Frage von Fcbfreak2000, 152

Wieso tut es so weh zum Stall zu gehen?

Vor fast einem Jahr ist mein Pferd gestorben und da hab ich den Stall 1 Woche gemieden, bis ich wieder kam und auch wieder geritten bin.
Aber zur Zeit kann ich nicht reiten, da ich eine starke Verletzung am Knie habe. Deswegen bin ich einfach so immer mal wieder gekommen, wenn meine Freunde Reitstunden hatten. Aber zur Zeit denke ich immer an die Zeit mit meinem Pferd zurück und vermisse sie immer mehr und habe Sehnsucht nach ihr und dann bin ich in Stall um mich abzulenken. Da hatten auch wieder Freunde Reitstunde und sind dann Ausreiten gegangen (Wir reiten nicht so oft aus deswegen ist es für uns immer so toll).
Das hat mich dann aber so verletzt das ich weggerannt bin um alleine zu sein und hab Stunden lang geweint weil ich sowas schönes wegen meinem Knie nicht mitkommen konnte und dann kam das noch mit meinem Pferd das, dass alles noch mehr weh tat und seit dem habe ich eigentlich erst mal beschlossen nicht mehr in Stall zu gehen, weil ich es nicht sehen kann wie die anderen Ausreiten und Spaß haben und allgemein reiten, während ich das nicht mehr kann.
Ist das normal? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Oder soll ich mir Hilfe suchen, weil sowas ich jetzt schon öfters passiert?

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 24

es gibt im www virtuelle "Friedhöfe", wo Du kostenlos eine Gedächtnisseite für Dein Pferd anlegen kannst

ich hab das damals gemacht und Bilder von ihr reingestellt und ein Gedicht über sie geschrieben (inzwischen habe ich auf meiner Homepage einen eigenen "Gedenkpark" für all meine lieben  Viecherl, die schon über die Regenbogenbrücke gingen - aber beim ersten Mal war es am allerschlimmsten und tat lange Zeit höllisch weh)

das hat mir geholfen, all das Schöne mit ihr nochmal zu genießen und den Schmerz zuzulassen, ihn aber auch gleichzeitig zu verarbeiten (Es gibt natürlich auch virtuelle Kerzen...)

seufz

natürlich ist das schwer

und es dauert

laß den Schmerz zu, such Dir liebe Menschen, denen Du von Deinem Pferd erzählen kannst , all das hilft.

Aber sei nicht neidisch auf Deine ehemaligen Reiterkollegen - Du hast ja eh Reitpause - also geh schwimmen, singe im Chor, sei kreativ in der Gruppe  oder mach sonst etwas, das Dir Freude bereitet und wobei Du unter Leute kommst.

Die Zeit heilt die Wunden - im Herzen und im Knie - auch wenn immer Narben bleiben werden - dafür sind wir Menschen eben fühlende Wesen und keine kalt berechnenden Roboter

Expertenantwort
von ponyfliege, Community-Experte für Pferde, 38

natürlich tut das weh.

man nennt das trauer.

manche lernen schneller, damit klarzukommen, bei andern dauert es jahre. das ist ganz normal.

allerdings - MICH packt immer wieder die sehnsucht nach den tieren, die ich hatte. nicht so sehr die sehnsucht nach dem, was andere machen können und ich nicht.

was du überwinden musst, ist der neid. denn daraus kann sich mit der zeit entwickeln, dass du andern ihre freude nicht mehr gönnst. du findest es lediglich ungerecht, dass du auf dinge verzichten musst. wenn das so ist, solltest du dich in der tat vom stall fernhalten - und falls du wieder mit dem reiten anfangen willst, solltest du auf einen anderen hof gehen und was neues anfangen. dann kochen die erinnerungen nicht ständig hoch.

du musst dich damit auseinandersetzen, wie du fühlst, was du fühlst.

die erinnerung an schöne zeiten bleibt ewig in deinem herzen. lass sie nicht von neid und sehnsucht zerstören.

aber dazu musst du selber innerlich stärker werden. führe meinetwegen tagebuch, dem du all die negativen gedanken anvertraust. schreibe es auf einen zettel - danach am besten das ganze nochmal lesen und dann in winzige schnipsel zerreissen. schreibe deine schönen erinnerungen in ein heft.

