Frage von Tsyahditya97, 123

Wieso spricht man in der Schweiz auch überwiegend Deutsch?

Naja ich weiß doch schon dass die dort Schweizer Dialekt von deutsch im alltag miteinander sprechen und so, aber troztdem lernen die natürlich in der schule oder an anderen Bildungsinstituten Standard Deutsch. Deshalb wieso wird deutsch auch da gesprochen, wenn die schweiz ein bisschen weit von deutschland ist? Würde mich freuen, wenn mir ein bisschen geschichtlicher Kontext versorgt wird. Danke

Antwort
von OlliBjoern, 18

"Deutsch" ist ein Oberbegriff, der viele verschiedene Dialekte umfasst (die hochdeutsche Sprache ist lediglich eine Variante von vielen). Deutsche Dialekte wurden in den Gebieten schon lange vor der Entstehung der heutigen Staaten (Deutschland, Schweiz, Österreich, daneben sind noch Luxemburg, Liechtenstein, Südtirol und andere Gebiete überwiegend deutschsprachig) gesprochen.

Man kann kurz sagen: "die Sprachen sind älter als die Grenzen".

Zudem grenzt die Schweiz an Baden-Württemberg. Ich bin (südlich von Stuttgart) schneller in der Schweiz als in Berlin. Schwäbisch gehört wie die schwyzerdütschen Dialekte zum Alemannischen (das ist eine der zahlreichen Dialektgruppen des Deutschen).

Antwort
von soedergren, 67

Hä, wieso ist die Schweiz von Deutschland ein bisschen weit weg? Die Schweiz und Deutschland haben eine direkte, gemeinsame Grenze.

In Grenzregionen ist es gar nicht mal so unüblich, dass die Sprachen des Nachbarlandes auch gesprochen werden, so ist deutsch u.a. in Teilen Belgiens offizielle Landessprache, in nahezu allen anderen angrenzenden Ländern wird es zumindest von Minderheiten gesprochen (u.a. Frankreich und Dänemark). 

Wie auch immer, die Schweiz ist sogar viersprachig. Faktisch werden in den jeweiligen Gebieten eben die Sprachen gesprochen, die von den dort lebenden Stämmen eben gesprochen wurden, und - Wunder oh Wunder - das sind, vom rätoromanischen mal abgesehen, eben genau die Sprachen der Nachbarländer: deutsch, französisch und italienisch. 

Nach dem Untergang des Römischen Reiches besiedelten verschiedene germanische Stämme  die nördlichen Teile der Schweiz, die römischen - später italienischen - eben den südlichen Teil. 

Unabhängig davon, gibt es in den meisten Ländern eine Hochsprache, die an den Schulen gelehrt wird, und die mit den auf der Straße gesprochenen Dialekten oft relativ schlecht zu vergleichen ist. Das ist etwa im englischen auch nicht anders.

Antwort
von Deponentiavogel, 51

Das Deutsche ist nicht die Sprache der Deutschen. Sie wird in Österreich, der Schweiz und zudem Liechtenstein, Luxemburg und Belgien gesprochen.

Die deutsch sprachen, waren vor nicht allzu langer Zeit auch alle Deutsche. Sie waren immer mal wieder lose durch eine politische Idee verbunden (Heiliges Römisches Reich), haben es aber nie zu einer Nation oder einem Zentralstaat wie zum Beispiel Frankreich, Spanien oder England gemacht. Dass in den drei großen deutschsprachigen Staaten ziemlich großer Einfluss bei den einzelnen Ländern (Bundesländer, Kantone, …) liegt, ist etwas typisch Deutsches (Föderalismus). 

Der Teil der Deutschen mit einer vorrangigen politischen Bindung (schweizerische Eidgenossenschaft / habsburgisches Kaisertum) haben mehr und mehr ihre eigenen Brötchen gebacken. Den politischen Charakter abseits von Sprache und Kultur kann man auch sehr schön an den Eidgenossen und Habsburgern erkennen: Beide haben unterschiedlichste Nationalitäten unter einem Dach vereint (italienisch, französisch, deutsch, … / deutsch, ungarisch, böhmisch, kroatisch, slowenisch, …).

Die Schweizer haben so schon früh ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt und sich seit dem 17. Jahrhundert komplett aus der europäischen Machtpolitik ausgeklinkt. Für die Österreicher hat es zwei Weltkriege gebraucht, danach hat sich aber auch hier eine Nation herausgebildet. Bei den übriggebliebenen Deutschen, der Bundesrepublik, ist ein Nationalgefühl schon langsam durch die Feindschaft mit den Franzosen und der Reichsgründung am Ende des 19. Jahrhunderts entstanden. Ihren überspitzten Höhepunkt hat die verspätete Nationenbildung in den 1930ern erreicht.

