Frage von SDetje, 33

Wieso steigen die Wertpapierkäufe bei sinkendem Einkommen?

Im Geldmarkt- bzw. LM-Modell lernen wir, dass bei sinkendem Y als Effekt einen steigenden Effektivzins haben. Also Y sinkt - Md < Ms - WPd > WPs - WPK steigt - i sinkt. Die Abfolge ist mir bekannt, jedoch fehlt mir nur ein kleiner Schlüsselpunkt in der Kette.

"Bei einem geringeren Einkommen wollen die Wirtschaftssubjekte weniger Bargeld halten und versuchen deshalb Wertpapiere zu kaufen"

Nun ist meine Frage, weshalb wir durch ein niedrigeres Einkommen dazu streben, Wertpapiere zu kaufen. Ich kann nirgends eine genauere Erklärung zu diesem Problem finden.

Vielen Dank im Voraus!

Antwort
von Innovate, 8

Ich vermute die Aussage ist bei der Erklärung/Herleitung der IS-Kurve getätigt, stimmt das oder ist sie im Zusammenhang einer Totalanalyse gesagt worden?

Antwort
von Mignon4, 19

"Bei einem geringeren Einkommen wollen die Wirtschaftssubjekte weniger Bargeld halten und versuchen deshalb Wertpapiere zu kaufen

Mache bitte mal eine Quellenangabe. Ich finde nicht nur die These, sondern auch den Terminus "Wirtschftssubjekt" befremdlich.

Kommentar von SDetje ,

Makroökonomie - Pearsonverlag / Olivier Blanchard, Gerhard Illing   5. Auflage ; Kapitel 5 - ISLM-Modell

Kommentar von Mignon4 ,

Hm - immerhin sind das zwei ernstzunehmende Autoren. Zu der These fällt mir nichts ein. Für mich ist sie völlig realitätsfern.

Wertpapiere sind sehr risikobehaftet. Mein Fazit daraus wäre, dass Menschen mit geringen Einkommen ein hohes Sicherheitsbedürfnis und eine sehr geringe Risikobereitschaft bei ihren Geldanlagen haben. Allerdings gibt es Wertpapiere, die hohe Renditen (mit hohen Risiken!) versprechen. Vielleicht lassen sich Menschen von diesen Versprechungen leiten. Die Risiken verstehen sie meistens gar nicht. Meine Erklärung erhebt nicht den Anspruch, richtig und/oder vollständig zu sein. :-))

Ich an deiner Stelle würde mal separat die beiden Autoren ergooglen. Ich habe gerade nachgeschaut. Es gibt viele Seiten über sie. Möglicherweise findest du dort Gegenargumente bzw. eine Erklärung für die These.

Noch ein anderer Tipp:

Stelle deine Frage mal bei

www.finanzfrage.net

Das ist ein Ableger von GuteFrage. Dort sitzen Experten. Vielleicht hast du Glück und bekommst auf dem Portal eine gute Erklärung.

Antwort
von dan030, 11

Naja, rein theoretisch könnte ein Grund dafür sein, dass Bargeld eine Rendite von 0 % ergibt, während Wertpapiere normalerweise langfristig rentieren. Je niedriger das Einkommen aus "realer" Arbeit ist, umso mehr Anreize ergeben sich, mit verfügbarem Kapital sonst noch irgendwie zusätzliche Erträge zusammenzuraffen.

Allerdings halte ich derartige Modelle für ziemlich realitätsfern. Dass die klassische Volkswirtschaftslehre eine Frischzellenkur braucht, ist in den letzten Jahren in Fachkreisen durchaus öfter mal thematisiert worden. Denn gerade in den letzten Jahren zeigt sich ja deutlich, dass die Modelle z. B. die Situation der jüngeren Vergangenheit gar nicht abbilden und auch nicht vorhersagen konnten.

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