Frage von 1900minga, 542

Wieso sind Menschen heutzutage gläubig ( ernst gemeint )?

Warum sind heutzutage Menschen noch sehr gläubig.
Man wird doch hauptsächlich eingeschränkt.
Man kann ja aus kulturellen Gründen in die Kirche etc gehen oder aus gemeinschaftlichen Gründen.

Aber wieso glauben Menschen heutzutage noch an Gott?
Was bringt es ihnen?

Und wieso fragen so viele Gläubige, ob dies oder jenes "Haram" oder "Halal" seie?

Ist Gott so kleinlich und pingelig, dass er sich dafür interessiert, wer Schwein isst, Alkohol trinkt, masturbiert, oder eines der fünf Gebete auslässt?

Diese Frage ist ernst gemeint, und ich hoffe auf sachliche Antworten

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von mopic, 104

Sollte man sich vielleicht nicht erstmal fragen, wie der Glaube an einem Gott überhaupt entstanden ist . War dies vielleicht Unwissenheit und Angst ? Frühe Zivilisationen mußten sich irgendwelche Naturphänomene ( Gewitter , Stürme , Hagel , Überschwemmungen ) erklären . Nichts war naheliegender, das dort oben jemand ist, der über uns erzürnt ist . Eine Vielzahl von Göttern war das Ergebnis ( siehe die griechische oder ägytische Mythologie ) . Heute wissen wir es natürlich besser, da wir eine wissenschaftliche Erklärung für alles haben oder finden . Ich denke das früher bewußt die normale Bevölkerung der Bildung ferngehalten wurde und nicht Lesen oder Rechnen lernen konnten, denn nur wer dumm ist läßt sich leicht lenken und mißbrauchen . Wer sollte sonst für die Obrigkeit gehorsam arbeiten und seinen Zehnten abgeben wenn nicht das dumme Volk ? Die Kirche ist darüber hinaus bis heute sehr reich geworden . Aber wer hat diesen Reichtum im Laufe der Zeit erwirtschaftet ? Bestimmt nicht die Päpste oder Bischöfe ! Wer die Geschichte kennt weiß wieviele Kriege im Name des Glaubens oder Gott geführt wurden ( 10. und 11. Jhd Eroberung der Heiligen Stadt )  und wie viele gläubige Christen und Muslime dabei ihr Leben gelassen haben . Auch heute habe wir diese Probleme noch nicht bewältigt ! Wieviele Länder gibt es noch, in denen Bildung und Toleranz eine untergeordnete Rolle spielen und dafür die Religion an erster Stelle steht . Die westliche Welt ist dort einen Schritt weiter, obwohl die Kirche ihre Geschichte noch lange nicht aufgearbeitet hat . Abschließend kann ich nur sagen das jeder glauben soll woran er möchte aber dabei immer objektiv , tolerant und weltoffen sein sollte . Jede Religion sollte die andere repektieren und nicht in Frage stellen . Wir sollten doch nach über 2000 Jahren, dazu in der Lage sein friedlich neben einander zu leben und nicht Gott ( den es bestimmt nicht gibt, denn würde es ihn geben würde unsere Welt anders aussehen ) dafür zu mißbrauchen, um in den Krieg zu ziehen . Das sollten wir hinter uns haben , wenn nicht dann sind wir ebend Dumm !!!

Antwort
von OlliBjoern, 309

Viele Fragen auf einmal. Also "haram" (Sünde) und "halal" (erlaubt) werden als Begriffe von Muslimen gebraucht (es sind arabische Begriffe, die aber auch in andere Sprachen entlehnt wurden, z.B. Hausa). Die arabisch-muslimische Speiseordnung ist zwar nicht identisch mit den Vorschriften der Juden, aber doch schon recht ähnlich. Das Schwein gilt in beiden Kulturen als "unrein", Alkohol ist bei strenggläubigen Menschen verpönt. Bei Juden müssen zudem manche Speisen getrennt zubereitet werden (man muss z.B. alles, was mit Milch zu tun hat, streng von allem Fleisch und Fleischprodukten trennen). Im Alten Testament steht irgendwo "du sollst ein Lamm nicht in der Milch seiner Mutter kochen".

Daran sieht man, wie der Koran und das Alte Testament durchaus gewisse Überschneidungen aufweisen (keineswegs vollständige Überschneidung). Christen haben die Speisevorschriften der Juden nicht übernommen, auch wenn das Alte Testament auch ein Bestandteil der christlichen Bibel ist. Dennoch gibt es auch traditionelle christliche Speiseregeln (Fastenzeit, Fisch an Freitagen usw.).

Ich finde die Beschäftigung der Muslime mit manchen Regeln auch etwas befremdlich. Im Ramadan darf man ja erst etwas essen, wenn die Sonne untergegangen ist. Ein findiger Mensch fragte hier mal auf GF, ob er was essen dürfe, "wenn er die Rolläden runtergelassen hat". Sehr findig, aber ich bezweifle, dass sich Allah so leicht hinters Licht führen lässt. :)

Die Schwaben haben das "Herrgottsbscheißerle" erfunden, sie wickelten Fleisch in Teig (heute bekannt als "Maultaschen"). So konnten sie Fleisch essen, ohne das Gott "es sehen konnte". Das war aber auf dem gleichen Level wie unser muslimischer Kollege mit den Rolläden.

Oder man definierte einen Biber als "Fisch". Immerhin schwimmt der ja auch im Wasser. Also? Man musste sich halt nur was einfallen lassen.

Die Frage, warum Menschen an Gott glauben, ist freilich nicht in wenigen Sätzen beantwortbar. Es hat viele Gründe (ein Sicherheitsgefühl, das vermittelt wird; Regeln geben eine Struktur vor, man darf nicht unterschätzen, wie positiv von manchen Menschen geregelte Abläufe geschätzt werden; die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod; das Gefühl, zu einem "großen Ganzen" zu gehören, verbunden mit der Tradition und den alten Schriften; und vieles andere).

Die Denkstrukturen des Menschen sind oft auf ein "warum?" ausgelegt ("warum bewegt sich die Sonne am Himmel?"). Unser Denken hat Probleme damit, sich vorzustellen, dass Dinge "ohne Grund" passieren können (viele fragen "warum musste er/sie so früh sterben?"). Unser Denken wehrt sich gegen den Zufall, und sucht auch dort nach Zusammenhängen, wo es gar keine gibt (siehe auch Zahlensymbolik, Sternzeichen, Horoskope usw.).

Antwort
von Lichtpflicht, 228

Dazu gibt es eine Menge spannender Theorien.

Tatsächlich ist es so, dass spirituelle Erfahrungen, also das Gefühl einer Art "höheren Macht" oder "mythisches Gefühl" eine eingebaute Funktion des Gehirns ist. In Experimenten konnte das Gefühl sogar durch elektrische Stimulation bestimmter Nervenzellen künstlich erzeugt werden... Man weiß also sogar grob, wo im Gehirn das entsteht.

