Wieso sollte man gegen Suizidgedanken ankämpfen?

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8 Antworten

Hallo allmyworries,

es gibt Situationen im Leben, da sieht alles ziemlich ausweglos aus, besonders dann, wenn noch eine psychische Erkrankung wie Depressionen hinzukommen. Auch wenn Dich immer wieder Selbstmordgedanken plagen und Du ziemlich verzweifelt zu sein scheinst, bedenke bitte folgendes: Es bleibt nicht alles für immer so, wie es gerade ist!
Ich möchte Dir nachfolgend einige Gründe nennen, warum es sich auch dann lohnt, weiterzuleben, wenn man denkt, alles sein zwecklos:

Ein erster Grund: Deine Umstände können sich ändern
Denke immer daran, dass sich belastende Situationen, egal wie ausweglos sie im Moment erscheinen, ändern können und sich sogar plötzlich zum Besseren wenden. Selbst wenn das nicht so schnell geschieht, wie man sich das wünscht, sollte man nicht versuchen, alle Probleme auf einmal zu lösen, sondern jeden Tag für sich zu sehen.

Natürlich gibt es auch immer Umstände, die sich nicht mehr ändern lassen, z.B. wenn man an einer chronischen Krankheit leidet, einen geliebten Menschen durch den Tod verliert oder eine Ehe in die Brüche geht.
Auch in diesen Fällen kann man etwas tun: Die eigene Einstellung ändern. Man kann entweder dem unabänderlich Geschehenen endlos nachtrauern oder aber sich innerlich damit abfinden. Dann gelingt es besser, die eigene Situation positiver zu sehen. Auch hält man eher danach Ausschau, wie man mit der Situation klarkommen kann, statt mit drastischen Mitteln allem ein Ende zu machen. So kommt man an den Punkt, wo man einer Situation, die unveränderlich erscheint, nicht mehr völlig hilflos ausgeliefert ist.

Du solltest auch folgendes niemals vergessen: Kann man einen Berg nicht auf einmal ersteigen, schafft man es vielleicht in mehreren Etappen— also Schritt für Schritt. Dasselbe gilt für die meisten Hindernisse im Leben, ganz gleich wie riesig sie einem vorkommen.

Du kannst auch eines sofort tun: Mit jemandem über die Situation reden, zum Beispiel mit einem Freund oder einem Familienangehörigen. Vielleicht kann er oder sie Dir helfen, die Lage nicht mehr so schwarz zu sehen.

Ein zweiter Grund für ein Ja zum Leben: Es gibt Hilfe!
Eine Hilfe können, wie gesagt, Menschen sein, denen man am Herzen liegt. Das können Angehörige, Freunde und auch andere sein, die persönlich an Dir interessiert sind. Wenn sie auch nicht immer von selbst auf Dich zukommen mögen, so kannst Du sie vielleicht ansprechen und in einem vertraulichen Gespräch Dein Herz ausschütten.

Einer der wichtigsten Schritte im Kampf gegen Depressionen ist, dass Du mit jemandem darüber sprichst. Ich meine, Gespräche auch außerhalb einer Therapie. Warum ist das so wichtig? Nun, niemand kann wissen, wie es in Deinem Herzen aussieht, wenn Du nicht aus Dir herausgehst und Dich jemandem mitteilst. Außerdem ist es ein Heilungsprozess, Gefühle in Worte zu kleiden, denn allein über Deine schmerzlichen Erfahrungen zu reden, kann Deinem Herzen Erleichterung bringen. Wenn Du jedoch Deine Gefühle in Dich einschließt und unterdrückst, dann leistest Du Deinen Depressionen nur Vorschub. Doch ist hier auch ein Wort zu Vorsicht angebracht: Überlege Dir ganz genau, wem gegenüber Du Dich öffnen willst. Es sollte sich auf jeden Fall um eine vertrauenswürdige, mitfühlende und verständnisvolle Person handeln, die selbst stark genug ist, Dir wirklich beizustehen.

Auch professionelle Hilfe, z.B. in Form einer Psychotherapie, kann sehr angebracht und nützlich sein. Vor allem bei einer schweren Depression reicht allein das Verständnis und das Mitgefühl anderer nicht mehr aus. Manche stehen zwar einer medikamentösen Therapie etwas kritisch gegenüber, doch sie kann einem Depressiven helfen, die Dinge wieder etwas gelassener und mit mehr Abstand zu sehen.

Hier noch ein dritter Grund, weiterzuleben: Es gibt Hoffnung!

