sollte man so weit in die Zukunft planen? Das haben wir doch noch nie gemacht. Das wird schon alles gut werden, hat im Irak und in Afghanistan doch ebenfalls super hingehauen!

Kommentar von Skinman ,

In dem Zusammenhang vielleicht auch mal http://www.bbc.com/news/world-middle-east-35539897 lesen.

Antwort
von SoVain123, 58

Desto länger gekämpft wird, desto besser für die Amerikaner. Mehr Kämpfe = Mehr Waffen. 
So funktioniert das wenn man eine Großmacht ist. Das machen die Russen, das machen wir ... Jeder der gute Waffen herstellt freut sich über Konflikte.

Kommentar von Yamato1001 ,

eine Grossmacht = in diesem Fall das Imperium

Kommentar von atzef ,

Für die wirtschaftliche Entwicklung beliebiger Länder ist dauerhafter Frieden ökonomisch von weit größerem Vorteil. Wer wüsste das besser als wir, die Exportweltmeister?

Ein friedlicher, prosperierender Naher Osten brächte uns anstatt Flüchtlingen weit mehr Exportperspektiven als die paar Kröten, die unsere oder auch die Waffenindustrien aderer Länder verdienen.

Deine These ist also eher ein ideologisiertes Vorurteil ohne Substanz.

Kommentar von Unnutzer ,

"Die Wirtschaft" ist keine zentralisierte Komponente eines Staats. Vielmehr gibt es Rüstungskonzerne, Pharmaindustrie, Agrarkartelle und so weiter. Und jeder versucht, den Staat auf seine Seite zu ziehen. Und gerade die Rüstungsindustrie, die in 'murica besonders viel Einfluss hat profitiert natürlich vom Krieg.

Kommentar von atzef ,

Deiner realitätswidrig instrumentalistischen Sicht zufolge müssten dann die Amis eigentlich flugs massiv mit Bodentruppen zurückkehren nach Afghanistan und in den Irak und zusätzlich in Syrien sich am Boden gegen das IS-Geschwür engagieren. Stattdessen haben die Amerikaner ihr militärisches Engagement drastisch in diesen Regionen zurückgefahren. "Peng" macht der ideologieserte Luftballon, wenn er auf Realität trifft...

Kommentar von SoVain123 ,

Ich finde es ja schön wie du hier argumentierst, aber du hast die eigentliche Frage aus den Augen verloren. Was besser für die Wirtschaft dieser Erde wäre steht hier nicht zur Debatte. ''Peng'' macht das schlaue Gehirn wenn es auf Tatsachen trifft ...

Kommentar von SoVain123 ,

Schau dir doch bitte mal diesen Link an und dann sag mir nochmal das sich Frieden weniger lohnen würde :)

http://i.imgur.com/LJU7apPl.jpg

Kommentar von atzef ,

Leseverständnis nicht vorhanden? Nirgendwo habe ICH behauptet, dass sich Frieden weniger lohnen würde. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Bei dir muss es wohl schon öfter "Peng" zwschen den Ohren gemacht haben.

Deine Statistik über den US-Verteidigungsetat lenkt nur von deiner Argumentationslosigkeit ab. Nochmal gaaanz langsam für dich:

Die USA haben ihre Militärpräsenz und ihr -engagement in der Region drastisch zurückgefahren! Das steht im diametralen Widerspruch zu eurer Instrumentalisierungsthese! Bezeichnenderweise sagst du darüber gar nichts!

Die Militärausgaben im US-Verteidigungsetat, die für die Region veranschlagt werden, belaufen sich auf sagenhafte 1 % dieses Verteidigungsetats und weiter auf pi mal Daumen einem 1/4000stel des US-amerikanischen BIP!

Aber meinetwegen könnt ihr gerne weiter surreale Vorurteilspflege betreiben. :-/

Kommentar von Unnutzer ,

Selbst 1% davon wären immerhin fast 6 Milliarden Dollar. Und dafür, dass in "der Region" kein direkter, größerer Kampfeinsatz läuft, ist das schon ziemlich viel. Und die Ausgaben der CIA und anderen paramilitärischen Organisationen kommen nochmal extra.

Antwort
von WDHWDH, 23

Warum unterstützten die Engländer die Israeli und die Palästinenser?!

Kommentar von Unnutzer ,

Wie soll ich diese Suggestivfrage interpretieren?

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