Anthropologisch gibt es auch viele Theorien. Religionen können Sinn und Halt vermitteln, wenn der Mensch sich machtlos fühlt (Sinn des Lebens, Tod, Krankheit, Unglück, Naturkatastrophen) und so psychisch stabilisierend wirken.

Manche religiöse Regeln hatten früher einen sehr praktischen Sinn, zb dass man bestimmte Nahrungsmittel meidet (weil sie damals viele Krankheitskeime hatten), man sich regelmäßig wäscht (gleicher Grund) oder die eigene Gruppe befriedet bei Streit (Du sollst nicht töten, stehlen etc).

Dass Rituale in Gemeinschaft psychisch stabilisieren, ist auch bekannt. Bestimmte Lebenssituationen, die problematisch sind weil sie Veränderung bedeuten, können durch Rituale einfacher gemacht werden (Geburt, Pubertät, Ehe, Tod).

Der allgemeine Ton ist immer, dass Religionen psychische und soziale Funktionen erfüllen, und der Mensch sie daher "entwickelt" hat, um besser mit dem Leben klarzukommen. Und sie werden oft Teil der Erziehung und Kultur und damit wird es schwer, sich davon abzuwenden ohne die Anbindung an die Familie und Gemeinde zu kappen, in der man groß geworden ist. Daher waren und sind Religionen auch so erfolgreich.

Religionen können auch leicht und schnell ins Negative kippen und unterdrückend und zerstörerisch wirken. Daher kombiniert man sie am besten mit Bildung und Toleranz ;) was jedoch oft nicht vorhanden ist oder nicht ausreicht.

Ich sehe es ein wenig wie Aspririn: In kleiner Dosis hilfts, in großer Dosis riskiert man eine tödlich verlaufende Magenblutung... Plakativ gesprochen. Hat man kein Kopfweh, braucht man auch kein Aspirin.

Kommentar von Lichtpflicht ,

Ich würde aber auch die gewagte These aufstellen, dass jeder Mensch mindestens einmal im Leben so richtig Kopfweh bekommt und zu Aspirin greift ;) und sei es kurz vorm Tod mit 103.

Kommentar von Giftig666 ,

nice geschrieben :D

Antwort
von 666Phoenix, 121

Ich darf Dir mal erzählen, warum ich nicht glaube - an keinen Gott!

1) Misstrauen gegenüber der Sache an sich, oder wie der deutsche Philosoph Hans Albert formulierte: „Die moralische Bilanz des Christentums ist erschreckend. Angesichts der Tatsachen des „real existierenden
Christentums“, die uns die Geschichtsschreibung überliefert hat – einer
militanten Religion, die unmittelbar nach ihrem Sieg in der in der konstantinischen Wende zur Verfolgung ihrer Gegner übergegangen ist -, ist die These, dass es sich um eine Religion der Liebe handelt, nicht besonders
glaubwürdig.“

2) Misstrauen gegenüber den beteiligten Personen, oder wie die amerikanische Frauenrechtlerin Susan Anthony sagte:“ Ich misstraue Menschen, die genau wissen wollen, was Gott von ihnen verlangt, weil
ich jedes Mal bemerken muss, dass es sich stets mit ihren eigenen Wünschen deckt.“ 

3) Beleidigung des gesunden Menschenverstande, oder wie der britische Dokumentarfilmer D. Attenborough bemerkte: „…wenn du die Natur für die Schöpfung eines gütigen Gottes hältst, solltest du auch an einen kleinen
westafrikanischen Jungen denken, dessen Augapfel von einem winzigen Wurm durchbohrt wird und ihn langsam erblinden lässt. Der Schöpfergott, an den du glaubst, hat höchstwahrscheinlich auch diesen Wurm geschaffen."

4) Verletzung elementarer logischer Regeln, oder wie der amerikanische Bürgerrechtler Dan Barker sagte: „Die Idee der Sünde entstammt der Bibel. Das Christentum ist daher nur ein Heilmittel gegen eine Krankheit, die sie selbst geschaffen hat. Würden Sie jemandem dankbar sein, der Sie mit einem Messer stechen würde, um Ihnen ein Pflaster verkaufen zu können?"

5) angeborener Skeptizismus gegen jeglichen Anspruch, sich beherrschen zu lassen, oder wie der französische Schriftsteller Charles Baudelaire sagte: „Gott ist das einzige Wesen, das, um uns zu beherrschen, noch nicht einmal existieren muss.“

6) Unlauterkeit der handelnden Personen, oder wie der bekannte Napoleon Bonaparte feststellte: “Ich bin umgeben von Priestern, die mir wieder und wieder versichern, dass ihr Reich nicht von dieser Welt sei, aber beständig ihre Hand nach allem ausstrecken, was sie greifen können.“ 

7) eigene negative Erfahrungen, oder wie der amerikanische Anwalt Clarence Darrow resümierte: „Manche sagen, die Religion mache die Menschen glücklich. Dasselbe ließe sich von Lachgas sagen.“

8) ganz profane Angst, oder wie Mark Twain sagte:“ Es sind keineswegs die Teile der Bibel, die ich nicht verstehe, die mich an der Bibel stören, sondern die Teile, die ich verstehe.“ Oder vom selben Autor: „Der Mensch ist das religiöse Tier. Es ist das einzige Tier, das seinen Nächsten wie sich selbst liebt und, wenn dessen Theologie nicht stimmt, ihm die Kehle abschneidet.“ 

9) einfacher Selbsterhaltungstrieb, oder wie ein unbekannter Autor formulierte: „Der Höhlenmensch, der nachgeschaut hat, warum es im Busch raschelt, lebte länger als der, der glaubte, dass es der Wind sei!“

Antwort
von Andracus, 166

Also erst mal ist "Gott" ja nicht gleich "Gott". Es gibt zwar Leute die behaupten, alle Religionen glaubten doch letztlich das gleiche, aber die haben sich damit eben nicht gründlich genug auseinandergesetzt. 

Davon mal abgesehen empfinde ich als überzeugter Christ meine Weltanschauung überhaupt nicht als einschränkend. Im Gegenteil. Ich erfahre Gebetserhörung, Halt in schweren Situationen, gute Zeiten kann ich intensiver genießen. 

Ich bin in einer christlichen Familie groß geworden, aber uns Kindern wurde nie irgend ein "weltliches" Vergnügen mit der Begründung versagt, das wäre nicht gottgefällig. Zudem sind 80% meiner Freunde keine Christen. Ich hatte genug Gelegenheit und Freiheit es mir anders zu überlegen und mich von den Familientraditionen aus anderer Überzeugung loszusagen, aber ich spüre einfach dass Gott mehr ist als die breite Masse von ihm denkt. Und nur aus kulturellen Gründen würde ich mich niemals zwingen, Sonntags früh aufzustehen. Ich mach das schon aus Leidenschaft.