Kommentar von josef050153 ,

Du hast Namibia vergessen. Die alte Hymmne Südwestafrikas hatte sogar einen detschen Text!

Kommentar von Deponentiavogel ,

Kein Anspruch auf Vollständigkeit! 

Es gibt sicher noch mehr Parzellen, die die deutschen Eroberer hier und da zurückgelassen haben. 

Sprechen Leute in Namibia tatsächlich deutsch? Oder ist das nur traditionell die ihnen aufgezwungene Hymne?

Kommentar von Ruenbezahl ,

Deutsch wird von 32 Prozent der Weißen in Namibia als Muttersprache gesprochen. Es gibt deutsche Zeitungen (z. B. "Allgemeine Zeitung" und deutsche Schulen).

Antwort
von Ruenbezahl, 24

Die Frage müsste eigentlich umgekehrt gestellt werden: Warum sollen die Deutschschweizer nicht ihre Sprache sprechen? Die Schweizer im Tessin und in den italienischsprachigen Tälern Graubündens sprechen Italienisch, die Schweizer in den französischsprachigen Kantonen bzw. in den französischsprachigen Anteilen der gemischtsprachigen Kantone (Freiburg/Fribourg, Wallis/Valais, Vaud/Waadtland, Neuenburg/Neufchatel) sprechen Französisch, und die Rätoromanen in Gräubünden sprechen Rätoromanaisch, also jeder seine Sprache. In der BRD wird ja außer Deutsch auch  Türkisch gesprochen, ohne dass jemand nach dem Warum fragt.

Antwort
von Hetja3, 42

Das liegt auch daran, dass die Schweiz keine eigene Schriftsprache hat. Die Dialekte sind zu verschieden um sich zu einigen. Nur schon die Zentralschweiz hat für den Satz: "Es schneit" verschiedene Sätze. Zum einen gleich wie im Deutschen, dann "Es schniit" oder "Es schneyt", alle drei Varianten hört man im Alltag an der selben Schule oder im selben Einkaufcenter

Kommentar von WDHWDH ,

Kennst du das "Schwyzer Dütsch" Ganz andere Grammatik usw-kennst du das?

Kommentar von Hetja3 ,

Die Grammatik ist nicht viel anders. Aber ja ich kenne Schwiizerdütsch sehr gut, ich bin Schweizerin.

Antwort
von Eselspur, 42

Sprachen sind älter als Staaten. 

Als 1870/71 das Deutsch Reich gebildet worden ist, hat man bewusst in Kauf genommen, dass viele Deutschsprachige in Österreich und der Schweiz lebten.

Antwort
von HugoGuth, 5

Die Schweiz ist im 16. Jahrhundert unabhängig geworden! Einige Städte sind sogar zw. D und der CH geteilt, z.B. Lauffenburg!

Antwort
von syncopcgda, 47

Das echte "Schwyzerdütsch" unterscheidet sich ganz wesentlich von unserem Hochdeutsch und ist für uns Deutsche weniger verständlich als z.B. das Bayerische. Daher sind die hie und da im Fernsehen gezeigte schweizer Dokumentationsfilme normalerweise mit Untertiteln versehen. Auffälliges Merkmal des Schwyzerdütsch ist u.a. die Betonung der ersten Silbe eines Wortes, aber das ist noch lange nicht alles.

Antwort
von DarkGamingYT, 58

Hallo.

Ich bin Grenzgänger.

Aus einem einzigen Grund gibt es nur diese Dialekts und zwar ist es genau so wie bei uns nur hat die Schweiz mehr Kantone wo meist jedes Kanton sein eigenes Dialekt hat (Muss net überall sein).Bei uns in Deutschland sprechen auch viele Dialekt nur merkst du davon nichts weil die Menschen z.B mit bayrischen Dialekt auch in Bayern leben.

Wünsche dir noch einen schönen Tag

LG Dark

Antwort
von Kuppelwieser, 5

Die deutschsprachigen Schweizer sind in ethnischer Hinsicht eben Deutsche, wie auch die Österreicher, Elsässer, Luxemburger, Südtiroler usw., die aufgrund der früheren politischen Machenschaften sich vom Deutschen Reich abtrennten. Nach der These Putins, der die Krim annektierte mit der Begründung: Wo man Russisch spricht ist Russland! Müssten diese aufgezählten Gebiete alle wieder zu Deutschland!

Antwort
von josef050153, 15

Weil ihre Eltern auch deutsch gesprochen haben.

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