mein sohn ist 8 jahre und wurde im april getauft.seit ca einer woche spricht er immer wieder über den tod und das er sterben will. auf die frage warum er das möchte bekam ich u.a. zur antwort: ich will bei meinem meerschwein sein ( ist seit vor 2 jahren gestorben ), da kann ich euch von oben beobachten oder ich will auf wolken sitzen. langsam macht mir das alles angst und ich weiß mir keinen rat mehr. ich hoffe ihr könnt mir helfen

es ist schon ungewöhnlich 2 Jahre lang um ein Meerschweinchen zu trauern, in dem Alter.
Viell. ist in seinem Umfeld (Schule) etwas passiert oder sie besprechen gerade im Unterricht das Thema Tod. Ich würde zuerst mal mit einem Lehrer (Religionslehrer?) reden.
Ihm selbst vor allem klarmachen, dass er nicht mehr mit seinen Freunden spielen kann, wenn er nicht mehr da ist, dass alle Mama, Papa, Oma usw.... sehr sehr traurig wären und weinen würden ... und er doch noch so viel erleben will (Beispiele nennen)...

Kinder können durchaus sehr lange trauern. besonders um das, was ihnen lieb gewonnen ist... Nun, vermute, dass das Kind die Trauer nicht korrekt verarbeitet hat und mit der Annahme, es gehe dem Tier im Himmel besser, ihm folgen möchte. Gefühlt heiße es, ohne angreifen zu wollen... Schrei nach Zuwendung ! Erklärt Eurem Wurm ganz sachte, was der Tod ist und versucht ihm mehr Zeit zu widtmen... Ich habe einen Text zum Erläutern beigefügt, der zwar den Menschen betrifft, dennoch auf Tiere umzumünzen ist:
Umgang der Kinder mit dem Begriff TOD (aus dem Buch „Da war es auf einmal so still“ von Linde Keyscrlink, Herder Verlag)
Kinder erleben den Tod nicht wie wir Erwachsenen. Je nach ihrem psychischen Entwicklungsstand nehmen sie dieses Ereignis sehr verschieden auf.
Bis zum dritten Lebensjahr kann das Kind nur sehr wenig mit dem Begriff des Todes anfangen. Es hält das Ereignis des Todes für reversibel. Jemand ist weggegangen und kann auch wieder kommen, wie beim Versteckspiel.
Erst mit dem vierten Lebensjahr bekommt es eine begrenzte Vorstellung vom Tod, aber ohne besondere Empfindungen. Etwas ist immer noch da, was man nicht sieht. Doch die unwiderrufliche Transformation begreift es immer noch nicht.
Mit dem fünften Lebensjahr verstehen Kinder, dass der Tod etwas Endgültiges hat. Tote Tiere atmen nicht, sind kalt und bewegen sich nicht mehr. Das sachliche Interesse am Todsein herrscht vor. Das Kind stellt viele Fragen. Eis sieht, dass Tod etwas mit Alter und Krankheit zu tun hat. Älteste sterben zuerst.
Mit dem sechsten Lebensjahr beginnt es, Gefühlsreaktionen auf Tod und Sterben zu zeigen. Es beschäftigt sich mit Todesursachen, mit Beerdigung und Begraben; fürchtet, dass vielleicht die Eltern sterben. Es glaubt aber nicht, dass es selbst stirbt (außer, wenn es schwer krank ist).
Mit dem siebten Lebensjahr vertieft sich das Verständnis. Das Kind zeigt Mitleid mit Sterbenden und Trauenden. Es fängt an, sich Gedanken darüber zu machen, was nach dem Tod sein wird, wo die Toten hingeben, wie Beerdigungsrituale ablaufen. ES überlegt, wie es selbst mit dem Ereignis in Verbindung steht, ob es Schuld daran trägt, ob es eine Bestrafung ist, weil der Verstorbene (Eltern - oder Großelternteil) böse mit ihm war. Es entwickelt Verlustängste, wenn es auf irgendeine Weise emotional unterversorgt ist.
Mit etwa acht Jahren wird dem Kind klar, dass alle Menschen, es selbst inbegriffen, einmal sterben müssen. Es sucht nach Gründen dafür. Seine oft prälogischen Überlegungen sind keineswegs ein Ausweichen vor der Wirklichkeit, sondern es reagiert so gut es kann.
Mit neun Jahren richtet sich der Blick des Kindes direkt auf den Tod, nicht nur auf die Begleitumstände. Es begreift ihn auch biologisch. Dennoch bleibt etwas unbegreifliches. Lange bevor sich das Abstraktionsvermögen entwickelt, muss das Kind bereits Elemente der Todesvorstellung seiner Kultur und Umgehung aufnehmen. Sie sind schon da, ehe die Logik reif genug ist, sie anzunehmen and zu füllen. Besonders; um das neunte Jahr herum, kann das zu erheblichen Ängsten führen, wenn keine Hilfe angeboten wird.
Leider wird der Tod in unserer Gesellschaft im Allgemeinen nur dann zum Thema gemacht, wenn jemand nahe stehendes verstorben ist. Ich habe meinen Kindern von klein auf immer wieder versucht mitzugeben, dass alles Leben vergänglich ist - das der Katze, das des Hamsters, das der Uroma, das der Oma, meines und ihres. Wir reden ziemlich zwanglos über den Tod. Für uns gehört er zum Leben. Was natürlich nicht ausschließt, dass Trauerarbeit notwendig und wichtig ist, wenn tatsächlich ein "Todesfall" eintritt.

