Frage von AFallenAngel, 12

Wieso spielt das Wetter fast immer im Sommer verrückt?

Wieso gibt es zur Sommerzeit immer schlechtes Wetter, also entweder nur Hitze oder ewigen Regen?

Antwort
von Raketenbaum, 6

Weil dann gewisse Wetterlagen oft längere Zeit Bestand haben und sich nur zögernd umstellen. Diesen Sommer haben wir wieder die klassische Westlage. Das Azorenhoch (das IMMER! für Mistwetter mitveranwortlich ist, Ausnahme: Ein Ableger des Azorenhochs wandert nach Mitteleuropa) stützt das Island-Tief und meistens blockiert dann Hochdruck über Russland das Weiterziehen der Druckgebilde. Nun dreht sich das notorische Schlechtwetter-Karussel meistens über West und Mitteleuropa ein!

Bei Hitzelagen liegt das ganze System gerne nach Westen verschoben, das Russen-Hoch über Ostueropa und teilweise Mitteleuropa und der Tiefdruck nur über dem Atlantik. Das Ergebnis ist eine südliche Strömung mit sehr heißen Luftmassen im Sommer und "Mildscheiße" im Winter wie es die letzten 3 Wintertotalausfälle leider so war.

Als Hobbymeteorologe kann ich sagen, das der Kernsommer in diesem Jahr ziemlich sicher gelaufen ist! Vor August glaube ich nicht daran, dass der Sommer noch was wird - von kurzen Unterbrechungen mit Wärme tiefvordeseitig abgesehen wie z.B an diesem Wochenende. Die Grosswetterlage ist einfach zu eingefahren und regneriert sich selber.

Nach dem Monatswechsel denke ich aber, dass es auch mal beständigeres Wetter geben wird. War zumindest in vielen Jahren so!

Antwort
von scatha, 3

Hmm.. Hier in Deutschland schwankt im Winter die Temperatur zwischen -25°C und +15°C .. im Sommer, zwischen +5°C und +35°C ... die Schwankungsbreite im Winter ist größer !

Antwort
von seifreundlich2, 5

Das liegt an vielen Faktoren. Ausschlaggebend ist vor allem die Lage des Jetstreams, ein Starkwindband in einer Höhe circa zwischen 8 und 11 Kilometer Höhe - je nach geographischer Breite. Der Jetstream verhält sich relativ träge, das heisst, wenn er sich einmal verbeisst, kann dies zu einer wochenlang andauernden, homogenen Wetterlage, wie Dürre oder viel Niederschlag, führen. Das kann in jeder Jahreszeit passieren.

Unsere subjektive Wahrnehmung verzerrt das Gesamtbild und sieht gerade im Sommer, wo die Temperaturgegensätze innerhalb weniger Tage mehr als 20 °C ausmachen können. Der Sonneneinstrahlungswinkel ist auf der Nordhalbkugel um den 21. Juni maximal. Scheint die Sonne bei strahlend blauem Himmel auf, heizt sie die Erdoberfläche unangefochten ein. Je nach Luftfeuchtigkeit empfinden wir die gemessene Trockentemperatur entweder als drückend oder angenehm.

Das menschliche Hirn gibt sich meistens nicht zufrieden, es will immer mehr beziehungsweise das bessere. Das führt zu einer verfälschten Wahrnehmung.

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