Kommentar von 1900minga ,

Dankeschön :)
Interessante Antwort

Kommentar von Andracus ,

Gerne doch :)

Kommentar von theantagonist18 ,

Du bist ja offensichtlich ein sehr liberaler und toleranter Christ. Das ist schon mal erfreulich :) Deshalb eine Frage an dich: Du sagst selbst, dass du es für falsch hältst zu sagen, alle Religionen würden an den selben Gott glauben. Somit gäbe es aber viele Götter, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Angenommen du glaubst an die Gleichberechtigung aller Religionen, so müsste doch jeder Glauben wahr sein, oder? Kann das denn überhaupt sein? Ich persönlich empfinde die Tatsache, dass so viele Menschen an so verschiedene Sachen glauben, als klares Indiz dafür, dass es keinen Gott gibt. Rein aufgrund dieser Überlegung finde ich nämlich, dass es extrem unwahrscheinlich ist, dass jeder Recht hat und somit eher keiner Recht hat. 

Was denkst du darüber?

Kommentar von Andracus ,

Was Gleichberechtigung angeht, muss man sich erst mal fragen, wie man Gleichberechtigung in diesem Zusammenhang interpretiert. Gleichberechtigung im Sinne von gleiche Rechte auf Versammlung usw., da müssen wir uns glaube ich gar nicht streiten. Das ist ja eine Frage der Menschenrechte. Gleichberechtigung in dem Sinne, dass Juden nicht weniger akzeptiert werden sollten als Muslime und Muslime nicht weniger als Christen - das liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, aber ich denke, rein moralisch gesehen liegt da die Antwort auch auf der Hand. Wenn es aber bei Gleichberechtigung um den Wahrheitsanspruch geht - da wird man nie eine Einigung erzielen können.

Natürlich wäre man nicht Teil einer Religion/würde man eine Weltanschauung nicht vertreten, wenn man nicht auch selbst voll dahinterstehen würde (zumindest dann nicht, wenn man frei denken darf und kann. Ist ja auch nicht in allen religiösen Gruppen oder Individuen so). Das heißt, wenn überhaupt eine "Religion" recht hat (ich mag die Formulierung nicht so), oder wenn es überhaupt irgendeinen Gott/Götter gibt, dann würde der Gläubige natürlich seinen Gott/seine Götter nennen. 

Das hat nichts damit zu tun, dass man Andersgläubige und ihre Prägung nicht respektiert, oder kein Verständnis für ihre Weltanschauung aufbringen kann. Aber wenn ich zum Beispiel als Christ erfahre, dass, wenn ich nach biblischen Prinzipien lebe und bete, sich Gott auch zeigt als der Gott, den die Bibel beschreibt - liebend, gerecht, persönlich -, dann nehme ich die Bibel erst mal weiterhin ernst. Und dazu gehört in diesem Fall eben auch die Grundannahme, dass mein Gott der einzig wahre Gott, oder zumindest der einzig allmächtige und gute Gott ist (ich glaube schon auch an die Existenz anderer Mächte, was ja auch nicht alle Christen tun, aber ich ordne sie Gott definitiv unter und zähle sie als Gottes- und menschenfeindlich). 

Der Absolutheitsanspruch einer Religion klingt für viele verständlicherweise sehr abschreckend und lieblos. Aber, um beim Beispiel des Christentums zu bleiben: Es geht dabei nicht darum, sich selbst als etwas besseres zu sehen und Andersdenkende geringzuschätzen. Dadurch, dass ich Gott ernst nehme (denn wenn ich das nicht täte wäre es ja sinnfrei, mich als gläubig zu bezeichnen, und das gilt religionsübergreifend), nehme ich aber auch seine Aussage ernst, dass es die Menschen letztlich ins Verderben führt, wenn sie sich gegen ihn wenden - nicht als Strafe Gottes, sondern als natürliche Konsequenz. Deshalb gibt Gott außerdem die Anweisung, auch anderen die Möglichkeit zu geben, ihn kennenzulernen, eben weil er sich dieses Verderben für seine Geschöpfe nicht wünscht. Das ist auch der Hintergedanke bei christlicher Mission. Es geht nicht darum, Gemeindezahlen zu erhöhen und sich selbst zu beweihräuchern, weil man ja "mehr recht" hat als die anderen, sondern darum, den Menschen das weiterzugeben, was man selbst als Erlösung, als sinnstiftend empfunden hat.

Um den Bogen zu deiner Frage zu finden: Die Akzeptanz anderer Meinungen, auf christendeutsch Nächstenliebe, bedeutet nicht, dass man alle Aussagen der anderen als genau so wahr einstufen muss wie die eigene im Bezug auf Gott. Absolutheitsanspruch ist ein starkes Wort, aber es ist nicht abwertend gemeint, sondern als Überzeugung von der eigenen Sache. Alles andere als ebenso wahr anzusehen geht rein technisch nicht - es kann kein buddhistisches Nirvana und das Paradis des Islam gleichzeitig geben, denn beide haben den Anspruch, zu beschreiben wie das Universum funktioniert. Und das Universum kann schlecht auf zwei völlig unterschiedlichen Prinzipien gleichzeitig basieren.

Die Uneinigkeit unter den Menschen, was die Frage nach der höheren Macht und Wahrheit angeht, würde ich weniger als ein Indiz für die Nichtexistenz eines Gottes ansehen als vielmehr ein Indiz für die Gespaltenheit der Menschen unter sich. Angenommen es gibt Gott - dann wäre es ihm herzlich egal, wie viele Religionen es auf der Erde nun gibt, existieren würde er trotzdem. Wahrscheinlichkeitsrechnung bringt ihn uns dann auch nicht näher. Angenommen es gibt ihn nicht - dann würden eben alle im Nebel herumstochern, nicht nur die meisten.

Das ganze ist ein riesengroßes Thema, und es ist nicht leicht, prägnant darauf zu antworten - ich hoffe, diese viel zu lange Antwort hat dir trotzdem wenigstens Ansatzweise was genützt. Ich glaube, wenn es einen Gott gibt, dann finden wir ihn am ehesten da, wo Menschen von sich sagen können, dass ihre Seele einen Heimat gefunden hat, dass sie Lebensfreude aufbringen können obwohl alles Sichtbare und Greifbare dagegenspricht, und dass sie trotzdem mit offenen Augen für die Wirklichkeit durchs Leben gehen. Ich als Christ kann dir genau so wenig beweisen wie alle anderen. Ich kann dir nur sagen dass ich alle Freiheiten habe, mir andere Wege zu suchen, aber da wo ich jetzt bin, würde ich nie wieder weg wollen. Ich kann dir nur empfehlen, mal bei uns reinzuschnuppern. Dir selbst zuliebe. 