Du kannst teilweise sogar froh sein,das er über den tot redet, denn so verarbeitet er den tot leichter... ich habe früher auch immer darüber geredet, als mein opa gestorben ist, denn als mir meine mutter den tot, also auch das in den himmel kommen, erklärte hatte ich nichtmehr so viel angst davor
Solange sich sein Verhalten nicht ändert solltest du einfach versuchen im klar zu machen das wenn er tot ist du ihn aber nicht mehr drücken und lieb haben kannst.
Da Kinder normalerweise eine sehr starke Bindung zu Ihren Eltern haben die Primär darauf aufbaut das sich das Kind geliebt fühlt gibt es für ein Kind auch nichts schrecklicheres als diese Liebe zu verlieren. (Führt in der Regel zu Psychischen-Problemen .. komplexes Thema) Wichtig bei der Geschichte es das dem Kind auf keinen Fall mit dem Verlust der Liebe als form der Strafe gedroht werden darf.
Wie gesagt wenn das Kind erkennt das es wählen muss ... und wenn das nicht klappt könntest du immer noch ein Meerschweinchen kaufen ?

Das kann ich sehr gut verstehen, dass es Dir Angst macht! Du schreibst er spricht "Immer wieder" über den tod, dass läßt ja schon fast eine gewisse Sehnsucht vermuten! Sicherlich hast du dir schon mal überlegt, wie es deinem Sohn sonst so geht, wie kommt er in der Schule zurecht mit Freunden ect.? Verhält er sich anders, als früher? Gut wäre, dies mal mit einem Kinder und Jugendpsychater zu besprechen. Mache doch mal einen Termin oder rufe erstmal an. Alles Gute Ameise

Ich würde ihm erklären, dass sein Meerschweinchen schon alt war (wenn es stimmt) und seine Zeit da war. Und ihm würde ich sagen: du bist noch jung und kannst noch viel erleben und erwachsen werden. Wenn sich diese Einstellung nicht ändert, würde ich mal zu einem Kinderpsychologen gehen. Und evtl. darauf achten, dass er im Fernseher ect. nicht mitbekommt das Leute sterben. Einfach mal ganz vom Thema ablenken.

