Frage von HerrFrydrych92, 48

Wieso trauen Menschen sich so wenig zu?

Ich höre ständig irgendwo: " ne, das schaffe ich sowieso nicht." Oder "was?ich?niemals!" Noch ein Beispiel "dafür bin ich viel zu Ungeschick und so weiter. Doch es ist eigentlich alles nur Kopf Sache und positive Einstellung dann schafft man alles. Ist einfach so, doch warum gehen dem viele nicht nach? Ja. Das interessiert mich doch sehr, unter die Experten, vielen Dank für die Antworten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von berkersheim, 27

Das ist eine Frage, über die man ein soziologisches Buch schreiben könnte um dann ein philosophisches gleich hintendran zu hängen. Das ist bereits der entscheidende Unterschied zwischen Immanuel Kant und David Hume oder zwischen Epikur und Cicero. Kant und Cicero, die Kopfmenschen wären auf Deiner Seite, dass alles nur eine Kopfsache sei. Epikur und Hume haben den ganzen Menschen im Blick, wonach Lebensenergie und Tatendrang, Mut zum Risiko und Ängstlichkeit auch emotional und wahrscheinlich sogar genetisch verankerte und gesellschaftlich geformte Eigenschaften sind, die vorgeben, was der Kopf überhaupt sortieren darf. Bei wievielen Menschen gibt das Verhalten vor, welche Theorien akzeptiert und ausgebaut werden?

Je nachdem, welche Einstellung man zu diesen Grundsteuerungen hat, was bedeutet das dann für gesellschaftlich gern aufgemotzte Begriffe wie Gleichheit und Gerechtigkeit. Den Mutlosen bedeutet Gleichheit das Runternivellieren der Standards und Gerechtigkeit, dass niemand für seinen Mut und seine Risikobereitschaft belohnt werden darf. Verteilungsgerechtigkeit klammert dann den Einsatz zur Entstehung aus und der letzte Betthüter erhebt im Namen der Gerechtigkeit einen Anspruch auf einen gleichen Anteil des Produkts, dessen Entstehung er verschlafen hat.

Das wird dann unbesehen in die Gefilde von "arm" und "reich" transformiert und wenn man als Teil der Hilfsindustrie am verteilen dessen, was andere geschaffen haben, gut mitverdient, ist man dafür, das Land voller Habennichtse zu laden, damit man noch größere moralischen Macht bekommt über das zunehmende Missverhältnis von "arm" und "reich", das mit "gut" und "böse" gleichgesetzt wird. Und mancher, der vorher in diesem Chor mitgesungen hat, entdeckt viel zu spät, dass der Trick ist, dass die Grenze für Reichtum abgesenkt worden ist und er selbst als vermeintlich Armer unversehens zu den Reichen gehört. Statistik kann auch zur Falle werden, je nach dem, wer die Gestaltungsmacht ausübt.

Wir steuern auf gesellschaftliche Verhältnisse zu, in denen es profitabel ist, Schulden zu machen und sich nichtstuend ins Bett zu legen. Das war schon in der DDR so: Entmündigte Bürger sind auch initiativlose Bürger. Da arbeitet der Kopf in die falsche Richtung und produziert Rechtfertigungen, warum es sich nicht lohnt, etwas zu unternehmen. Da steht das Wort "Rechte" ganz oben auf der Agenda und das Wort "Pflichten" kommt nur noch vor, wenn es um die Pflicht geht, abzugeben. Logik: Wer nichts hat, muss nichts abgeben! Wer schafft ist selber schuld.