Antwort
von aicas771, 167

Es gibt viele Gründe dafür, warum Menschen heutzutage gläubig sind.

Ob man vom Glauben eingeschränkt wird, hängt von der Religion ab, der man angehört.

Für Christen ist der Glaube eine Befreiung (wenn man im neuen Testament nachliest und kirchliche Lehrmeinungen sausen lässt). Denn Jesus ist liebevoll, barmherzig und gnädig (aber trotzdem konsequent).

Für Muslime ist der Glaube offensichtlich in der Tat eine Einschränkung, weil Allah offensichtlich durchaus sehr pingelig ist und sehr nach Äußerlichkeiten und alltäglichen Kleinigkeiten geht.

Ich selbst bin Christ und finde es z. B. sehr tröstlich, immer und überall mit Jesus reden zu können. Ich finde es sehr befreiend, selbst nachdenken und entscheiden zu dürfen und doch bei Fehlentscheidungen "eingebremst" zu werden. Der Glaube an Gott ist für mich eine Hilfe in allen Lebenslagen, vor allem in "seelischen Notlagen".

Aus den vielen Fragen von Muslimen hier auf GF schließe ich, dass der Islam dagegen ein sehr enges Gefängnis aus kleinlichen Vorschriften ist. Die Fragen nach "Haram" und "Halal" zeigen das deutlich.

Antwort
von Kunfilum, 115

Wir Menschen suchen uns immer eine höhere Macht. Das muss nicht umbedingt Gott sein, es kann auch die Wissenschaft sein. Ich persönlich glaube Gott ist meistens von den Eltern so gelernt wurden, man ist eben damit aufgewachsen und warum sollte man seinen Lebensstil dann noch ändern?Zumindest wenn man glücklich damit ist.

Kommentar von Meatwad ,

Die Wissenschaft als höhere Macht? Wie kommt man nur auf so einen Unsinn?

Kommentar von henzy71 ,

von den Eltern so gelernt wurden

??? Du meinst wohl von den Eltern so gelehrt worden.

Kauf dich Tüte Deutsch - hat mich auch gehilft. :-)

Antwort
von zahlenguide, 137

Nehmen wir mal an, alle Religionen würden eines Tages durch einen schlauen Menschen wie Albert Einstein vollkommen widerlegt werden, dann würde selbst das nicht gegen eine Macht sprechen, die irgend einen Einfluss auf uns hat. Beispielsweise könnte Gott gar nicht für die Erschaffung des Universums verantwortlich sein, aber auf einer mentalen Ebene irgend wie mit uns verbunden sein - und über viele evolutionäre Stufen, die wir vielleicht in mehreren hunderttausend Jahren erreichen könnten wir uns mit ihm verbinden - gab da mal eine interessante STAR TREK Folge dazu unter Picard.

Auch bei STAR TREK Voyager wurde eine interessante Theorie aufgestellt, nämlich das es Viren oder etwas ähnliches geben könnte, was uns z.B. ein Leben nach dem Tod vorspielt, weil wir so leichter als Beute in deren Fänge geraten.

Eine mächtige Präsenz wie ein Gott kann aber auch überhaupt nichts mit unserem Universum zu tun haben und wir erfahren irgend wann rein zu fällig davon.

Es gibt zig Möglichkeiten: es kann z.B. sein, dass wir Menschen selbst erahnen, dass wir eines Tages die Fähigkeiten von Göttern haben werden - alle Krankheiten zu heilen, Sonnensysteme zu erschaffen, den Hass zu überwinden etc. - mag noch ein paar Tage dauern XD, aber wer weiß.

Götter können für vieles stehen: für Disziplin, für einen mächtigen Freund, für ein Vorbild, für ein Ideal, aber auch für ein Druckmittel, für Propagandazwecke etc. - wenn jeder seinen privaten Glauben hätte, wäre es glaube ich auch kaum ein Problem, aber leider wird Religion wie Politik betrieben und einzelne Vertreter schwingen sich als Sprecher für Gott auf. Ich empfehle dir mal den Film "Pk" bei cine.to anzuschauen - du findest ihn unter Comedy mit dem Bild eines Mannes mit Helm und einer Frau daneben - ca. 12 mal weiter klicken. Sehr empfehlenswert; nach 30 Minuten zeigt er warum er so genial ist.

Antwort
von voayager, 139

Es gibt allerlei Erwachsene, die sind im Grunde genommen Kinder geblieben. Dann wieder etliche, die sind ganz einfach neurotisch, wieder andere entsetzlich ungebildet und zu guter Letzt gibt es zahlreiche Gläubige, die aus purer Verzweiflung sich einen Gott imaginieren.

Kommentar von Maarduck ,

Deine Antwort trifft meiner Ansicht nach die Wahrheit am besten und bereits so gut, dass ich selber nicht mher antworten mag. Aber eine Komponente möchte ich noch zufügen: Respekt vor den Eltern und Vorfahren, die schon diesen Glauben hatten. 

Kommentar von voayager ,

Richtig, an diesen Aspekt hatte ich nicht gedacht, der gehört aber hinzugefügt, weil zutreffend.

Antwort
von CountDracula, 107

Hallo,

ich bin Buddhist und fühle mich durch meinen Glauben kein bisschen eingeschränkt. Ganz im Gegenteil: Geistig fühle ich mich deutlich freier als vorher, auch oder gerade weil es ein paar Verhaltensregeln gibt, an die ich mich jetzt halte.

Wenn ich mich an diese Regeln halte, dämme ich damit auf lange Sicht mein Verlangen ein. Das macht mich frei.

Antwort
von Simoris, 25

Du entscheidest dich ja nicht dafür an Gott zu glauben weil es dir etwas bestimmtes bringt.

Du glaubst einfach das es ihn gibt. "Glauben" kann man in diesem Zusammenhang etwa mit "auf etwas vertrauen" bis "sich etwas sicher sein" umschreiben.
Also du bist dir (relativ) sicher, das es Gott gibt, bzw. vertraust darauf und richtest u.U. dein Leben danach aus.

Je nachdem ob man dann nach jüdischer, christlicher, muslimischer, hindustischer oder einer anderen Art glaubst hat das verschiedene Konsequenzen für dein Leben (die sich aber auch innerhalb einer Religion bei verschiedenen Menschen verschieden aussehen).

Im Judentum gibt es in der Tora einen Gesetzeskatalog (der teilweise von jüdischen Rabbinern erweitert wird), welcher als von Gott gegeben und damit richtig/sinnvoll gilt.

Auch im Christentum und Islam gibt es einige (mehr oder weniger) solche Regeln, die sich in der Regel auch damit beggründen lassen, das sie für das zusammenleben der Menschen förderlich sind. Bei dem Gebot "Du sollst nicht töten" ist das z.B. ziemlich offensichtlich.
Davon ausgehend könnte man argumentieren, das Gott Regeln aufstelt, die gut für die Menschen sind und deshalb befolgt werden müssen/sollen.

