Frage von maybeyourright, 110

Wieso stufen manche Menschen andere Menschen mit psychischen Erkrankungen als schlechter ein?

Die Frage beschäftigt mich schon eine Weile. In meinem Familienkreis und Freundeskreis gibt es ein paar die an Depressionen oder ähnlichem leiden. Ich komme damit gut klar ich gehe mit ihnen so um wie mit anderen auch. Ich meine man kann nichts dafür wenn man psychisch erkrankt das liegt ja auch immer an den Umständen. Aber ich habe schon so oft gehört "mit denen will ich nichts zu tun haben die sind doch Psychos" wieso machen das manche Menschen? Denken sie dadurch sie sind was Bessers?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Andrastor, 50

Sie machen das weil sie die Krankheiten nicht verstehen. Sie können das nicht nachempfinden dass diese Menschen nicht so sein wollen wie sie sind und verstehen nicht, warum sich die Kranken nicht einfach anders verhalten.

Weil sie es nicht verstehen, macht es ihnen Angst. Sie geben den Kranken die Schuld an ihrem Leiden und denunzieren sie weil sie sich nicht so verhalten wie die Gesunden es gerne hätten.

Oft kommt noch hinzu, dass sich Gesunde persönlich angegriffen fühlen, wenn die Kranken ihren Rat nicht befolgen (können) oder ihre Vorschläge einer Heilung keine Genesung bringen.

Wie zum Beispiel:

"reiß dich zusammen!"

"Such dir eine/n Freund/in, dann gehts dir besser!"

"Du brauchst nur eine Arbeit, dann ist alles wieder gut."

"Du musst mit dem Trübsal blasen aufhören!"

"Denk an was Schänes!"

Kommentar von Inkonvertibel ,

DH

Kommentar von Andrastor ,

danke für das Sternchen :)

Antwort
von Netie, 31

Es ist vornehmend Unwissenheit über diese Krankheiten.

Es ist unbequem, die "Macken" anderer zu ertragen.

Das Aufnehmen und reagieren auf äußere Reize läuft bei psychisch Kranken oder Depressiven nicht nach "normalem" Schema ab.

Oft werden die Reaktionen der Betroffenen als übertrieben eingestuft (was sie oft auch wirklich sind).

Und da man keine Lust und kein Interesse hat, sich mit solchen Menschen  abzugeben (es kostet nur Zeit und Mühe und jede Menge zusätzliche Erfahrung) meidet man sie, leider.

Denn gerade diese Leute brauchen viel Rückhalt.

Aber es gibt auch, Gott sei Dank, viele die sich um solche kümmern. Man kann die Aussage, von anderen: "Sind doch Psychos" nicht jedem anhängen. Was du ja auch nicht machst.


Antwort
von LoLanet23, 14

Das Problem ist meistens, dass Depression nicht ernst genommen wird.

Das Wort "Depression" ist für mich wie das Wort "Mobbing". Sie beide gehören schon fast zur "Alltagssprache". Gut vielleicht etwas übertrieben. 

Aber ich glaube jeder Schüler z.B. kennt es, dass man anstatt "der und der Ärgert mich" " der und der mobbt mich" verwendet, obwohl man von mobbing noch überhaupt nicht reden kann...

Genauso sagen sehr viele, vor allem junge leute nicht mehr, das macht mich traurig oder mir gehts nicht gut, sondern dass macht mich depri, ich bin deprimiert...also ich persönlich habe das schon öfters von anderen gehört.

Und deswegen glaube ich, geht das Ernste bisschen daran verloren.

Außerdem sehen Depression viele als Ausrede für alles und so unglaublich viele Menschen sind der Meinung, dass Depressive ja nur die Schuld an anderen suchen und alles spielen und übertreiben.....Ich mein, ich kanns ja teils verstehen....würdest du auch sofort jemanden glauben der sagt: " mir bereitet es keine freude, Freunde zu treffen?" Denke eher nicht, weils für sehr viele eines der schönsten Dinge ist, sich Abends mit Leuten zusammen zu sitzen und einfach abzuschalten. An der Stelle muss ich auch betonen, dass Depressive unglaubliche Schuldgefühle haben und ich lernte noch nie einen Depressiven kennen , der sagte: wegen der und der Person habe ich jetzt Depressionen und alles in meinem Leben ist so schlecht, nur weil diese Person gerade neben mir steht......" Im Gegenteil...die meisten depressiven, lassen sich noch nicht mal ansehen, dass sie eine Krankheit haben und suchen immer zuerst den Fehler bei sich selbst

Genauso wenig verstehen psychisch Gesunde Menschen, wie ein Mensch einfach jeden Tag so negativ Denken kann. Schnell kommen dann Sätze wie: ach denkt doch nicht immer so negativ und schau gerade aus Das Leben geht weiter!" Oder: " Jetzt mach doch mal einfach....ist doch nicht so schwer...." Nun ja, was diese Leute nicht bedenken ist, dass sich das Gehirn eines Depressiven so krass veränderte, dass es nichts anderes mehr kann als negativ zu denken. Es hat sich sozusagen daran gewöhnt und die meisten Depressiven haben das Gefühl, als verlernten sie glücklich zu sein. 