Vielleicht kann die auch die Telefonseelsorge gute Ratschläge geben. Einfach bei Google "Telefonseelsorge" eingeben. Dort stehen dann alle Telefonnummern. Es kann aber etwas dauern, bis Du dort jemanden erreichst. Immer wieder versuchen. Ich habe mit der Beratung gute Erfahrungen gemacht. LG TawaGirl
das ist normal in dem alter nur keine angst das legt sich von allein
Solche Phasen haben Kinder schon mal, sind aber meistens recht kurz. Wenn es Dich sorgt, lass Dich an einen Kinderpsyochologen überweisen, eine Erziehungsberatungststelle kann auch weiter helfen. L.G.

Das ist doch völlig normal denn er trauert immer noch um sein Tier.
Marple am 18. August 2008 22:42 2 Jahre lang um ein Meerschweinchen? In dem Alter ?? Nein ...
aber mit solchen Antworten erhält man sich den 1. Platz ;-))
GerdaG am 18. August 2008 23:41 Falsch Miss Marple, mit solchen Antworten kommt man da überhaupt erst hin. Nicht Qualität, sondern Quantität :-))
Marple am 18. August 2008 23:48 ach so, das wusste ich nicht ;-(
ich dachte immer, die Antwort sollte einigermaßen gut sein, um sich als Top Nutzer behaupten zu können ....

sprich mit ihm ganz normal über den tod uns das leben.

Als erstes beobachte ich, dass meine Kinder (6 und 3) auch ganz häufig über den Tod reden, manchmal interessiert-fragend, manchmal sich an den Kopf werfend "jetzt bist du tot". Kinder gehen in dem Alter mit dem Thema Tod viel unbefangener um, als wir Erwachsenen. Ich denke, in der Jugendzeit beginnt sich diese Einstellung umzudrehen. Natürlich sprechen sie auch deshalb so oft und so unbefangen vom Tod, weil wir sie auf jede Beerdigung mitnehmen. Einmal hat sich meine Kleine durch den kompletten Trauerzug nach vorne durchgearbeitet, um am Grab dabei zu sein, als der Sarg nach unten gelassen wurde. Und: während sie sonst die Albernheit in Person ist, konnte sie hier einen situations-angemessenen Ernst an den Tag legen.
Als zweites denke ich, dass man Kinder gerade bei diesem Thema nicht alleine lassen sollte. Man sollte dem Gespräch, das sie suchen, nicht ausweichen (auch wenn man selbst erst mal erschrocken ist, und keine schnelle Antwort weiß). Wenn es z.B. im Fernsehen eine Sendung sieht, in der der Tod vorkommt, und nicht mit den Eltern darüber sprechen kann, ist die eine oder andere schlaflose Nacht vorprogrammiert. Achtet darum darauf, mit was die Kinder im Fernsehen konfrontiert werden!
Im Alter von 7 verfolgte ich eine Fernsehsendung zum Thema Tod und Sterben. Infolgedessen erlebte ich meine erste schlaflose Nacht. Ich fragte mich, warum wird man überhaupt geboren, wenn man diese Welt endlich doch wieder verlassen muss. Es dauerte eine ganze Nacht, ich erlebte das Gefühl unendlicher Ohnmacht, ich grübelte und grübelte, fand jedoch keine Antwort. Als die Sonne aufging, entschied ich mich Priester zu werden, weil ich annahm, das Priester noch am wahrscheinlichsten zu diesem Themakreis mit Antworten aufwarten können. - Auch Kinder denken tiefgründig. Meine Eltern gaben mir Halt, sagten mir, dass es im Leben immer mehr Fragen als Antworten gibt. So lernte ich, das ich in dieser Spannung würde Leben müssen und das dieser Umstand ein Teil des schwierigen Prozesses sei, den man erwachsenwerden nennt. Heute bin ich 46, ich wurde Krankenpfleger und nicht Priester, und habe noch immer keine Antworten. Sterben ist Scheiße! Ralph H. dna-genmanipuliert@web.de