Da du Essensvorschriften ansprachst: In der Zeit wo sie zum ersten Mal auftauchten, war es durchaus sinnvoll auf Lebensmittel zu verzichten, die besonders häufig schlecht wurden oder mit Keimen verseucht waren.
Ob man solche Vorschriften heute einhalten muss liegt aber letztendlich im Auge der Religion bzw. des Einzelnen.

Ich als Christ würde nicht sagen, dass Gott pingelich ist, wenn es um die Einhaltung solcher Vorschriften gilt. Da sie (und damit meine ich jetzt nicht jüdische Reinheitsgebote oder muslimische Gebetsvorschriften) aber in der Regel gut für mich und/oder die Gesellschaft sind, liegt es auch in meinem Interesse im Rahmen dieser Regeln zu leben.

Wenn du fragst was der Glaube bringt:
Sicherheit, Zuversicht, Sinn, Halt, Leben

Um noch einmal darauf (zurück) zu kommen ob es Sinn macht an einen Gott oder mehrere Götter zu glauben:
Objektiv am rationalsten ist wahrscheinlich der Agnostiker, also jemand der sagt, das man nicht wissen kann ob und welchen Gott es gibt.
Allerdings gibt es bei jeder Religion (einschließlich und vor allem beim Atheismus) haufenweise Fundamentalisten, die davon überzeugt sind das ihr Gottesbild (oder eben Nicht-Gottesbild) das einzig und eindeutig Richtige sei und das überall kundtun.

Antwort
von Almalexian, 87

Auch wenn die Wissenschaft viele Fragen beantworten konnte, alle konnte sie bei weitem noch nicht beantworten. Es besteht die Möglichkeit dass dort wo wir es nicht sehen vermeintlich übernatürliches existiert. Das bietet nach wie vor Raum für Glaubensinhalte.

Weiterhin gibt Glauben den Menschen auch ein Weltbild und eine Ordnung. Das wiederum kann trösten und Festigkeit schaffen.

Viele glauben auch aus Gewohnheit oder weil sie es als ihre Kultur ansehen. Darauf hattest du ja schon bezug genommen.

Manchen gefällt auch die Vorstellung.

Und Verbote und Geboet sowie Rituale geben einem Glauben auch eine stärkere Bindung und eine Bedeutung.

Kommentar von 1900minga ,

Die Antwort gefällt mir am besten^^
Endlich mal nicht nur dämliches Gelaber👍

Kommentar von Trashtom ,

Es besteht die Möglichkeit dass dort wo wir es nicht sehen vermeintlich übernatürliches existiert.

Warum sollte das so sein? Das klingt mehr nach einem Wunsch findest du nicht?

Kommentar von Almalexian ,

Wie darf ich das verstehen?

Kommentar von scatha ,

@Almalexian: Er möchte an seinem materialistischen Weltbild festhalten dürfen.

Kommentar von Trashtom ,

"vermeintlich Übernatürliches existiert" "dort wo wir es nicht sehen". 

Ich halte an gar nichts fest. Lasse mich aber auch nicht auf jeden Wunschtraum ein. Es gibt einfach keinen Grund zur Annahme, das irgendwo ein Zauberland existiert.

Das Leben ist perfekt, genau so wie es ist. Ich arbeite nicht auf irgendein vielleicht hin, nur weil ich im Jetzt nicht glücklich sein kann.

@scatha. Danke für das Bullshit-Vorurteil.

Kommentar von scatha ,

@Trashtom: Wünsche sind nicht immer unrealistisch, man hat sie häufig dann, wenn man intuitiv eine Möglichkeit sieht, daß diese Wünsche wahr sind. Deine Antwort aber klingt so, als ob Du Dir wünscht, daß es außer der Materie nichts gibt. Woher könnte das denn kommen ? Welche Gefahr würde drohen ?

Antwort
von scatha, 82

heutzutage [...] noch gläubig

Du unterstellst, daß Glaube im Gegensatz zum Wissen steht. Aber was weiß die Wissenschaft, die dank ihrer Paradigmen nur das physische Universum erforschen kann, über Bewußtsein, geistige Welten, usw ? Ist es nicht im Gegenteil so, daß wir zuwenig wissen, und deswegen dazu geneigt sind, nicht zu glauben ?

Ist Gott so kleinlich und pingelig

Nein, ist er nicht, im Gegenteil, bei Matthäus 18, 21-35 wird ein völlig anderes Bild gezeichnet.
Wenn eine Tat, ein Gedanke, ein Werk als "haram"/"sündig"/"tamas" oder "halal"/"kosher"/"rein"/"sattva" beurteilt wird, und der Beurteilende genug Wissen besitzt, geht es ihm um den Menschen. Es geht darum, was dem Menschen als Seele gut tut, und zwar langfristig.

Über einzelne Vorschriften kann man dann durchaus diskutieren. Sie beziehen sich nicht alle auf die gleiche Existenzebene. Das Kopftuchgebot des Islam war sicher nichts weiter als ein praktischer Schutz der Gesichtshaut vor der Wüstensonne und dem -Sand. Alkohol und Masturbation sind sicher mit gewissen Energieverlusten verbunden, die zwar gelegentlich ok sind, aber wie wir wissen, im Exzeß schaden.

Selbstverständlich müßte man rein politisch motivierte Vorschriften aus dieser Betrachtung herausnehmen.

Antwort
von kiniro, 86

Wie kommst auf das schmale Brett und unterstellst der Menschheit im Allgemeinen, gläubig zu sein?

Mich juckt diese Phantasiegestalt nicht im geringsten.

Solange die Gläubigen mich mit ihren gottesfürchtigen Texten und Worten verschonen, können sie bis zum Sankt Nimmerleins Tag ihre tonnenschweren Märchenbücher namens Bibel und Co. wälzen.

Übrigens: Wörter wie manche, einige, viele, wenige sollen gegen Verallgemeinerungen und Pauschalisierungen helfen.

Antwort
von Kurpfalz67, 104

Ob du glaubst oder nicht, ist sicher von vielen Faktoren abhängig. Ich denke nicht, dass man es darauf reduzieren kann, dass die religiösen Regeln einschränken.

Vielen Menschen geben gerade diese Regeln einen gewissen Halt im Leben.

Andererseits werden diese Regeln natürlich auch dazu benutzt Macht auszuüben und Menschen zu lenken.

Ich kann es insofern nicht nachfühlen, da ich nicht glaube, dass es einen Gott gibt. 

Antwort
von MP1293, 78

Man wird nicht immer eingeschränkt.

Der Glaube leitet einen oft im Leben und gibt einem Kraft. Das mag sich für dich vielleicht bescheuert anhören, aber das stimmt.