Auch wenn Du schon lange an Deine Grenzen gestoßen bist, heißt das nicht, dass nicht irgendwann ein Hoffnungsstrahl aufleuchtet. Wie bereits gesagt, ändern sich Situationen, es bleibt nicht für immer alles gleich trost- und hoffnungslos. Deine Krankheit kann wie ein langer dunkler Tunnel sein, dessen Ende Du im Moment noch nicht sehen kannst. Denke jedoch daran, dass irgendwann auch der längste Tunnel zu Ende ist und man wieder das Tageslicht erblickt. Vielen vor Dir ist es schon so ergangen, und so kann es auf in Deinem Fall sein! Auch wenn es schwer ist, mache Dir jedoch eines zum Motto: "Aufgeben ist keine Option". Diese Einstellung kann Dir dabei helfen, niemals die Hoffnung zu verlieren, egal wie dunkel es um Dich herum gerade aussieht. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan.

Außer diesen praktische Hinweisen, möchte ich Dir zum Schluss auch noch einen kleinen Tipp aus der Bibel geben. Ich fand einmal einen sehr schönen Text in den Psalmen, der zeigt, dass wir uns mit unseren Sorgen und Problemen jederzeit an Gott wenden können. Der Text lautet: " O Hörer des Gebets, ja zu dir werden Menschen von allem Fleisch kommen." (Psalm Kapitel 65, Vers 2) Ich selbst habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Gebete nicht einfach ins Leere gehen. Gott kann einem helfen, auch wenn er nicht durch ein Wunder die Krankheit beseitigt.

Ich wünsche Dir sehr, dass Du es mit der Hilfe und Unterstützung anderer schaffst, Dein schlimmes seelisches Tief zu überwinden und Du die Entdeckung machst, dass es sich auch in Deinem Fall lohnt, weiterzuleben. Alles Gute!

LG Philipp

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Such dir einen anderen Arzt. Einen mit dem du reden kannst.
Notfalls kann man dich in eine Klinik einweisen . Da musst du nicht auf einen Platz warten.
Stell dir mal vor einer deiner Eltern würde sich umbringen...du würdest dir bestimmt Vorwürfe machen .
Möchtest du das für Sie ?
Du brauchst dringen jemanden der dir hilft .
Such dir einen Psychologen . Mach eine Therapie !
Deine Freunde können dir nicht helfen, weil sie gar nicht verstehen wie es dir geht. Nur wenn du selbst Depressionen hast oder hattest kennst du diese innere Leere und Verzweiflung .
Auch deine Eltern können es nicht verstehen.
Deshalb ist auch eine Klinik so wichtig. Dort sind Menschen denen es genau so geht oder ging. Mit denen kannst du dich austauschen.
Erzähl deinem Arzt von deinen Gedanken oder zeig ihm diesen Text.
Dann sollte das mit der Klinik eigentlich schneller gehen.
Alles liebe !  

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Heii erstmal,
Sowie du das schilderst, denke ich du musst dir entweder einen anderen Arzt suchen, oder deinem Arzt klipp und klar sagen, dass du es nicht mehr aushälst und ihm alles erzählen was in dir vorgeht. Für Ärzte ist es sehr schwer in Köpfe reinzuschauen und genau zu wissen was in deinem vor geht. Wenn es dir so schlecht geht, musst du auf keinen Klinikaufenthalt warten!! Ich kenne mich in dem Bereich sehr sehr gut aus und kann dir versichern dass es eine Möglichkeit gibt, so schnell wie möglich in die Klinik zu kommen.
Such dir verschiedene Dinge die dich glücklich machen, die dir Spaß machen!
Und ich glaub dazu würde es dir auch besser tun, wenn mehr Menschen wissen, dass du krank bist, genau darauf eingehen musst du ja nicht ..

Ich wünsch dir sehr viel Glück und Kraft.
Selbstmord ist kein Weg für diese Probleme, du wirst immer stärker umso mehr du schaffst, find raus was alles in der steckt 😊

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Dagegen ankämpfen geht nicht und man soll sich mit medizin vollpumpen? Hör nicht auf so einen shxt, die haben scheinbar gar keine ahnung.

Ich kenn das sehr gut, hatte/habe 1:1 sie selbe situation wie du, genau das selbe damit das ich mich zurück gezogen habe, nicht mehr am leben teilgenommen &&&.. ich selber war auch beim arzt deswegen was mir nicht geholfen hat.. ich bin auch noch nicht ganz raus aber glaub mir - es wird besser.. du brauchst aufjedenfall hilfe aber eher von familie, freunden, leuten denen du vertraust.. zum arzt kannst du natürlich trz gehen vlt hilft es dir ja.