Antwort
von xXwhatXx, 15

Ich denke, das hat auch was mit dem System unserer Gesellschaft zu tun. Man ist abhängig von dem System und hat nach seiner Arbeit kaum noch Energie um selbstständig, kreativ usw zu werden. Man wird nicht gefördert sich selbst Ziele zu setzen sondern nur die des Systems zu befolgen: viel arbeiten->viel Geld für Familie zu gründen. Von dem Geld kauft man sich Fernseher oder andere Vergnügungsmittel, teure markenklamottem und Möbel, da das System durch Propaganda wie Werbung vorschreibt, was man braucht um sich reich und glücklich zu fühlen! Unbewusst läuft bei jedem Menschen im Kopf ab: warum soll ich mich anstrengen wenn ich andere Mittel habe, die mir das Gefühl geben, ,,wichtig" zu sein, Erfolg zu haben.
Hoffe du verstehst was ich meine, ansonsten gerne nachfragen, ist ein
Sehr spannendes Thema:-)

Antwort
von franzi053, 17

Den meisten Menschen fehlt einfach nur das positive denken und etwas mehr selbstbewusstsein!

Antwort
von Soeber, 11

Ich denke man weiß was man kann und was man nicht kann, dementsprechend denkt man das man Gewisse Dinge nicht schafft. Es hat nichts damit zu tun das man nicht alles gibt. Denke aber auch das es zur Hälfte mit Realismus und zur anderen Hälfte jedoch auch mit Pessimismus zu tun hat um ehrlich zu sein. Ich hoffe du verstehst was ich damit meine.

Gruß, Soeber

Antwort
von DBKai, 2

Es gibt Situationen, da passt die Aussage "Das schaffe ich sowieso nicht."... z.B. wenn man über einen Tisch springen soll und dafür nicht die nötige Kondition und auch keine Übung davor hatte... wenn man vielleicht auch körperlich eher klein ist, tut man sich da auch schwer...

Manchmal passt dieser Satz schon und es stimmt auch... "Besser du machst das nicht - sonst tust du dir nur weh!"

Manchmal ist der Satz aber auch unpassend... viele Dinge kann man eben auch wirklich schaffen, wenn man es schaffen will... wenn man in eine Schule geht und klare Angaben über den Stoff bekommt - dazu noch ausreichend Vorbereitungszeit und die Möglichkeit fragen zu stellen, wenn einem etwas unklar ist... dann kann man das auch schaffen, wenn man es will... wenn man aber keine klaren Angaben bekommt... wenn man nicht ausreichend Zeit zur Verfügung gestellt kriegt... wenn man keine Fragen stellen kann - diese nicht beantwortet werden... und wenn die Lehrkraft einen ev. auf dem Kicker hat, dann kann man die Schule im schlimmsten Fall auch dann nicht schaffen, wenn man Tag und Nacht dafür lernt...

Antwort
von GuenterLeipzig, 10

Es kommt meiner Meinung immer auf den Gesamtzusammenhang an, in welchem sich jemand bestimmte Dinge nicht zutraut.

Das kann sich dabei durchaus um realistische Einschätzungen beinhalten.

Aber auch der andere Fall ist denkbar, dass ein Fernziel als unerreichbar erscheint, bei genauerer Betrachtung es jedoch sinnvoll ist, das Fernziel in mehrere Etappen zu unterteilen, die das Weg zum Ziel darstellen (so mache ich es).

Dann werden für den Augenblick scheinbar nicht erreichbare Dinge doch umsetzbar.

Eben diese Technik der kleinen Schritte hat sich warscheinlich noch nicht bei allen herumgeschwiegen, weswegen dieser Personenkreis sich zu wenig zutraut.

Günter

Antwort
von Oldtimertreffen, 15

Ich denke, das es der Gegenwind der Mitmenschen ist. Viele Mitmenschen suchen ständig nach Gegenargumente(kann man auch hier sehen). Wenn dann der Mensch das nicht durchschauen kann, weil vielleicht Diejenigen der Familie angehören, dann verlieren sie ihr Mut und Selbstsicherheit. Selbstsicherheit ist wichtig um die Sache überblicken zu können.

Antwort
von conzalesspeedy, 19

Tut mir Leid ich  bin kein Experte, (Dann würde ich damit verdienen)

Ich bin der Meinung das den Menschen das Selbstbewustsein fehlt.

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