Als mal ein enger Verwandter todkrank im Krankenhaus lag, wusste ich einfach nicht, was ich tun soll. Denn ich wusste, dass ich ihm mit meinen Händen nicht helfen konnte. Klar kann man ihn besuchen, aber in solchen Situationen sieht man einen Besuch nicht als Stütze für den Sterbenden an.

Abends vor dem Schlafengehen habe ich dann jedes Mal für ihn gebetet. Dieses Gebet hat mich unheimlich beruhigt und ich hatte das Gefühl, dass ich ihm auf irgendeine Art geholfen habe. Er hat es zwar nicht überlebt und ich ging auch nicht davon aus, dass ihm meine Gebete helfen, aber in dem Moment haben die Gebete mir geholfen, ruhig zu bleiben.

Antwort
von AaronMose3, 76

Warum sind heutzutage Menschen noch sehr gläubig.
Man wird doch hauptsächlich eingeschränkt.

Also. In erster Linie ist es so, das ein Gläubiger Mensch Gebote und Gesetze nicht als Einschränkung sieht. Er hält diese ein, um seinen Respekt und seine Liebe gegenüber den jeweiligen Gott auszudrücken.

Im Islam ist das Kopftuch sehr bekannt, was angeblich eine Einschränkung der freien Persönlichen Entfaltung ist. 

Triffst du jedoch eine Muslima, wird sie dir sagen, das sie dieses Kopftuch trägt um ihre Zuneigung zu Allah auszudrücken. Oder weil Sie damit erst recht zeigt, das sie selber entscheiden will, wie viel andere von ihr sehen können. 

(Ausnahmen bestätigen natürlich dabei immer die Regel)

Aber wieso glauben Menschen heutzutage noch an Gott?
Was bringt es ihnen?

Hier könnte ich als erstes die Frage stellen : Was bringt es mir denn, nicht an Gott zu glauben ?

Du merkst. ergibt keinen Sinn. Man zieht keinen materiellen Nutzen aus dem Glauben an Gott. Es muss nicht sofort immer alles "etwas bringen".

Jedoch bietet der Glaube einem Halt, Selbstsicherheit, Geborgenheit und Zuversicht. Es ist ein Geschenk (aus christlicher Sicht) das Gott dir geben kann, wenn du es annimmst, damit du nicht gewissenlos durch die Gegend marschierst. Ein Angebot der direkten Zuneigung. Liebe.

Und wieso fragen so viele Gläubige, ob dies oder jenes "Haram" oder "Halal" seie?

Das tun hauptsächlich junge Muslime, die ihre Religion verständlicherweise (auch wenn ich nicht verstehe wieso sie solche Fragen ausgerechnet hier stellen) nicht zu 100% kennen und Angst haben das sie aus Unwissenheit heraus etwas falsches tun.

Diesen Menschen ist es wichtig, so zu leben, wie der jeweilige Gott es ihnen sagt. Dabei denken "wir" uns natürlich unseren Teil, und verstehen nicht wieso er sich freiwillig solchen Gesetzen unterstellt.

Aber wie schon erwähnt ist es für die jeweilige Person einfach wichtig.

Ist Gott so kleinlich und pingelig, dass er sich dafür interessiert, wer Schwein isst, Alkohol trinkt, masturbiert, oder eines der fünf Gebete auslässt?

Diese Frage habe ich mir selber sehr oft gestellt. Und ich kam zum Entschluss, das es einen allmächtigen Schöpfergott (Falls es ihn gibt) in keinster Art und Weise interessieren sollte, ob man nun Schweinefleisch isst, oder sich in der Nacht die Gurke poliert. Das sind alles Verbote die in einer Zeit entstanden, in der man dachte, diese Dinge würden einen Schaden. Deshalb versuchte die Religion diese Tätigkeiten zu unterbinden. 

Aus heutiger Sicht völliger Quark sich wegen solchen Dingen Gedanken zu machen. 

Kommentar von 1900minga ,

Beste Antwort👍
Vielen Dank

Kommentar von AaronMose3 ,

:)

Kommentar von 666Phoenix ,

Aaron

In erster Linie ist es so, das ein Gläubiger Mensch Gebote und Gesetze nicht als Einschränkung sieht.

Na sicher doch! Einem satten, mit Kleidung und Logis ausgestatteten Sklaven ist es auch schwierig zu erklären, dass er versklavt ist!

Kommentar von AaronMose3 ,

Na sicher doch! Einem satten, mit Kleidung und Logis ausgestatteten Sklaven ist es auch schwierig zu erklären, dass er versklavt ist

Schließe doch bitte nicht von deiner Subjektiven Wahrnehmung bezüglich dieses Themas, direkt auf auf andere. 

Du kannst nicht wissen was sie dabei denken, oder inwiefern sie es als Einschränkung sehen. Oder hast du sie alle befragt ? Nein ? Dann gibt es auch nichts zu sagen.

Kommentar von 666Phoenix ,

aaron, hast Du denn alle Gläubige befragt hinsichtlich ihrer subjektiven Wahrnehmung göttlicher Ge- und Verbote sowie geltender Gesetze??

Kommentar von 666Phoenix ,

Offensichtlich nicht! Aber klug schieten, bis sich die Balken biegen... :-)

Antwort
von DreiGegengifts, 73

Wovon du sprichst ist eine konservative Religionsauslegung oder eine konservative Sicht auf die Religion.

Du könntest deine Frage also auch umformulieren: Warum sind die Menschen heute immer noch konservativ?

Warum glauben sie, eine Gesellschaft müsste mit vielen Geboten und Verboten organisiert werden? Warum favorisieren sie autoritäre Strukturen und einen strafenden Gott?

Die Ursachen können in der Persönlichkeit wie den persönlichen Erfahrungen liegen. Ängstlich vermeidende Persönlichkeitsteile werden eher zu konservativen Ansätzen tendieren. Ob das gut oder schlecht ist sei mal dahin gestellt. Es ist eine menschliche Haltung, die es sicher immer geben wird.

Antwort
von DerOnkelJ, 68

Es ist die Unsicherheit denke ich!

Besonders die Fragen nach dem Sinn des Lebens, nach dem "was kommt nach dem Tod" und die ständigen Unsicherheiten im Leben wie Gesundheit,Job und Familie lassen einen oft nicht zur Ruhe kommen.

Die Religionen geben genaue Richtlinien was man tun soll und was man nicht tun darf, und sie geben Antworten auf Fragen die die Wissenschaft nicht beantworten kann. Sie geben Halt in Situationen  in denen man sich verlassen und haltlos fühlt.
Der Glaube daran, dass alles einen Sinn hat, dass es jemanden gibt der einen auffängt, das gibt Sicherheit.

In so weit sind die Religionen ja wirklich nützlich und gut.

Nur leider wird das alles von einigen machtgierigen Menschen gnadenlos mißbraucht. Sie legen Texte aus heiligen Schriften so aus, dass sie selbst am meißten davon profitieren, egal wie es anderen dabei ergeht. Und wer die Texte anders interpretiert oder wer anders glaubt wird unterdrückt und sogar getötet. Kritisches Hinterfragen und Nachdenken wird im Keim erstickt, und wer es doch tut wird verfolgt. Denn der könnte ja die Machtstellungen gefährden!