Mir hat es geholfen erstmal den grund zu finden was mich überhaupt so runter zieht, was mir in meinem leben nicht gefällt, was gegen einen selbstmord spricht (denk an deine eltern die dich über alles lieben und wie kaputt sie daran gehen würden, an deine freunde, an die schöne zeit die du niemals erleben kannst und das klingt zwar jetzt mega poetisch aber es ist halt wahr - man lebt nur einmal und es wird immer wieder höhen und tiefen geben aber nur weil etwas nicht gut läuft solltest du niemals daran denken dich umzubringen..)

falls du weißt was dich bedrückt überleg dir was es für lösungen gibt auch wenn du vlt für manches noch keine hast ist das nicht schlimm.

das schlimmste was du jetzt machen kannst ist wie ich es damals in der schlimmsten phase und ehrlich gesagt immernoch wenn es schlimm wird mache - dich zurück ziehen.. nicht zur schule gehen, freunde vernachlässigen ect bereitet am ende nur noch mehr probleme (schule nicht geschafft, freunde verloren) ich weiß wie schwer das ist aber versuch deine letzte kraft zu nehmen und postiv zu denken, triff dich mit leuten die dich lieben, umgib dich mit postiven dingen, versuch probleme zu lösen statt wegzulaufen, setz dir ziele..

und vorallem - es gibt immer höhen und tiefen, nur weil etwas nicht gut läuft oder du einen rückfall hast darfst du nicht aufgeben.. es geht nicht darum etwas perfekt zu machen ohne rückfälle sondern die kunst ist immer wieder aufzustehen und am ende anzukommen. es kann seine zeit dauern, sowas vergeht nicht in 2 wochen aber nie aufgeben!

du kannst dich auch gerne bei mir melden wenn du reden möchtest!

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Kurkuma. Das ist die Antwort auf all deine Probleme. Hatte auch schlimme Depressionen und Sehr viel ausprobiert doch das einzige was wirklich hilft und sogar mit sofortiger Wirkung ist Kurkuma. Einfach bisschen Pulver im ein Glas wasser mischen und Trinken. Das ist wirklich ein Wunder.

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Hallo. Vieles was du schreibst kommt mit bekannt vor. Vor 30 Jahren habe ich exakt das mitgemacht.  Deswegen weiß ich, daß dieses Forum dir wohl nicht die Antworten liefert, die du brauchst. Ich fand damals einen guten Therapeuten, der mir Wege aufzeigte, die für mich die richtigen waren. Ich hatte keine Familie und keine Freunde.  Vielleicht war dies ein Vorteil, ich musste nur mir etwas beweisen.

Suche solange, bis du die richtigen Therapie findest. Ich tat exakt das und ich wurde irgendwann fündig. 

Dir alles Gute. Von Herzen. 

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du brauchst nicht dagegen anzukämpfen.

aber jemand hat dazu hilfreiches geschrieben:

Selbstmord

Die letzte aller Türen

Doch nie hat man

an alle schon geklopft

-Reiner Kunze-

Auch für dich wird sich eine Tür öffnen, versuchs einfach und good luck!

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Kommentar von skyberlin
21.01.2016, 06:08

ich glaube, du hast mir ein danke geschickt. ich bin greenhorn hier und hab keine ahnung. aber wenn dir die wenigen worte etwas geholfen haben, dann freue ich mich. und falls du weitere fragen hast: bitte, mail mich an. bin dipl-psych, also nicht ganz ahnungslos. take care and stay "cool". lg, SKY

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Hey,

Klar ist ankämpfen schwer, aber versuche es weiter. 

Ein Platz wird bestimmt bald frei, denke daran. Und ich bezweifel es, dass deine Familie besser dran wäre, wenn du nicht mehr da wärst.

Es ist extrem schrecklich, wenn sich jemand das Leben nimmt. Sie werden sich ihr Leben lang Vorwürfe machen, dass sie dir nicht helfen konnten.

Rede mit deinem Psychiater immer offen, ansonsten kann es nicht besser werden.

Glaub mir, ich verstehe dich. Aber man muss weiter kämpfen.

Warum überlegst du nicht mal Medikamente zu nehmen? Also Antidepressiva. 

Liebe Grüße, Flupp

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