Frage von Zuckerlilly, 111

Wieso sprechen sich so viele Menschen gegen die Todesstrafe aber für die Sterbehilfe aus, es ist doch in beiden Fällen Mord?

Antwort
von Quetzalcoatel, 36

Hm nein es ist definitiv nicht das gleiche. Bei Todesstrafe wird das als Strafe genommen für "schwerkriminelle" . Die Gefangenen können sich das nicht raussuchen, die Art der Tötung ist teilweise immer noch grauenhaft (elektrischer Stuhl zum Beispiel) und leider ist es auch öfters schon vorgekommen, dass Unschuldige opfer wurden. 

Sterbehilfe hingegen kann für viele Menschen eine Erlösung sein. Stell dir vor ein Krebspatient im letzten Stadium- voller furchtbaren schmerzen und kaum noch zurechnungsfähig, der lebenswille völlig weg und Hilfe völlig aussichtslos. Wenn dann derjenige sterben möchte tust du ihm ja sozusagen was "Gutes" . Gefahr ist natürlich, das alte Menschen sich umbringen lassen weil sie denken sie fallen jmd zu lasst und sie sind nicht mehr zu nütze. Der gewaltige Unterschied ist: Das geschieht auf freiwilliger Basis! und : es wird auf die "humanste Art" getötet. 

Antwort
von asdfghj2, 36

Bei der Sterbehilfe wird der Person lediglich geholfen sich selbst umzubringen. Den letzten Schritt muss die Person selbst durchführen. Bei der Sterbehilfe muss das Sterben dem freien Wille der Person entsprechen UND (in der Regel) muss die Person auch einen wichtigen Grund dafür habem. Wurde bei einer Person beispielsweise diagnostiziert, dass die Person bald an einer unheilbaren Krankheit und an einem qualvollen Tod sterben wird, warum soll es dann moralisch verwerflich sein dieser Person die Qual zu ersparen.

Bei der Todesstrafe hingegen wird die Person selbst nicht gefragt ob sie sterben will oder nicht. Es wird nicht wegen einer unheilbaren Krankheit sondern wegen eine Straftat begangen.

Ich finde das ist moralisch Grundlegend anders

Antwort
von eccojohn, 16

Tot ist tot, das ist logisch - aber die Art ist lange nicht gleich zu bewerten.

Zur Todesstrafe:

Wer kann sich erdreisten, einem anderen Menschen das Leben per URTEIL nehmen zu dürfen ? Wer kann garantieren, das das URTEIL nicht  zusammen gelogen und zusammen gebogen ist? Selbst ein Geständniss wird oft erpresst - teils gar noch verlogener wie die Tat, die gesühnt werden soll. 

Ich vertraue da keiner Institution soweit, das ich je ein ausgesprochenes gerichtliches Todesurteil bejahen würde - von keinem Gericht - dafür ist das ganze System nun mal nachweislich zu unsicher, beeinflußbar und zu verlogen. Da habe ich für viele Mörder, die aus real nachvollziehbarem Grund gehandelt haben eher Verständniss oder gar Respekt.

Diese Aussage treffe ich auch und gerade unter dem Hintergrund, das ich den Fall durchlebt habe, ein eigenes Kind zu Grabe tragen zu  müssen. 

Seither sehe ich das ganze Rechtssystem in allen drei Säulen völlig anders. Es ist zweifelfrei hier in der BRD wohl eines der besten weltweit, ABER trotzdem gewollt löchrig wie ein schweizer Käse - dazu verlogen und selbstgefällig, das einem teils nur übel werden kann.

Sterbehilfe:

Wer eine lebensbedrohliche Krankheit oder sonstigen Ausnahme-Punkt hat, und als Zukunftsperspektive nur noch SCHMERZ und VERZWEIFLUNG bleibt, der sollte sich frühzeitig über passende Möglichkeiten informieren, die geeignet sind, um einen gewünschten Zustand erträglich und nach eigenem Maßstab mit Würde herbeizuführen - und mit ruhigem Gewissen zum Straftäter nach unverständlicher aber geltender Gesetzgebung werden - belangt werden kann er dann so oder so nicht mehr !

Ich persönlich unterstelle jedem Politiker die größte Charakterlosigkeit, Verlogenheit und Unfähigkeit, der/die vor  kurzem dieses Geschafel im Bundestag "von Recht und Gesetz" mit seiner  Stimme befürwortet hat was heute gültiges Gesetz darstellen soll. ( Fast so unerträglich wie seinerzeit  beim § 218 )

Kommen diese Leute selbst mal in eine solche Lage, so denken zu müssen, sind´s wohl die ersten, die dann danach verlangen, und wo es wohl vermutlich wie selbstverständlich ( hinter drei mal verschlossener Türe ) praktiziert wird.

Damit keiner aus vorgeschobenen Gründen ( anderen zu Last fallen und und und ) diesen Entschluß faßt, könnten genug annehmbare und wirksame Kontrollen erdacht, eingeführt / ausgenutzt werden.

Antwort
von duback007, 48

Bei der Todesstrafe entscheiden andere das du sterben sollst. Bei der Sterbehilfe ist es deine Entscheidung. Ich persönlich bin für die Sterbehilfe solange die Person einen Grund hat z.B. eine schlimme Krankheit.

Antwort
von Dovahkiin11, 34

Das eine geschieht unter Einverständnis des Betroffenen, das Andere gegen dessen Willen. Das macht durchaus einen Unterschied aus.

Antwort
von marina2903, 45

möchest du dich quälen wenn du schwer krank bist.

Antwort
von Frikadello, 34

Ich bin klar für die Todestrafe, aber Sterbehilfe finde ich ok. Denn wieso soll jemand leiden wenn es z.B. sowieso keine Hoffnung gibt das er wieder Gesund wird.

Warum so viele gegen die Todesstrafe sind kann ich nicht wirklich sagen. Aber die meistens glauben das man dann nicht besser ist als der Täter.

In meinen Umfeld sind aber bestimmt 90% für die Todesstrafe.

Antwort
von XHeadshotX, 28

Die Todesstrafe - es passieren einfach noch zu viele Fehler. Einen Lebenslänglichen kannst du entlassen, wenn sich neue Beweise ergeben, die ihn entlasten. Einen Toten nicht mehr aufwecken.

Sterbehilfe - das ist ein selbstgewählter Weg, den man nach reiflicher Überlegung und abwägen sämtlicher Möglichkeiten gehen kann.

Antwort
von TreudoofeTomate, 32

Falsch, das ist beides gerade kein Mord. Mach dich mal mit den Tatbestandsmerkmalen von "Mord" vertraut.

Antwort
von floorian1312, 38

Wei bei der Sterbehilfe, ich selbst es will und das sollte mir überlassen bleiben. Ist ja mein Leben.

Bei der Todesstrafe entscheidet ein Anderer über mein Leben und das ist unmoralisch.

LG Flo :)

Antwort
von BertRollmops, 21

Da staune ich schon.. wie kann man die Todesstrafe, die alleine aufgrund von Justizfehlern schon Irrsinn ist, vergleichen mit dem Wunsch eines Todgeweihten, Kranken, seine Schmerzen und Leiden zu beenden? 

Antwort
von simonjaehn, 18

Aber bei der Sterbehilfe will der Mensch sterben. Bei der anderen ist es gegen seinen Willen. Das ist in meinen Augen Mord. Ich finde jeder Mensch hat das Recht auf einen würdevollen Tod. Deshalb bin ich für die Sterbehilfe.

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