So klug die Menschheit heutzutage auch ist, so dumm ist sie gleichzeitig geworden.

Kommentar von 1900minga ,

Sehr interessante Antwort👍
Danke

Antwort
von xXxStormyxXx, 82

Viele Menschen müssen einfach an irgendetwas glauben um das Unerklärliche zu erklären. Manche finden auch Halt und Zuneigung in der Religion. 

Mfg

Antwort
von Dxmklvw, 9

Diese Frage läßt sich sehr gut aus sonstigem Alltagsgeschehen heraus beantworten, noch besser mit entsprechenden Fragesätzen:

Warum glauben die Menschen den Politikern, obwohl sie doch wissen, daß sie immer wieder nur belogen werden?

Warum glauben viele Menschen an Gespenster?

Warum fallen viele Frauen auf Heiratsschwindler herein?

Die Liste solcher Fragen ließe sich endlos fortsetzen. Tatsache ist aber, daß es für Menschen keine echte Wahrheit gibt, sondern daß alles vermeintlich Wahre nur deshalb als wahr gilt, weil Menschen glauben, daß es so sei (so lange, bis sich etwas anderes heraus stellt).

Was wir überall mühelos beobachten können, ist, daß auch jedweder Unsinn von einer Mehrzahl Menschen geglaubt wird, wenn er nur mit ausreichend vielen verwirrenden Argumenten ausgestattet wird, durch die man (meist infolge eigener Bequemlichkeit) nicht mehr hindurch blicken kann. Auch die Abzock-Methoden in weiten Bereichen der Medizin sind ein gutes Beispiel dafür.

Warum also sollten Menschen nicht mehr an religiöse Dinge glauben, wo es doch genau dort vor allem Urängste betrifft (den Tod und das, was möglicherweise danach kommt)? Zugleich ist es wohl nicht abstreitbar, daß es einen logischen zwingenden Grund dafür geben muß, daß überhaupt etwas existiert und nicht einfach nur "nichts". Wenn wir diesen Grund Gott nennen, dann ist das ja nicht verkehrt.

Alles weitere beruht natürlich auf nur wenigen Erkenntnissen und auf einem riesigen Berg an wilder Spekulation. Doch es ist ja gerade die Spekulation, durch die Menschen erst befähigt werden, sich vorstellen zu können, daß es noch mehr gibt und noch mehr möglich wird, als das, was man bisher erreicht hat. Ausrutscher, dazu auch äußerst kräftige, sind dabei ganz normal, denn jeder richtigen Lösung (z. B. 1+1=2) stehen unendlich viele falsche Lösungen gegenüber.

Die Eingangsfrage hätte ich etwas anders formuliert, und zwar "Warum glauben Menschen an das, was Religionsgemeinschaften behaupten?". Denn auch der Umstand, daß man den Grund dafür, daß es überhaupt etwas gibt, mit "Gott" bezeichnen kann, ist etwas völlig anderes als das, was andere möglicherweise dem noch hinzu spekulieren.

Eine andere Sache ist das Ritual, wie wir es in allen Religionen auf die eine oder andere Weise finden. Auch Gebete sind Rituale, und die Methode (hinknien, Hände falten oder anderes) gehört zum Ritual. Warum tun Menschen das? Meine Antwort darauf ist, daß Menschen es tun, weil sie keine höhere Macht über sich dulden und stattdessen alles nur erdenkliche versuchen, um die geglaubte höhere Macht in ihrem Sinne zu modifizieren, quasi nichts wesentlich anderes als die quacksalbernde Zauberei früherer Jahrhunderte, wo man auch versuchte, sich geglaubte mächtige Geister mit besonderen Methoden zu Willen machen zu können.

Antwort
von Michi199812345, 76

es gibt situationen, da sieht man keinen anderen ausweg als zu gott zu beten....z.b wenn man einer kranken person kraft schenken möchte...dann betet man zu gott und stärkt damit seinen glauben zu im. viele menschen glauben auch an wunder, die aus menschenhand nicht passieren können und denken an etwas göttliches, also gott....ist  eine einstellung die jeder für sich selbst hat. kommt auch etwas auf die strege religöse oder nicht strenge erziehung der eltern an. gibt ja auch viele atheisten, die glauben an nichts ...lg

Kommentar von HumanistHeart ,

gibt ja auch viele atheisten, die glauben an nichts

Atheisten glauben nicht an nichts, sie glauben nur nicht an Gott.

Kommentar von Trashtom ,

die aus menschenhand nicht passieren können

Sie passieren auch nicht aus "anderer Hand" - sondern einfach gar nicht.

Antwort
von Comment0815, 67

Weil der Glaube Trost und Kraft spendet.

Man darf mMn unter Glaube nicht verstehen, dass jemand die Wissenschaft ablehnt und blind an irgendwas glaubt. (Auch wenn es natürlich solche Gläubigen gibt.)

Antwort
von Undsonstso, 62

Ich finde es nicht schlimm, dass es gläubige Menschen gibt und ihnen der Glaube an einen Gott Halt im Leben, trost bei Trauer und/oder ähnliches finden.

Mein 2.Satz dürfte dann auch deine Frage beantworten:

Was bringt es ihnen?

Antwort
von Lifecanbeamess, 19

Hallo:)

Also ich bin neuapostolisch, also ein Christ. Ich bin in diesem Glauben aufgewachsen und ich habe niemals irgendwelche Einschränkungen durch meinen Glauben erfahren. Ich glaube an Gott, weil ich ihn schon mehrmals in Glaubenserlebnissen erlebt habe. Ohne Gott macht das Leben keinen Sinn für mich. Ich sehe meine Existenz auf der Erde als eine Art Prüfung an in der ich immer mehr wie Jesus werden möchte und Gott beweise dass ich für den Himmel würdig bin, dass heißt ein gottgefälliges Leben führen. Ich glaube übrigens nicht dass andere Religionen Schwasinn sind. Ich glaube wir glauben alle an den gleichen Gott, nur heißt er vielleicht verschieden und jede Religion hat eben ihre anderen Auslegungen. Was nun DIE Richtige Religion ist, ist in meinem Augen unwichtig, da es nur zählt ob man einfach Interesse an Gott hat und Kontakt zu Gott sucht. Jedenfalls gibt mir mein Glaube Kraft und ich freue mich auf das Leben nach meinem Tod. Ich bin hier nur vorübergehend. Man hat natürlich auch manchmal seine Zweifel aber das ist normal, denn das Ganze ist ja nicht verständlich für unseren Verstand man muss es glauben. 

