Wieso sind viele so interessiert an der Erwerbsminderungsrente?

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5 Antworten

Wenn man 78 Wochen mit der gleichen Krankheit arbeitsunfähig ist, bleibt einem gar nichts anderes übrig, als den Erwerbsminderungsantrag zu stellen, weil dann das Krankengeld weg fällt.

Das mach ganz sicher niemand, weil er Spass daran hat, Rentner zu werden.

Grundsicherung ist außerdem immer nachrangig. Wenn dem Betroffenen eine Rente zusteht, MUSS er sie auch beantragen und so den Sozialhaushalt der Kommune entlasten.

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man muss ja nicht gleich die volle Erwerbsminderungsrente beantragen. man kann auch eine teilweise Erwerbsminderungsrente bekommen. d.h. man bekommt nur 50% und geht weiter bis unter 6 Stunden täglich arbeiten. dann hat man die Rente plus sein Gehalt.

für viele ist es vor allem ein psychischer Aspekt. mit der EM-Rente hat man eine kleine Sicherheit.

es gibt aber auch viele die sie eigentlich gar nicht wollen, aber von Arbeitsamt, Jobcenter oder Krankenkasse dazu angehalten werden den Antrag zu stellen.

viele Erkrankte, die keinen Antrag stellen, verlieren aber auch nach einer Weile ihre Ansprüche darauf. denn für die EM-Rente muss man bestimmte Pflichtversicherungszeiten vorweisen können. wenn man aber jahrelang nicht arbeitet oder nur einen Minijob hat, dann verliert man die Anspruch darauf. dann wieder die notwendigen Pflichtbeitragszeiten zusammen zu bekommen ist schwer, wenn man krank ist.

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Hallo,

Anspruch auf Erwerbsminderungsrente hat der Versicherte, dessen Leistungsvermögen so eingeschränkt ist, dass er nur noch 0-3 oder 3-6 Stunden täglich irgendeine Tätigkeit 5 Tage die Woche arbeiten kann. Das gilt für diejenigen Versicherten, welche ab 1961 geboren sind. Das wird gründlich geprüft und mit einer sehr hohen Quote abgelehnt.

Das persönliche Empfinden ist oft schlimmer als es ist, aber manchmal auch für den einen oder anderen ungerecht, vor allem bei hohen beruflichen Qualifikationen.

Leider gibt es auch zu viele "Ratgeber" die einem die Hoffnung geben, das man erwerbsgemindert ist. Mir sind in einem Fall 16 Erkrankungen bekannt, die nicht mal zu einer Erwerbsminderung 3-6 Stunden geführt haben.

Es wäre sinnvoll, wenn diese Berater auch viel mehr Realität und Erfahrung die Erfolgschancen nicht hochschrauben.

Da nützt das Führen einer Krankenakte nicht, diese Erkrankungen entweder altersbedingte Verschleißerkrankungen waren oder das Leistungsvermögen nicht beeinflussen. Wichtig ist, man muss seine Ärzte alle wissen und weshalb sie mich behandeln. Die Auskünfte und arbeitsmedizinische Begutachtung erfolgt durch den sozialmedizinischen Dienst der Rentenversicherer.

Daher ist der Arbeitsaufwand bei der DRV sehr hoch, da jeder Versicherter nach Ablehnung weiterhin das Recht behält einen erneuten Antrag zu stellen und viel das wahrnehmen...auch ohne erneute medizinische Tatsachen.

Aber, jeder sollte die notwendige Unterstützung bekommen, wie das Procedere funktioniert.

Beste Grüße

Dickie59

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Kommentar von MuttiSagt
07.09.2016, 17:50

Ja, aber meine Frage ist: lohnt sich der Aufwand überhaupt??? Die meisten werden doch finanziell sowieso unter harz4 damit liegen. Kann man doch auch das behalten.

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die die das meistens hier fragen, haben null ahnung und denken, es wäre ein weg für sie, mit möglichst wenig eigenengagement vater staat auf der tasche zu liegen..

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Kommentar von MuttiSagt
06.09.2016, 10:28

Hab ich auch schon gedacht

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Kommentar von Dickie59
07.09.2016, 18:14

Mag vielleicht auch mal zutreffen, aber erstmal trifft die Unschuldsvermutung zu...

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Kommentar von nias86
16.09.2016, 15:40

Als Betroffener mit 60 Jahren, Herzinfarkt, Schlaganfall usw. würde ich viel dafür geben einen normalen Arbeitstag durchhalten zu können. Wenn man es kaum noch schafft sich die Treppen bis ins zweite Stockwerk hochzuschleppen, vor der Wohnungstür erst mal eine Pause auf den Knien an die Tür angelehnt braucht bevor man die Kraft hat den Schlüssel ins Türschloss zu stecken....

Was würde ich dafür geben mich nicht den ganzen Tag wie ein geprügelter Hund zu fühlen.

Und dann wirst du von den Gutachtern für voll Arbeitsfähig erklärt.

Ich habe über 35 Jahre Beiträge in die DRV einbezahlt und eine Rentenerwartung von 738.-€. Bei voller EU Rente 785.-

Sicher gibt's auch Leute die das System ausnutzen. 

Trotzdem vorsicht mit Verallgemeinerungen.

Danke 

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Hallo MuttiSagt,

ich sehe drei Gründe...

1. sie sind nicht so gut über alle Konsequenzen informiert

2. sie hoffen dann von Ämtern und Krankenkassen in Ruhe gelassen zu werden

3. es hat psychische Gründe, warum es ihnen wichtig ist die Krankheit anerkannt zu bekommen - z.B. Wiedergutmachung für ein Erlittenes Trauma, Bestätigung nicht schuld zu sein am eigenen Scheitern, Bestätigung gegenüber Bezugspersonen um auf deren Verhalten einzuwirken (sekundärer Krankheitsgewinn)

LG, Hourriyah


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Kommentar von nias86
16.09.2016, 15:21

Ich denke mal Nr 2 ist für die meisten ausschlaggebend. 

Leider befinde ich mich genau in diesem Dilemma. Bin 60 Jahre alt und im EU-Sozialgerichtsverfahren. EU Rente bei voller Erwerbsminderung 785.-€. Arbeite seit meinem 16 Lebensjahr. Wie ich eben einem Kommentar von Dickie59 entnehme, werden Rentenversicherungsbeiträge bei voller EU Rente einbezahlt, was bei ALG2 nicht der Fall ist. Überlege auch gerade sehr verunsichert die Klage zurückzuziehen. 

Was tun ????

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