Auch muss man sich das mit dem "Jetzt mach doch mal.." so vorstellen: Viele Depressive haben keine kraft mehr ihr Zimmer aufzuräumen, in die Arbeit/Schule zu gehen....zwingen sich oft nur dazu. Und das ist tatsächlich so. Ich meine wie viele Hausmuttis haben wir hier? Wieviele Friseure (und es gibt noch unzählige andere Arbeiter die genau dieses Gefühl kennen werden), irgendwelche Sportler hier? Ihr werdet nämlich alle diese eine Situation kennen: Man hat soviele Termine, muss kochen, putzen, Kinder bloß nicht vergessen; den ganzen Tag stehen müssen im Beruf oder man spielte stundenlang ein anstrengendes Fußballspiel. Daheim angekommen, legt man sich einfach auf die Couch oder ins Bett und niemand wird es schaffen einen da wieder hoch zubekommen. Weil man einfach so extrem fertig ist! Und so fühlt sich ein Depressiver. Er hat einen riesigen Kampf mit sich selbst zu führen und kann sich teilweise selbst nicht mal erklären, warum er dies machen muss, weil er sich nicht erklären kann, warum ihm jetzt plötzlich wieder eine Träne vor Schmerz runter läuft und das Herz rast vor Angst und Panik....warum auch immer. Jeden Tag...24 Stunden lang...ohne Pause...drückt jemand deine Luft zum atmen weg...und du weisst nicht warum

Und das alles zu verstehen, für einen psychischen Menschen ist sehr schwer. Und deswegen bilden sich leider viele eine Meinung darüber, was sie sehen. 

Sry für den langen Text (:

LG

Expertenantwort
von DottorePsycho, Community-Experte für Psyche & Psychologie, 37

So viele Menschen, so viele Meinungen, soviele Gründe.

  • Manche Menschen mit psychischen Störungen sind ziemlich anstrengend im Umgang. Darauf hat nicht jeder Lust.
  • Manche sind sogar gefährlich. Kommt halt immer auf die Störung und deren Ausmaß an.
  • Manche Menschen haben Angst oder zumindest ein ungutes Gefühl im Umgang mit psych. gestörten Menschen, da sie deren Aktionen oder Reaktionen nicht einschätzen können.
  • Manche Menschen haben einfach mal Vorurteile.
  • Manchen Menschen fehlt ein gewisses Maß an Einfühlungsvermögen, Mitgefühl, Empathie.
  • Manche Menschen halten sich für etwas Besseres - besser als Menschen mit psych. Störung ja sowieso.
  • Manche Menschen sind einfach nur dumm.
  • Manche Menschen .... (keine Ahnung, da gibt es sicherlich noch einige andere Möglichkeiten)
Kommentar von Inkonvertibel ,

Hey DottorePsycho, eine der Möglichkeiten ist, das viele Menschen falsch behandelt, bzw. Therapiert werden. LG Inkonvertibel

Kommentar von DottorePsycho ,

Das mag schon vorkommen, hat aber mit der Fragestellung nichts zu tun, oder?

Antwort
von Tragosso, 23

Sagen wir so, jeder hat seine Prinzipien. Ich bin solchen Menschen nicht einmal zwingend böse. Ich bin selbst psychisch erkrankt, will aber trotzdem nicht mit jeder Art von Erkrankung zu tun haben. Manches geht mir selbst zu sehr an die Nieren (Essstörungen z.B oder Borderliner), so dass es mich runterziehen würde. Anderes verabscheue ich, wie Alkohol und Drogenmissbrauch. Diese Leute sollten sich Hilfe suchen, ich allerdings bin da keine große Hilfe und es steht letzten Endes jedem Menschen frei sich sein Umfeld selbst auszusuchen. Den gesunden, so wie den kranken ebenfalls.

Natürlich sollte man dann seinen Mund halten und nicht schlecht über andere Menschen reden...Aber dieses Problem zieht sich durch alle Schichten der Gesellschaft, nicht nur auf psychische Erkrankungen bezogen.

Antwort
von Vaniz, 53

Wie du schon schreibst, es kommt immer auf die Umstände an. Wenn es Menschen gibt die psychische Erkrankungen haben durch Drogen, sind das in meinen Augen Psychos. Aber Menschen die nichts dafür können, die an Depressionen leiden, aus welchen Gründen auch immer, sind mit Sicherheit keine Psychos. Keiner kann was dafür! Deswegen meide ich solche Menschen. Manche haben einfach keine Ahnung oder sind solchen Menschen noch nie begegnet. 

Kommentar von piercethejenny ,

Psycho=Psychopath...das ist etwas anderes als das was du damit beschreibst

Kommentar von Vaniz ,

Ich habe nur diesen Beitrag kommentiert und meine Ansicht geschildert, was ich als "Psychopathen" empfinde.

Antwort
von veronicapaco, 4

Nicht jeder kommt damit klar. Wenn ich zum Beispiel mal einen Tag nicht schaffe oder Rückschläge habe reagiert mein Vater aggressive weil er nicht damit umgehen kann. Und ich kann jeden verstehen der sowas sagt. Es ist einfach nicht leicht.

Antwort
von suziesext06, 9

na ja viele Menschen, die urteilen ja ganz fix und oberflächlich, die denken halt: der hat ja n Knall, ey, der is plemmplemm, spinnt, markiert, simuliert. Aus, fertig. Körperliches Leiden ist sichtbar, und wird als Leiden akzeptiert. Das innere seelische Leiden siehste bloss indirekt, am Benehmen, und wird von die normale Leute nicht als Leiden angesehen, sondern als Macke, als Charakterfehler: dumm faul zickig stänkerig. Und n Charakterfehler willste nicht so gern dass er dir auf die Pelle rückt.

Antwort
von Hayat17, 24

Weil so viele Menschen Egoistisch sind. Ich lasse mich da von denen nicht noch runter machen lassen, pff...

Antwort
von James120, 27

Sie denken nunmal so Leute wie ich sind eine Art niederer Menschen sie behandeln uns im Prinzip so wie früher man die Sklaven behandelt hat man benutzt uns nur und lacht uns aus (eigene Erfahrung) 

Ich leide an Depression 

Antwort
von Wohlfuehlerin, 43

weil viele menschen dumm sind und vorurteile haben

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