Kommentar von JesusRettet ,

Entschuldige, aber wir Menschen werden niemals würdig für den Himmel werden. Egal wie gut wir sind, wir sündigen immer weiter und Gott duldet keine EINZIGE Sünde. Stell dir mal vor du stirbst, landest vor Gott und Gott verlangt von dir 6000 Punkte damit du in den Himmel kommst, diese Punkte bekommst du durch Gute Taten,jedoch ziehen Sünden wieder die Punkte ab. Glaubst du ernsthaft das du (Auch wenn du ein guter Mensch bist) diese Punktzahl  durch Gute Taten jemals erreichen würdest? Wir Menschen sind Sünder und haben es nicht verdient in den Himmel zu kommen, deshalb hat Gott seinen einzigen Sohn auf die Welt geschickt damit er diese 6000 Punkte für uns alle mitbezahlt, quasi eine Freikarte ein Geschenk das wir annehmen dürfen. Diese Freikarte heißt Jesus Christus.


PS: Die 6000 Punkte sind nur Symbolisch gemeint.

Kommentar von Lifecanbeamess ,

Natürlich werden wir Sünder niemals würdig für den Himmel sein, aber Gott sieht schon die Bemühung und das zählt. Er weiß dass wir Menschen sind und wenn er sieht dass es jemand wirklich ernst meint und sich bemüht, lässt er Gnade walten. Das glaube zumindest ich.

Antwort
von Giustolisi, 61

Aber wieso glauben Menschen heutzutage noch an Gott?
Was bringt es ihnen?

Es gibt denen Hoffnung, Trost, Orientierung und einen Sinn, die diese Dinge nicht für sich selbst finden können. Es ist zwar nur ein Placebo, aber ein so Süßes, dass es doch sehr verlockend ist.

Und wieso fragen so viele Gläubige, ob dies oder jenes "Haram" oder "Halal" seie?

Es ist die Angst, für vermeintliche Verstöße vom grausamen Gott bestraft zu werden. Die bringt die Strenggläubigen dazu, über kaum was Anderes nachzudenken.

Ist Gott so kleinlich und pingelig, dass er sich dafür interessiert, wer Schwein isst, Alkohol trinkt, masturbiert, oder eines der fünf Gebete auslässt?

Sie glauben offensichtlich, dass er sich dafür interessiert, wer gerade an was denkt,  am Wichsen ist, sich besäuft, das jeweilige heilige Buch nach dem Lesen neben dem Klo liegen lässt, oder dessen heraus gerissene Seiten als Packmaterial verwendet. Als ob ein Gott nicht größere Sorgen hätte.

Kommentar von scatha ,

Fazit: Religion ist Opium für's Volk, Projektionsfläche für die elterliche Erziehung und Pepp für's Ego. (...und somit ein wirksames Mittel für die Politik, ein Volk zu dirigieren !?)

Kommentar von Giustolisi ,

Um das Volk wirkungsvoll zu dirigieren bräuchte man einen größeren Prozentsatz an Gläubigen. Die Meisten sind nur auf dem Papier gläubig, nur Wenige freuen sich auf ihren Tod.

Antwort
von Franzmann0815, 75

Ich schätze, dass es viele leute aus ihrer kindheit von den eltern her kennen. anders kann ich mir diesen unfug garnicht vorstellen.

Kommentar von scatha ,

Schade daß sie Dir Unfug erzählt haben. Mir haben sie auch so einige Halbwahrheiten erzählt, manches davon recht schädlich. Allerdings gibt es einen wahren Kern in jeder Religion. Nur das wissen viele nicht.

Kommentar von Franzmann0815 ,

sie haben mir keine religion aufgeschwatzt... oder was genau meinst du?

Antwort
von nowka20, 64

Sündenbewusstsein und Moral

---Mit dem Paradiesrausschmiss ist dann eingetreten, mit Bezug auf die moralische Gesamtauffassung des Menschen, daß er sich als sündig fühlte, während er unfähig gewesen wäre, in die Sünde zu verfallen, wenn er im Paradies geblieben wäre, in dem Stande des instinktiven Geführtwerdens durch göttlich-geistige Mächte.
---Während er da unfähig zu sündigen war, also sündlos geblieben wäre wie ein bloßes Naturgeschöpf, ist er fähig geworden zu sündigen durch dieses Selbständigwerden gegenüber den göttlich-geistigen Mächten.
---Und es trat dann in der Menschheit dieses Sündenbewußtsein auf: Ich als Mensch bin nur dann nicht sündig, wenn ich meinen Weg wiederum zurückfinde zu den göttlich-geistigen Mächten. Was ich durch mich selber beschließe, das ist als solches sündhaft, und ich kann nur die Sündlosigkeit erringen dadurch, daß ich den Weg zu den göttlich-geistigen Mächten wiederum zurückfinde.
---Und dazu benötige ich unbedingt die Religion, damit mich diese auf meinem Weg stützen kann.

Kommentar von Maarduck ,

Wer würde denn aus eigenen Überlegungen auf solche Gedanken kommen? Ich kenne niemanden der diese Gedanken vertritt und nicht schon in Kindertagen gezielt beeinflusst worden ist, in diese Richtung zu denken.

Kommentar von nowka20 ,

wenn du keinen kennst, der auf solche gedanken kommt, ist das dein problem

Antwort
von Misfort90, 38

Wieso? Glaube scheint im Moment das einzig zu sein, das universelle Antworten liefert und irgendwie auch das einzige zu sein, dass irgendwie stabil ist - alles andere verändert sich zu schnell

Antwort
von mfriese, 62

Ich denke das Konzept Gottes ist eine sehr ausgefeilte Erfindung die überall dort eingesetzt werden kann, wo Logik, Vernunft und Wissen enden. Die Kirche nutzt das um Sicherheit zu Vermitteln und Sicherheit ist es was Menschen wollen. Deshalb glauben sie.

Kommentar von Trithemimeres ,

Die Kirche hat sich als mächtigste Institution aus einer anfangs kleinen christlichen Glaubensbewegung heraus behaupten können. Mit der Kirche fängt aber weder der Glaube an Gott an, noch hört er mit ihr auf. Zahlreiche namhafte Persönlichkeiten haben in der Geistesgeschichte unabhängig von der Kirche ihre Empfänglichkeit und ihr Interesse am Göttlichen kundgetan. Zudem jagen die Theologie und die Geschichtsphilosophie immer wieder losgelöst von Kirche als Institution den großen Fragen nach.

Kommentar von mfriese ,

Du hast absolut Recht. Ich sollte wohl besser sagen: Gott gibt den Menschen Sicherheit :-)

Kommentar von scatha ,

@mfriese: Gott Zeus gibt den Menschen Sicherheit (solange sie sich auf seine Seite stellen), aber seine Vorfahren, die Titanen, machen durchaus (berechtigterweise) Angst. Richtig sicher fühlen kann sich nur der, der nicht alleine auf sein Ego gebaut hat.

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