Antwort
von traumwelt1, 27

Das Pferd auf dem ich reiten gelernt habe ist vor zwei Jahren im Sommer auch gestorben (man musste sie einschläfern lassen). Naja, ich bin auch den ganzen Winter nicht mehr im Stall gewesen, aber das lag eher daran, weil nicht klar war auf wem ich jetzt reiten sollte und weil dort keine Halle war.

Versuch einfach von deinem Pferd los zu lassen, z.B was ich auch gemacht habe, war, ich bin in die Kirche gegangen (Kölner Dom, es war nähmlich einen Tag bevor ich nach Köllen gefahren bin) und hab da eine Kerze für das Pferd angezündet. Du kannst es natürlich auch zu Hause machen, das geht genau so. (Und ich bin auch nicht wirklich gläubig oder so, den Tipp hab ich von meiner Mama)

Was ich aber damit sagen will ist, das du dir einfach etwas Zeit nehmen solltest, ein oder mehrere Kerzen für dein Pferd anzünden und einfach zu versuchen diese ganze Last abzulegen und vielleicht auch mit jemanden darüber zu reden.

Danach wird es die besser gehen, glaube mir.

Am 15. Februar wurde mein Kater eingeschläfert, und es hat mir so geholfen. Meine Eltern und ich haben ein Bild von ihm auf unser Klavier gestellt, rundherum standen Kerzen. Ich hab meinen besten Freunden erzählt, was mich bedrück, und ich schwör's dir, es tut einfach nur gut :)

 Probier es einfach mal aus, mir hat es auf jedenfall  sehr geholfen 

gute Besserung LG ♥♥♥

Antwort
von musenkumpel, 56

Das einzige wo ich sagen kann, wie das ist ist bei meiner Katze. Wo ich nicht weiss, wo sie ist, aber inzwischen wäre sie schon so alt, dass sie nicht mehr leben würde. Und meinem Hasen, der gestorben ist. An die beiden denke ich natürliche immernoch manchmal, besonders an die Katze.

Ich glaube nach einem Jahr ist das normal, ich bin sogar mal mit dem Bus in das Dorf mit dem alten Haus gefahren, obwohl da jetzt niemand mehr wohnt und so. Das hat mich auch nur wieder aufgewühlt und ich beschloss auch, das nicht nochmal zu tun. Irgendwann nochmal, wegen dem Haus und der Umgebung.

Das wird wohl so ähnlich sein. Ich brauchte auch erstmal Abstand. Dann könnte ich das nochmal versuchen. Das ist ja nicht leicht. Auch gerade bei Pferden und guten Haustieren, also z.B. auch bei Hunden. (Und vorallem auch bei Menschen).

Das hat natürlich mit dem Vermissen zu tun, und du merkst schon, dass das weniger möchtest. Das muss dich irgendwann nicht mehr traurig machen, an sie zu denken. Bei mir war es erst, dass ich traurig und fröhlich zurück dachte, später auch öfter fröhlich und mal so mal so.

Und naja, wenn das Knie eh heile werde muss, dann kannst du dich ja zuhause mit etwas beschäftigen. Versuch mal etwas zu malen oder so. Oder was du sonst so machst. Wenn du merkst, dass du schon viel zurückdenkst, dann denk nach vorne, was kannst du tun.

So, du merkst ja gerade, dass du es anders machen möchtest, dann probier erstmal. Wenn man verzweifelt ist, muss man natürlich Hilfe suchen, aber wenn man mal etwas zweifelt und schon die Lösungen weiss, dann braucht man noch keine professionelle Hilfe.

Natürlich ist es hilfreich, wenn Freunde und Familie einen unterstützen. Aber das sollte auch nicht überhand nehmen.

Ja, soweit alles Gute. Und lass den Kopf nich hängen.

Antwort
von TheLegendary, 57

Dass du betrübt bist, weil du das, was du scheinbar am liebsten machst, nicht tun kannst ist nur verständlich und für dich war dieses Pferd ja auch ein Freund, dass dieser Verlust umso mehr schmerzt und beides aufeinander folgend ist auch etwas, worüber man weinen darf, allerdings solltest du nicht alleine weinen, du solltest zu deinen Freunden gehen oder zu deinen Eltern und dich bei denen ausweinen, die werden dir sicher zuhören, dich trösten können und werden allgemein auch mehr für dich da sein.

mit "öfters passiert" hoffe ich, du meinst nur, dass du weinen musstest?

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